Pilotprojekt „Fishing for Litter“ – Fischer befreien Ostsee von Müll

Fehmarn/Heiligenhafen/Berlin – Der NABU hat heute zusammen mit regionalen Partnern das erste „Fishing for Litter“-Projekt in Deutschland gestartet. Mit mehr als 15 Booten helfen Fischer nun, Abfälle aus dem Meer zu entfernen und umweltgerecht im Hafen zu entsorgen. Die Ostseehäfen Burgstaaken (Fehmarn) und Heiligenhafen sind dabei Pilotregion für den Ostseeraum. „Wir freuen uns über eine breite Allianz gegen die Müllkippe Meer“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke, „denn nur durch gemeinsame Aktionen von Politik, Wirtschaft und Naturschutz können wir den Tod von zehntausenden Meerestieren durch unseren Zivilisationsmüll verhindern.

Geschätzte 20.000 Tonnen Müll landen Jahr für Jahr in der Nordsee und auch weite Teile der Ostsee sind stark verunreinigt. Die ökologischen Folgen sind dramatisch. Seevögel und Meeressäuger ersticken oder verhungern an den Abfällen, auch Fische und Muscheln sind durch Mikroplastik belastet, was böse Folgen für das marine Nahrungsnetz hat. Zugleich klagen Fischer über verunreinigte Fänge sowie kaputte Netze, und die Kommunen müssen Millionen Euro für die Reinigung von Stränden und Küsten ausgeben. Jetzt haben sich Fischer, Abfallentsorger und Kommunen mit dem NABU zusammengetan, um gemeinsam gegen den Müll in der Ostsee zu kämpfen. Die „gefischten“ Abfälle werden an Bord gesammelt und im Hafen stehen kostenlose Sammelcontainer zur Verfügung. In der Pilotphase wird dieser Müll getrennt erfasst, um Informationen zur Belastung der Ostsee durch Abfälle zu erheben. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur nationalen Umsetzung der 2088 verabschiedeten Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU.

Die Region Fehmarn-Heiligenhafen ist Zentrum des NABU-Projekts „Meere ohne Plastik“, in diesem Rahmen gibt es hier seit 2010 Reinigungsaktionen, Küsten-Monitoring und Informationsveranstaltungen. „Die gesellschaftliche Allianz in der Region wird immer größer, das wollen wir mit dem Pilotprojekt „Fishing for Litter“ weiter fördern.“, erklärt NABU Meeresschutzexperte Kim Detloff. Regionale Partner der Initiative sind der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein, die Fischergenossenschaften Fehmarn und Heiligenhafen, die ZVO Entsorgung GmbH sowie die Kommunen Heiligenhafen und Fehmarn. Unterstützt wird das Projekt durch Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland.

Für Rückfragen:
Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU-Referent für Meeresschutz, Telefon 030 – 284984 1626, Mobil 0152-0920 2205

Ein Hintergrundpapier zum Thema finden Sie im Internet unter http://www.nabu.de/themen/meere/plastik/fishingforlitter/.

Das NABU-Projekt „Meere ohne Plastik“ wird durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt über die Erlöse der „Briefmarke mit dem Plus“ gefördert.

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