Das zeichnen sich ja echte Alternativen zum Tiefseebergbau ab 💡

Der neue Goldrausch

+ 20.02.2011 + Millionen Tonnen Kupfer, Nickel und andere Rohstoffe lagern auf deutschen Mülldeponien.

Forscher bergen jetzt die Kostbarkeiten – der Aufwand dürfte sich auszahlen, wenn die Preise auf dem Weltmarkt weiter steigen.

Am Fuße der Schwäbischen Alb herrscht Goldgräberstimmung. 20 Meter in die Tiefe dringt die Bohrschnecke. Und fördert Proben eines neu gehegten Schatzes zu Tage: Müll.

Der Ort, an dem der Bohrkopf in die Erde vorstößt, ist die Kreismülldeponie von Hechingen, einem Ort mit 20.000 Einwohnern bei Stuttgart. Glaubt man Stefan Gäth, Abfallforscher an der Universität Gießen, so könnte die Halde mit ihren 1,7 Millionen Kubikmetern Abfall in ein paar Jahren die Gemeindekasse zum Klingen bringen.

Denn was einst der letzte Dreck war, mausert sich derzeit zum begehrten Rohstoff. In der Müllhalde, so schätzt Gäth, schlummern Rohstoffe im Wert von 65 bis 120 Millionen Euro, allein der Metallwert belaufe sich auf 15 bis 30 Millionen. Und so wühlen der Professor und seine Doktoranden derzeit im Müll – ganz offiziell im Auftrag des Landesumweltministeriums, Geldgeber des Forschungsprojekts.

Die Deponie ist seit 1981 in Betrieb, ein erstes Teilstück wurde 2005 geschlossen. Dort kommt ein Querschnitt der vergangenen 20 Jahre zum Vorschein: Zeitungen, Kleider, alte Computer, Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernsehgeräte. „Sogar Autos findet man in alten Deponien“, erzählt Gäth. „Früher landete ja nahezu alles auf der Müllhalde.“

In den deutschen Deponien lagern etwa 550 Millionen Tonnen Erde, Steine und Schutt, 179 Millionen Tonnen Kunststoffe, 100 Millionen Tonnen Glas, 80 Millionen Tonnen Eisen, sowie 13 Millionen Tonnen Nicht-Eisen-Metalle wie Kupfer, Nickel und Aluminium, schätzt Martin Faulstich von der TU München, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung.
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Quelle und vollständiger Artikel: sonneseite.com

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