780 Millionen Liter – die bisher größte Ölpest aller Zeiten
Zeit Online

Jüngsten Schätzungen zufolge sind bisher rund 780 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko geflossen. Beim Stopf-Manöver von BP kommt es erneut zu Komplikationen.

Mit schwerem Bohrschlamm und Zement will BP das Bohrloch im Golf von Mexiko an diesem Dienstag endgültig verschließen. Ob dies wie geplant gelingt, ist fraglich. Denn der Ölkonzern hat bei dem Versuch, das Leck der gesunkenen Plattform Deepwater Horizon zu schließen, erneut mit unvorhergesehenen Problemen zu kämpfen: Bei den Vorbereitungen für einen abschließenden Einspritztest wurde ein kleines, hydraulisches Leck entdeckt.

Ein Zahlenwerk ganz anderer Dimension veröffentlichte die US-Regierung – und bestätigte damit, dass es sich bei der Umweltkatastrophe vor der Südküste der USA um die größte Ölpest aller Zeiten handelt. Denn neuesten Schätzungen zufolge sind seit der Explosion der Deepwater Horizon rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl ins Meer geströmt. Davon vermochte BP noch nicht einmal ein Fünftel, rund 127 Millionen Liter (800.000 Barrel) aufzufangen.

Bisherige Schätzungen waren bereits von drei bis 5,3 Millionen Barrel
ausgelaufenen Öls ausgegangen. Die Regierung spricht bei den aktuellen Daten von den bislang genauesten Schätzungen. Sie hätten nur eine mögliche Abweichung von plus/minus zehn Prozent.

Zuvor galt der Bohrinsel-Unfall der mexikanischen Ölförderanlage Ixtoc 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen, rund 3,3 Millionen Barrel, ebenfalls in den Golf von Mexiko. Bei der Ölkatastrophe vor Alaska, die 1989 durch die Havarie des Tankers Exxon Valdez verursacht worden war, strömten lediglich rund 40.000 Tonnen (41 Millionen Liter) Rohöl ins Meer.

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http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-08/bp-oelloch-leck-verzoegerung

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