© ETH Zürich / Peter Rüegg

Die junge Wissenschaftlerin, Ulrike Pfreundt, will die „Regenwälder der Meere“ restaurieren. Viele der bisherigen Versuche Babykorallen auf künstliche Riffe anzusiedeln sind gescheitert. Das hat auch damit zu tun, dass die künstlichen Riffe bisher strukturell nicht der Komplexität natürlicher Riffe entsprechen. Häufig bieten sie nicht genügend Schutzräume für junge Korallen und  können nicht ausreichend mit der Strömung interagieren, um sich zu vermehren. Jetzt ist das Ziel mit Hilfe eines 3D-Drucks ökologisch sinnvolle Riffmodule zu entwickeln, die eine geeignete Struktur haben und klimaresistenteren Korallen einen neuen Lebensraum bieten.

„Da Riffe die Brutstätte für mindestens ein Viertel aller Fischarten im Ozean sind, wirkt sich ihr Verlust verheerend auf die Stabilität mariner Ökosysteme aus“, Ulrike Pfreundt.

ETH Zürich, 09.05.2019, Autor: Michael Keller

Ulrike Pfreundt denkt gerne gross und weiss, was sie will. «Erwärmen sich die Weltmeere ungebremst weiter, drohen bis 2050 über 90 Prozent aller Korallenriffe abzusterben – dagegen möchte ich etwas tun», sagt die 34-jährige deutsche Forscherin.

Dass die bunt leuchtenden Lebensgemeinschaften zusehends erblassen, betrübt die Biologin sichtlich. Korallen verdanken ihre prächtigen Farben symbiotischen Algen, die in ihrem Gewebe leben und sie mit Nahrung versorgen. Wird das Wasser zu warm, stossen die Korallen die Algen ab, bleichen aus und verhungern mit der Zeit.

«Da Riffe die Brutstätte für mindestens ein Viertel aller Fischarten im Ozean sind, wirkt sich ihr Verlust verheerend auf die Stabilität mariner Ökosysteme aus», weiss Pfreundt. Das gefährdet nicht nur die globale Fischerei: Weltweit sind Millionen Menschen direkt von intakten Riffen abhängig, die ihnen Nahrung, Einkommen und Schutz vor Überschwemmungen und Küstenerosion gewähren. Pfreundt hat sich daher zum Ziel gesetzt, abgestorbene Korallenriffe wieder mit Leben zu besiedeln.

Die Regenwälder der Meere restaurieren

Pfreundt hat in Freiburg im Breisgau Molekularbiologie und Genetik studiert. «Weil ich das Leben auf seiner tiefsten Ebene verstehen wollte», erzählt sie. Schon als Kind war sie von der Vielfalt des Regenwalds fasziniert. Mit 20 Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Lebenswelt der Meere. Seither taucht sie regelmässig und engagiert sich für marine Naturreservate. Im Nebenfach hat sie Meeresbiologie studiert und später in ihrer Doktorarbeit Genetik und Meeresbiologie kombiniert. […]

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ETH Zürich

Weitere Informationen über künstliche Riffe und Küstenschutz findet ihr hier. 

 

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