Fischfanggebiete der EU

EU-Kommission will Tiefseefangquoten für drei Fischarten erhöhen

Die Europäische Kommission hat am Dienstag einen Vorschlag zu den Fangmöglichkeiten für Tiefseebestände in den EU-Gewässern und in den internationalen Gewässern des Nordostatlantiks für 2013-2014 unterbreitet.

Sie schlägt für zwei Fischarten in drei Fanggebieten eine Anhebung der Fangquote vor, und zwar für Grenadierfische (westlich der Britischen Inseln) und für Schwarze Degenfische (westlich von Schottland und vor der Küste Irlands). Bei den Grenadierfischen soll die Fangquote um 77 Prozent erhöht werden, bei den Degenfischen um 20 Prozent in dem Fanggebiet vor Schottland und um fünf Prozent vor der Küste Irlands.

Für 13 Fischarten sollen die Gesamtfangmengen (TAC) verringert werden, und für acht Bestände (darunter sechs Bestände mit Nullfangmengen) sollen die Fangquoten beibehalten werden sollen.

http://www.eu-koordination.de/umweltnews/news/wasser-meere/1723-eu-kommission-will-tiefseefangquoten-von-drei-fischarten-erhoehen

Leichter Anstieg der Fangmöglichkeiten in der Tiefseefischerei 2013-2014

Die Europäische Kommission hat heute einen Vorschlag zu den Fangmöglichkeiten für Tiefseebestände in den EU-Gewässern und internationalen Gewässern des Nordostatlantiks für 2013-2014 unterbreitet. Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Gutachten schlägt die Kommission im Vergleich zu 2012 für drei Bestände eine Anhebung und für 13 Bestände eine Verringerung der zulässigen Gesamtfangmengen (TAC) vor, während für acht Bestände (darunter sechs Bestände mit Nullfangmengen) die derzeitigen TAC beibehalten werden sollen.

Für 2013 empfiehlt die Kommission für Grenadierfisch westlich der Britischen Inseln eine Anhebung der TAC um 77 % (auf 4500 Tonnen). Durch eine Befischung in dem angegebenen Umfang sollte dieser Bestand bis 2015 ein nachhaltiges Niveau (den sogenannten höchstmöglichen Dauerertrag (MSY)) erreichen. Ferner schlägt die Kommission für zwei Bestände von Schwarzem Degenfisch in westlichen Gewässern (westlich von Schottland bzw. Irland) eine Erhöhung der TAC um 20 % bzw. 5 % vor. Auch für diese Bestände geht aus den wissenschaftlichen Gutachten hervor, wie bis 2015 der MSY erreicht werden kann. Für die übrigen Bestände von Schwarzem Degenfisch und Grenadierfisch wird eine Kürzung oder eine Beibehaltung der TAC empfohlen. Für Rote Fleckbrasse und Blauleng schlägt die Kommission auf der Grundlage des Vorsorgeansatzes eine Verringerung der TAC um 20 % vor, da für diese Bestände keine umfassende Bewertung des Erhaltungszustands vorliegt.

Die für Maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki erklärte: „Zur Erhaltung der Tiefseefischerei müssen wir uns an die wissenschaftlichen Gutachten halten und dürfen diese gefährdeten Arten nicht überfischen. Bei drei Beständen zeichnen sich offensichtlich eine allmähliche Erholung und das Erreichen des MSY ab. Unser klares Bewirtschaftungsziel ist eine langfristige nachhaltige Nutzung dieser Bestände.“

Von lediglich zwei Ausnahmen abgesehen sind die für die Tiefseebestände verfügbaren Daten für eine umfassende Bewertung des Bestandszustands durch die Wissenschaftler weder hinsichtlich der Fischmengen noch bezüglich der fischereilichen Sterblichkeit ausreichend. Dennoch hat sich die Datenlage verbessert, insbesondere bei den Beständen mit den größten Fangmöglichkeiten.

Hintergrund

Die Befischung von Tiefseearten ist von der Europäischen Union seit 2003 in Form von zulässigen Gesamtfangmengen (TAC) für die verschiedenen Arten und Gebiete und in Form des höchstzulässigen Fischereiaufwands im Nordostatlantik geregelt.

Tiefseefische werden in Gewässern jenseits der Hauptfanggründe über den Kontinentalschelfs befischt. Sie leben an den Festlandsockeln oder im Bereich von unterseeischen Bergen. Die meisten dieser Arten wachsen langsam und sind langlebig, weshalb sie durch Fischerei besonders gefährdet sind.

Nur rund 1 % der aus dem Nordostatlantik angelandeten Fische stammt aus der Tiefseefischerei, aber einige lokale Fischergemeinschaften sind in gewissem Umfang von der Tiefseefischerei abhängig. Aufgrund erschöpfter Bestände sind die Fänge – und die damit verbundenen Arbeitsplätze – seit Jahren rückläufig.

Die Kommissionsvorschläge beruhen auf wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES).

Die Kommission hat kürzlich ein neues Bewirtschaftungssystem für Tiefseefischerei vorgeschlagen, um einen besseren Schutz der Tiefseebestände und ihrer Lebensräume zu gewährleisten (siehe IP/12/813)

Weitere Informationen

Tabelle im Anhang: Überblick über den Kommissionsvorschlag für 2013 und 2014

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-1083_de.htm?locale=en

//