Plastic Pollution - wie wir die Meere mit Plastik vermüllen und wie nicht

Its a Plastic World – great short movie

In my holidays I saw a secluded beach that was littered with plastic waste. I asked myself how this could be possible. Back home, I began to fathom the causes of this. The problem is that the ocean is completely polluted with plastic. A lot of plastic is washed up on beaches worldwide. This and many other bad facts led me to make my degree movie about the material plastic and its follow far-reaching.

It took weeks collecting facts, writing a story and draw a storyboard. After four months production time the movie is finished. With two excellent speakers and a nice music, made by Alexander Rösch, I’m very proud to present you “It’s a plastic world”. Many NGO’s like Greenpeace, WWF or PlasticOceans endorsed the movie und spread it too. I’m very glad for everyone who will spread the movie!!

http://itsaplasticworld.com/

Movie in German
http://itsaplasticworld.com/movie-deutsch/

UBA-Outdoorjacken-Test: Wetterschutz schädigt die Gewässer

UBA-Outdoorjacken-Test: Wetterschutz schädigt die Gewässer

Zu viele umweltschädliche Chemikalien in Outdoorjacken

Aus wetterfesten Funktionsjacken treten umweltschädliche fluorhaltige Chemikalien aus, die aus der wasserabstoßenden Schicht dieser Textilien stammen. Sie gelangen unter anderem beim Waschen in die Umwelt. In Kläranlagen werden sie nicht abgebaut und gelangen so in Flüsse, Meere und das Grundwasser und reichern sich letztlich im Körper von Mensch und Tier an. Das Umweltbundesamt ließ 15 wetterfeste Funktionsjacken und fünf Imprägniermittel auf poly- und perfluorierte Chemikalien, kurz PFC, untersuchen. Mit der Studie sollten die Emissionen von PFC aus Jacken und das damit verbundene Risiko für Mensch und Umwelt ermittelt werden. Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes:„Leider bleiben die Imprägnierungen nicht in den Jacken, sondern verflüchtigen sich in die Luft oder gelangen beim Waschen in die Kläranlagen und von dort in die Gewässer. Die Jacken geben im Vergleich zu anderen Quellen zwar relativ wenig PFC an die Umwelt ab, dennoch stellt sich die Frage, ob diese Art der Imprägnierung wirklich sein muss.“ Das Umweltbundesamt plädiert für strengere Vorschriften für PFC.
Einige Hersteller setzen bereits auf PFC-freie Imprägnierungen.

In allen 15 getesteten Jacken wurden PFC nachgewiesen, die durch Waschprozesse und Ausgasung in die Umwelt freigesetzt werden. Dort verbleiben sie eine lange Zeit, werden weltweit in der Umwelt verteilt und reichern sich in Organismen an. Für einige PFC ist nachgewiesen, dass sie die Fortpflanzung schädigen.

Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) werden häufig in Jacken, Hosen oder Sportbekleidung eingesetzt, um diese wasser- und schmutzabweisend zu machen. Weltweit lassen sich diese Chemikalien in der Umwelt und in Organismen nachweisen: in Flüssen, Meeren, der Tiefsee und im Grundwasser, in unserem Blut und sogar in Eisbären. In der Umwelt werden sie nicht abgebaut, sondern mit Luft- und Wasserströmungen bis in die Arktis transportiert. Organismen nehmen PFC über die Luft, das Wasser und mit der Nahrung auf und reichern sie im Körper an. Die neue Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, inwieweit wetterfeste Funktionsjacken zu PFC-Belastungen in der Umwelt beitragen.

Die Konzentrationen der PFC in den Jacken fallen sehr unterschiedlich aus. Sie reichen von 0,03 bis 718 Mikrogramm pro Quadratmeter Stoff (µg/m²). Es ließen sich 20 verschiedene PFC nachweisen. Davon überschritten einige eine Konzentration von 1 µg/m². Dieser Wert gilt bisher nur für die verbotene Perfluoroktansulfonsäure, PFOS als gesetzlich festgelegter Grenzwert. Bei der Bewertung anderer PFC kann man sich an diesem Grenzwert orientieren.
Erfreulicherweise wurde in keiner der Jacken PFOS oberhalb dieses Wertes gefunden. Nachweisen ließen sich dagegen höhere Konzentrationen der besonders besorgniserregenden Perfluoroktansäure, PFOA. Hier lag der Höchstwert bei 4,6 µg/m². Besonders auffällig waren die Mengen bestimmter Vorläuferverbindungen von PFOA und anderen PFC. Ihre Konzentrationen erreichten bis zu 698 µg/m². Sie dünsten schnell in die Luft aus und werden in der Umwelt zu langlebigen PFC wie PFOA abgebaut. Imprägniermittel, die ebenfalls im Rahmen dieser Studie getestet wurden, enthielten überwiegend diese flüchtigen Verbindungen. Hier wurden Werte bis zu 225 Mikrogramm pro Milliliter (µg/ml) gemessen.

Das UBA hat bereits 6 PFC als besonders besorgniserregende Stoffe für die REACH-Kandidatenliste vorgeschlagen. Besonders besorgniserregende Stoffe sollen nach der REACH-Verordnung schrittweise durch geeignete Alternativstoffe ersetzt werden, sofern diese wirtschaftlich und technisch tragfähig sind. Um die Risiken der PFC in Erzeugnissen zu minimieren, empfiehlt das UBA zusätzlich den Import solcher Erzeugnisse durch die REACH-Verordnung beschränken zu lassen. Einige Textilunternehmen sind bereits auf fluorfreie Imprägnierungen umgestiegen oder haben dies für die kommenden Jahre angekündigt.
Maria Krautzberger: „Der Wetterschutz vieler Textilien ist zu übertrieben. Hier orientieren sich die Hersteller eher an extremen Verhältnissen. Kunden sollten daher zunächst überlegen, wie stark die Produkte wirklich Wasser oder Schmutz abweisen müssen. Uns bestätigt die Studie darin, die Herstellung und den Einsatz von PFC mit der EU-Chemikalienverordnung REACH weiter zu beschränken“.

In Kürze wird Deutschland gemeinsam mit Norwegen der EU eine gesetzliche Beschränkung für PFOA und deren Vorläuferverbindungen vorschlagen. Dazu gehören auch Grenzwerte für Erzeugnisse, beispielsweise Textilien, Medizinprodukte- und Haushaltswaren.
Weitere Informationen:

Die Hochschule Fresenius in Idstein untersuchte für das UBA 15 wetterfeste Funktionsjacken und fünf Imprägniermittel. Zum Vergleich wurde auch eine Arbeitsjacke in den Test einbezogen. Bestimmt werden sollte, welche PFC und wie viel davon aus den Jacken in die Umwelt gelangen können; durch Ausgasung, Waschen und Imprägnieren. Die Jacken stammen aus verschiedenen Preissegmenten und von mehreren Herstellern. Sie wurden 2011 für den Test eingekauft. Eine Unterscheidung nach Herstellungsländern war nicht möglich, weil keine der Jacken komplett in der EU hergestellt wurde. Zusätzlich untersuchten die Chemiker Imprägniersprays und Imprägnierwaschmittel.

Bisher standen überwiegend die sogenannten „langkettigen“ PFC im Fokus von Wissenschaft und Behörden. Wegen ihrer hohen Stabilität und der Anreicherung in der Umwelt und im Körper ersetzen die fluorchemische Industrie und die Textilunternehmen die „langkettigen“ PFC zunehmend durch „kurzkettige“ PFC. Doch auch diese Ersatzstoffe verursachen Probleme: Sie sind genauso stabil, jedoch viel mobiler und gelangen so in das Grund- und das Trinkwasser. Noch gibt es keine effizienten und kostengünstigen Verfahren, sie wieder aus dem Wasser zu entfernen.

http://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/uba-outdoorjacken-test-wetterschutz-schaedigt-die

Nordostatlantik-Anrainer beschließen Aktionsplan gegen die Vermüllung der Meere

Gemeinsam gegen die Vermüllung der Meere
Nordostatlantik-Anrainer beschließen regionalen Aktionsplan

Die Anrainerstaaten des Nordostatlantiks wollen gemeinsam gegen die Vermüllung der Meere vorgehen. Auf der OSPAR-Jahrestagung in Cascais (Portugal), die heute am 27.Juni zu Ende gegangen ist, einigten sie sich auf einen „regionalen Aktionsplan“. Das darin enthaltene Bündel an Maßnahmen soll dazu beitragen, dass künftig deutlich weniger Abfälle in den Nordostatlantik gelangen als bisher und ein Teil des bereits im Meer befindlichen Mülls entfernt wird. Zum Nordostatlantik gehört auch die Nordsee.

Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, die über Flüsse von Land aus ins Meer gelangen, Überreste von Freizeitaktivitäten an den Stränden, aber auch herrenlose Fischereigeräte aus Kunststoff und Abfälle aus der Seeschifffahrt tragen zur Vermüllung der Meere bei und sind häufig Ursache für negative Auswirkungen auf Meereslebewesen und Seevögel.

Zu den nun beschlossenen Maßnahmen gehören unter anderem eine angemessene Entsorgung von Schiffsabfällen in Häfen, die Reduktion des Einsatzes von Mikroplastik und die Erarbeitung von Bildungsmaterialien. Darüber hinaus soll die Anwendung effektiver Reinigungsmaßnahmen ausgeweitet werden. Dazu zählt vor allem die Fishing-For-Litter-Initiative, bei der Fischer mit ihren Netzen aufgefangene Abfälle nicht wieder über Bord werfen, sondern in den Häfen entsorgen. Aus Sicht der Bundesregierung stellt zudem die geordnete Abfallentsorgung an Land eine der wesentlichen Komponenten zur Verringerung des landseitigen Eintrags von Meeresmüll dar.

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium Gunther Adler betonte: „Die ständig zunehmende Vermüllung stellt eine massive Bedrohung für unsere Meeresökosysteme dar. Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit konkreten Schritten der Bekämpfung des Mülls widmen. Der regionale Aktionsplan von OSPAR ist ein wesentlicher sichtbarer Schritt in die richtige Richtung. Wir werden nun alles daran setzen, als nächstes im Frühjahr 2015 im Rahmen der Ostseekooperation HELCOM einen regionalen Aktionsplan zu verabschieden.“

Die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, welche den EU-Mitgliedstaaten das Ziel vorgibt, bis 2020 einen guten Umweltzustand in allen europäischen Meeren zu erreichen, benennt die Bekämpfung der Meeresvermüllung als eine ganz wesentliche Komponente. Deutschland wird europaweit als Vorreiter bei der Bekämpfung der Meeresvermüllung wahrgenommen. Bereits auf der Konferenz zum Thema Meeresmüll im April 2013, die vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesumweltministeriums gemeinsam mit der Europäischen Kommission veranstaltet worden ist, wurden regionale Aktionspläne für die vier europäischen Meeresregionen beschlossen.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger erklärte: „Mit den regionalen Aktionsplänen der internationalen Meeresschutz-Übereinkommen haben wir eine gute Grundlage, um die Abfalleinträge in die Meere schrittweise zu verringern. Es ist jetzt wichtig, dass alle europäischen Meeresregionen zusammenwirken. Nur so kommen wir dem Ziel eines guten Zustands für alle europäischen Meere bis 2020 näher. Die Vermüllung der Meere ist eines der größten Umweltprobleme. Das Umweltbundesamt wird sich auch künftig stark für den Meeresschutz engagieren.“

Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt waren maßgeblich an der politischen sowie fachlichen Erarbeitung des OSPAR-Plans beteiligt.
Hintergrund:

OSPAR steht für die zwischenstaatliche Oslo-Paris-Kommission. Ihre Aufgabe ist es, die Oslo- und die Pariskonvention zum Schutz des Nordatlantiks zu umzusetzen.

HELCOM steht für die zwischenstaatliche Helsinki-Kommission. Diese setzt die Helsinki-Konvention um, die den Schutz der Meeresumwelt in der Ostsee garantiert.

Die Abfallmengen in den Meeren werden derzeit auf über 100 Millionen Tonnen geschätzt. Etwa Dreiviertel davon bestehen aus Kunststoffen. Jährlich kommen derzeit bis zu 6,4 Millionen Tonnen hinzu. Etwa 70 Prozent der Abfälle sinken zu Boden, der Rest wird entweder an Strände gespült, treibt an der Wasseroberfläche oder in tieferen Meeresschichten. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. In der Nordsee sollen sich allein 600.000 Kubikmeter Abfälle befinden.

http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/gemeinsam-gegen-die-vermuellung-der-meere/?tx_ttnews[backPid]=82

Plastic Waste Causes Financial Damage of US$13 Billion to Marine Ecosystems Each Year

Plastic Waste Causes Financial Damage of US$13 Billion to Marine Ecosystems Each Year as Concern Grows over Microplastics

UNEA: Concern is growing over the threat that widespread plastic waste poses to marine life, with conservative estimates of the overall financial damage of plastics to marine ecosystems standing at US$13 billion each year, according to two reports released on the opening day of the first United Nations Environment Assembly.

The eleventh edition of the United Nations Environment Programme (UNEP) Year Book looks at ten issues flagged as emerging by previous reports over the past decade, including plastic waste in the ocean. The UNEP Year Book 2014 gives an update on each issue and provides options for action. Other areas covered include the environmental impacts of excess nitrogen and marine aquaculture, air pollution’s deadly toll, and the potential of citizen science.

Valuing Plastic, a UNEP-supported report produced by the Plastic Disclosure Project (PDP) and Trucost, makes the business case for managing and disclosing plastic use in the consumer goods industry. It finds that the overall natural capital cost of plastic use in the consumer goods sector each year is US$75 billion – financial impacts resulting from issues such as pollution of the marine environment or air pollution caused by incinerating plastic.

The report says that over 30 per cent of the natural capital costs of plastic are due to greenhouse gas emissions from raw material extraction and processing. However, it notes that marine pollution is the largest downstream cost, and that the figure of US$13 billion is likely a significant underestimate.

„Plastics have come to play a crucial role in modern life, but the environmental impacts of the way we use them cannot be ignored,“ said Achim Steiner, UN Under-Secretary-General and UNEP Executive Director. „These reports show that reducing, recycling and redesigning products that use plastics can bring multiple green economy benefits – from reducing economic damage to marine ecosystems and the tourism and fisheries industries, vital for many developing countries, to bringing savings and opportunities for innovation to companies while reducing reputational risks.“

„Our economies are still largely fossil-fuel based, with the environmental, economic and health costs hidden,“ he added. „For example, in the polar regions, scientists have recently found tiny pieces of plastic trapped in sea ice. Transported by ocean currents across great distances, these contaminated particles eventually become a source of chemicals in our food. The key course of action is to prevent plastic debris from entering the environment in the first place, which translates into a single powerful objective: reduce, reuse, recycle.“
A large and unquantifiable amount of plastic waste enters the ocean from littering, poorly managed landfills, tourist activities and fisheries. Some of this material sinks to the ocean floor, while some floats and can travel over great distances on ocean currents – polluting shorelines and accumulating in massive mid-ocean gyres.

There have been many reliable reports of environmental damage due to plastic waste: mortality or illness when ingested by sea creatures such as turtles, entanglement of animals such as dolphins and whales, and damage to critical habitats such as coral reefs. There are also concerns about chemical contamination, invasive species spread by plastic fragments, and economic damage to the fishing and tourism industries in many countries – by, for example, fouling fishing equipment and polluting beaches.

Since 2011, when the UNEP Year Book process last looked at plastic waste in the ocean, concern has grown over microplastics (particles up to 5 mm in diameter, either manufactured or created when plastic breaks down). Their ingestion has been widely reported in marine organisms, including seabirds, fish, mussels, worms and zooplankton.
One emerging issue is the increasing use of microplastics directly in consumer products, such as microbeads in toothpaste, gels and facial cleansers, the Year Book says. These microplastics tend not to be filtered out during sewage treatment, but are released directly into rivers, lakes and the ocean.

Communities of microbes have been discovered thriving on microplastics at multiple locations in the North Atlantic. This „plastisphere“ can facilitate the transport of harmful microbes, pathogens and algal species. Microplastics have also been identified as a threat to larger organisms, such as the endangered northern right whale, which is potentially exposed to ingestion through filter-feeding.
Production trends, use patterns and changing demographics are expected to cause increasing plastic use, and both reports call for companies, institutions and consumers to reduce their waste.

