Zum Ende der Walfang-Saison im Nordatlantik enthüllt die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS ein widersprüchliches Bild. Während Norwegen seine selbst gesetzte Fangquote auf Zwergwale nicht ausschöpft, tötet Island mehr als 120 der stark gefährdeten Finnwale und schreckt auch nicht davor zurück, Walöl als Treibstoff für seine Walfangflotte einzusetzen.

Dies ist aber nicht die einzige isländische Walfangskurrilität: Anfang August startete die Vereinigung der Zwergwaljäger eine neue Form von „whale watching“. Hierbei können Touristen, nach Aussagen der Walfänger, „auf einem Walfangschiff sein, den Schuss unserer Harpune sehen und hören“ sowie „unser gegrilltes und rohes Walfleisch verkosten“. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Anbieter von Walbeobachtung, die 2009 ca. 125.000 Menschen anzog und der isländischen Wirtschaft über 4 Mrd. Dollar an direkten Einnahmen brachte.

„Die Regierung des finanziell schwer angeschlagenen und Bestimmungen internationaler Artenschutzabkommen ignorierenden Inselstaates scheint somit weiterhin ein Marionettentheater eines einzelnen Walfängers zu sein“, zweifelt der WDCS-Sprecher an der Verhandlungsfähigkeit Islands mit der Europäischen Union.

Quelle und vollständiger Artikel: WDCS

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