ein_anderes_meer
NGO-Konferenz: Ein anderes Meer ist möglich (Foto: Bruce Strickrott, NOAA)

Ein anderes Meer ist möglich!

Über die Grenzen des Blauen Wachstums und die Zukunft der Ozeane

Öffentliche Konferenz / update
Eintritt frei.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

vom 15. bis 17. Mai 2014 lädt Sie das zivilgesellschaftliche Bündnis zum Europäischen Tag des Meeres unter dem Titel »Ein anderes Meer ist möglich!« zu seiner Konferenz in das Konsul-Hackfeld-Haus in Bremen ein.

Am 19. und 20. Mai findet in diesem Jahr in Bremen auf Einladung der EU-Kommission die größte meerespolitische Veranstaltung Europas statt. Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen nutzt diesen offiziellen »Europäischen Tag der Meere« (EMD), um ihre Vorstellungen zur Zukunft der Meere in der Öffentlichkeit zu diskutieren und die aktuellen blauen Wachstumskonzepte in Frage zu stellen. Vom 15. bis 17. Mai wird vor diesem Hintergrund eine vom Bündnis ausgerichtete Konferenz unter dem Titel »Ein anderes Meer ist möglich!« sowie verschiedene andere Veranstaltungen der Partnerorganisationen im Vorfeld die Spannbreite zivilgesellschaftlicher Perspektiven zur Meerespolitik präsentieren. In diesem Kontext wird eine Erklärung zur Zukunft der Ozeane mit meerespolitischen Forderungen der zivilgesellschaftlichen Akteure verabschiedet.

Gemeinsam laden folgende Partnerorganisationen zur Konferenz ein:

+ Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk + Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst + Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland + Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz + Deepwave + Deutsche Seemannsmission + IntKom/Fair Oceans + Forum Umwelt und Entwicklung + Greenpeace + medico international + Naturschutzbund Deutschland + Redaktion Waterkant + Robin Wood + Shipbreaking Platform + Slow Food Deutschland + International Transport Workers‘ Federation/ver.di + Wasserforum Bremen + Whale and Dolphin Conservation + World Wide Fund For Nature +

Mit freundlichen Grüßen

Kai Kaschinski (Fair Oceans)

________________________________________

Ein anderes Meer ist möglich!

Über die Grenzen des Blauen Wachstums und die Zukunft der Ozeane

Öffentliche Konferenz

Die Konferenz des zivilgesellschaftlichen Bündnisses zum Europäischen Tag der Meere thematisiert die Grenzen des Blauen Wachstums und die Zukunft der Ozeane unter dem Titel Ein anderes Meer ist möglich!

Konsul-Hackfeld-Haus in Bremen
15. Mai bis 17. Mai 2014
Birkenstraße 34 – 28195 Bremen

________________________________________

Das Meer ist nicht mehr unendlich, die Ozeane verändern ihr Gesicht: Mit neuen Technologien und zunehmender Geschwindigkeit stößt der Mensch auf die Hohe See und in ihre Tiefen vor. Immer neue Vorhaben zielen darauf, auch den letzten Winkel der Meere zu erschließen. Wie zuvor das Land wird nun die See »kultiviert«. Eine nachholende Industrialisierung hat eingesetzt, die mit zunehmendem Druck beschleunigt wird. Schritt um Schritt geraten dabei Bereiche ins Blickfeld, die bisher kaum oder in erster Linie traditionell von Fischerei und Schifffahrt genutzt wurden.

Große Umbrüche finden somit auf See statt. Weltweit werden tausende von Offshore-Anlagen, Aquakulturen und Windkraftanlagen errichtet. Ölbohrungen werden unter hohem Risiko tausende von Metern unter der Meeresoberfläche vorgenommen. Ohne die Containerschifffahrt ist die Globalisierung nicht mehr denkbar und die Schifffahrt wiederum nicht ohne ihre international zusammengesetzten, oft entrechteten und meist unterbezahlten Besatzungen. Die Erkundung und Förderung von mineralischen Ressourcen aus großen Meerestiefen ist geplant, ohne dass ein hinreichendes Wissen über die ökologischen Konsequenzen existiert, das die Voraussetzung für eine gewissenhafte Prüfung wäre. Die biotechnologische Forschung greift nach dem genetischen Code von Organismen der Tiefsee. Hochgerüstete Trawler machen Jagd auf die letzten lukrativen Fischbestände und konkurrieren mit der handwerklichen Fischerei. Per Flugzeug, Schiff und Lkw gelangen Millionen Tonnen Fisch in die Europäische Union, während die Ernährungssicherheit in vielen Ländern des globalen Südens nicht gewährleistet ist.

