UTRECHT – Der Temperaturanstieg der Ozeane ist geringer als erwartet.

Die hat eine Studie des Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut in Utrecht ergeben. Seit 2003 ist die Temperatur in der obersten Schicht des Ozeans um 0,02 Grad weniger angestiegen als erwartet.

Dieser zunächst gering erscheinende Temperaturunterschied ist angesichts der Wassermassen enorm: Wenn die Wärme in die Atmosphäre gelangt wäre, hätte dies einen Anstieg der Lufttemperatur um etwa fünf Grad bedeutet.

Beeinflussung durch zwei Prozesse

Die niederländischen Wissenschaftler von der Universität Utrecht stellten fest, dass in den letzten acht Jahren zwei Prozesse stärker als vermutet waren: Die Reflexion von Wärme in die Luft sowie die Speicherung von Wärme in großer Tiefe.

Die erhöhte Reflexion ist die Folge von einer stäkeren Bewölkung über den Ozeanen, die wiederum auf die Dauer der El Niño-Phasen zurückzuführen ist.

Eine weitere Rolle spielt die Atlantic Meridional Overturning Circulation (eine Strömung im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans). Durch diese ist die Wärmespeicherung südlich von Grönland bei einer Tiefe von mehr als einem Kilometer etwas größer.

Entwicklung unklar

Diese Periode scheint jedoch bald ein Ende zu haben: Da der Ozean natürlichen Schwankungen unterliegt, kann sich die obere Schicht in den kommenden Jahren sogar schneller erwärmen.

„In den letzten Jahren haben wir einen Wandel von El Niño zu La Niña gesehen, gleichzeitig jedoch relativ niedrige Temperaturen der Ozeane und dadurch bedingt eine geringe Freisetzung von Wärme. Zugleich ist aber auch die vertikale Vermischung in dem Nord-Atlantischen Ozean wieder in Gang gekommen“, so die Klimaforscherin Caroline Katsman.

„Wenn beide Faktoren dauerhaft sind, wird die Temperatur der Ozeane in der nächsten Zeit schnell ansteigen.“

Die Ergebnisse der Studie sind in dem Magazin Geophysical Research Letters veröffentlicht worden.

Quelle: www.dnews.de

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