Berlin – Das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung hat
heute in Berlin eine Broschüre mit einer kritischen Betrachtung des
Milliarden-Projektes vorgestellt. Am morgigen Mittwoch will erstmals der
federführenden Verkehrsausschuss über den geplanten Bau der Riesenbrücke
zwischen Deutschland und Dänemark beraten. Der im September 2008
geschlossene Staatsvertrag soll noch vor der parlamentarischen
Sommerpause von Bundestag und Bundesrat ratifiziert werden. Aus Sicht
des Aktionsbündnis-Mitgliedes NABU ist eine Neubewertung des Vorhabens
mit aktuellem Zahlenmaterial dringend nötig, weil sich die geplanten
Gesamtkosten des Brückenbaus nach Einschätzungen eines Gutachtens mehr
als verdoppeln könnten.

Da ökologische Aspekte bei politischen Entscheidungen im Regelfall eine
untergeordnete Rolle spielen, hatte der NABU bereits Anfang 2008 ein
viel beachtetes und bis heute nicht angefochtenes Verkehrsgutachten
erstellen lassen. Eine aktualisierte Version des Gutachtens wurde heute
im Rahmen der Pressekonferenz des Aktionsbündnisses vorgelegt. Die von
den Münchener Gutachtern Vieregg und Rössler dargelegten ökonomischen
und verkehrspolitischen Ansatzpunkte haben sich auch 2009 mehrheitlich
bestätigt. Das Projekt sei angesichts falscher oder unvollständiger
Prognosegrundlagen völlig überdimensioniert. Sie warnen hinsichtlich der
Baukostenentwicklung vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken für
Deutschland. So sei bei dem derzeit auf 5,6 Milliarden Euro geschätzten
Projekt, wovon Dänemark den Hauptanteil trägt, mehr als eine Verdopplung
der Gesamtkosten auf bis zu 13 Milliarden Euro möglich.

Auch ist völlig offen, wie die auf rund 840 Millionen Euro bezifferte
deutsche Hinterlandanbindung finanziert werden soll. Die Kosten sind
noch nicht einmal im aktuellen Bundesverkehrswegeplan einbezogen.
„Wer mitten in einer Weltwirtschaftskrise so mit Steuergeldern
verfährt, muss sich dem Bürger gerade im Superwahljahr 2009
genauestens öffentlich erklären“, so NABU-Bundesgeschäftsführer
Miller.

Quelle: https://www.nabu.de/news/2009/10730.html

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