HÄNDE WEG VOM MITTELMEER
Verendende Pelikane, schwarze Strände, arbeitslose Fischer … der Ölkonzern BP hat im Golf von Mexiko die größte Umweltkatastrophe seit Tschernobyl verursacht. BP hat geschlampt, getrickst, gelogen und bestochen – und aus dem Unglück offenbar nichts gelernt:

Wie jetzt bekannt wurde, will der Konzern in wenigen Wochen hochriskante Tiefseebohrungen im Mittelmeer starten. Die Ölquelle vor der libyschen Küste befindet sich 1750 Meter unter dem Meeresspiegel – noch 250 Meter tiefer als das Bohrloch der „Deepwater Horizon“!

Dabei hat uns das Desaster der letzten Monate dramatisch vor Augen geführt: Tiefseebohrungen sind so wenig beherrschbar wie die Atomkraft. Millionen Liter giftiges Öl haben den Golf von Mexiko verseucht. Und nun soll BP weitermachen dürfen als wäre nichts geschehen? Sind nach den Küsten von Louisiana und Florida jetzt die Strände von Sizilien, Tunesien, Spanien oder Griechenland dran?!

Dagegen kannst Du jetzt aktiv werden. Protestiere gegen diesen Bohrirrsinn und fordere BP auf, das Bohrprojekt im Mittelmeer sowie alle weiteren Tiefseebohrungen zu stoppen. Für Deinen Protest stellen wir Dir einen Musterbrief zur Verfügung. Schicke ihn an den Boss von BP und zeige ihm, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatenlos zuschauen, wenn profitgierige und kurzsichtige Konzerne unsere Zukunft aufs Spiel setzen!

Auch die Europäisches Kommission hat in Person des EU-Energiekommissar Günther Oettinger an Libyen apellieret, das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. libyen zeigt aber dazu wenig Bereitschaft:

BP will Anfang August mit Tiefseebohrungen vor der Küste Libyens im Mittelmeer beginnen. Das Ölfeld liegt 1734 Meter unter der Wasseroberfläche, das heißt BP bohrt 200 Meter tiefer als im Golf von Mexiko.

Die Erlaubnis von Libyen hat BP auch, das kündigte Shokri M. Ghanem, der Chef der National Oil Corporation in Tripolis an. Von der Katastrophe im Golf zeigte er sich unbeeindruckt. Wenn ein Flugzeug abstürzt, stellt man ja auch nicht den Luftverkehr ab, sagte er. Libyen verfügt in Afrika mit 43,4 Milliarden Barrel über die größten Ölvorräte.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger appellierte an Libyen das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. Eine wirkliche Handhabe hat die EU allerdings nicht. Auch international(e) Konventionen zur Sicherheit von Ölplattformen fehlen.

Quelle: DNR EU-Koordination 22.07.2010

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