Einige Blogbeiträge haben bereits zu den Erfolgen (Meeresschutzgebiete) und Misserfolgen (Tiefseeölbohrungen) des OSPAR-Ministertreffens vom 20. bis 24. September im norwegischen Bergen berichtet. Das Treffen sollte aber noch andere Themen behandeln, u.a. das Problem Vermüllung der Meere. Auszug aus einer Meldung der DNR EU-Koordination im Vorfeld des OSPAR-Treffens:


OSPAR-Treffen soll für weniger Müll im Meer sorgen

Donnerstag, 23. September 2010

Zum Schutz des Atlantiks muss es endlich messbare Ziele geben. Das fordern Umweltgruppen aus dem Netzwerk Seas at Risk im Rahmen der diese Woche stattfindenden Konferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nord-Ost-Atlantiks.

So sollen sich die UmweltministerInnen der OSPAR-Mitgliedstaaten auf quantifizierte Ziele zur Abnahme des Abfalls im Atlantik verständigen. Die Konferenz, die im Rahmen der OSPAR-Konvention vom 20. bis 24. September im norwegischen Bergen stattfindet, soll demnach eine Einigung beinhalten, das Problem der Meeresverschmutzung durch Müll bis 2035 zu beheben und bis 2020 eine Verringerung des Müllaufkommens von 40 Prozent zu erreichen. Diese Ziele sollen vor allem durch Maßnahmen zu Plastiknutzung und –entsorgung umgesetzt werden. Außerdem fordern die Umweltorganisationen, dass die Mitgliedstaaten des Abkommens die Reduzierung von Müllvorkommen im Meer auch in Vereinbarungen mit Drittstaaten unterstützen.

Weitere Themen auf der Agenda des Treffens beinhalten Maßnahmen zum Schutz der marinen Artenvielfalt, wie die Erstellung eines Netzwerks von marinen Schutzgebieten, die über nationale Hoheitsgewässer hinausgehen würden. Außerdem sollen sich die Minister auf Maßnahmen einigen, die der drohenden Übersäuerung der Meere durch den Klimawandel entgegenwirken und die dem Ziel der Rahmenrichtlinie zum Meeresschutz gerecht werden, einen guten ökologischen Zustand der Meere bis 2020 zu erreichen…..

Dort ist auch der Forderungskatalog von zahlreichen Umweltschutzorganisationen zum Thema Plastikvermüllung der Ozeane verlinkt, das sogenannte Litter Manifesto for the North East Atlantic. Die Forderungen des Litter Manifesto entsprechen übrigens den Zielen von DEEPWAVE e.V..

Hier der Link zu der Pressemeldung „OSPAR Ministers protect the North-East Atlantic deep-seas treasures “ von OSPAR vom 24.09.10 und zu dem „Bergen Statement„.

Kommentar:

Die Pressemitteilung nennt großartige Erfolge der Konferenz und ist geradezu euphorisch. Beim genauen Lesen wird es allerdings zu dem Problem Meeresmüll inhaltlich ziemlich dünn:

„OSPAR Ministers are also determined to tackle marine litter. With a recommendation encouraging the fishing for litter initiatives and guidelines for monitoring marine litter on the beaches, OSPAR is now at the forefront of the battle against this ever-growing pressure on the marine environment.

Man ist also (grob übersetzt) entschlossen, das Problem anzugehen, macht die Empfehlung, die Fishung for Litter-Initiativen zu verstärken, einigte sich auf Richtlinien für die Beobachtung/Messung von Meeresmüll an den Stränden und fühlt sich damit an vorderster Front im Kampf gegen die ständig wachsende Vermüllung.

Beim Lesen des Bergen Statement wird es bezüglich Meeresmüll auch nicht viel konkreter:

21. We will strengthen our efforts to combat adverse impacts on the marine environment that originate from various human activities, such as those resulting from the introduction of marine litter, non-indigenous species and of energy, including underwater noise. We note that quantities of litter in many areas of the North-East Atlantic are unacceptable, and therefore we will continue to develop reduction measures and targets, taking into consideration an ambitious target resulting in a reduction in 2020. As a first step, to address both land-based and sea-based sources, we adopt the “Recommendation on the reduction of marine litter through the implementation of fishing for litter initiatives”. We will continue and strengthen our cooperation with other international organisations such as the International Maritime Organization (IMO) and other relevant stakeholders in order to address these issues. Further, we will promote “the clean ship approach” and support concerted action to revise and strengthen Annex V on Prevention of Pollution by Garbage from Ships to the MARPOL 73/78 Convention.

Aus meiner Sicht sind das alles nur weiche und unverbindliche Absichtserklärungen. Leider!

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