Valuing Plastic finds that consumer goods companies currently save US$4 billion each year through good management of plastic, such as recycling, and that there is potential for greater savings. However, plastic use disclosure is poor: of 100 companies assessed, less than half reported any data relevant to plastic.

„The research unveils the need for companies to consider their plastic footprint, just as they do for carbon, water and forestry,“ said Andrew Russell, Director of the PDP. „By measuring, managing and reporting plastic use and disposal through the PDP, companies can mitigate the risks, maximize the opportunities, and become more successful and sustainable.“

Initiatives such as the PDP and the UNEP-led Global Partnership on Marine Litter have helped raise awareness of, and begun to address, the issue. However, much more needs to be done. Recommendations for further action from the reports include:
• Companies should monitor their plastic use and publish the results in annual reports.
• Companies should commit to reducing the environmental impact of plastic through clear targets and deadlines, and innovate to increase resource efficiency and recycling.
• There should be an increased focus on awareness campaigns to discourage littering and prevent plastic waste from reaching the ocean. An application that allows consumers to check whether a product contains microbeads is already available and is expanding its coverage internationally. It can be downloaded from http://get.beatthemicrobead.org/
• Since plastic particles can be ingested by marine organisms and potentially accumulate and deliver toxins through the food web, efforts should be stepped up to fill the knowledge gaps and better understand the capacity of various plastics to absorb and transfer persistent, toxic and bioaccumulating chemicals.

„Natural capital valuation has the power to help organizations understand their environmental impacts, including pollution of the ocean,“ said Richard Mattison, Trucost Chief Executive. „By putting a financial value on impacts such as plastic waste, companies can further integrate effective environmental management into mainstream businesses. By highlighting the savings from reuse and recycling, it builds a business case for proactive sustainability improvements.“

Other issues
„Ten years ago UNEP alerted the world to the development of dead zones in coastal waters resulting from excess nitrogen seeping into the water,“ said Mr. Steiner. „That was in the first edition of the Year Book series. In the intervening period many more emerging issues have been identified, with some rising to crisis level and others showing encouraging improvement.“

„The 2014 Year Book shows how scientific endeavours and policy actions have led to innovative solutions and vital advancements,“ he added. „It reconfirms the critical role that the environment plays in maintaining and improving the health of people and ecosystems; from well-managed soils and nutrients that underpin food production to the critical role of biodiversity in protecting human health against the spread of infectious diseases. Clean air in our cities prevents the premature death and illness of millions and can save society trillions of dollars.“
The UNEP Year Book 2014 lays out the state of play in critical areas, including:
Nitrogen
First looked at in 2003 by the Year Book team, nitrogen continues to be used inefficiently as a plant nutrient in many of the world’s agricultural systems. The amount of usable nitrogen produced by humans is now about 190 million tonnes per year, greater than the 112 million tonnes created through natural processes.
As nitrogen moves through the environment, the same nitrogen atom can contribute to multiple negative effects in the air, on land, in freshwater and marine systems, and on human health. This sequence continues over a long period and is referred to as the „nitrogen cascade“.

Excess nitrogen in the environment contributes to many problems, including:
• Coastal dead zones and fish kills due to severe eutrophication (a high concentration of nutrients, which leads to excessive plant growth and oxygen deprivation). There are currently over 500 known coastal dead zones in well-studied areas of the world, whereas in 2003 only around 150 such oxygen-depleted areas were reported. Once other regions start reporting, it is estimated that 1000 coastal and marine areas will be identified as experiencing the effects of eutrophication.
• Nitrogen emissions to the air, notably those of nitrous oxide (N2O), contribute to climate change. Sometimes referred to as the „forgotten greenhouse gas“, N2O is over 300 times more effective at trapping heat in the atmosphere than carbon dioxide over a 100-year period. Human activities such as agriculture, deforestation and fossil fuel combustion are increasing the amount in the atmosphere.

Better management practices are essential for improving nitrogen use efficiency, the Year Book finds. This is the most cost-effective option for reducing nitrogen losses to the environment from agricultural sources.
According to the recent UNEP-commissioned report, Our Nutrient World, a 20 per cent improvement in global nutrient use efficiency by 2020 would reduce annual use of nitrogen by an estimated 20 million tonnes. This could produce savings of between US$50 and US$400 billion per year in terms of improvements in human health, climate and biodiversity.

Marine Aquaculture
Aquaculture production has increased since the 1950s from 650 thousand tonnes to almost 67 million tonnes, and today provides half of all fish for human consumption. Marine aquaculture production by volume grew by 35 per cent during the last decade, while production in fresh and brackish water grew by 70 and 83 per cent, respectively.

While progress has been made towards making marine aquaculture more sustainable, environmental concerns remain. Fish farms can release nutrients, undigested feed and veterinary drugs to the environment. They can also increase risks of diseases and parasites and of harmful algal blooms. In some countries, certain forms of shrimp farming have destroyed large areas of coastal habitats, such as mangrove forests.
Healthy marine ecosystems are fundamental to reaching development goals, with respect to securing food and providing jobs. Marine aquaculture’s impacts and predicted growth call for strengthened efforts towards environmentally sound development of the sector to avoid the loss of important ecosystem services.

Technical innovations, the experience and growing skills of aquaculture producers, and improved knowledge of environmental impacts and operational and governance opportunities provide hope for a sustainable marine aquaculture sector supporting a growing world population with food and livelihoods.

Air Quality
The World Health Organization (WHO) estimates that in 2012, air pollution led to around 7 million premature deaths (one out of eight total global deaths), more than double previous estimates. It is the leading cause of environmentally related deaths.

Air quality is deteriorating in most cities where there are sufficient data to make comparisons with previous years. The WHO guideline for average annual fine particulate matter is 25 microgrammes per cubic metre. Cities in low- and middle-income countries far exceed this level. For example, in Kathmandu, Nepal, particulate matter (PM2.5) levels of over 500 microgrammes per cubic metre have been measured.
The cost of air pollution to the world’s most advanced economies, plus India and China, is estimated at US$3.5 trillion per year in lives lost and ill health. In Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) countries, the monetary impact of death and illness due to outdoor air pollution is estimated to have been US$1.7 trillion in 2010. Research suggests that motorized on-road transport accounts for about 50 per cent of that amount.

In light of the high costs related to the health and environmental effects of air pollution, all countries should invest in clean air policies, the report says.
Daily global air quality indices are available on UNEP Live: http://uneplive.unep.org/theme/index/2#

Citizen Science
Citizen science, research conducted in whole or part by the public, can go beyond simple data collection to help shape fundamental questions about our world and provide intriguing answers, the report finds. It has grown in the past decade, due in part to the Internet, social media, and other technologies. Opportunities to volunteer to take part in scientific research have exploded, from analyzing cancer data to theoretical physics.

Indigenous groups can make important contributions through citizen science, including the use of traditional knowledge, to help protect resources and influence environmental policies. Data and other information generated through citizen science projects have been shown to be reliable and accurate. However, there are barriers to realizing the full potential of citizen science, which can be overcome by:
• Better coordination among scientists and project developers to make use of and collaborate with established and proven projects, in order to reduce the redundancy of projects.
• Stronger recognition of data from citizen science by scientific communities.
• Global coordination to aggregate and analyze data generated by citizen science, which would help reveal valuable information that might be useful for policymakers.

