Ein Thunfisch schwimmt nah an der Kamera vorbei. Im Hintergrund sieht man weitere Thunfische eines Schwarms

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ntv, 08. September 2006

Viele Thunfischbestände in weiten Teilen des Pazifiks drohen nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace zusammenzubrechen, wenn der Fang nicht sofort drastisch verringert wird. Besonders der Großaugen- und der Gelbflossenthunfisch seien kritisch überfischt, warnt die Organisation in ihrem am Freitag veröffentlichten Report „Tatort Pazifik“. Dennoch seien die Fangmengen für die Tiere, deren Bestände sich bereits länger in einem schlechten Zustand befinden, in den Jahren 2004 und 2005 weiter gestiegen.

 

Damit sich die über viele Jahre empfindlich dezimierten Bestände erholen könnten, müsse der Fischereiaufwand sofort um die Hälfte, mindestens aber um 20 Prozent verringert werden. Greenpeace verlangt zudem, die Verbraucher im Supermarkt zu Kontrolleuren zu machen: Jede einzelne Dose müsse so gekennzeichnet werden, dass sich der Fisch darin bis zum Fangschiff zurückverfolgen lasse.

 

Supermärkte und Produzenten sollen beweisen können, dass der von ihnen gehandelte Fisch nicht aus überfischten Beständen stammt und nicht illegal gefischt wurde. Nur so könnten sich die Käufer frei und für Fische aus gesunden Beständen entscheiden. Gelinge dieser Nachweis nicht, müsse der Handel eingestellt werden.

 

Gerade in Europa sei der Appetit auf Thunfisch groß, berichtet Greenpeace: Die EU-Bürger verzehrten rund 40 Prozent des weltweit produzierten Dosenthunfischs. Demnach stammt auch rund die Hälfte des nach Deutschland importierten Thunfischs aus dem zentralen und westlichen Pazifik. Mit mehr als 50.0000 Tonnen jährlich sei die EU noch vor den USA der Hauptimporteur von Büchsenthunfisch. Zunehmend zögen hochgerüstete industrielle Fangschiffe -auch solche aus der EU -ihre Netze durch den Pazifik.

Den zugehörigen Artikel findet ihr bei ntv.

Mehr zum Thema Überfischung gibt es bei DIE OZEANE.

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