45 Millionen für Ozeanforschung

Donnerstag, 09. September 2010

Die EU-Kommission hat zugesagt, 45 Millionen Euro für maritime Forschungsprojekte bereitzustellen. Das Geld soll große multidisziplinäre Projekte finanzieren, an denen Partner aus verschiedenen EU- und Drittländern beteiligt sind.

„Die Ozeane bedecken über 70 Prozent der Erdoberfläche. Sie spielen eine Schlüsselrolle für unser Ökosystem. Gleichzeitig sind sie aber auch enorm wichtig für die aktuelle und künftige Entwicklung unserer Wirtschaft“, sagten Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn und Fischereikommissarin Maria Damanaki, die am 9. September, dem Informationstag Ozean, in Brüssel Inhalte und Ziele der Ausschreibung erläuterten. Die ausgewählten Projekte sollen nach dem Willen der Kommissarinnen Europa bei der Offshore-Energie oder der sogenannten blauen Biotechnologie voranbringen.

Die Ausschreibung ist in vier Themen untergliedert, von denen zwei speziell auf das Mittelmeer und das Schwarze Meer ausgerichtet sind. Alle Projekte können zu Unterthemen wie Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Fischerei sowie Biotechnologie, Energie, Umwelt und Verkehr eingereicht werden. Einsendeschluss für die Ausschreibung „Der Ozean von morgen“ ist der 18. Januar 2011.

Die Fischerei ist längst eine moderne, globalisierte Industrie, die mit anderen Teilen der Lebensmittelindustrie in Konkurrenz steht. Das geht aus der jüngsten Veröffentlichung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „Fisheries: While Stocks Last?“ hervor. Das Fachwissen von OECD-Experten und die Standpunkte von Wissenschaftlern, unabhängigen Fachleuten, NGOs und den Fischern selbst zeichnen ein Bild der prekären Situation der Fischerei.

Zuvor hatte Fischereikommissarin Damanaki angekündigt, 2011 den Vorschlag für eine große Fischereireform vorzulegen. Angesichts der leergefischten Fischgründe in europäischen Meeren will sie mit der Reform der Wissenschaft und dem Ökosystem Ozean mehr Bedeutung verschaffen. So sollen die Fangquoten, über die jedes Jahr die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten verhandeln, nach ökologischen Leitlinien vergeben werden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Denn mit den Fanquotenkompromissen haben sich die dezimierten Fischbestände bisher nicht erholen können.

In Deutschland beispielsweise gab es im vergangenen Jahr einen Rekord beim Fischverzehr: 15,7 Kilo Fisch wurden pro Einwohner gegessen. Nach Schätzungen von Greenpeace und WWF gelten unter anderem Alaska-Seelachs, Seehecht, Lachs und Kabeljau als bedroht. Dorsch und Hering vor den deutschen Küsten haben sich nach Angaben von Wirtschafts- und Umweltverbänden erholt.

Quelle mit weiterführenden Links: DNR EU-Koordination

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