Additional information
The UNEP Year Book 2014 is published in the form of an App and can be downloaded here: www.unep.org/yearbook/2014 and uneplive.unep.org/global

Valuing plastic: the business case for measuring, managing and disclosing plastic use in the consumer goods industry can be downloaded here: http://www.unep.org/pdf/ValuingPlastic/ The report will be discussed by Richard Mattison, CEO of Trucost, at the Plasticity Forum conference in New York on 24 June 2014. Information is available here: www.plasticityforum.com

About the United Nations Environment Assembly (UNEA)
UNEA is the highest-level UN body ever convened on the environment. It enjoys universal membership of all 193 UN member states as well as other stakeholder groups. With this wide reach into the legislative, financial and development arenas, the new body presents a ground-breaking platform for leadership on global environmental policy. UNEA boasts over 1200 participants, 170 national delegations, 80 ministers and 40 events during the five-day event from 23 to 27 June 2014 at UNEP’s Headquarters in Nairobi, Kenya.

http://www.unep.org/newscentre/Default.aspx?DocumentID=2791&ArticleID=10903&l=en

Kosmetikprodukte: Biowachspartikel als Alternative zu Mikroplastik

Primäres und sekundäres Mikroplastik landet über die Nahrungskette wieder auf unserem Teller. Quelle: Fraunhofer UMSICHT/Matthias Holländer
Primäres und sekundäres Mikroplastik landet über die Nahrungskette wieder auf unserem Teller. Foto: Fraunhofer UMSICHT/Matthias Holländer

Kosmetikprodukte: Biowachspartikel als Alternative zu Mikroplastik

Mikroplastik ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Abrasionspartikel in der Zahnpasta sind nur ein Beispiel für die unterschiedlichsten Anwendungen von Mikroplastik in der Kosmetikindustrie. Doch das Material steht seit einiger Zeit in der Kritik, da es sich in der Umwelt ansammelt und häufig Schadstoffe aufnimmt, die über Umwege auch in den menschlichen Körper gelangen können. Laut IKW, dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V., möchte die Kosmetikindustrie schon in naher Zukunft auf den Einsatz von Mikroplastik verzichten. Fraunhofer UMSICHT stellt mit einem innovativen Verfahren marktfähige Alternativen her, die Forscher setzen dabei auf natürliche Materialien.

Als Mikroplastik werden kleine Plastikteilchen bezeichnet, die zwischen fünf Mikrometer und maximal fünf Millimeter groß sind. Sie begegnen uns in unserem täglichen Leben in den verschiedensten Kosmetikprodukten – vom Duschgel über Gesichtscreme bis zur Zahnpasta. Dabei werden die Gefahren, die von Mikroplastik ausgehen, seit längerem diskutiert: Über das Abwasser gelangt es in die Umwelt, wo sich an den Teilchen Schadstoffe, etwa Insektizide wie beispielsweise Dichlordiphenyltrichlorethan DDT, anlagern. Wird das Mikroplastik von Muscheln, Krebsen und anderen Meeresbewohnern gefressen, werden die Schadstoffe vom Tier aufgenommen, wo sie Entzündungen und Krankheiten hervorrufen können. Letztlich geraten die Schadstoffe so auch wieder in unsere Nahrungskette. Mikroplastik wurde schon in Honig, Trinkwasser und Bier nachgewiesen.

Mikroplastik in Kosmetik muss nicht sein

Mikroplastik gelangt auf zwei Wegen in die Umwelt: Zum einen zerfallen größere Plastikgegenstände wie Tüten oder Flaschen durch Sonneneinstrahlung und mechanische Einwirkungen. Das Mikroplastik entsteht also erst mit der Zeit, weswegen es auch als »sekundäres Mikroplastik« bezeichnet wird. Eine andere Quelle sind Produkte, in denen von vornherein Mikroplastik enthalten ist. Hier spricht man von »primärem Mikroplastik«. Die für den Peeling-Effekt in Zahnpasta, Duschgels etc. verwendeten Kleinst-Plastikpartikel aus Polyethylen PE oder Polypropylen PP werden über das Abwasser in die Meere gespült, da sie in Kläranlagen nur schwer herausgefiltert werden können.

Gegen Mikroplastik, das bei der Zersetzung von größeren Kunststoffteilen entsteht, kann zum jetzigen Zeitpunkt nur wenig unternommen werden. »Mikroplastik in Kosmetikprodukten muss jedoch nicht sein«, so der Wissenschaftler Dr. Sebastian Pörschke, der bei Fraunhofer UMSICHT zum Thema Biowachspulver und dessen Anwendungsmöglichkeiten forscht, und fügt hinzu: »Hier könnten auch alternative Werkstoffe eingesetzt werden. Sand und Nussschalen zum Beispiel oder Salze. Sand und Nussschalen wirken jedoch sehr abrasiv in den Verarbeitungsanlagen und lassen diese schnell verschleißen; und Salze sind wasserlöslich, weshalb sie nicht für alle Produkte geeignet sind.«

An einer besonders vielversprechenden Alternative auf Basis von Biowachsen wird zurzeit bei Fraunhofer UMSICHT gearbeitet. Bienenwachs, Karnaubawachs oder Candelillawachs sind nachwachsende Rohstoffe und – im Gegensatz zu Kunststoffen und Biokunststoffen – in Wasser relativ schnell biologisch abbaubar. Wir nehmen solche Wachse übrigens als Bestandteil vieler Lebensmittel, beispielsweise in Form von Überzügen von Süßigkeiten, nahezu täglich auf.

Biowachspartikel nach Kundenwunsch

Fraunhofer UMSICHT kann mit der vorhandenen Verfahrenstechnik sowohl kaltgemahlene Biowachspulver als auch Pulver mit einem Hochdruckverfahren (PGSS, Particles from Gas Saturated Solutions) herstellen. Die kaltgemahlenen Partikel entsprechen in Größe und Form dem klassischen Mikroplastik. Es handelt sich um kubisch gebrochene Partikelformen, also kompakte Partikel mit geschlossenen Oberflächen.

Die Untersuchung von unterschiedlichen Kosmetikprodukten hat ergeben, dass das enthaltene Mikroplastik häufig eine Partikelgröße von etwa 100 bis 500 Mikrometer aufweist. Für die Herstellung dieser Partikelgröße eignet sich auch das Hochdruckverfahren. Das Wachs wird aufgeschmolzen und mit überkritischem Kohlenstoffdioxid bei hohen Drücken vermischt. Fraunhofer UMSICHT verwendet Kohlenstoffdioxid, das als Abgas bei der Düngemittelherstellung entsteht. Anstatt direkt in die Atmosphäre zu gelangen, wird das Abgas auf diese Weise noch einmal sinnvoll genutzt. Die Mischung wird anschließend durch eine Düse auf Umgebungsdruck entspannt, wobei das Wachspulver entsteht – bei Fraunhofer UMSICHT bis zu 300 kg Pulver pro Stunde. Im Gegensatz zum bisher gängigen Mahlverfahren können so speziell konfektionierte Partikel produziert werden. »Je nach Kundenwunsch sind Kugeln, poröse Partikel, Mikroschwämmchen oder unterschiedliche Fasern möglich, um nur einige Beispiele zu nennen«, erklärt Pörschke.

Zurzeit wird in Oberhausen an weiteren Biowachsen wie Beerenwachs, Reiswachs oder auch Sonnenblumenwachs geforscht. Man ist sich einig, mit den pulverisierten Biowachsen zur Lösung des Mikroplastik-Problems beitragen zu können.

Die Biowachspartikel, die mit dem Hochdruckverfahren hergestellt werden, sind nicht nur auf ihre abrasive Wirkung beschränkt, sondern könnten mit einer zusätzlichen Funktion ausgestattet werden. Pörschke: »Mikroschwämme etwa könnten neben ihrer Peeling-Eigenschaft zusätzlich auch als Transportpartikel für flüssige Wirkstoffe dienen.« Denkbar sind auch Partikel, in denen eine Flüssigkeit oder ein Feststoff verkapselt sind, die bei Gebrauch gezielt freigesetzt werden.

Die Diskussion um das Thema Mikroplastik und seine vielversprechenden Alternativen bleibt spannend.
Weitere Informationen:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/biuz.201310497/full – Weitere Informationen über Mikroplastik

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0269749113004387 – Mikroplastik in der Tiefsee (engl.)

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0269749113001140 – Körperliche Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Organismen (engl.)

Mikroplastik aus Peeling-Produkten (li.) und gemahlenes Karnaubawachs (re.) haben ähnliche Eigenschaften. Quelle: Fraunhofer UMSICHT
Mikroplastik aus Peeling-Produkten (li.) und gemahlenes Karnaubawachs (re.) haben ähnliche Eigenschaften. Foto: Fraunhofer UMSICHT

Kein europäisches Meer ohne Müll


Plastiktüte – Framstraße, 2500 Meter Tiefe
Foto: Melanie Bergmann, Alfred-Wegener-Institut

Kein europäisches Meer ohne Müll

Neue Studie zeigt, dass alle untersuchten Meeresregionen Europas verschmutzt sind

Ein internationales Forscherteam hat erstmals großflächig die europäischen Meere auf Müll untersucht und ist dabei in jeder Region fündig geworden: von küstennahen Gebieten bis hinab in die Tiefsee. Die Ergebnisse dieses Zensus erscheinen am 1. Mai im Online-Fachblatt PLOS ONE. Wie sich dieser Müll auf die Meeresbewohner und schließlich auch auf uns Menschen auswirken wird, ist jedoch bislang weitestgehend unbekannt.