Vor diesem Hintergrund verabschiedete die Europäische Kommission 2012 die Strategie des »Blauen Wachstums«. Die weitere Erschließung der Meere wird hier vor allem als ökonomische Chance betrachtet, die Rohstoffe der Ozeane gelten als willkommener Ersatz für die an Land zur Neige gehenden Ressourcen. Geplant wird in großen Dimensionen, aber notwendige politische Prozesse, Partizipation und Transparenz werden hintangestellt. Der Öffentlichkeit werden neue Arbeitsplätze, Rohstoff- und Energiequellen versprochen, ohne die Rahmenbedingungen und Ziele der angepriesenen Projekte tatsächlich zu erörtern.

Das letzte und zugleich größte Ökosystem der Erde ist zum Objekt europäischer Politik geworden. Millionen von Menschen an den Küsten und auf See erfahren einschneidende Veränderungen, aber niemand entwirft bisher eine angemessene politische Utopie davon, wohin die Reise letztlich gehen soll. Welches Meer wollen wir? Was müssen wir tun, was fordern, damit die Belastungsgrenzen unseres Planeten und seiner Ökologie respektiert werden? Reichen die Gesetze und Abkommen der internationalen Staatengemeinschaft und der EU aus, um Fehlentwicklungen zu verhindern? Was wollen die Menschen, die seit Jahrtausenden die Küsten bewohnen und das Meer nutzen?

Geht diese Entwicklung weiter wie bisher, besteht die Gefahr, dass auf See die gleichen Fehler wie an Land wiederholt werden. Ohne die ökologischen und sozialen Gegebenheiten ausreichend zu berücksichtigen, vorausschauend zu handeln und die Betroffenen einzubeziehen, werden Fakten geschaffen. Ganze Ökosysteme und die Existenzgrundlage von Küstengemeinden können unwiederbringlich verloren gehen.

Während die EU-Kommission in dieser Situation ihren großen alljährlichen Kongress unter die Überschrift »Innovation driving Blue Growth« stellt, wird die Konferenz des Bündnisses stattdessen unter dem Motto »Ein anderes Meer ist möglich!« die Grenzen des Blauen Wachstums in den Vordergrund rücken. Nicht technische Lösungen, sondern soziale und umweltpolitische Fragen werden vom 15. bis 17. Mai erörtert. Die Spannbreite der Beiträge reicht so von Problemen des Meeresschutzes über die Rolle der Fischerei für die Ernährungssicherheit bis zu den Arbeitsbedingungen auf See, den Gefahren einer Flucht über See, den möglichen Auswirkungen des Tiefseebergbaus und aktuellen Entwicklungen des Seerechts. »Ein anderes Meer ist möglich! « richtet den Blick auf Alternativen und bietet Raum für Informationsaustausch und die viel zu lange vernachlässigte Debatte zur Zukunft der Weltmeere.

Programm

Donnerstag, 15. Mai 2014

18.30 Uhr Eröffnung

Begrüßung und Einführung

Sonja Weinreich (Brot für die Welt)
Kai Kaschinski (Fair Oceans)

20.00 Uhr Podium

Die Grenzen des Blauen Wachstums

Nicole Franz (FAO)
Antje Boetius (AWI)
Francisco Mari (Brot für die Welt)
Thilo Maack (Greenpeace)
Moderation: Cornelia Wilß

Freitag, 16. Mai 2014

10.00 Uhr Einführung

10.30 Uhr – 12.00 Uhr Veranstaltungen Teil 1

Walheimat – Marine Ökosysteme verlangen Schutz!

Whale and Dolphin Conservation (WDC)

Faire Jobs in der maritimen Industrie
– Die ITF-Billigflaggenkampagne

International Transport Workers‘ Federation (ITF)/ver.di

12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause

13.00 – 14.30 Uhr Veranstaltungen Teil 2

Offshore-Windkraft in Deutschland
– Naturverträglichkeit in Theorie und Praxis

Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Flucht über See – (Un-)Recht auf See

Fair Oceans
medico international

14.30 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 – 16.45 Uhr Veranstaltungen Teil 3

Die Hohe See – Goldgrube oder gemeinsames Erbe der Menschheit?

