Ein getöteter Wal wird mit einem Netz auf das Fischerboot geladen

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Japan steigt endgültig aus der Internationalen Walfangkommission aus. Für die Wale ändert sich dadurch nicht viel. 31 Jahre lang hat Japan offiziell keine Jagd auf Wale gemacht, aber eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft wurden so jahrelang Tausende Wale getötet, deren Fleisch letztendlich doch zum Verzehr verwendet wurde. Nun wird auch offiziell wieder zu diesem Zweck gejagt, weil der Antrag Japans auf kommerziellen Walfang von der IWC abgelehnt wurde und diese daraufhin einfach aus der Kommission ausgetreten sind, um nicht mehr an die Vereinbarungen gebunden zu sein.

Dabei ist nicht nur in Wissenschaft und Politik inzwischen bekannt, dass Walfleisch so hochgradig mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen aus den Meeren kontaminiert ist, dass angespülte Wale als Sondermüll entsorgt werden müssen. Es gleicht also einem Skandal, dass die japanische Regierung den Verkauf von Walfleisch jetzt ankurbeln möchte, obwohl der Großteil der Bevölkerung dessen Konsum aus den unterschiedlichsten Gründen inzwischen ablehnt.

Tagesschau, 01.07.2019

Jahrelang wurden Wale von japanischen Walfängern offiziell nur zu Forschungszwecken gejagt. Nachdem das Land aus der Internationalen Walfangkommission ausgetreten ist, kehrt es zur kommerziellen Jagd zurück.

Nach 31 Jahren macht Japan in seinen Hoheitsgewässern wieder Jagd auf Wale. Heute stachen Boote aus Häfen der zwei Walfangstädte Shimonoseki und Kushiro für die ersten kommerziellen Jagden seit 1988 in See.

Grund dafür ist der Austritt Japans aus der Internationalen Walfangkommission (IWC), der nach einer sechsmonatigen Frist wirksam wurde. Zuvor kämpfte Tokio jahrelang darum, wieder kommerziell Wale fangen zu dürfen. Im September 2018 scheiterte das Land mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang vor der ICW. Tokio hält die Bestände für ausreichend erholt.

In den 1980er-Jahren hatte die IWC ein Jagdverbot wegen schwindender Bestände verhängt. Japan schwenkte damals offiziell auf Walfang zu Forschungszwecken um.

Fischereibehörde legt Fangquoten fest

Tierschützer kritisieren Japans kommerziellen Walfang scharf. Japanische Walfängerverbände hingegen äußerten sich „überglücklich“ und „zutiefst bewegt“. Die Fischereibehörde teilte mit, dass die Fangquote bis zum Jahresende auf 227 Wale festgesetzt worden sei. Auf der Abschussliste stehen demnach 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale.

Japan will sich dabei auf seine territorialen Gewässer beschränken. Die bisherige Jagd in der Antarktis, die nach offizieller Darstellung wissenschaftlichen Zwecken diente, will das Land einstellen. Japan hatte bereits seit Jahren eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Ein Teil des Fleisches der getöteten Meeresbewohner wurde anschließend zum Verzehr verwendet, woraus Japan nie einen Hehl machte. […]

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Tagesschau

Weitere Informationen zum Walfang:

Japan hat seinen kommerziellen Walfang wieder aufgenommen – Ursachen und Folgen

66. IWC Tagung in Slowenien: Walfang wieder auf dem Prüfstand

Nachruf auf einen Wal

 

 

 

 

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