Eine aus meiner Sicht gute Nachricht. Der NABU als einer der großen deutschen Umweltschutz- und Naturschutzverbände hat in einem umfassenden Ansatz das Thema „Plastikmüll im Meer“ aufgegriffen. Das Projekt heißt „Meere ohne Plastik“.

Auszug aus der Webseite:

Projektinhalte sind die Erarbeitung zielgruppenspezifischer Informationsmaterialien und Maßnahmen zur Umweltbildung. Der NABU beteiligt sich an lokalen Reinigungsaktionen an Stränden und Ufern und unterstützt das Umweltmonitoring an der Nord- und Ostseeküste. Er setzt sich in Politik und Wirtschaft aktiv für eine bessere Abfallentsorgung in den Häfen ein und arbeitet dabei eng mit Umweltbehörden, Verbänden und Unternehmen der Abfallwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt der NABU-Initiative steht ein Pilotprojekt zum „Fishing for Litter“ in Deutschland, Dabei können Fischer helfen, Abfälle aus dem Meer zu entfernen und in den Häfen umweltgerecht zu entsorgen. Vergleichbare Projekte werden seit Jahren erfolgreich in Großbritannien und den Niederlanden durchgeführt.

In seinem anschaulichen Informations-Faltblatt „Müllkippe Meer“ beschreibt der NABU das Müllproblem in den Ozeanen, stellt Initiativen und Organisationen vor und gibt einen Überblick über die geplanten NABU-Aktivitäten: Faltblatt „Müllkippe Meer“ (PDF)

Das Projekt verfolgt inhaltlich einen ähnlichen Ansatz wie DEEPWAVE e.V. (siehe Blogbeitrag „Plastikmeer – Meeresplastik“ und Broschüre „Meeresplastik„. Mit den zahlreichen Mitgliedern des NABU, regionalen und lokalen Arbeitsgruppen und den politischen Einflussmöglichkeiten dieser großen Organisation sehe ich ich gute Chancen, gemeinsam das Thema national und im EU-Rahmen politisch sowie lokal an vielen Orten praktisch anzugehen. Da DEEPWAVE e.V. nicht so flächendeckend wie der NABU in Deutschland vertreten ist, bieten sich jetzt für viele Interessierte neue Möglichkeiten, an dem Thema mitzuarbeiten. Letztlich läuft es auf eine einfache Logik hinaus. Jedes Stück Plastik, das nicht in der Natur landet oder am Flussufer, am Strand oder aus dem Meer entfernt wird, verbessert die Situation ein wenig.

Zum Abschluss einige Fotos, die ich vor wenigen Tagen am deutschen Ostseestrand gemacht habe. Ich hatte es mir angewöhnt, bei jedem Strandspaziergang mehrere Müllbeutel mitzunehmen und Plastik, Glasreste und Folien am Spülsaum aufzusammeln. Es war erstaunlich , wieviel eindeutig touristisch erzeugter Müll wie Bonbonpapier, Bonbontüten, Eisverpackung, Flaschen, Tüten, Plastikbecher und Metallfolie trotz sehr guter Ausstattung mit Mülleimern am Strand nach einem Tag Abstand immer wieder zu finden war. Für mich erschreckend war auch, wieviele Zigarettenkippen generell am Strand zu finden waren. Dieser Eindruck bestätigte die entsprechende Aussage im UNEP-Bericht 2009. Offensichtlich halten viele Leute den Strand für einen großen Aschenbecher. Da Zigarettenkippen giftig für Meerestiere sind, ist das noch ein besonderes Problem.

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