Tagesspeigel: Meer ohne Räuber

In den Meeren schwimmen immer weniger Raubfische. Weltweit hat ihre Zahl in den letzten hundert Jahren um zwei Drittel abgenommen. Die übrigen Tiere werden immer kleiner.

Jedes Jahr werden mehr Fische verzehrt als im Jahr zuvor. Kein Wunder: Fisch zu essen ist gesund und außerdem gilt es als irgendwie „moralischer“, als Rind oder Schwein auf dem Teller zu haben. Tatsächlich landen aber meist Raubfische wie Kabeljau oder Thunfisch in der Küche, Endglieder der marinen Nahrungskette. Mit dramatischen Folgen, wie jetzt Villy Christensen von der Universität British Columbia auf einer Fachtagung in Washington berichtete. „Weltweit hat die Menge der Raubfische in den letzten hundert Jahren um zwei Drittel abgenommen, wobei mehr als die Hälfte in den vergangenen 40 Jahren verschwand“, sagt Christensen. Mitte des Jahrhunderts werde es fast gar keine mehr geben, dafür aber jede Menge Fische aus der Mitte der Nahrungskette wie zum Beispiel Lodden und Sardellen.

„Die Meere kann man sich dann vorstellen wie die Serengeti ohne Löwen“, sagt der Fischereiforscher aus Vancouver. Und die marinen Antilopen – um im Bild zu bleiben – werden deutlich kleiner sein als heute.

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www.tagesspiegel.de/wissen/meer-ohne-raeuber/3868290.html

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