NGOs call on EU states to tighten marine litter targets

NGOs call on EU states to tighten marine litter targets

Berlin, 10th April 2013. Civil society organisations from across the EU are today calling on EU Member States to up their level of ambition and tighten marine litter reduction targets with the aim of ending the marine litter problem within a generation.

The call is being made by Dr Monica Verbeek, Executive Director at Seas At Risk, at the International Conference on Prevention and Management of Marine Litter in European Seas that starts today in Berlin and continues to the 12th April.

EU Member States are required by the Marine Strategy Framework Directive to set targets for reducing marine litter, but most countries targets lack ambition, and only a few countries have proposed quantifiable and measurable reduction targets.

„The weak targets that most countries have set will undermine the fight against marine litter and the efforts of those countries that are truly committed to cleaning up our seas. Strong leadership is required and a cut of at least 50% in marine litter by 2020” said Dr Verbeek.

On Friday 12th April, NGOs will hand a ‘Marine Litter Manifesto for the European Seas’ to European Commissioner Janez Potočnik and the German and Irish Ministers of Environment. In addition to supporting a 50% marine litter reduction target, EU Ministers are being asked to support a range of measures and initiatives that would regulate and help prevent litter reaching the sea from ships and land-based sources.

The Marine Litter Manifesto is supported by 18 civil society organisations from across Europe.

Marine Litter Manifesto for the European Seas:
http://www.seas-at-risk.org/includes/tng/pub/tNG_download4.php?page=601&KT_downloadf4a62e166354990c698d45d68aaea8da=0999c81ebbb1ebb61cc5f27feab79356

http://www.seas-at-risk.org/n2.php?page=601

Internationale Konferenz bereitet Aktionspläne für saubere Meere vor

Tonnenweise Abfall an falscher Stelle

Internationale Konferenz bereitet Aktionspläne für saubere Meere vor

Der Abfall in den Weltmeeren beläuft sich mittlerweile auf über einhundert Millionen Tonnen. Allein auf dem Grund der Nordsee sind es geschätzte 600.000 Kubikmeter. In erster Linie handelt es sich dabei um Kunststoffreste. Viele Meerestierarten können diese verschlucken oder sich darin verheddern. Das führt zu Verletzungen bis hin zum Tode. Deutschland und die Europäische Kommission wollen die Abfalleinträge in die Meere bis 2020 drastisch reduzieren. Um diesem Ziel näher zu kommen, findet vom 10.-12.April die Internationalen Marine-Litter-Conference in Berlin statt. Sie dient dazu, geeignete Strategien zur Abfallvermeidung in den europäischen Meeresregionen zu definieren sowie deren Umsetzung vorzubereiten. Dabei soll es in erster Linie um Maßnahmen gehen, die die Abfallquellen, zum Versiegen bringen. Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA): „Für unsere Weltmeere ist der Müll eines unserer größten Umweltprobleme. Von sauberen Meeren sind wir heute weit entfernt. Wir haben jetzt die Chance, die richtigen Maßnahmen zu definieren und dann schnell umsetzen. Diesen Prozess in Gang zu bringen, ist das wichtigste Ziel der Internationalen Meeresmüllkonferenz in Berlin.“ Grundsätzlich bedarf es einer deutlichen Verstärkung der Vorsorge. Maßnahmen müssen primär an den Eintragsquellen greifen. Zusätzlich sind staatliche Vorgaben und Regelungen ebenso erforderlich, wie die Mitwirkung aller Akteure von der Fischerei über die Tourismuswirtschaft bis zu den Kommunen. Reinigungsmaßnahmen, wie das in Deutschland von Fischern praktizierte „Fishing for Litter“ können zusätzlich helfen.

Bei den schätzungsweise 100 und 142 Millionen Tonnen an Abfällen handelt es sich vor allem um Verpackungsmaterialien sowie um Abfälle aus Fischerei und Schifffahrt. Etwa Dreiviertel davon bestehen aus Kunststoffen. Jährlich kommen derzeit bis zu 10 Millionen Tonnen hinzu. Etwa 70 Prozent der Abfälle sinken zu Boden, der Rest wird entweder an Strände gespült, treibt an der Wasseroberfläche oder in tieferen Meeresschichten. Da viele Meerestiere die Abfälle, z.B. Plastikteile, mit Nahrung verwechseln, nehmen sie diese auf. Eine Untersuchung toter Eissturmvögel an der deutschen Nordseeküste beweist dies. 95 Prozent der Vögel hatten im Durchschnitt 30 Kunststoff-Teile im Körper. Ein weiteres Problem stellt die zunehmende Verbreitung von kleinen und kleinsten Plastikteilchen, sogenannter Mikroplastik, dar. Im nordwestlichen Mittelmeer zählt man mittlerweile auf zwei Planktontierchen ein Mikroplastikteil.

