NABU: “Am 30. September endete die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Maßnahmenprogramm der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Sechs Monate hatten Verbände und Institutionen Zeit, den Entwurf von Bund und Ländern zu kommentieren. Stellte die Erstbewertung der MSRL der deutschen Nord- und Ostsee noch ein alarmierendes Zeugnis aus, bleiben die Maßnahmen umso deutlicher hinter den Erwartungen und vor allem hinter den naturschutzfachlichen Notwendigkeiten zurück.

Bei der Entwicklung der Umweltziele kamen die Experten zu dem Schluss, dass die Nährstoff- und Schadstoffbelastung sowie die Fischerei hauptverantwortlich für den schlechten Zustand unserer Meere sind. Dennoch finden sich entsprechende Maßnahmen im Programmentwurf nicht wieder. Es wird lediglich auf das Instrument der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verwiesen, obwohl diese selbst unter einem eklatanten Umsetzungsdefizit leidet. Auch sind zwar die gefährlichen Auswirkungen von Grundschleppnetzen und Stellnetzen allseits bekannt, aber im Programmentwurf fehlen zentrale Maßnahmen wie Fischereiausschlussgebiete oder die Umstellung auf umweltschonende Fanggeräte.

Das vorläufige Fazit des NABU lautet: Mit diesem Programm wird das Ziel eines guten Umweltzustands kaum zu erreichen sein. Bleibt die Hoffnung, dass die Endabstimmung von Bund und Ländern bis Ende des Jahres zu deutlichen Verbesserungen führt.”

Die gemeinsame Stellungsnahme finden Sie hier:

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/lebensraum-meer/19578.html

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