„Wir waren sehr überrascht zu sehen, wie weit sich unser Müll in den Meeren schon verbreitet hat. Selbst in entlegenen Gebieten wie der Arktis oder des mittelatlantischen Rückens, haben wir Müll gefunden. Dass inzwischen bei fast jedem Kamera- oder Schleppnetz-Einsatz in der Tiefsee Müll zu sehen ist, stimmt schon traurig. Der Müll hat scheinbar schon lange vor uns diesen unbekannten Teil der Erde erreicht“, sagt Dr. Melanie Bergmann.

Die Meeresbiologin vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, hat an der aktuellen Studie mitgearbeitet. Angeführt von Erstautor Christopher Pham von der Universität der Azoren hat sie mit Wissenschaftlern aus 15 verschiedenen europäischen Forschungseinrichtungen Daten darüber zusammengetragen, wie viel Müll sich in den europäischen Meeren befindet. Dazu hat das Konsortium mit Hilfe von Grundschleppnetzen, Videoaufzeichnungen und Fotos das Müllvorkommen in 32 verschiedenen Meeresgebieten im Nordost-Atlantik, im Arktischen Ozean und im Mittelmeer erforscht.

Insgesamt haben die Wissenschaftler für die Studie 588 Videoaufnahmen und Schleppnetzproben auf Müll hin untersucht. Einige stammten aus flachen Gewässern in Küstennähe, andere aus einer Tiefe von über 4500 Metern. Es ist das erste Mal, dass Forscher in einer Studie zum Thema Müll im Meer eine solch große Bandbreite verschiedener Lebensräume abgedeckt haben.

Müll fanden die Wissenschaftler dabei überall: in Küstennähe, am Kontinentalsockel, an Unterwassergebirgen bis hinab in die Tiefsee. Die größten Mengen entdeckten die Forscher in der Nähe dicht besiedelter Ballungsräume – und in Tiefseegräben. Diese Schluchten verbinden zum Teil die flachen Küstengewässer mit der Tiefsee. Durch sie treibt der Müll von den Küsten in entlegene tiefere Wasserschichten.

Zu den Fundstücken gehören herrenlose Fischereigeräte und -netze, Glasflaschen, Metall. „Die häufigste Müllsorte, die wir gefunden haben, war jedoch Plastik“, sagt Erstautor Christopher Pham. In knapp der Hälfte aller Videoaufnahmen und in fast allen Schleppnetzproben entdeckten die Wissenschaftler Kunststoff. Wo sich größere Plastikstücke ansammeln, vermuten die Forscher auch vermehrt Mikroplastikpartikel. Denn mit den Jahren zerfällt der Kunststoff in immer kleinere Teile – mit bislang unabsehbaren Folgen für die Umwelt. „Mit diesen millimeterkleinen Teilchen fangen die ökologischen Probleme wahrscheinlich erst richtig an. Denn das Mikroplastik bietet nicht nur eine willkommene Oberfläche für verschiedene fettliebende Giftstoffe, es kann sich auch innerhalb der Nahrungskette anreichern“, erklärt Dr. Melanie Bergmann. In einigen Nordsee-Fischen und Langusten sei beispielsweise bereits Mikroplastik nachgewiesen worden. Diese Anzeichen seien vermutlich aber nur die Spitze des Eisberges.

Der Plastikabfall ist schon bis in die Hohen Breiten der Arktis vorgedrungen. Zu dieser Erkenntnis gelangte Dr. Melanie Bergmann, als sie knapp 3000 Fotoaufnahmen auswertete, die ein ferngesteuertes Kamera-System am Tiefseeobservatorium des Alfred-Wegener-Instituts, dem HAUSGARTEN, in der östlichen Framstraße gemacht hatte. Wie in den anderen europäischen Gewässern hat die AWI-Meeresbiologin auf dem Seeweg zwischen Grönland und Spitzbergen hauptsächlich Plastikmüll gefunden, beispielsweise Plastiktüten (siehe Pressemitteilung vom 22. Oktober 2012). Selbst im Molloy Tief, der tiefsten HAUSGARTEN-Station und dem mit 5500 Metern tiefsten Punkt des Arktischen Ozeans hatten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts schon im Jahr 1999 Plastikmüll gesichtet.

Noch können die Wissenschaftler nicht mit Sicherheit sagen, wie sich der Müll über die Meere verteilt. Meeresströmungen, topographische Gegebenheiten aber auch der zunehmende Schiffsverkehr tragen wohl dazu bei, dass der Müll aus unseren Siedlungen und Städten in weit entfernte Meeresregionen gelangt. Dank seiner Langlebigkeit und seines geringen Gewichtes kann besonders Plastik von den Meeresströmungen über weite Strecken transportiert werden. In der Arktis führt wahrscheinlich der Rückgang des Meereises dazu, dass mehr Müll in den Hohen Norden gelangt.

Wie viel Müll versteckt sich also auf dem Grund der Weltmeere und wie wirkt er sich auf das Leben im Ozean aus? Wissenschaftler wissen, dass Meeresbewohner Müll mit Futter verwechseln oder sich in herrenlosen Netzen verfangen, doch bisher können sie nur vermuten, wie sich der Müll im Meer auf das ganze Ökosystem und schließlich auf uns Menschen auswirken wird.

Projekte wie diese aktuelle europäische Studie sind damit unerlässlich, um das Problem ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Solche Studien sind sehr relevant für politische Entscheidungsträger. Schließlich hat sich die Europäische Union mit ihrer Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie einiges vorgenommen: Sie muss bewerten, wie es aktuell um die europäischen Meere steht und definieren, was überhaupt ein ‚guter Zustand‘ der Meere ist. Die Belastung der Meere durch Müll wird in dieser Richtlinie ausdrücklich erwähnt“, erklärt Dr. Melanie Bergmann.

Die AWI-Meeresbiologin wird deshalb auch in Zukunft an einem europäischen Forschungsprojekt zum Thema Müll mitarbeiten. Darin will sie gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern Instrumente zur Müllsichtung am Meeresboden optimieren. Darüber hinaus werden die Tiefseeforscher des Alfred-Wegener-Instituts in diesem Sommer Sedimentproben im HAUSGARTEN nehmen, um herauszufinden, ob Mikroplastikpartikel auch schon in dieses Gebiet vorgedrungen sind.

Die aktuelle Studie entstand unter der Leitung der Universität der Azoren und ist ein Ergebnis des EU-geförderten Forschungsprojektes HERMIONE (Hotspot Ecosystem Research and Man’s Impact on European Seas), einem Projekt, in dem europäische Forschungsinstitutionen untersuchen, wie sich das menschliche Handeln auf die Ökosysteme der Tiefsee auswirkt. Aus Deutschland beteiligte sich neben dem Alfred-Wegener-Institut auch die Jacobs University Bremen.

Das Paper erscheint am 1. Mai 2014 mit dem Originaltitel Marine litter distribution and density in European Seas, from the shelves to deep basins im online Fachmagazin PLOS ONE. Unter folgendem Link können Sie das Paper lesen: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0095839

Ein anderes Meer ist möglich – Meereskongress in Bremen

Ein anderes Meer ist möglich!

Das zivilgesellschaftliche Bündnis zum Europäischen Tag der Meere 2014 lädt zu den ersten Veranstaltungen im Vorfeld des Kongresses der Europäischen Kommission ein.

Am 19. und 20. Mai findet in diesem Jahr in Bremen die größte meerespolitische Veranstaltung Europas statt. Ein breites Bündnis unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Organisationen nutzt diese Gelegenheit, um ihre Vorstellungen zur Zukunft der Meere in der Öffentlichkeit zu diskutieren und die aktuellen blauen Wachstumskonzepte in Frage zu stellen.

