Heringsquote: Vorschlag der Wissenschaftler folgen

Behm: „Fischereiminister entscheiden, ob Fischer in Mecklenburg-Vorpommern betroffen sein werden“

Zur Diskussion um die Absenkung der Fangmengen für den Heringsbestand der westlich Ostsee erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Nachdem die Fangmengenreduzierungen beim Hering in den letzten Jahren überproportional stark die Gewässer vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern (ICES-Gebiete 22 und 24) betroffen haben, sollte die fischereibiologisch notwendige drei-prozentige Fangmengenbegrenzung für den Heringsbestand der westlichen Ostsee in diesem Jahr im Kattegat und im Skagerrak realisiert werden. Das wäre sinnvoll und gerecht.

Die regionale Verteilung der notwendigen Fangmengenreduzierung ist eine Entscheidung, die letztlich die Fischereiminister der EU treffen. Auf diese Weise kann die EU-Fischereipolitik wenigstens in diesem Jahr mal den mecklenburg-vorpommerschen Heringsfischern unter die Arme greifen, und zwar auch ohne die drei-prozentige Fangmengenbegrenzung für den Heringsbestand der westlichen Ostsee in Frage zu stellen. Um das im Ministerrat durchzusetzen, ist allerdings Ministern Aigner gefordert.

Was aber absolut nicht geht, ist, die Senkung der Heringsfangmengen insgesamt abzulehnen, so wie es der mecklenburg-vorpommerschen Agrarminister Backhaus Agenturmeldungen zufolge heute getan hat. Wenn die Fischereiwissenschaftler für den Heringsbestand der westlichen Ostsee eine Fangmengenabsenkung von drei Prozent vorschlagen, dann muss die Politik diesem Vorschlag auch unbedingt folgen. Dies liegt auch im wirtschaftlichen Interesse der Heringsfischer. Denn die Prognosen sagen, dass sie in Folge der aktuellen Bestandsschonung dann ab 2013 wieder mehr Heringe fischen können. Wenn man angesichts von zwei guten Nachwuchsjahrgängen jetzt, wie von Minister Backhaus verlangt, verfrüht anfängt, wieder zu viel Heringe zu fangen, obwohl Heringe drei Jahre brauchen, um geschlechtsreif zu werden, dann gefährdet man die durch die Fangmengenreduzierungen der letzten Jahre eingeleitete Bestandserholung sofort wieder. Das kann weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht eine vernünftige Fischereipolitik sein.“

Büro Cornelia Behm MdB,
Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel. 030-227 71566, Fax 76165
www.cornelia-behm.de

//