Schattenblick.de : Erdöl und Corexit im Golf von Mexiko

Aus den Augen, aus dem Sinn
Folgen der Havarie der Bohrplattform Deepwater Horizon kaum erforscht / Dispersionsmittel zur Auflösung der Erdölverseuchung nicht abgebaut

Das Dispersionsmittel, das der Konzern BP im vergangenen Jahr direkt in das aus dem Bohrloch Macondo der havarierten Bohrplattform Deepwater Horizon strömende Rohöl einbrachte, hatte sich auch drei Monate nach der Umweltkatastrophe noch nicht aufgelöst. Die meeresökologischen Folgen der doppelten Verseuchung – zum einen mit Rohöl, zum anderen mit Chemikalien – für den Golf von Mexiko sind nur ungenügend erforscht.

BP hatte damals nahezu die gesamten Weltvorräte des Dispersionsmittels Corexit 9500 aufgekauft und etwa 2.918.552 Liter davon in rund eineinhalb Kilometer Tiefe direkt in die Wolke aus Erdöl injiziert. Zudem wurde mehr als diese Menge an Chemikalien auf der Wasseroberfläche versprüht. Das war ein kluger Schachzug, denn durch diese in der Geschichte der Erdölkatastrophen einmalig große Menge an Dispersionsmitteln gelang es dem Unternehmen, das Ausmaß der Katastrophe zu verschleiern. Der Anteil des Erdöls, der die Oberfläche erreichte oder gar Küstenbereiche verseuchte, war verglichen mit der gewaltigen Menge tatsächlich ausgeströmten Erdöls gering. Das bedeutete aber nicht, dass es sich aufgelöst hätte. Es war lediglich in kleinste Teilchen zerlegt worden und hatte sich somit dem Blick der Öffentlichkeit weitgehend entzogen. Die zwischenzeitlich in den Medien verbreitete Behauptung, das Erdöl sei unauffindbar und wahrscheinlich von Bakterien verzehrt worden, erwies sich rasch als haltlos. [1] Forscher entdeckten im Golf von Mexiko die „vermissten“ kilometerlangen Schwaden der klebrigen Masse.

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