Dänen wollen Tunnel durch den Fehmarnbelt

Mittwoch, 02. Februar 2011

Das dänische Parlament hat am 1. Februar beschlossen, einen Tunnel durch den Fehmarnbelt zu bauen. Wenn die Pläne umgesetzt würden, könnte ab 2020 der Verkehr zwischen der deutschen Insel Fehmarn und dem dänischen Lolland unter der Ostsee rollen.

Nachdem jahrelang der Bau einer Brücke zwischen den beiden Ländern vorgesehen worden war, zeichnete sich Ende 2010 die Tunnellösung als Favorit ab. Der Bau eines 18 Kilometer langen Tunnels sei sicherer und umweltverträglicher als die Brückenvariante, begründeten die Abgeordneten ihre Entscheidung. Sie folgten damit einer Empfehlung der staatlichen Planungsgesellschaft Femern A/S. (umwelt aktuell 02.11, S. 24) Über die Folgen für die Umwelt will das Parlament ein Gutachten in Auftrag geben.

Ökologisch und wirtschaftlich ist eine feste Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland seit Langem umstritten. Der NABU kritisiert das Projekt als zu gefährlich für die Umwelt und zu teuer. Auch wenn Dänemark allein die Querung finanziert, kämen auf Deutschland bis zu 2,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Hinterlandanbindung zu, sagte der Fehmarnbeltexperte des NABU Malte Siegert.

Einem Gutachten des Büros Vieregg und Rössler zufolge beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis für eine feste Fehmarnbeltquerung 0,66 zu 1, das heißt die Kosten sind höher als der Nutzen. Beispielsweise würde sich die Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen lediglich um eine Stunde verkürzen.

Quelle: DNR EU Koordinierung

Mehr Information zu der Fehmarnbelt-Querung und den Gründen von Umweltschutzorganisationen für die Ablehung der Brückenlösung beim NABU

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