EU- PARLIAMENTARIANS SUPPORT STRICT BAN ON SHARK FINNING

EU-Ausschuss stimmt für schärfere Kontrolle des Haifinnings

Die „Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1185/2003 des Rates über das Abtrennen von Haifischflossen an Bord von Schiffen“
wurde heut vom PECH-EU-Fischereiausschuss angenommen.

Der Antrag geht nun ins EU-Plenum und wird dort hoffentlich übernommen und ein weltweites Signal für den besseren Haischutz geben.

Hintergrund :

Die Europäische Kommission hatte 2011 in Brüssel einen Vorschlag zur Änderung der EU-Finning-Verordnung präsentiert, in dem sie für ein ausnahmsloses Verbot der grausamen Praxis eintritt. Beim so genannten Finning trennen die Fischer die für den Handel kostbaren Haiflossen unmittelbar nach dem Fang an Bord ab und entsorgen die übrigen Tierkörper im Meer. Millionen von Haien fallen nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) jährlich dieser Praxis zum Opfer, die innerhalb der EU-Fischerei noch immer weit verbreitet ist und oft ungeahndet bleibt. Die Haiflossen sind vor allem in Asien begehrt und zählen dort als Hauptzutat der Haiflossensuppe zu den wertvollsten Fischereierzeugnissen. Einer der wichtigsten Exporteure ist die EU, mit Spanien an der Spitze.

Die verpflichtende Anlandung von Haien im Ganzen ist nicht nur eine Forderung von Meeresschützern und Wissenschaftlern, sondern die langjährige Empfehlung zahlreicher internationaler Gremien, von der IUCN über das Europäische Parlament bis hin zu den Vereinten Nationen. Die Kommission will auch die in einigen Mitgliedstaaten vorhandenen Sondergenehmigungen abschaffen, die es Fischern gestatten, Haiflossen auf See abzutrennen und Körper und Flossen getrennt voneinander anzulanden. So soll das Finning-Verbot künftig bei sämtlichen von EU-Fischereifahrzeugen oder in EU-Gewässern gefangenen Haien greifen.

Hintergrund:
Als oberste Räuber sind Haie wichtiger Bestandteil der Meeresökosysteme. Die Überfischung ihrer Bestände hat weit reichende Auswirkungen nicht nur auf die zunehmend geschwächten Populationen, sondern auch die Artenzusammensetzung und das biologische Gleichgewicht der Meere. Nach Erkenntnissen der IUCN werden ca. 80 Haiarten in europäischen Gewässern befischt, ein Drittel der gefangenen Haiarten sind durch Überfischung gefährdet. Das Finning von Haien trägt zur Überfischung ihrer Bestände bei. Aufgrund ihrer späten Geschlechtsreife und der niedrigen Reproduktionsraten erholen sich Haie nur schwer von Überfischung.

Der Europäische Hai-Aktionsplan (KOM (2009) 40 endg.) sieht rechtliche und fischereipolitische Maßnahmen zur Erhaltung der Haibestände vor. Er bezieht sich auf einen Internationalen Aktionsplan der FAO von 1999 (IPOA SHARKS), der die Erhaltung und Bewirtschaftung der von der Gemeinschaftsflotte dezimierten Haibestände sicherstellen soll. Ziel ist unter anderem die Stärkung des Finningverbots, aber auch eine Anpassung der Haifänge an die verfügbaren Ressourcen und Schutzmaßnahmen für gefährdete Bestände. 2003, als laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Haifänge (inklusive Rochen und Seekatzen) ihr weltweites Maximum erreichten, erließ der Rat der Europäischen Union die Verordnung Nr. 1185/2003 über das Abtrennen von Haifischflossen an Bord von Schiffen, auch EU-Finning-Verordnung genannt. Die Verordnung verbietet das Abtrennen von Flossen aller Hai- und Rochenarten an Bord von Schiffen in EU-Gewässern und an Bord von EU-Schiffen weltweit. Doch mit einer speziellen Fangerlaubnis können die Mitgliedsstaaten ihren Fangschiffen das Abtrennen von Flossen toter Haifische an Bord erlauben, ebenso das Anlanden von Flossen und Körpern in unterschiedlichen Häfen.

Weitere Informationen zum Finning unter www.haiwoche.de und www.sharkalliance.org.

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