Das „dreckige Dutzend“ ist zurück. Wissenschaftler der kanadischen Umweltbehörde „Environment Canada“ haben in der Atmosphäre über der Arktis Spuren einiger der zwölf seit 2004 weltweit verbotenen sogenannten POPs (Persistant Organic Pollutants), darunter DDT und Lindan, entdeckt. Die langlebigen und nicht wasserlöslichen Giftstoffe waren im Eis gespeichert und wurden im Schmelzwasser freigesetzt.

In der Fachzeitschrift Nature Climate Change berichteten die Wissenschaftlerinnen Hayley Hung und Jiamin Ma von Environment Canada sowie norwegische Kollegen über die alarmierenden Ergebnisse ihrer Untersuchungen der vom Klimawandel in den vergangenen 20 Jahren verursachten Eisschmelze.

In ihrer Forschungsarbeit warnen sie, dass Bewohner und Ökologie der arktischen Gebiete, die von der Erderwärmung zwei- bis dreimal stärker betroffen sind als andere Regionen der Welt, die Remobilisierung der POPs besonders zu spüren bekommen. Wegen des fortschreitenden Klimawandels könnten später auch die in Tiefsee und Boden gespeicherten POPs wieder freigesetzt werden.

„Das ist erst der Anfang“, meinte Hung. „Jetzt müssen wir untersuchen, wieviel an POPs in der Arktis gespeichert ist und welche Mengen wie schnell freigesetzt wird“, sagte die kanadische Wissenschaftlerin der Tageszeitung Guardian.

2001 hatten Delegierte aus 122 Staaten die so genannte Stockholmer Konvention unterzeichnet und einem Verbot der darin aufgeführten zwölf POPs zugestimmt. Es handelt sich dabei um bei Industrieprozessen entstehende oder als Schädlingsbekämpfungsmittel und Kühlmittel verwendete hochgiftige Verbindungen. 2004 trat das Verbot in Kraft.

Original: www.klimaretter.info

//