O-Ton von Janice Jakait ist einfach nicht zu toppen:

Zwei Wochen auf See
Dezember 7, 2011

Zwei Wochen auf See und alles rostet. Je edler das Metall, desto edler der Rost. Plane schon eine neue Karriere als Rost- und Salzverkäuferin. Sehe gerade, dass sich meine superrostfreien Notmesser nun auch schon zerstäuben. Sollte ich jemals in einer Leine verfangen sein, und muss mich da rausschneiden – ich tippe ganz stark auf Blutvergiftung, die ich dann beim Versuch davontragen werde.

Na, was ein Humor heute. Dabei rauschen die Wellen doch mit besonders hohen und schicken Schaumkronen nach Südwesten heute. Sollte doch richtig gut drauf sein!? Aber ich hatte eine furchtbare Nacht, und eben schlägt nach dem Rudern die Müdigkeit gewaltig zu. Und doch, ich wollte noch bloggen.

Heute Nacht bin ich gegen 3:15 Uhr aus dem Schlaf gerissen wurden. Und nein, es war diesmal kein Tanker, der mich wie sonst wieder regelmäßig mit seinem AIS Alarm geweckt hat. Ich war also schon reichlich übermüdet. Aber dann, heute Morgen der Gau: Es schrie jemand verzweifelt Hilfe draußen im Windgebrüll – ich bekomme das im Halbschlaf mit. Ach du Sch*****. Im Ersten Moment schießt natürlich das Adrenalin durch Körper. Der Wind kreischt und singt unter den Solarzellen, die Wellen schlagen an Backbord ein, das Ruder klopft und quietscht: Ich war mir sicher, da spielt mir mein Kopf wieder einen Streich. Habe das bestimmt geträumt. Aber ich meine was machst Du in so einer Situation – denkst ja nicht wirklich erst alle Szenarien durch. Also doch raus, angegurtet, mit den Taschenlampen und dem Vollmond bewaffnet in den Wellen gesucht, irgendwie an Deck mit den Beinen verklammert … und immer wieder gelauscht. Und so gering die Reichweite der Lichtkegel war, so sicher war ich mir auch, dass ich das geträumt haben muss, dass mir das Gequietsche wieder unterbewusst etwas induziert hat. Aber da stehe ich dann trotzdem in der Dunkelheit und muss den Adrenalinschub erstmal abarbeiten. Ist schon so eine blöde Sache, auch wenn es absolut unwahrscheinlich war, das Gewissen lässt nicht locker. Könnte ja doch sein dass… Sind ja genug Tanker um mich herum, wer weiß. Und erst Stunden vorher hatte ein Frachter mit dem Namen TIMOR Steuerbord mit CPA (Geringste erwartete Distanz) von 0,4 Seemeilen alarmgeschlagen. Als ich mit meinem Eierkurs um Kurskorrektur bat, zeigte mir das AIS den Frachterstatus als “Gefährlich” an. Womöglich hing diese Meldung auch noch irgendwo bedeutungslos im Hinterkopf fest und suchte nach einer nutzlosen Synapse zum andocken. …

Vollständiger Artikel: http://www.rowforsilence.com/de/2011/12/zwei-wochen-auf-see/

„Recently a journalist asked me what i do with my rubbish. Well, i told only half the story: “

Quelle: http://twitpic.com/7pvog2

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