World Wide Fund For Nature (WWF)

Kleine Fische : Großer Fang
– Kleinfischerei im Kontext internationaler Fischereipolitik

Brot für die Welt
Fair Oceans

16.45 – 17.00 Uhr Pause

17.00 Uhr Veranstaltungen Teil 4

Plastik – weniger ist Meer

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Wettlauf um den Pazifik und die Schätze der Tiefsee

Brot für die Welt
Fair Oceans

18.30 Uhr Pause

20.00 Uhr Podium

Zur Zukunft des Meeresschutzes

Inge Paulini (WBGU)
Nadja Ziebarth (BUND)
Stephan Lutter (WWF)
BMUB (angefragt)
Moderation: Cornelia Wilß

Samstag, 17. Mai 2014

10.00 Uhr Einführung

10.30 Uhr – 12.00 Uhr Veranstaltungen Teil 5

Maritimer Raubbau in Kunst und Medien

Fair Oceans

Globalisierung – Seeleute unterwegs auf allen Meeren

Deutsche Seemannsmission

12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause

13.00 – 14.30 Uhr Veranstaltungen Teil 6

OFF THE BEACH!
Die globale Kampagne für sicheres und sauberes Schiffrecycling

Shipbreaking Platform

Ernährung und Fischereipolitik

Slow Food Deutschland
Brot für die Welt

14.30 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 – 16.45 Uhr Veranstaltungen Teil 7

Die Rolle der Ozeane beim Klimawandel

Deepwave

Die Meere – Schwarzes Loch im Völkerrecht?

Forum Umwelt und Entwicklung

16.45 – 17.00 Uhr Pause

17.00 Uhr Plenum

Resümee und Abschlusserklärung der Konferenz

18.30 Uhr Verabschiedung

Gastreferentinnen und Gastreferenten

Neben den Referentinnen und Referenten der einladenden Organisationen werden folgende Gäste in den verschiedenen Veranstaltungen der Konferenz vortragen:

Gerold Conradi – Küstenfischer

Helmut Dietrich – Forschungsgesellschaft Flucht und Migration

Rainer Froese – Geomar

Merijn Hougee – Clean Shipping Index

Silja Klepp – artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit

Rosa Koian – Bismarck Ramu Group

Maureen Penjueli – Pacific Network on Globalisation

Lisa Rave – Preisträgerin des Videokunst Förderpreis Bremen

Jochen Schumacher – Institut für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen

Uwe Sturm – Fisch vom Kutter

Sebastian Unger – Institute for Advanced Sustainability Studies

Erik van Doorn – Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht

Sarah Zierul – Journalistin und Regisseurin

Organisatorisches

Die Konferenz ist öffentlich und die Teilnahme ist kostenlos. Um eine bessere Planung der Konferenz zu ermöglichen, bitten wir hierfür um eine schriftliche Anmeldung per E-Mail unter: fair-oceans@gmx.info

Reisekosten können, wenn dies aus sozialen Gründen notwendig ist, nach vorheriger Absprache im Umfang des Etats erstattet werden.

Die Konferenz wird organisiert vom Arbeitsschwerpunkt »Fair Oceans« des »Vereins für Internationalismus und Kommunikation e.V. « (IntKom) gemeinsam mit »Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst« und dem »Forum Umwelt und Entwicklung«.

Nähere Informationen zu den weiteren Veranstaltungen des Bündnisses und der Konferenz erhalten Sie unter: www.fair-oceans.info

oder

Kai Kaschinski (Fair Oceans)
Mobil: 0049-(0)152-295 170 04
E-Mail: fair-oceans@gmx.info

Förderung

Die Tagung wird ausgerichtet mit Mitteln des »Vereins für Internationalismus und Kommunikation e.V.« und gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch »Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst« und gefördert aus der Lotterie »BINGO! – Die Umweltlotterie« durch den »Senator für Umwelt, Bau und Verkehr« sowie gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ.

Der Herausgeber ist für den Inhalt allein verantwortlich.

