„Leere Netze!? Fischerei zwischen Globalisierung und Meeresschutz“

Fisch ist gesund! Aber woher kommt der Fisch, der uns so gut tun soll? Europas Meere sind ziemlich leergefischt. Zweidrittel der Meeresfische sind importiert. Die Hälfte davon kommt aus Gewässern von Entwicklungsländern. Hungern Menschen anderswo, damit wir uns gesund ernähren?

Fair Oceans und der Evangelische Entwicklungsdienst veranstalten in Kooperation mit Partnern zwischen dem 26. Juli und dem 11. August 2011 eine Rundreise in 14 Orten an der norddeutschen Küste.

Gaoussou Gueye, Vizepräsident des Westafrikanischen Kleinfischereiverbandes CAOPA, wird über die Folgen unseres Fischkonsums in seinem Land, dem Senegal berichten. Aber auch darüber welche soziale und wirtschaftliche Bedeutung Fischerei für die Küstendörfer, für die Frauen und Jugendlichen hat – und warum manche ihr Leben riskieren um mit ihren Booten nach Europa zu kommen.

Um Gemeinsamkeiten zwischen den Bedingungen unter denen Küstenfischerei weltweit stattfindet zu verdeutlichen, werden immer wieder auch Vertreter der norddeutschen Fischerei an den Veranstaltungen teilnehmen. In Abendveranstaltungen mit Unterstützung von mehr als 30 Partnern vor Ort werden Vorträge, Bilder, Filmausschnitte und Diskussionen Einblicke rund um die Fischerei und ihre aktuelle Entwicklung gegeben.

Dabei wird ein Bogen gespannt, der deutlich macht, dass die Probleme der Kleinfischerei vor Westafrika durchaus vergleichbar sind mit denen der Fischerei an der norddeutschen Küste. In Westafrika wie auch in Norddeutschland ist die Küstenfischerei vom globalen Konkurrenzdruck betroffen und muss auf die ökologischen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen reagieren. Die EU-Fischerei- und Handelspolitik spielt in beiden Fällen eine zentrale Rolle.

Die EU-Fischereipolitik und der weltweite Handel mit Fischereiprodukten zeigen, dass Meerespolitik und speziell die Lage der Fischerei international betrachtet werden müssen. Untrennbar verbunden mit dem beständigen Anstieg des Fischkonsums und -handels auf globaler Ebene ist die zunehmende Übernutzung der Fischbestände. Ohne Fisch und intakte Meeresökosysteme kann keine Fischerei langfristig existieren.

Angesichts der sich weltweit verschärfenden Ernährungskrise und der parallel zunehmenden Überfischung der Weltmeere ist eine nachhaltige Entwicklung der Fischerei deshalb ungemein wichtig. Rund eine Milliarde Menschen sind bei ihrer Versorgung mit Eiweißen vom Fisch abhängig. Gleichzeitig sind die Meeresökosysteme extrem bedroht. Etwas mehr als die Hälfte aller genutzten Fischbestände werden bis an ihre Grenzen befischt, über ein Viertel der Bestände werden über diese hinaus ausgebeutet, sind bereits erschöpft oder erholen sich nur langsam.

Die Ausrichtung der Förderpolitik im Fischereiwesen, die Vergabe von Fangrechten, die Kontrolle illegaler Piratenfischerei und die Festlegung angemessener Quoten für den Erhalt der Fischbestände sind nur einige der relevanten Aspekte, die deshalb zur Diskussion stehen.

Der Zeitraum für diese Rundreise wurde gewählt um während der Urlaubssaison viele Menschen aus unterschiedlichen Orten an der Küste mit der Thematik zu erreichen und zum anderen um im Vorfeld der Neuformulierung der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der hier 2012 anstehenden Entscheidungen zu lenken.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Webseiten:
www.fair-oceans.info
www.eed.de/fischerei

Für Rückfragen oder eine Terminabsprache wenden Sie sich bitte unter folgenden Rufnummern oder E-Mail-Adressen an uns:
Kai Kaschinski (Fair Oceans)
Mobil: 0049-(0)152-295 170 04
E-Mail: fair-oceans@gmx.info

Francisco F. Mari (EED)
Mobil: 0049-(0)179 4621 783
E-Mail: francisco.mari@eed.de

Den Flyer der Veranstaltungsrundreise, Bilder des Referenten, Bilder zur Rundreise sowie weitere Zusatzinformationen zum Referenten und ein Kurzinterview on Dirk Sander zur Fischereipolitik finden Sie im Anhang (oder im Netz).