Das Meer ist nicht mehr unendlich, die Ozeane verändern ihr Gesicht: Mit neuen Technologien und zunehmender Geschwindigkeit stößt der Mensch auf die Hohe See und in ihre Tiefen vor. Immer neue Vorhaben beginnen auch den letzten Winkel der Meere zu erschließen. Wie zuvor das Land wird nun die See kultiviert. Eine nachholende Industrialisierung hat eingesetzt. Schritt um Schritt geraten dabei Bereiche ins Blickfeld, die bisher kaum oder in erster Linie traditionell von Fischerei und Schifffahrt genutzt wurden.

Weltweit werden tausende von Offshore-Plattformen, Aquakulturen und Windkraftanlagen errichtet. Ölbohrungen werden unter hohem Risiko tausende von Metern unter der Meeresoberfläche vorgenommen. Ohne die Containerschifffahrt ist die Globalisierung nicht mehr denkbar. Die Förderung von mineralischen Ressourcen aus großen Meerestiefen ist geplant, ohne dass ein hinreichendes Wissen über die ökologischen Konsequenzen existiert. Hochgerüstete Trawler machen Jagd auf die letzten lukrativen Fischbestände und konkurrieren mit der handwerklichen Fischerei. Per Flugzeug, Schiff und LKW gelangen Millionen Tonnen Fisch in die Europäische Union während die Ernährungssicherheit in vielen Ländern des globalen Südens nicht gewährleistet ist.

In diesem Kontext verabschiedete die europäische Kommission 2012 die Strategie des „Blauen Wachstums“. Die Eroberung der Meere wird hier vor allem als ökonomische Chance betrachtet und die maritimen Schätze als willkommener Ersatz für die an Land zur Neige gehenden Lagerstätten behandelt. Geplant wird in großen Dimensionen, aber notwendige politische Prozesse, Partizipation und Transparenz werden hintan gestellt. Der Öffentlichkeit werden Versprechungen auf neue Rohstoffquellen und Arbeitsplätze gemacht, ohne die Rahmenbedingungen und Ziele der angepriesenen Projekte tatsächlich zu erörtern. Das letzte und zugleich größte Ökosystem der Erde wird industriell erschlossen: Millionen von Menschen an den Küsten und auf See erfahren einschneidende Veränderungen, aber niemand entwirft eine angemessene politische Utopie davon, wohin die Reise letztlich gehen soll. Welches Meer wollen wir? Haben unser Planet und seine Ökologie Belastungsgrenzen, die es zu beachten gilt? Was wollen die Menschen, die seit Jahrtausenden die Küsten bewohnen und das Meer nutzen?

Geht diese Entwicklung weiter wie bisher, besteht die Gefahr, dass auf See die gleichen Fehler wie an Land wiederholt werden. Ohne die ökologischen und sozialen Gegebenheiten ausreichend zu berücksichtigen, vorausschauend zu handeln und die Betroffenen einzubeziehen werden Fakten geschaffen. Ganze Ökosysteme und die Existenzgrundlage von Küstengemeinden gehen unwiederbringlich verloren. Um Alternativen zu dieser Praxis zu diskutieren und ihre Vorstellungen einer anderen Meerespolitik öffentlich zu präsentieren, lädt ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten in Bremen ein. Es beginnt mit einem Vortrag zu den Auswirkungen des Tiefseebergbaus am 09. April im Kapitel 8, umfasst Filmtage am 05. und 06. Mai im Kino city 46, Infostände am 18. Mai am Public Day und auf dem offiziellen Kongress zum Europäischen Tags der Meere vom 19. bis 20. Mai sowie direkt im Vorfeld der offiziellen Veranstaltungen eine eigenständige Konferenz des zivilgesellschaftlichen Bündnis vom 15. bis 17. Mai im Konsul-Hackfeld-Haus.
Während die EU-Kommission ihren großen alljährlichen Kongress unter die Überschrift „Innovation drives Blue Growth“ stellt, werden auf den Veranstaltungen des Bündnisses die Grenzen des Blauen Wachstums in den Vordergrund rücken. Nicht technische Lösungen, sondern soziale und umweltpolitische Fragen werden erörtert. Die Spannbreite der Beiträge reicht so von Problemen des Meeresschutzes über die Rolle der Fischerei für die Ernährungssicherheit bis zu den Arbeitsbedingungen auf See, den Gefahren einer Flucht über See, den möglichen Auswirkungen des Tiefseebergbaus im Pazifik und aktuellen Entwicklungen des Seerechts. Vor diesem Hintergrund wird die Konferenz „Ein anderes Meer ist möglich!“ Raum bieten für Informationsaustausch und die so lange vernachlässigte Debatte zur Zukunft der Weltmeere.

Mittwoch, 9. April 2014, 19 Uhr in Bremen im „Kapitel 8“ an der Domsheide

Die Tiefsee – Rettungsanker für unsere Wachstumsgesellschaft?

Ein Vortrag von Peter Willers (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz) aus Anlass des „Tages der Meere“ der Europäischen Kommission am 19./20.Mai 2014 in Bremen.

Die EU-Kommission veranstaltet im Mai ihren jährlichen „Tag der Meere“, diesmal in Bremen. Erwartet werden über tausend Gäste aus ganz Europa. Das diesjährige Motto der Veranstaltung: „Blue Growth“ (blaues Wachstum). Hauptthema: Wege zur industriellen Erschließung der Tiefsee.

Ist es zu verantworten, in die letzten unberührten und weitgehend unbekannten Regionen unseres Globus vorzustoßen, um dort Rohstoffe industriell abzubauen, weil sie an Land knapper und teurer zu werden drohen? Sind die ökologischen Risiken und Folgen überhaupt absehbar? Und wäre es nicht spätestens jetzt an der Zeit, über unsere Ökonomie des stetigen Wirtschaftswachstums nachzudenken?

Peter Willers arbeitet seit über 30 Jahren im Meeresschutz. Er gibt einen Überblick über den Stand der Dinge. Anschließend Diskussion.

Montag, 5.Mai 2014, 20.00 Uhr in Bremen im Kino city 46

„Der letzte Fang“ – ein Dokumentarfilm von Markus CM Schmidt, 2012

Von Fischernetzen im Mittelmeer bis zur Thunfischauktion in Japan. In „ Der letzte Fang“ reisen wir um die ganze Welt und erkunden die Abgründe der Überfischung – ein düsteres Geschäft, das unter starkem Druck steht und letztendlich etliche Arten bedroht.

Zwei Fischerteams aus der südfranzösischen Küstenstadt Séte werden bei ihrer Arbeit begleitet.
Unterschiedliche Traditionen unterscheiden die zwei Teams voneinander; und während eines der Familienunternehmen unter den strengen Auflagen des Thunfischfangs ums Überleben kämpft, zieht das andere seinen Nutzen aus Gesetzeslücken. Eine dieser Lücken ermöglicht es, an Libyens Küsten illegal zu fischen.

Außerdem begleitet das Filmteam den Fischfang-Experten Robert Mielgo, der sich seit langem gegen die Überfischung einsetzt. Die Tatsache, dass Robert Mielgo einst selbst auf der düsteren Seite dieser Industrie arbeitete und an Libyens Küsten illegal fischte, gibt der Geschichte eine besondere Brisanz. Mielgo entschied sich allerdings die Seiten zu von einem zynischen und rücksichtslosen Kriminellen zu einem engagierten Umweltschützer zu wechseln. Mit dem Wissen aus seiner Vergangenheit kämpft er in einem Wettrennen gegen die Zeit.

Neben einer klugen Erzählstruktur und geschickten Verknüpfungen der Recherche-Ergebnisse besticht DER LETZTE FANG vor allem durch die Kraft seiner Bilder und eine ausgereifte cineastische Bildsprache.

Das Kino city 46 zeigt den Film am Montag, 5.5. 20.00 Uhr in Gegenwart des Filmemachers Markus CM Schmidt und Vertreterinnen des Wasserforums Bremen, Aktive beim zivilgesellschaftlichen Bündnis zum Europäischen Tag der Meere

Dienstag, 5.Mai 2014, 20.00 Uhr in Bremen im Kino city 46

Versenkt und Vergessen: Atommüll vor Europas Küsten, 2013

Umweltaktivisten versuchten seit den 70iger Jahren, die Verklappung von Atommüll auf hoher See zu verhindern. Doch die Atomfrachter gewannen immer. Fässer mit radioaktiven Abfällen wurden einfach über Bord geworfen. Als die Öffentlichkeit erfuhr, was da auf See geschah, gewannen die Umweltorganisation Greenpeace ihren Kampf.

