Ostseefischer dürfen weniger Heringe fangen

Die Ostsee-Fischer dürfen im kommenden Jahr nicht mehr so viel Hering fangen. Die Fangmengen werden um 30 Prozent auf 15.884 Tonnen reduziert, weil es in der westlichen Ostsee so wenige Heringe wie noch nie gibt. Für Deutschland sind das 8763 Tonnen, 30 Prozent weniger als 2010.

Die Zahlen waren heftig umstritten. Die 27 EU-Minister einigten sich gegen den Willen der EU-Kommission, die für Sprotten eine stärkeren Rückgang von 30 Prozent vorgeschlagen hatte. „Ich bin sehr enttäuscht über diese Einigung, weil es nun schwieriger wird, unser Ziel zu erreichen, die Bestände zu schützen“, sagte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki in Luxemburg. Beliebte Speisefisch-Bestände wie der Kabeljau stehen der EU-Kommission zufolge am Rande des Kollapses.

Uneinigkeit über Grundlagen der Quoten

Die EU-Staaten wollen Fisch-Fangquoten künftig stärker an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten – und nicht an politischen Machtkämpfen zwischen den EU-Staaten. Einige Mitgliedsländer wie die baltischen Staaten und Polen wehrten sich nach Angaben von EU-Diplomaten heftig gegen die geplante Verringerung der Fangmengen.


Nordseequoten noch nicht festgelegt

Nach den Fangmengen für die Ostsee sollen im November die Fangquoten für die Nordsee neu verhandelt werden. Gleichzeitig wollen die Minister bessere Kontrollen für die Fischerei in EU-Gewässern. Der sogenannte Rückwurf soll weniger werden. Dabei werfen Fischer kleine Fische wieder über Bord, in der Hoffnung, dass ihnen beim nächsten Fang größere und damit teurere Tiere ins Netz gehen. Auf diese Weise halten sie ihre Quote niedrig, doch die Fische überleben dies meist nicht.

Quelle: tagesschau.de

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