Die Tiere und Pflanzen im Mittelmeer sind stärker bedroht als in jedem anderen Meer der Welt. Davor warnen Wissenschaftler des „Census of Marine Life“ coml.org in der Zeitschrift PloS ONE. Im bisher umfangreichsten Bericht über die derzeitige Artenvielfalt in allen Meeren der Welt listen sie die Bedrohungen der Natur und ihre jeweilige Bedeutung auf. „Stärker als alle anderen Meere leidet das Mittelmeer an Lebensraumverlust, Überfischung, Umweltverschmutzung und invasiven Arten“, erklärt Ron O’Dor, US-Koordinator des Census.

Zielort für Fremdlinge
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Düster bewerten die Experten die derzeitige Situation, da das Mittelmeer von vielen Problemen zugleich bedrängt wird. Akut ist etwa die Gefahr der Eindringlinge, die einheimischen Tieren und Pflanzen den Lebensraum nehmen. „637 Arten oder vier Prozent aller Lebewesen im Mittelmeer sind Invasoren. Das ist mehr als dreimal soviel als im europäischen Atlantik, in dem es die zweitmeisten invasiven Arten gibt“, betont der Experte. Besonders Mollusken, Krustentiere und Fische kommen mit Tankern etwa über den Suez-Kanal und bringen bestehende Ökosysteme aus dem Gleichgewicht.

Fischerei längst nicht mehr nachhaltig In der Umweltverschmutzung nimmt das Mittelmeer innerhalb der 25 untersuchten Meere Platz drei hinter dem Chinesischen Meer und dem Golf von Mexiko ein. Dazu hat etwa die dichte Besiedlung der Anrainerküsten geführt sowie die 200 Mio. Touristen, die pro Jahr ans Mittelmeer kommen. Pestizide der Landwirtschaft und industrielle Chemieabfälle sind ein weiteres Problem. Sie schädigen die Wasserqualität, zerstören Ökosysteme wie Seegraswiesen und Korallenriffe und führen in manchen Regionen wie etwa der Adria zu Sauerstoffmangel sowie zur giftigen Algenblüte.

Die schlechteste Bewertung geben die Forscher dem Mittelmeer jedoch auch für die Überfischung. Das prominenteste Beispiel dafür ist der atlantische Blauflossentun, der im Mittelmeer laicht. Nachdem dieser Räuber in Europa beinahe ausgerottet ist, breiten sich andere Tiere wie etwa Quallen explosionsartig aus und schädigen damit bestehende Nahrungsketten oder auch den Tourismus.

Quelle und vollständiger Artikel: sonnenseite.com

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