Liebe Freude der Meere,

schon vor der diesjährigen Haischutzwoche im Oktober 2011 bitten wir um Unterchriften, damit wir den Haischutz in Europa und den Druck auf die Fischereipolitik erhöhen.

Die pdf für die Unterschriften findet sich hier.

Eine Kurzfassung ist hier.

Haischutz – Keine verFLOSSEnen Versprechen

Helfen Sie uns, die Zusagen zum Haischutz Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Kernpunkte

Seit fünf Jahren diskutieren die Shark Alliance, Vertreter der Fischerei- und Naturschutzbehörden der Europäischen Union (EU) und Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) über die Notwendigkeit eines verbesserten Schutzes der Haie. Doch während Maßnahmen zur Verhinderung der Überfischung von Haien in dieser Zeit stufenweise weiterentwickelt wurden, lässt eine Überarbeitung der bislang lückenhaften EU-Verordnung zum Verbot der verschwenderischen Methode des “Finning” (bei der die Flossen des Hais abgeschnitten und der Körper zurück ins Meer geworfen wird) bislang auf sich warten.

Zurzeit befinden wir uns endlich in der Schlussphase der überaus wichtigen Finning-Debatte, doch mehr denn je gilt: Ihre Stimme zählt, um sicherzustellen, dass die Entscheidungsträger dem Druck der Industrie widerstehen und sich ein für alle Mal dem Schutz der Haie verschreiben.

Hintergrund
Seit 2006 hat sich der Haischutz der EU wesentlich verbessert, doch wirken einige wichtige Zusagen eher wie schnell “verFLOSSEne” Versprechen. So fehlt es bis heute, mehr als zwei Jahre nach Annahme des fundierten Hai-Aktionsplans durch die EU-Fischereiminister, an Fanggrenzen für gezielte Haifischereien, an ausreichendem Schutz für viele gefährdete Hai- und Rochenarten und an einer Schließung der riesigen Schlupflöcher im EU-Finning-Verbot, die Hai-Finning zu oft noch unentdeckt und ungeahndet bleiben lassen.

Insbesondere die in der EU-Finning-Verordnung verankerte Ausnahmeregelung, die es EU-Fischern gestattet, die Flossen eines Hais auf See abzutrennen und getrennt vom Haikörper anzulanden, führt zu gravierenden Problemen bei der Durchsetzung des Finning-Verbots. Angesichts des Erfolgs in anderen Teilen der Welt und der Empfehlungen von Wissenschaftlern, Vertretern der Durchführungsbehörden und Naturschützern empfiehlt die Weltnaturschutzunion (IUCN) Regierungen, das Entfernen von Haiflossen auf See vollständig zu untersagen. Die entsprechenden Richtlinien zur “Ganzkörperanlandung” sorgen neben der maximalen Durchsetzbarkeit von Finning-Verboten auch für die leichtere Erfassung der für die Bemessung und das Management der Bestände dringend benötigten artenspezifischen Haifangdaten.

Der Hai-Aktionsplan der EU beinhaltet darüber hinaus Zusagen hinsichtlich der Sicherstellung einer nachhaltigen Befischung von Haien und Rochen und eines verbesserten Schutzes gefährdeter Hai- und Rochenarten. Tatsächlich aber gibt es bis heute keine Fanggrenzen für die wichtigsten von der EU-Fischerei gezielt befischten Hai-Arten (Blauhai und Makohai) und in den meisten europäischen Staaten fehlt es an spezifischen nationalen Schutzbestimmungen für gefährdete Arten (wie z.B. Hammerhaie und Teufelsrochen).

Als oberster Räuber erfüllt der Hai eine Reihe wesentlicher Funktionen. Die EU-Fischereipolitik hat Auswirkungen auf die Haibestände weltweit.
Wir benötigen dringend Ihre Stimme, um kurzfristigen Interessen entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass der Hai-Aktionsplan der EU zum Besten der Haie, der Meeresökosysteme und des Allgemeinwohls der EU-Bürger in die Tat umgesetzt wird. Besonders wichtig ist, dass die Debatte um das Hai-Finning – nach so langer Zeit – nicht zu einer Verlängerung problematischer Ausnahmeregelungen für einige der weltweit größten Haifangflotten führt, sondern nun endlich in einer zweckdienlichen und durchsetzbaren Verordnung gipfelt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition, mit der die EU-Fischereiminister dringend aufgefordert werden, Haie jetzt vor Raubbau an ihren Beständen und Finning zu schützen.

Mehr Informationen:
European Shark Week 15.-23. Oktober 2011

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