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am vergangenen Montag hat in Nagoya/Japan die Konferenz zur Biologischen Vielfalt 2010 (Convention on Biological Diversity, kurz CBD) begonnen. 2010 ist das „Jahr zur Biologischen Vielfalt“, und so liegt ein besonderes Augenmerk auf dieser CBD. Es geht um die Frage: Wie ist es weltweit um die Biologische Artenvielfalt tatsächlich bestellt?

Für die Meere sieht es nicht gut aus: Laut Weltnaturschutzorganisation IUCN sind etwa 3.000 marine Arten vom Aussterben bedroht. Über 90 Prozent der großen Raubfische wie der Thunfisch und der Schwertfisch sind aus den Meeren verschwunden. Daneben ist völlig unklar, wie viele Arten tatsächlich täglich in den Weltmeeren verloren gehen. Denn noch immer wissen wir Menschen weniger über die Tiefsee als über den Mond.

Fakt bleibt: Die Meere sind gnadenlos ausgebeutet und diese Ausbeutung hinterlässt Spuren. Immer mehr Wissenschaftler warnen, dass zahlreiche Meeresökosysteme so genannte „tipping points“ erreichen. Damit sind Veränderungen gemeint, die nicht umkehrbar sind. Nicht nur die Artenvielfalt in den Meeren verschwindet; auch die „Dienstleistungen“, die ein gesundes Ökosystem für uns Menschen vorhält, stehen auf dem Spiel. Und damit nicht zuletzt die Nahrungssicherheit für Millionen von Menschen.

Großflächige Schutzgebiete sind notwendig, um die Meere zu schützen. Sie sichern die Artenvielfalt und die Fischbestände. Parallel verbessern sie die Widerstandsfähigkeit der Meere gegenüber Veränderungen durch den Klimawandel. Pünktlich zur CBD hat Greenpeace deshalb einen Fahrplan veröffentlicht, mit dessen Hilfe zukünftig 40 Prozent der Weltmeere nachhaltig geschützt werden könnten. Was fehlt, ist der politische Wille. Erst letzten Monat hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einen Notfallplan gefordert, um den Verlust der Biologischen Vielfalt zu stoppen. Mit dem Greenpeace-Report halten die Politiker nun diesen Notfallplan in den Händen.

Bisher haben die UN-Mitgliedsländer versagt: Obwohl die Staaten der Welt sich schon 2002 zu einem Netzwerk von Schutzgebieten bis 2012 verpflichtet haben, sind derzeit weniger als ein Prozent der Meere als Schutzgebiete ausgewiesen.

Umso wichtiger ist, dass Greenpeace Lösungen für konkrete Maßnahmen präsentiert. Dafür arbeiten wir mit Wissenschaftlern zusammen und präsentieren unsere Vorschläge auf internationalen Konferenzen wie der CBD. So sind meine Kollegen auch jetzt in Japan dabei und bringen unsere Forderungen ein. Und auch draußen auf dem Meer setzen wir uns für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten ein.

All diese Aktivitäten werden finanziert durch Spenden von Privatpersonen wie Ihnen. Wenn es Ihnen möglich ist, helfen Sie erneut mit einer Extraspende. Dafür danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Iris Menn
Meeresbiologin

Quelle: Greenpeace-Newsletter vom 26.10.10

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