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Liebe Freunde und Förderer von DEEPWAVE!

Der Taxifahrer in Baden-Baden – zurück vom SWR-Interview über Meeresmüll – war über meine Ausführungen sichtlich geschockt. Wie soll es anders sein, denn trotz deutschem Recyclings steigt die Menge an Plastikfunden an den Stränden der Nordsee und Ostsee weiter an. Hunderte von Teilen finden sich an den hiesigen Stränden, wie wir auf unserer DEEPWAVE-Sommerexpedition erschreckend feststellen konnten. Und der Mann regte sich sichtlich über einen einst von ihm ertappten Müllsünder auf, der zu Rede gestellt, ihn auch noch wortfrech drohte: Das gehe ihn nichts an!

Handle so, dass dein Tun zur Maxime aller werden sollte. Wie weise, und heute aktueller denn je, hören sich diese Worte von Kant an. Wir sitzen alle im gleichen Boot, verbrauchen die Ressourcen des Planeten mindestens doppelt so schnell wie es der kleine blaue Globus hergibt und sehen uns alle mit gewaltigen Veränderungen in naher Zukunft konfrontiert. Klimawandel, Endzeitalter Erdöl, Proteinmangel sind nur einige Stichwörter, die uns der bekannten Welt entreißen werden und letztlich nach den grausamen Katastrophen im Süden dann uns alle treffen werden.

Gerade der Umgang mit Plastik ist das klassische Beispiel für Verschwendung:
Wir Deutschen produzieren ca. 9 Millionen Tonnen Verpackungen, aber nur ein Bruchteil ist aus nachwachsenden Rohstoffen. Zwei Tonnen fossiles Erdöl werden für eine Tonne Plastik benötigt. Und dann landen 50 Prozent unserer so fleißig abgegebenen PET- Pfandflaschen doch wieder zum Verbrennen in den Kraftwerken. Dieser Umgang mit wertvollen Ressourcen ist wirklich komplett unsinnig – und schädigt zudem die marine Umwelt.

Auch die Fischressourcen werden endlos geplündert und Nachhaltigkeit ist noch ein Fremdwort in dem Sektor. Die Folgen sind weltweit überfischte Bestände und Arten, wie der Thunfisch, der bereits auf der roten Liste der bedrohten Tiere steht. „Es sind die Letzten!“, sagte ein Kollege zu mir kürzlich. Die letzten der Großfische, die in den Mägen der Sushi-Bars stillschweigend vertilgt werden. Ganz zu schweigen von den namentlich unkenntlich gemachten Tiefkühlprodukten, die mit Tiefseefisch und anderen Exoten bestückt werden. Die Überwachung der Fischerei lässt leider immer noch zu viele Schlupflöcher zu und wir in Deutschland sind halt ein lukrativer Markt für Fischer aus aller Welt.

Dass diese Probleme angegangen werden, dafür setzen wir uns mit den Kampagnen bei DEEPWAVE täglich ein. Nicht nur um die Ölpest im Golf und das Müllproblem im Meer zu verhindern, sondern auch um die politische Reform der Fischereipolitik oder den Schutz der Arten voranzutreiben, dies ist unser dringliches Anliegen. Und es bewegt sich auch etwas: In kürzester Zeit traf ich dreimal die EU-Kommissarin und den deutschen Staatsekretär zu Fragen der Fischereireform und erlebte Gehör für unsere Ocean2012-Forderungen. Ich referierte auch vor Hunderten Zuhörern und das DEEPWAVE -Team beantwortete bei vielen Straßenfesten und Aktionen die Fragen besorgter Bürger. Auch die Medien nahmen diese wichtigen Themen auf. Es ist ein Ansatz für Veränderungen allseits spürbar.

Sylvia Earle, die amerikanische Meeresschützerin, brachte es in unserem Gespräch für mich auf den Punkt: „Wir wussten vor 50 Jahren noch so wenig über die Meere. Jetzt, da wir es wissen, können und müssen wir handeln“. Mehr als 250.000 Tierarten leben im Meer, wie die Census-Volkszählung grad entdeckte, und die Bedeutung der Ozeane als Klimapuffer wird jeden Tag deutlicher. Das Handeln wird also dringlicher: Sei es bei der kommenden CBD-Artenschutzkonferenz in Japan oder auch in unserem alltäglichen Leben, wenn wir auf manchen „Luxus“ mal einfach verzichten. Wir alle können uns für den Schutz der Vielfalt im Meer einsetzen und vernünftig handeln. Das ist eine gute Nachricht, wenn nicht sogar eine für uns alle überlebenswichtige Maxime.

Eine sonnige Herbstzeit wünscht Ihnen

Ihr

Dr. Onno Groß
Vorsitzender DEEPWAVE e.V.

PS: Und so können Sie gleich den Anfang mit dem Handeln machen: „Augenmerk aufs Finning“ heißt die diesjährige Kampagne der Haischutz-Koalition Shark Alliance. Diesmal bitten wir Sie um Unterschriften an die EU-Parlamentarier, damit der Haischutz weiter vorangeht, auch online unter www.europeansharkweek.de Wir sind auch für die „Tage der Haie“ wieder Gast im Tropen-Aquarium Hagenbeck in Hamburg: Dort finden Sie uns am 9. und 10. Oktober mit vielfältigen Aktionen und Vorträgen.

Und am 21. Oktober laden wir Sie ein, uns im Meeresmuseum Ozeaneum in Stralsund zu besuchen bei einem Vortrag zum Thema „Artenvielfalt von den Mangroven bis zur Tiefsee“.

Am 22. Oktober findet in Hamburg auch ein „EnergyCamp“ statt mit einer Podiumsdiskussion von Dr. Onno Groß und Hartmut Grassl u.a. zum Thema Klimawandel im Meer.

Besuchen auch Sie unsere Webseite und unseren Meeresblog.

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