Die einzelnen Stationen der Rundreise (oder im Netz):
26. Juli – 19.00 Uhr Fedderwardersiel
in und mit dem
Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel
Am Hafen 4 – 26969 Butjadingen

27. Juli – 19.00 Uhr Wilhelmshaven
im Strandcafé Fährhaus am Banter See
mit der Grünen Jugend und Der Linken in Wilhelmshaven
Henschelstraße 15 C – 26382 Wilhelmshaven

28. Juli – 19.00 Uhr Carolinensiel
im und mit dem Deutschen Sielhafenmuseum
Pumphusen 3 – 26409 Carolinensiel

29. Juli – 19.30 Uhr Greetsiel
im Haus der Begegnung
mit dem NABU Landesverband Niedersachsen
Nationalpark-Haus Greetsiel
Zur Hauener Hooge 11 – 26736 Greetsiel

01. August – 19.00 Uhr Bremerhaven
im Restaurant Takelage – Fischereihafen
mit dem Nord-Süd-Forum Bremerhaven e.V.
An der Packhalle IV – 27572 Bremerhaven

02. August – 19.00 Uhr Cuxhaven
im und mit dem
Nationalpark-Zentrum Cuxhaven
Hans-Claußen-Straße 19 – 27476 Cuxhaven

03. August – 19.00 Uhr Husum
im und mit dem
Nationalpark-Haus Husum, dem Weltladen Husum
und der Schutzstation Wattenmeer
Hafenstraße 3 – 25813 Husum

04. August – 19.00 Uhr Wallnau
im und mit dem
NABU Wasservogelreservat Wallnau
Wallnau 4 – 23769 Fehmarn

05. August – 19.00 Uhr Hamburg
im Centro Sociale
mit der Bundeskoordination Internationalismus, Förderkreis „Rettet die Elbe“ e.V. und dem Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.
Sternstraße 2 – 20357 Hamburg

06. August – 16.30 Uhr Büsum
im Gäste- und Veranstaltungszentrum – Kleiner Saal
mit der Sparte See- und Krabbenfischer der Nordsee
Südstrand 11 – 25761 Büsum

08. August – 19.00 Uhr Bremen
im Übersee-Museum Bremen
mit dem Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk e.V. und dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung
Bahnhofsplatz 13 – 28195 Bremen

09. August – 19.00 Uhr Lübeck
im Haus der Kulturen
mit terre des hommes – AG Lübeck und dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein
Parade 12 – 23552 Lübeck

10. August – 19.00 Uhr Kiel
im Restaurant & Cafe Seeburg
mit Frauenwege in Togo e.V., der Lighthouse Foundation und dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein
Düsternbrooker Weg 2 – 24105 Kiel

11. August – 19.00 Uhr Rostock
im Peter-Weiss-Haus
mit dem Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Doberaner Straße 21 – 18057 Rostock

Francisco Mari (EED) und Kai Kaschinski (Fair Oceans)

Die Rundreise ist Teil des Projektes »Die Bedeutung der Meerespolitik für das Nord-Süd-Verhältnis« des Vereins IntKom und seines Arbeitsschwerpunktes Fair Oceans und wird gefördert mit Mitteln des »Evangelischen Entwicklungsdienstes«, von »Umverteilen! Stiftung für eine, solidarische Welt« und aus der Lotterie »BINGO« durch den »Senator für Umwelt, Bau und Verkehr« in Bremen und umgesetzt mit finanzieller Unterstützung des BMZ.
Der Herausgeber ist für den Inhalt allein verantwortlich.
V.i.S.d.P.: IntKom – Bernhardstraße 12 – 28203 Bremen
www.fair-oceans.info

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