Der aktuelle Newsletter aus der Aktion „365 Entdeckungen – 60 Jahre Deutsches Meeresmuseum„:

Entdeckung Nr. 36

Entdeckung vom 05. Februar 2011
Gefährliche Schönheit
Die auffällig gefärbten Rotfeuerfische – im bunten Riff damit gut getarnt – zählen zu den attraktivsten Fischen im Tropenaquarium des Meeresmuseums. Die vorderen Flossenstrahlen auf dem Rücken enthalten ein Gift, das mit dem einer Kobra vergleichbar ist. Dem Betrachter vor der Scheibe schickt dieses Wissen wohlige Schauer über den Rücken, doch bei der Haltung der Fische ist äußerste Vorsicht geboten.

Die Giftstachel dienen zur Verteidigung, nicht zur Jagd. Wenn die dämmerungs- und nachtaktiven Rotfeuerfische im freien Meer am Riff auf Beute aus sind, bilden sie mit ihren großen, flügelähnlichen Brustflossen eine Art Netz. So drängen sie kleinere Fische oder Krebse in Nischen oder Höhlen, um sie dann blitzschnell einzusaugen. Im Aquarium holen sich die Rotfeuerfische inzwischen ihr Futter oben am Beckenrand ab. Hungrig strecken sie den Tierpflegern das weit geöffnete Maul entgegen.

Rotfeuerfische werden weder gegenüber Tauchern, noch gegenüber ihren Tierpflegern aggressiv. Sie wirken sogar ein wenig zutraulich. Doch es ist ein starkes Gift, welches sich unter einer dünnen Haut an den Rückenstacheln befindet. Wie schmerzhaft ein Kontakt damit ist, kann Harald Lüdtke vom Meeresmuseum aus eigener, leidvoller Erfahrung bestätigen. Beim Füttern der Fische übersah er einmal die aus dem Wasser ragenden Stacheln und berührte sie mit dem Unterarm. Er musste sofort in der Notaufnahme behandelt werden. Nachdem die Schmerzen und eine wochenlange Verfärbung des Armes abgeklungen waren, behielt er zum Glück keine bleibenden Schäden zurück.

Der Rotfeuerfisch (engl. Red Lionfish) entwickelt sich seit einigen Jahren als invasive Spezies den Gewässern verschiedener Karibikstaaten bis nach Florida und in den Golf von Mexiko zu einem massiven ökologischen Problem. Die Art ist ein starker Raubfisch, ohne lokale Fressfeinde und frisst die Riffe leer, ist aber aufgrund der hohen Giftigkeit der Rückenflossen für lokale Fischer kaum fischbar/nutzbar.

Dazu einige Veröffentlichungen der letzten Monate/Jahre:

01.02.2011
http://virginislandsdailynews.com/news/thousands-of-lionfish-now-in-v-i-1.1098210#axzz1D1vA37j6

02.01.2011
http://news.orf.at/stories/2031152/2019888/

29.12.2010
http://abcnews.go.com/Technology/wireStory?id=12500740

23.10.2010
http://womblog.de/2010/10/23/jamaika-ruberischer-rotfeuerfisch-wird-staatssache-problem-soll-bald-gegessen-sein/

23.07.2010
http://www.naplesnews.com/news/2010/jul/23/two-lionfish-discovered-gulf-mexico/

12.07.2010
http://www.underwatertimes.com/news.php?article_id=24061957310

01.05.2010
http://www.floridasportsman.com/casts/10051/

20.10.2008
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article4974396.ece

17.08.2008
http://www.deepwave-blog.de/2008/08/17/invasion-giftiger-rotfeuerfische-in-der–4600029/

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