EU, Norwegen und Island verschieben weiteren Schutz des Nord-Atlantiks auf 2012

Die Verpflichtung, ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten zu schaffen, wird bis 2012 verschoben.

Oceana weist darauf hin, dass bisher weniger als ein Drittel der gesetzlich geforderten Gebiete geschützt sind und dass kaum Hochseegebiete dazugehören

Oceana beklagt die mangelnde Bereitschaft der europäischen Staaten, den Nordost – Atlantik zu schützen. Die Entscheidung, das Netzwerk von Meeresschutzgebieten erst 2012 zu schaffen, verletzt internationales Recht und der Druck auf die schützenswerten Meeresgebiete wächst weiter. Nach fünftägigen Besprechungen der Anrainerstaaten des Nordost-Atlantiks in der OSPAR Konferenz in Bergen (Norwegen) haben die Regierungen kaum Fortschritte hinsichtlich der Erweiterung des Netzwerks von Meeresschutzgebieten und der Eindämmung der Zerstörung mariner Ökosysteme.

Die OSPAR-Vetragsstaaten entschieden in Bergen, die Schaffung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten auf 2012 zu verschieben, obwohl sie sich 2003 verpflichtet hatten, dieses bis 2010 zu vervollständigen. Oceana ist hingegen der Ansicht, dass 2012 die nächste Phase zum Schutz des Nordost-Atlantiks beginnen muss, mit dem Ziel: 30 % des Meeresgebietes zu schützen und einem Management, dass das die Gesundheit aller marinen Ökosysteme garantiert. .

Mit den sechs neuen Zonen, die genehmigt wurden, gibt es jetzt 165 Meeresschutzgebiete – damit sind immer noch weniger als 3% des Nordost-Atlantiks geschützt und diese Zahl liegt weit unter den 10%, auf die sich dieselben Länder im UN Abkommen über die biologische Vielfalt geeinigt haben. Am wenigsten geschützt sind die Gewässer Belgiens, internationale Gewässer und das Gebiet zwischen dem Golf von Biskaya und der Meerenge von Gibraltar, wo weniger als 1% der Meeresoberfläche als Schutzgebiet ausgewiesen ist.

„Die Anrainerstaaten des Nordost-Atlantiks haben gezeigt, dass Sie unfähig sind, internationales Recht und eigene Verpflichtungen einzuhalten. Ein normaler Bürger würde sanktioniert und müsste hohe Strafen zahlen. Die Regierungen kommen jedoch ohne jede Strafe davon, das ist undemokratisch und bringt außerdem die marinen Ökosysteme in Gefahr, von denen Millionen Europäer abhängen”, erklärt Ricardo Aguilar, wissenschaftlicher Leiter von Oceana Europa.

Belgien hat noch gar kein Schutzgebiet erklärt, Spanien nur zwei – El Cachucho an der Nordküste und der Nationalpark der Atlantischen Inseln in Galicien, Frankreich hat neun Gebiete geschützt, aber mit Ausnahme des La Mer D’Iroise Parks sind sie sehr klein. Im Fall von Portugal befinden sich die Schutzgebiete nur in den Azoren, das heißt es gibt gar kein kontinentales Schutzgebiet.

Im Gegensatz dazu sind Großbritannien, Dänemark und Irland die Länder mit der höchsten Zahl ausgewiesener Meeresschutzgebiete – sie stellen 67% der Gebiete aber nur 20% der geschützten Flächen. Norwegen hat nur acht Schutzgebiete ausgewiesen, die machen aber 55% der Gesamtfläche aus. Allerdings liegen die Gebiete fast alle im Svalbard Archipel.

Das spärliche Netzwerk der Meeresschutzgebiete ist auch qualitativ unzureichend. Es repräsentiert weder alle Ökosysteme noch ist es ökologisch kohärent. 77% der Schutzgebiete befinden sich in den Küstengewässern und in internationalen Gewässern sind viel zu kleine Flächen geschützt.

www.oceana.org

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