Ostsee

Blaualgen – Behörden geben Entwarnung

Die Satellitenaufnahme vom Sonntag (11.07.10) zeigt einen blau-grünen Algenteppich auf der Ostsee.

 

© ddp Fotograf: ESA

 

Ein riesiger Blaualgen-Teppich auf der Ostsee, zwischen Finnland und der Pommerschen Bucht, diese Meldung hat diese Woche für Beunruhigung gesorgt. Spezialisten der Landesbehörden hatten daraufhin am Donnerstag die Lage von einem Schiff aus beobachtet und nordwestlich von Rügen Wasserproben entnommen. Das Ergebnis: Die Blaualgengefahr für Ostseeurlauber ist geringer als befürchtet. Die aktuellen Messungen des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) in den küstennahen Ostseegewässern haben keine auffälligen Befunde erbracht. Karin Stein, Leiterin der Abteilung Umweltanalytik, sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, das Beobachtungsschiff habe keinen Algenteppich gesichtet. Das Schiff hatte Proben rund ein bis drei Seemeilen vor der Küste Hiddensees und Rügens genommen.
Rekord-Algenteppich in der Ostsee

Die Messungen waren veranlasst worden, nachdem die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) einen riesigen Teppich aus Blaualgen mit einer Länge von mehr als 1.600 Kilometer und einer Breite von 190 Kilometer gemeldet hatte. Mit einer Gesamtgröße von 377.000 Quadratkilometern sei er der größte, der seit 2005 auf dem Binnenmeer gesichtet wurde, erkärte der WWF-Ostsee-Experte Jochen Lamp. Der Ostsee-Experte sprach von Algenschlieren, die sich von Finnland bis hin in die Pommersche Bucht ziehen. Betroffen seien vor allem das Achterwasser vor Usedom sowie der Strelasund zwischen Stralsund und Rügen….

Quelle und vollständiger Artikel: NDR

TV-Hinweis: 27.07.2010 22:35 Uhr, NDR, Die Killeralgen

Die Killeralgen
Weltweit gibt es über 115.000 bekannte Algenarten, 200 davon sind hochgiftig! Während der so genannten Algenblüte werden durch sie quadratkilometergroße Meeresbereiche mit hoch toxischen Nervengiften verseucht.
Die Folge: Millionen Fische sterben und werden tot an die Strände gespült. Auch Muscheln werden von den Giften angereichert und können so in die Nahrungskette der Menschen gelangen. Nach dem Verzehr von kontaminierten Muscheln kommt es je nach Art und Menge des Nervengiftes zu einer starken Lebensmittelvergiftung, permanentem Gedächtnisverlust oder sogar zum Tod durch Atemstillstand.
1995 wurden in Amsterdam acht Gäste eines Restaurants nach einem Muschelessen ins Krankenhaus eingeliefert – alle hatten Muscheln gegessen, die von einem kleinen Zuchtbetrieb im westirischen Killary Fjord stammten. Trotz intensiver Laboruntersuchungen dauerte es mehr als zehn Jahre, bis Wissenschaftler die Ursache dieser Vergiftungsvorfälle klären konnten. Die Forscher entdeckten eine neue toxische Algenart, die sich rasant auszubreiten scheint. Auf einer Schiffsexpedition suchen deutsche und irische Wissenschaftler gemeinsam nach dem neuen Verursacher.
„45 Min“ begibt sich auf die Spur der giftigen Einzeller. Sie sind überall auf der Welt zu finden. In Florida färbt die Red Tide das Wasser blutrot, in der Ostsee ziehen Massenblüten von Cyanobakterien braun-grüne Schlieren und auf den Philippinen zerstören die Algengifte die Lebensgrundlage von Fischern und Muschelzüchtern. Wissenschaftler weltweit versuchen, die hochgiftigen Einzeller aufzuspüren, zu erforschen und ein revolutionäres Frühwarnsystem zu entwickeln.

Quelle: ARD-Programmrecherche

siehe auch:
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/start252_sid-802272.html
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/killeralgen112.html
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/killeralgen106.html

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