Heute sind die mehr als 100 000 Tonnen radioaktiver Abfälle, die auf dem Meeresgrund vor Europa liegen, vergessen. Die Filmemacher Thomas Reutter und Manfred Ladwig haben sich mit einem Schiff und Spezialausrüstung auf die Suche nach den versenkten Atommüllfässern gemacht.

Seit 1995 ist es zwar weltweit verboten, Atommüll von Schiffen aus ins Meer zu kippen. Es ist aber immer noch erlaubt, radioaktives Abwasser von Land aus ins Meer einzuleiten. Und genau das geschieht jeden Tag. Wiederaufbereitungsanlagen pumpen flüssigen Atommüll in die Irische See und in den Ärmelkanal. Die Langzeitfolgen der atomaren Meeresverschmutzung sind weitgehend unbekannt. Das es darüber kaum Informationen gibt, ist kein Zufall: Die wahre Aktenlage wird geleugnet, heruntergespielt oder verheimlicht. Die Verantwortlichen beschönigen seit Jahren das wahre Ausmaß der Gefahren, die von dem versenkten und vergessenen „Atomendlager“ im Meer ausgehen.

Das Kino city 46 zeigt den Film am Dienstag, den 6.5. 20.30 Uhr in Gegenwart von Vertreterinnen des Wasserforums Bremen, Aktive beim zivilgesellschaftlichen Bündnis zum Europäischen Tag der Meere

15. bis 17. Mai 2014, Konferenz im Konsul-Hackfeld-Haus

Ein anderes Meer ist möglich!

15. Mai 2014

18.30 Uhr Begrüßung und Eröffnungsrede
Kai Kaschinski (Fair Oceans)

20.00 Uhr Podiumsveranstaltung „Die Grenzen des Blauen Wachstums“
Nicole Franz (FAO, Rom),
Antje Boetius (AWI, Bremerhaven),
Francisco Mari (Brot für die Welt; Berlin),
Gesprächspartner (Greenpeace, Hamburg)
Moderation: Cornelia Wilß (Frankfurt)

16. Mai 2014

10 Uhr Begrüßung und Einführung

10.30 Uhr – 12 Uhr

Walheimat – Marine Ökosysteme verlangen Schutz!
Whale and Dolphin Conservation

Die Billigflaggenkampagne
ver.di/ITF

12 – 13 Uhr Mittagspause

13 – 14.30 Uhr

Die Entwicklung der Offshore-Windkraft in Deutschland – Berücksichtigung naturschutzfachlicher Aspekte und Auswirkungen auf die Ökosysteme in Nord- und Ostsee
NABU

OFF THE BEACH! Die globale Kampagne für sicheres und sauberes Schiffrecycling
Shipbreaking Platform, Clean Shipping Index

14.30 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 – 16.45 Uhr

Die Hohe See – Goldgrube oder gemeinsames Erbe der Menschheit?
WWF

Die Kleinfischerei im Kontext internationaler Fischereipolitik
Confederation Africaine des Organisations de Peche Artisanale (CAOPA),
Brot für die Welt, Fair Oceans

16.45 – 17 Uhr Pause

Plastik – weniger ist Meer
BUND

Wettlauf im Pazifik um die Schätze der Tiefsee
Bismarck Ramu Group (BRG), Brot für die Welt, Fair Oceans

18.30 Abendessen

20 Uhr

Podiumsveranstaltung „Zur Zukunft des Meeresschutzes“

Inge Paulini (WBGU, Berlin),
Rita Schwarzelühr-Sutter (angefragt, BMUB, Berlin),
Nadja Ziebarth (BUND, Bremen),
Stephan Lutter (WWF, Hamburg)
Moderation: Cornelia Wilß (Frankfurt)

17. Mai

10 Uhr Begrüßung und Einführung

10.30 Uhr – 12 Uhr

Maritimer Raubbau in Kunst und Medien
Fair Oceans

Menschenrechte und die soziale Frage auf See
Deutsche Seemannsmission

12 – 13 Uhr Mittagspause

13 – 14.30 Uhr

Flucht über See
medico international (angefragt)

Ernährung und Fischereipolitik
Slow Food Deutschland

14.30 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 – 16.45 Uhr

Ziele Nachhaltiger Entwicklung für die Meerespolitik
Forum Umwelt und Entwicklung

Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere
Deepwave

16.45 – 17 Uhr Übergang

17 Uhr
Plenum und Abschlusserklärung der Konferenz

18.30 Uhr Verabschiedung

Mit freundlichen Grüßen

Kai Kaschinski

—–

„Fair Oceans
– Die Weltmeere als gemeinsames Erbe der Menschheit
und ihre nachhaltige Nutzung“

www.fair-oceans.info

Ein Arbeitsschwerpunkt des
Vereins für Internationalismus und Kommunikation e.V.

Bernhardstraße 12
28203 Bremen

Fon: 0049-(0)152-295 170 04
Fax: 0049-(0)421-307 46 65
E-mail: fair-oceans@gmx.info

Verein für Internationalismus und Kommunikation e.V.
Postbank Hamburg – BLZ 20010020 – Kto 6669209
Stichwort: Fair Oceans

Baywatch – Plastik im Fokus : Streetspotr-Kampagne für Meeresschutz

Neue Sozial-Spots! Tragt jetzt bei Streetspotr euren Teil zum Erhalt der #Umwelt bei! In Kooperation mit www.wir-ändern-das.de und DEEPWAVE könnt ihr nun verschmutze Uferflächen dokumentieren und – wenn möglich – auch direkt reinigen. Als Belohnung winken StreetPoints und gleich zwei Badges! Werdet jetzt Teil der Umweltbewegung!

Baywatch – Plastik im Fokus

Hamburg, 31.3.2014: Die Initiative wir-ändern-das.org kooperiert zu ihrem Start mit Streetspotr, Europas größter mobile Workforce, um die gebündelte Kraft von derzeit über 240.000 Smartphone-Usern dafür einzusetzen, mit einfachen Handgriffen etwas an der Zerstörung der Umwelt zu ändern. Mit dem Startprojekt „Baywatch“ kann jeder mit einfachen Handgriffen etwas zur Reduzierung des Plastikmülls beitragen.

Streetspotr-Nutzer erledigen im Rahmen der App kleine Aufgaben an ihren individuellen Aufenthaltsorten. Während es bei den meisten Aufträgen darum geht, sich für Mikrojobs eine kleine Honorierung zu verdienen, steht bei den Jobs von wir-ändern-das.org im Fokus Gutes zu bewegen. Beim ersten gemeinsamen Projekt „Baywatch – Plastik im Fokus“ von Streetspotr und wir ändern das soll Müll an Ufern und Stränden eingesammelt werden – als Aktion für die Hamburger Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. Kommt ein Streetspotr-Nutzer an einem wassernahen Gebiet vorbei, wird er den Abschnitt auf Abfälle prüfen und sie gegebenenfalls aufsammeln. Vorher-Nachher-Fotos belegen den Einsatz des Users und machen ihn zu einem Teil einer großen Bewegung. Streetspotr-Mitgründerin Dorothea Utzt freut sich über das erste gemeinsame Projekt: „Wir sind begeistert, nach wheelmap.org mit wir-ändern-das.org einen weiteren Partner für sozial und umweltpolitisch relevante Aufgaben gewonnen zu haben.“

„wir-ändern-das.org ist eine Initiative, die aus vielen Mücken einen Elefanten macht, der die Welt nachhaltig verändert“, erklärt Gründer Ingo Ballmann. „Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Umweltschutzvereinen wie DEEPWAVE, Technologie-Partnern wie Streetspotr, die den NGOs mit ihrer Plattform eine Bühne geben, und Menschen, die etwas ändern möchten.“ Los geht die Kooperation mit der Müllsammel-Aktion für Deepwave, weil es sich um ein „einfaches“ Change-Projekt handelt, das jeder gut in seinen Alltag integrieren kann. „Zehntausende Plastikteile befinden sich heute auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche und gefährden unzählige Tiere“, mahnt der Meeresbiologe Dr. Onno Groß, Vorsitzender von DEEPWAVE. „Und über die Flüsse gelangt das Plastik auch vom Binnenland ins Meer. Das Aufsammeln von Müll ist daher die effektivste und einfachste Lösung etwas gegen die Verschmutzung zu tun. Wir freuen uns schon über die vielen neuen Meeresschützer und werden die Informationen aufbereiten und in den politischen Diskurs einbringen.“

Nächste Kampagnen von wir-ändern-das.org sind bereits mit der Albert Schweitzer-Stiftung in Planung, die sich für den Schutz und die Rechte der Tiere einsetzt. „Wir sind nicht die, die ins eiskalte Wasser springen und Öltanker aufhalten. Das ist bewundernswert, aber nicht jedermanns Sache. Wir sind die normalen Menschen, die sich gegenseitig inspirieren zu kleinen Veränderungen im Alltag. Einfach mal auf Plastiktüten verzichten. Einfach mal Müll aufheben. Bündelt man diese kleinen Taten zusammen kann man Wunder bewirken. Jeder für sich und doch gemeinsam“, beschreibt Ingo Ballmann die Initiative.

