EU will Phosphate in Waschmitteln verbieten

Freitag, 05. November 2010

Phosphate und phosphathaltige Inhaltsstoffe in Haushaltswaschmitteln sollen in der Europäischen Union weitestgehend verboten werden. Einen entsprechenden Vorschlag veröffentlichte die EU-Kommission am Donnerstag.

Es gehe bei dem Vorschlag in erster Linie um die Verbesserung der Wasserqualität von Seen, Flüssen und Meeresgewässern, erklärte Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel. Aber auch finanzielle Aspekte spielten eine Rolle, da Phosphate durch teure chemische und biologische Klärvorgänge entfernt werden müssten.

Werden Phosphate in übermäßigen Mengen in Gewässer geleitet, kommt es zu starkem Algenwachstum, der sogenannten Eutrophierung. Diese kann negative Auswirkungen auf das jeweilige Ökosystem haben, indem zum Beispiel andere Organismen verdrängt werden.

Aufgrund der großen Unterschiede bei der Gesetzgebung der einzelnen Mitgliedstaaten ist das Problem der Kommission zufolge kaum auf nationaler Ebene zu bewältigen, da viele Gewässer, wie etwa Flüsse, Grenzen überschreiten. So werde zum Beispiel der Phosphatgehalt der Donau aus Waschmitteln auf etwa ein Fünftel geschätzt.

Allerdings unterscheidet die Kommission zwischen Haushaltswaschmitteln und solchen für gewerbliche Nutzung. Auf letztere beziehe sich der Vorschlag nicht, da dafür bislang noch keine wirtschaftlichen oder technischen Alternativen vorhanden seien, so die Verlautbarung.

Der Umweltverband WWF forderte, Phosphate in allen Waschmitteln und auch in Geschirrspülmitteln zu verbieten, wie dies in Schweden und einigen anderen EU-Staaten bereits geschehen sei.

Quelle: DNR EU Koordination, dort gibt es weiterführende Links

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