Seit Oktober 2010 sind nach einem von Barack Obama ausgerufenen Moratorium wieder Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko erlaubt. Zurzeit stehen im Golf von Mexiko 3.600 Förderanlagen, die meisten davon in einer Region, in der das Meer bis zu 300 Meter tief ist. Doch die Zahl der Förderanlagen, die in tieferen Gewässern stehen, wächst. Zwischen 1996 und 2009 wurden 79 Zwischenfälle gemeldet, bei denen die Kontrolle über das Bohrloch verloren ging. Auch in anderen Regionen der Welt wird in der Tiefsee nach Öl gebohrt. Etwa vor der Küste Ghanas, Australiens und in der Arktis. Weiter werden vor den Küsten Chinas und Indiens noch Tiefseevorkommen vermutet.

Ein Untersuchungsbericht über die Katastrophe im Golf von Mexiko sieht die Schuld eindeutig bei den verantwortlichen Firmen: beim Auftraggeber British Petroleum (BP), bei der Schweizer Transocean als Betreiber der Plattform und bei dem für die Bohrung verantwortlichen Haliburton Konzern. Eine Serie aus technischen und menschlichen Fehlern hätte unweigerlich in die Katastrophe geführt.

Lernen aus der Ölkatastrophe

Was im Golf von Mexiko passiert ist, droht auch in der Nordsee. Auch dort stoßen Bohrungen in immer gefährlichere Tiefen vor. Was muss also getan werden, damit sich Ölkatastrophen in der Zukunft unmöglich werden? Zum einen müssen Ölbohrungen umgehend an deutlich strengere Umwelt- und Sicherheitsauflagen geknüpft werden. Das heißt konkret:

* keine Bohrungen unter 500 Metern, da diese technisch nicht beherrschbar sind
* die Notfallpläne für Ölverschmutzungen müssen verbessert werden
* Stopp der Förderung im Wattenmeer
* Einsatz der besten Technik und doppelte Sicherheitssysteme
* wir brauchen eine schlagkräftige UN-Umweltorganisation die in solchen Katastrophenfällen einschreitet und auch in der Prävention weitreichende Befugnisse hat

Quelle: http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/ueber-oelkatastrophen-waechst-kein-gras.html

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