Sources
Spiegel online, 18 April 2011
New York Times, 21 March 2011

Barack Obama nannte es die größte Umweltkatastrophe in der US-Geschichte: Vor rund einem Jahr explodierte die „Deepwater Horizon“, gigantische Ölmengen strömten in den Golf von Mexiko. Aber wie verheerend sind die Folgen wirklich?

Berlin – Genau 88 Tage spuckte das Ungeheuer in der Tiefe: Rund 780 Millionen Liter Öl strömten in den Golf von Mexiko, nachdem die Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 explodiert und untergegangen war. Auf mehr als 1000 Kilometern Küste mussten Helfer gegen die Folgen der Katastrophe kämpfen. Unzählige Tiere starben – Fische, Pelikane, Schildkröten. Fischer durften ihrer Arbeit monatelang nicht nachgehen.

Nun rückt der Jahrestag der Katastrophe näher, und noch immer streiten Experten über das wahre Ausmaß der Umweltfolgen. Bereits am 15. Juni 2010 – also lange vor dem Versiegeln der Ölquelle in der Tiefsee – sprach US-Präsident Barack Obama von der „schlimmsten ökologischen Katastrophe“, mit der es Amerika je zu tun gehabt habe. Doch war sie das wirklich?

Tatsache ist, dass die Fernsehbilder der Katastrophe für BP recht gnädig ausfielen. Zwar gab es Aufnahmen von verschmierten Tieren, von verschmutzen Marschgebieten, von braun statt weiß schimmernden Stränden. Doch angesichts der Menge des ausgetretenen Öls fielen die sichtbaren Schäden eher klein aus. ….

Zuletzt sorgte die Meeresforscherin Samantha Joye von der University of Georgia mit einem pessimistischen Bericht für Schlagzeilen. Danach haben die Bakterien zwischen Sommer 2010 und Jahresende nur zehn Prozent der von ihr beobachteten Ölverschmutzungen bereinigt. Wie ein Friedhof habe der Meeresboden ausgesehen, klagte Joye in der „New York Times“. mehr…..

Revisiting the Deepwater Horizon Oil Spill
The New York Times, 21 March 2011

Until a year ago, the marine scientist Samantha Joye studied a fairly obscure natural phenomenon: the seepage of oil from undersea deposits into deepwater environments. Then, in the wake of the BP Deepwater Horizon accident, she felt compelled to turn her attention to an unnatural phenomenon: oil spills.

It was her research group that went into the Gulf of Mexico immediately after the spill, in April 2010, and found those famous plumes of oil and natural gas. Now Dr. Joye, 45, of the University of Georgia, directs a team seeking to understand the long-term effects on the chemistry and creatures of the gulf.

We spoke for two hours last month in Washington, where she lectured at the annual meeting of the American Association for the Advancement of Science, and then again on the telephone last week. An edited version of the two conversations follows: ….more

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