Die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) sieht die Überwachung von Abfällen an Stränden, im Meer und in Meereslebewesen vor. Außerdem sieht sie wirkungsvolle Maßnahmeprogramme vor, um weitere Einträge von Abfall zu verhindern und diesen vorzubeugen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU), in Kooperation mit der Europäischen Kommission und unter enger Beteiligung der Regionalen Meeresschutzübereinkommen richtet das UBA darum die „International Conference on Prevention and Management of Marine Litter in European Seas“ vom 10.4.-12.4.2013 in Berlin aus. Wissenschaftler, Vertreter von Wirtschaft Verbänden und Politik tauschen sich dabei über geeignete Maßnahmen und Ideen zur Müllreduktion aus. Die Ergebnisse der Konferenz sollen in die Regionalen Aktionspläne der europäischen Meeresregionen – Nordostatlantik, Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer – einfließen. Jochen Flasbarth: „Wir wissen jetzt schon genug, um unverzüglich vorsorglich zu handeln. Wir werden auf der Konferenz eine Vielzahl guter Beispiele aus der Praxis präsentieren, die wir unmittelbar umsetzen können. Ausstehende Wissenslücken müssen selbstverständlich in engem Schulterschluss mit der Forschung geschlossen werden, dazu gibt es bereits zahlreiche nationale, europäische und internationale Forschungsprojekte; weitere werden sicherlich folgen.“

Gelöst werden muss das Problem sowohl see- als auch landseitig. Ein Stichwort dabei ist das Abfallmanagement auf Schiffen und in den Häfen. Schon heute lassen sich Abfälle an Bord technisch so aufbereiten, dass verschiedene Materialien zerkleinert und fürs Recyceln in den Häfen gesammelt werden können. Der Restmüll sowie Speisereste können an Bord effizient thermisch verwertet werden. Ein weiterer Ansatzpunkt sind die Hafengebühren. Das in der Ostsee erfolgreich praktizierte „No-special-fee-system“, bei dem Hafen automatisch die Entsorgungsgebühren umfassen, sollte auf andere Meeresregionen wie die Nordsee übertragen werden. Zudem geht es darum Schifffahrtsbesatzungen, wie z.B. bei der „Fishing-for-Litter“-Initiative, für das Abfallthema zu sensibilisieren. Diese Initiative wird vom BMU gefördert und vom UBA fachlich betreut. Dabei sammeln Fischer in Nord- und Ostsee den Müll ein, den sie beim Fischfang aus dem Meer „bergen“. Anschließend entsorgen sie ihn umweltgerecht in den Häfen. Verhindert werden sollte außerdem der weitere Eintrag von Mikroplastik. Viele Kosmetik- und Körperpflegeprodukte wie Duschpeelings, Zahncremes enthalten Kunststoffkügelchen für eine bessere Reinigungswirkung. Nach einmaligem Gebrauch können sie über das Abwasser in die Meere gelangen, da sie in Kläranlagen üblicherweise nicht herausgefiltert werden. Zur Lösung dieses Problems sind auch die Hersteller gefragt, die breite Verwendung von Mikroplastik zu überdenken. Die Einführung einer generellen Bezahlpflicht für alle Plastiktüten im Handel wäre ein weiterer Ansatzpunkt.

Auf der Konferenz werden zahlreiche weitere gelungene Gegenmaßnahmen vorgestellt. Diese können auf der Konferenzwebsite in einer Datenbank und in dem Diskussionspapier der Konferenz eingesehen werden.

Weiterführende Informationen und Links:

Konferenzwebseite: www.marine-litter-conference-berlin.info

Presseseite der Konferenz: http://www.marine-litter-conference-berlin.info/press.php

FAQ zu Meeresmüll: http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/meere/faq-meeresmuell.htm

Infoblatt – Auswirkungen von Meeresmüll: http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/downloads/meere/muell/info-blatt_1_auswirkungen.pdf

Infoblatt – Herkunft mariner Abfälle: http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/downloads/meere/muell/info-blatt_2_quellen.pdf

Infoblatt – Maßnahmen zur Vermeidung von Meeresmüll: http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/downloads/meere/muell/info-blatt_3_massnahmen.pdf

UBA-Schwerpunkte 2013: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4405.html

„Ein Tag mit… den Strandmüllaktiven von DEEPWAVE“

„Ein Tag mit… den Strandmüllsammelaktiven von DEEPWAVE“

„Ein Tag mit…“ Ein Projekt der Akademie für Publizistik
Danke an Anni und Hannah!

