Delfinfleisch immer beliebter
In Drittweltländern kommen die Meeressäuger mittlerweile nicht mehr nur als Beifang auf den Tisch

In Nordamerika und vielen europäischen Ländern ist Fleisch von Meeressäugern als Nahrungsmittel tabuisiert. In anderen Ländern ist dies nicht notwendigerweise so. Dort nimmt, wie nun Martin Robards und Randy Reeves auf dem International Marine Conservation Congress im kanadischen Victoria darlegten, vor allem der Trend zum Delfinfleisch zu. Verfügbar ist dieses Fleisch unter anderem deshalb, weil Fischer in der Dritten Welt durch finanzielle Hilfen aus der Ersten von Hanfnetzen (die von Delfinen zerrissen werden) auf Kunstfasern umstellten, aus denen sich die Tiere nicht so leicht befreien können.

Anfangs wurde Delfin-Beifang häufig nur als Haiköder verwendet und von ärmeren Fischern selbst verspeist. Dann entdeckten immer mehr Menschen in ärmeren Ländern das dunkelrote und im Geschmack an Wild erinnernde Fleisch als Proteinquelle, was nach Ansicht der beiden Meeresbiologen auch damit zusammenhängt, dass die Fischbestände weltweit abnehmen. In Madagaskar ist das vormals kulturell geächtete Fleisch mittlerweile so beliebt, dass Delfine nicht mehr nur als Beifang auf den Tisch kommen, sondern eigens gejagt werden. Andere Zentren der Meeressäugerküche sind Robards und Reeves nach Peru, Venezuela, der Golf von Guinea, Sri Lanka, die Solomon-Inseln sowie die entwickelten Industriestaaten Japan und Taiwan. Weil der Fang von Delfinen in den meisten dieser Gegenden nicht reguliert ist und weil sich Delfine relativ langsam vermehren, warnen manche Meeresbiologen bereits vor dem Aussterben. Bisher gelten allerdings nur einige wenige der etwa 40 Delfinarten als gefährdet. …

Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/6/149875

In English:
Poor nations turn to dolphin meat
http://blogs.nature.com/news/2011/05/poor_nations_turn_to_dolphin_m.html

Abstract:

HUMAN/TREAT/INNOV 80.1 16:45 The Global Extent and Character of Marine Mammal Consumption by Humans. Martin Robards *, Simon Fraser University; Randall Reeves Okapi Wildlife Associates;

Abstract: The killing and consumption of marine mammals fuels tense global struggles between advocates of sustainable use and advocates of complete protection for these animals. However, the overall extent and character of marine mammal consumption by people has been equivocal. We reviewed approximately 900 sources of information and found that human consumption of marine mammals is geographically widespread, taxonomically diverse, and often of uncertain sustainability. Since 1990, people in at least 112 countries have consumed one or more of at least 85 marine mammal species. Although changing social, ecological, or political circumstances are leading to reduced killing and consumption of marine mammals in some regions, in other regions the prevailing socio-economic conditions and new technologies are leading to increased killing and consumption. Consumption of marine mammals is considered a significant aspect of food security and cultural well being in many regions, and it provides some economic (including cash) benefits to people in at least 54 countries. We define three broad categories of marine mammal acquisition – Targeted, Non-Targeted-Deliberate, and Non-Targeted-Salvage. Where consumption relates to food security and poverty, there is an incentive for Targeted or Non-Targeted-Deliberate modes of acquisition in which animals are deliberately killed.

Quelle: http://birenheide.com/scbmarine2011/program/singlesession.php3?sessid=HUMAN/TREAT/INNOV%2080

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