V.i.S.d.P.: IntKom – Bernhardstraße 12 – 28203 Bremen

Weitere Veranstaltungen
von Partnern des zivilgesellschaftlichen Bündnisses
rund um den Europäischen Tag des Meeres

05. – 31. Mai

Eingetaucht – Vielfalt in unseren Meeren

Schätze der Tiefsee: Kaltwasserkorallen

„Eingetaucht“ ist eine Wanderausstellung des BUND-Meeresschutzbüro. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Unterwasserwelt der Nord- und Ostsee. Ökologische Grundlagen der Meere werden erläutert und die vielfältigen Lebensgemeinschaften der Riffe und Sandbänke gezeigt. Zudem werden hier das Natura-2000-Netzwerk mit seinen zehn deutschen Meeresschutzgebieten und Fragen zum Meeresschutz thematisiert.
Die zweite Ausstellung „Schätze der Tiefsee“ ist in Kooperation mit dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften entwickelt worden und beleuchtet die Welt der Kaltwasserkorallen der Tiefsee und deren Artenreichtum.
Die Ausstellungen sind zu sehen im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen,
Montag bis Freitag von 10.00 -19.00 Uhr und Samstag von 10.00 – 14.00 Uhr – Eintritt frei

Montag, 05. Mai, 20.00 Uhr

Der letzte Fang
Dokumentarfilm in Gegenwart des Regisseurs Markus CM Schmidt

Von Fischernetzen im Mittelmeer bis zur Thunfischauktion in Japan. In „ Der letzte Fang“ reisen wir um die ganze Welt und erkunden die Abgründe der Überfischung – ein düsteres Geschäft, das letztendlich etliche Arten bedroht.
Zum einen werden zwei Fischerteams aus der südfranzösischen Küstenstadt Séte bei ihrer Arbeit begleitet. Zum anderen berichtet der Fischfang-Experte Robert Mielgo, der sich seit langem gegen die Überfischung einsetzt, über die rücksichtslosen Praktiken im Fischfang. Der Film besticht durch die Kraft seiner Bilder.

Vorführung des Wasserforums Bremen in Kooperation mit dem CITY 46 | Kommunalkino Bremen, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Dienstag, 06. Mai, 20.30 Uhr

Versenkt und Vergessen: Atommüll vor Europas Küsten
Dokumentarfilm von Thomas Reutter und Manfred Ladwig

Die beiden Filmemacher haben sich auf die Suche nach Exemplaren der mehr als 100 000 Atommüllfässern gemacht, die seit den 70er Jahren auf hoher See verklappt wurden. Als die Öffentlichkeit damals erfuhr, was im Meer geschah, gewann die Umweltorganisation Greenpeace ihren Kampf gegen diese unglaubliche Entsorgungspraxis. Trotzdem wird heute noch flüssiger Atommüll von den Wiederaufbereitungsanlagen in die Irische See und in den Ärmelkanal geleitet ohne dass das Ausmaß der Gefahren klar ist.

Vorführung des Wasserforums Bremen in Kooperation mit dem CITY 46 | Kommunalkino Bremen, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Sonntag, 18. Mai

Public Day an der Bremer Schlachte
Infostände und Informationen

Auf dem offiziellen Public Day des Europäischen Tags der Meere werden verschiedene Organisationen aus dem zivilgesellschaftlichen Bündnis mit Ständen und Informationen entlang der Schlachte in der Bremer Innenstadt vertreten sein. Infostände in der Nähe der Stephanibrücke und des Weserbahnhofs werden der BUND, die Deutsche Seemannsmission und Greenpeace Bremen aufbauen. Zudem werden die Bremer Organisationen des Bündnisses mit Flyern über ihre Positionen zur Meerespolitik informieren.

Montag und Dienstag, 19. und 20. Mai

Kongress des Europäischen Tags der Meere
Gespräche, Positionen und Workshop

Während des offiziellen Kongresses wird der World Wide Fund For Nature gemeinsam mit dem Institut für Seevölkerrecht und Internationales Meersumweltrecht am Montag von 11.00-12.30 Uhr einen Workshop mit dem Titel Limits to Blue Growth in the Deep Sea ausrichten. Brot für die Welt und Fair Oceans stellen für Gespräche mit den Gästen des Kongresses und für die Präsentation von Infomaterial zur Meerespolitik einen Stand zur Verfügung und laden die internationalen Gäste der zivilgeselllschaftlichen Konferenz und Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses als Gesprächspartner dorthin ein. Das Bündnis wird den Kongress nutzen, um sein gemeinsames Positionspapier zur Meerespolitik der Öffentlichkeit vorzustellen.

www.fair-oceans.info

//