Greenpeace veröffentlicht heute einen neuen Report für die Einrichtung eines weltweiten Netzwerkes von Meeresschutzgebieten. Diesen Fahrplan für Politiker stellt Greenpeace zwei Wochen vor der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD) in Japan vor.

Zentrale Aussage des Emergency Oceans Rescue Plan: 40 Prozent der Meere müssen als Schutzgebiete eingerichtet werden. Großflächige Meeresschutzgebiete tragen dazu bei, dass sich Artenvielfalt und Fischbestände regenerieren. Auch die Widerstandsfähigkeit der Meere gegen die Veränderungen durch den Klimawandel wird durch Schutzgebiete gestärkt. Der Greenpeace-Report beschreibt für verschiedene Meeresgebiete – zum Beispiel das Mittelmeer, die Küste Chiles oder die internationalen Gewässer der Hohen See – Netzwerke von Schutzgebieten und die politischen Maßnahmen für ihre Einrichtung.

„Wenn wir die Meere schützen wollen – ihre Artenvielfalt, die Fischbestände und nicht zuletzt alle Dienstleistungen, die sie uns liefern – benötigen wir ein Netzwerk von großflächigen Schutzgebieten“, sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. „Die CBD im japanischen Nagoya ab dem 18. Oktober ist die Chance für die Politiker, ihre bereits beschlossenen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen.“

Über 90 Prozent der großen Raubfische wie Thunfisch und Schwertfisch sind bereits aus den Meeren verschwunden. Laut Weltnaturschutzorganisation IUCN sind etwa 3000 marine Arten vom Aussterben bedroht. „Wieviele Arten tatsächlich täglich in den Weltmeeren verloren gehen, ist unbekannt. Noch immer ist unser Wissen – vor allem über die Tiefsee – geringer als über den Mond“, sagt Menn.

Parallel zum Greenpeace-Report veröffentlicht Census of Marine Life, ein zehnjähriges Forschungsprojekt von Meeresbiologen, heute seinen Abschlussbericht. Census of Marine Life führt eine Art Volkszählung in den Meeren durch. Der Bericht zeigt, wie dringend der Schutz der Meere ist. Erst letzten Monat hatte UN Generalsekretär Ban Ki-Moon in New York einen Notfallplan gefordert, um den Verlust der Biologischen Vielfalt zu stoppen.

„Die Ziele sind international verbindlich gesetzt, die Kriterien für Schutzgebiete festgelegt und die ersten Karten liegen auf dem Tisch“, sagt Menn. „Es ist nur eine Frage des politischen Willens, die Umsetzung tatsächlich zu beginnen.“

Quelle mit weiterführenden Links: Greenpeace Deutschland

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