Ab Minute 9:00 gibt es hier einen Beitrag zum Elbmülltag März 2013

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=2_QgivDXUZw&w=560&h=315]

Was tun mit Kunststoffabfällen? Neues Grünbuch leitet EU-weite Überlegungen ein

Umweltschutz: Was tun mit Kunststoffabfällen? Neues Grünbuch leitet EU-weite Überlegungen ein

Kunststoff ist in unserer modernen Welt unverzichtbar geworden. Kunststoffe sind vielfältig einsetzbar und haltbar, bei ihrer Entsorgung kann aber gerade diese Haltbarkeit Probleme bereiten. Ein Grünbuch, das die Europäische Kommission heute veröffentlicht hat, soll eine strukturierte Debatte darüber einleiten, wie Kunststofferzeugnisse während ihres gesamten Lebenszyklus nachhaltiger gestaltet werden können und die Auswirkungen von Kunstoffabfällen auf die Umwelt verringert werden können.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Die Bewirtschaftung von Kunststoffabfällen stellt uns im Hinblick auf den Umweltschutz vor eine große Herausforderung, bietet aber auch enorme Chancen für Ressourceneffizienz. Ich bin davon überzeugt, dass Kunststoff in einer Kreislaufwirtschaft, in der hohe Recyclingraten Lösungen für Materialknappheit bieten, eine Zukunft hat. Ich fordere alle Interessenträger auf, sich an diesem Reflektionsprozess zu beteiligen und zu überlegen, wie Kunststoff ein Teil der Lösung statt des Problems werden kann.“

Gelangen Kunststoffabfälle einmal in die Umwelt, vor allem in die Meeresumwelt, können sie da Hunderte von Jahren bestehen. Bis zu 10 Millionen Tonnen Abfälle, hauptsächlich aus Kunststoff, landen jährlich in den Ozeanen und Meeren der Welt und machen sie zur weltweit größten Deponie für Kunststoffabfälle.

Kunststoff wird in unserer „Wegwerfgesellschaft“ häufig als preiswertes Einwegmaterial verstanden, und die Recyclingraten sind niedrig. Die Hälfte aller in Europa anfallenden Kunststoffabfälle wird in Deponien gelagert. Dies sollte jedoch vermieden werden, da Kunststoff gefährliche Bestandteile enthalten und die Deponierung zu unerwünschten Emissionen und Schadstoffkonzentrationen führen kann.

Das Grünbuch unterstreicht die Schlüsselrolle, die Kunststoff für zahlreiche Industrieprozesse und -anwendungen hat, sowie den potenziellen wirtschaftlichen Nutzen höherer Recyclingraten. Da die Weltbevölkerung wächst und natürliche Ressourcen knapper werden, bietet das Recycling von Kunststoffen eine Alternative zur Ausbeutung von Rohstoffen. Um dieses Umdenken zu beschleunigen, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit die umweltgerechte Gestaltung (Öko-Design) und ökologische Innovation gefördert werden und dafür gesorgt wird, dass die Vermeidung und das Recycling von Abfällen bei der Gestaltung von Kunststofferzeugnissen berücksichtigt werden.

Die besonderen mit Kunststoffabfällen verbundenen Herausforderungen werden derzeit durch das EU-Abfallrecht nicht speziell geregelt. Die Mitgliedstaaten sollten der Vermeidung und dem Recycling gegenüber anderen Entsorgungswegen den Vorrang einräumen, wie dies für alle in der Abfallrahmenrichtlinie genannten Abfallströme der Fall ist; dies ist aber eindeutig nicht genug. Das Grünbuch dient der Erfassung von Fakten und Meinungen mit dem Ziel, die Auswirkungen von Kunststoffabfällen zu bewerten und eine europäische Strategie zu ihrer Eindämmung festzulegen. Die Interessenträger sind aufgefordert, sich dazu zu äußern, ob und wie die geltenden Rechtsvorschriften angepasst werden sollten, um eine Lösung für Kunststoffabfälle zu finden und ihrer Wiederverwendung, ihrem Recycling und ihrer Verwertung den Vorrang vor der Deponierung zu geben. Sie sollen sich auch zur Wirksamkeit potenzieller Zielvorgaben für das Recycling und wirtschaftlicher Maßnahmen (z. B. Deponieverbote, Deponiesteuern und mengenbezogene Abfallgebührenerhebung) äußern. Das Grünbuch geht ferner der Frage nach, wie sich die modulare und chemische Gestaltung von Kunststoffen so verbessern lässt, dass sie besser recycelt werden können, wie sich die Menge der Abfälle im Meer verringern lässt und ob Bedarf an der Förderung von biologisch abbaubaren Kunststoffen besteht.

Die nächsten Schritte

Die Konsultation umfasst 26 Fragen und läuft bis Anfang Juni 2013. Das Ergebnis wird 2014 in weitere politische Maßnahmen einfließen, die Teil einer allgemeinen Überarbeitung der Abfallpolitik sind, bei der insbesondere die derzeitigen Zielvorgaben für die Abfallverwertung und für Abfalldeponien geprüft werden und die fünf Richtlinien, die sich mit verschiedenen Abfallströmen befassen, einer Ex-post-Bewertung unterzogen werden….

Quelle und mehr:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-201_de.htm