„Ich gehe gerne über Grenzen“ – Frank Schätzing taucht ab in die Tiefen der Meere

Mit „Universum der Ozeane“ bringt das ZDF ein Lebensthema des Bestseller-Autors ins Fernsehen

ZDF:Wie kam das Wasser auf die Erde? Ist das Leben tatsächlich in der Tiefsee entstanden? Und welche Artenvielfalt verbirgt sich im unendlichen Ozean? Das sind Fragen, die Bestseller-Autor Frank Schätzing schon von klein auf intensiv beschäftigen. Aus Schätzings reichem Wissen über die Ozeane sind sein Erfolgsroman „Der Schwarm“ und sein Sachbuch „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ entstanden. Jetzt kommt die Geschichte der Ozeane ins Fernsehen – in drei Mal 45 Minuten, spektakulär umgesetzt vom ZDF: mit überwältigenden Bildern und Computeranimationen, wie sie sonst nur in internationalen Kinoproduktionen zum Einsatz kommen. Das alles gut recherchiert und unterhaltsam präsentiert von Frank Schätzing. Von der Entstehung der Meere bis zur bevorstehenden Eisschmelze in der Arktis. Schätzing hat viel zu erzählen, was einen nachdenklich macht. Dabei ist das noch nicht mal seine erste Absicht.

Frank Schätzing:

Ich hab ja keine Message, keine Botschaft, und ich will auch keine Leute hinter mich scharen, insofern bin ich da ambivalent. Einerseits finde ich es gut, wenn so etwas dann doch eine gewisse Nachhaltigkeit hat und die Leute hinterher auch sagen, ich hab da dies und das gesehen, das hat mich zum Nachdenken angeregt, und sie beschäftigen sich stärker damit. Andererseits kollidiert das so ein kleines bisschen mit meinem Naturell, dass ich eben so überhaupt nicht missionarisch bin. Ich will einfach nur gut unterhalten. Irgendwo dazwischen verläuft halt der Weg.

Kaum jemand hat so ein breites Wissen über die Ozeane wie Frank Schätzing. Sein Wissensdurst kommt aus der Faszination für das Unbekannte, das Unvorstellbare, das sich in den Tiefen der Meere verbergen mag. Schätzing ist ein neugieriger Abenteurer – auf der Suche nach einer starken Story, die ein Millionenpublikum in ihren Bann ziehen kann.

Frank Schätzing:

Ich glaube sogar, dass, wenn man allzu erkennbar eine Mission hat, dass das den Leuten auch eher so ein bisschen aufstößt. So etwas mag ich nicht. Ich denke, dass möglicherweise, wenn man einfach persönlich Standpunkte hat, Einstellungen, und dann sagt, okay, jetzt hab ich aber den Wunsch, eine unterhaltsame Story zu schreiben, einen Thriller beispielsweise oder einen tollen Film zu machen, und dann fließt es automatisch mit ein. Dient der Story, ist aber halt drin. Dass dieses Selbstverständnis, mit dem das dann transportiert wird, eher etwas beim Betrachter auslöst, als dieses offensichtliche Bemühen.

Viele Menschen schaudert es bei der Vorstellung, was sich in den Tiefen der Meere verbirgt an unbekannten und möglicherweise gefährlichen Lebewesen. Lieber nicht so weit raus schwimmen, wenn man nicht sieht, was unter einem ist. Für Frank Schätzing aber fängt der Spaß genau dann erst richtig an.

Frank Schätzing:

Ich gehe gerne über Grenzen. Ich lote gerne neue Räume aus. Das gilt sowohl für die eigenen inneren Räume, als eben auch für die tatsächlichen Räume. Mich interessiert das Unentdeckte, Unbekannte, Unerforschte, weil es meine Fantasie anregt. Und dann will ich auch da rein und will gucken, was ist da.

Es gibt nur eines, was die Neugier und den Entdeckerdrang von Frank Schätzing bremsen kann. Und das war letztlich auch der Grund, warum alle seine Moderationen im Studio aufgezeichnet wurden. Und nicht etwa im arktischen Eis, auf dem Ausguck eines Walfängers oder auf einem hängenden Floß in einer Haifischbucht, wie es das Fernsehbild glauben macht.

Frank Schätzing:

Ich habe darum gebeten, das nicht zu tun, weil ich zu dem Zeitpunkt panische Flugangst hatte. Ich war einfach nicht in der Lage, in ein Flugzeug zu steigen. Und auf diese Weise kommt man schlecht in die Antarktis. Insofern war ich sehr froh über die Greenbox. Auf diese Weise konnte ich einfach von Köln nach Bonn fahren, wo wir das gemacht haben, und wieder zurück.

Abmoderation:

Seine Flugangst hat Frank Schätzing mittlerweile im Griff. Und wenn Sie an seiner großen Entdeckungsreise in die Tiefen der Meere teilhaben wollen: Am Sonntag (10.10.) sendet das ZDF um 19:30 Uhr in der Reihe „Terra X“ den ersten Teil von „Universum der Ozeane“. Teil zwei und drei der Dokumentation folgen an den beiden nächsten Sonntagen (17.10. und 24.10.).

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