Über die Kooperation mit Streetspotr hinaus wird wir-ändern-das.org eine eigene Plattform launchen: Diese soll über brennende Baustellen aufklären, Menschen für eigene Challenges gewinnen, durch die sie bei sich etwas ändern können, und Usern Raum für eigene Aktionen geben, für die sie Mitmacher suchen. Unter wir-ändern-das.org können sich User jetzt schon anmelden und regelmäßig über neue Aktionen informiert werden. „Wir ändern das ist für Menschen, die ein Bewusstsein eint für Dinge, die in dieser Welt falsch laufen – Verpackungsirrsinn, Tierhaltung, soziale Ungerechtigkeiten, Raubbau, Verschwendung. Und der Optimismus, dass wir das gemeinsam ändern können. Es ist die erste Plattform dieser Art, die direkt zu zielgerichteten Aktionen für menschlichere Wege führt. Die erste Crowd-Helping-Plattform“, erklärt Ingo Ballmann.

Kurzbeschreibungen:
wir-ändern-das.org ist eine Plattform, mit deren Hilfe jeder die Dinge einfach angehen kann, die wir ändern wollen. Schritt für Schritt. Aktiv. Wir-ändern-das.org bündelt diese kleinen Taten um in der Summe Großes zu bewegen.
Dies geschieht auf der einen Seite über Partner, die sich schon lange für das Leben einsetzen. Denn wir wissen, dass es viele Menschen braucht, die gemeinsam für etwas einstehen, um eine Änderung zu erzielen. Gemeinsam schaffen wir es. Wie macht man aus einer Mücke einen Elefanten? Mit Vielen. Sei dabei.
www.wir-ändern-das.org

Die Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. bringt das tägliche Missmanagement und die Gefahren für die Weltmeere in die Öffentlichkeit. Dabei arbeitet DEEPWAVE national und international als politischer Aufklärer und setzt sich für mehr Meeresschutzgebiete, für einen besseren Artenschutz und eine bessere Fischereipolitik durch ein Verbot der Tiefseeschleppnetzfischerei ein. Ausstellungen, Aktionen, aktuelle Infomaterialien und Social Media-Aktivitäten ermöglichen es, sich über den Meeresschutz zu informieren.
www.deepwave.org

Streetspotr (www.streetspotr.com) ist Europas größte mobile Workforce. Über 240.000 Smartphone-Nutzer erledigen ortsbezogene Aufträge wie z.B. die Überprüfung von Produktplatzierungen, das Fotografieren von Speisekarten oder die Überprüfung von Adressen und Öffnungszeiten lokaler Geschäfte – überall, jederzeit und in jedem Ausmaß, und alles über ihre Smartphones.
www.streetspotr.de

wir-ändern-das.org, Ingo Ballmann E-Mail: mobil: 0049 178 7606135
DEEPWAVE. e.V., Dr. Onno Groß, E-Mail: Mobil: + (0)179 598 69 69
Streetspotr GmbH, Dorothea Utzt, E-Mail: , Tel.: 0911/14878490

Wir-ändern-das.org bündelt die wichtigen Themen vor denen wir global stehen und schafft Lösungen, die jeder für sich persönlich angehen kann.
Wir-ändern-das.org ist gegründet von Ingo Ballmann der als Mentor und Projektentwickler in vielen nachhaltigen Projekten mitgewirkt hat. Aktuell ist er in der Gründung eines gemeinnützigen Vereins und der Gründung eines Studienganges für ganzheitliches Management

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

„beat the microbead“- Kampagne wird jetzt international!

„beat the microbead“- Kampagne wird jetzt international!

NEUE VERBRAUCHER-APP ZEIGT KÖRPERPFLEGEPRODUKTE MIT MIKROPLASTIK AN

Ab heute ist die internationale Version der App „beat the microbead“ aktiv. Diese ursprünglich niederländische App liefert Information über die Verwendung schädlicher Mikro-Kunststoffpartikel (Microbeads) in Kosmetikprodukten und unterstützt somit umweltbewusste Verbraucher beim Einkaufen.

Die UNEP, die Umweltorganisation der Vereinten Nationen, erteilte in der ersten Jahreshälfte den Auftrag zur Weiterentwicklung der App für den internationalen Markt und für Smartphones verschiedener Fabrikate. Am vergangenen Wochenende stellten Maria Westerbos von der „Plastic Soup Foundation“ und Jeroen Dagevos von der „Stichting de Noordzee“ diese internationale Version auf der UNEP GLOC-2 Konferenz in Jamaica vor.

Die kostenlose App benutzt eine dreifache Farbkodierung: Rot bedeutet, dass das Produkt Microbeads enthält; Orange bedeutet, dass das Produkt zwar Microbeads enthält, der Hersteller aber angegeben hat, das Produkt zu ersetzen oder die Zusammensetzung zu verändern und Grün bedeutet, dass das Produkt vollständig Microbead-frei ist.

Die Finanzierung wurde u.a. durch die UNEP und die britische Fauna & Flora International ermöglicht. Flora & Fauna international ist eine große britische Nicht-Regierungs-Organisation unter dem Vorsitz der niederländischen Prinzessin Laurentien und der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II.

Maria Westerbos: “Im Prinzip kann die App an allen Ländern benutzt werden, vorausgesetzt lokale NGO’s stellen Produktlisten von Microbeads-haltigen Kosmetikprodukten zusammen. In den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland und Frankreich geschieht dies schon. Kürzlich haben sich NGO’s aus Brasilien, Schweden und Hong Kong angeschlossen.

Jeroen Dagevos: ”Microbeads, kleine Plastikpartikel, die als mechanische Putzkörper den Kosmetikprodukten zugefügt werden, sind leider nicht biologisch abbaubar. Aufgrund ihrer geringen Durchmesser werden Microbeads meist von Kläranlagen nicht herausgefiltert und gelangen so in Oberflächengewässer. Somit sind sie ein wesentlicher Bestandteil der Plastik-Suppe, die unsere Ozeane bedroht. Durch die Zusammenarbeit von über 30 NGO’s kann die „beat the microbead“-App, jetzt auch international, einige Verursacher gleich im Ursprung bekämpfen: die Produkte im Badezimmer.“

In Deutschland wird die App durch die Herner Meeresschutzorganisation Project Blue Sea aktualisiert und somit auf den neuesten Stand gebracht. Ein ausführlicher Hintergrundbericht ist unter http://www.projectbluesea.de/muell-im-meer.html zu finden.
Die App kann über http://www.beatthemicrobead.org/de/ kostenlos heruntergeladen werden.

Project Blue Sea e.V. Postfach 15 01 15 44613 Herne
Ansprechpartner: Angelika Heckhausen (0163 / 4738571)
Sascha Regmann (0163 / 370 2230)
www.projectbluesea.de
info@projectbluesea.de

Kunststoffpartikel auch in Süßwasser-Ökosystemen eine unterschätzte Gefahr

Bildergebnis für Foto: Ansammlung unterschiedlicher Kunststoffpartikel am Strand des Gardasees / H. Imhof / C. Laforsch, Universität Bayreuth
Foto: Ansammlung unterschiedlicher Kunststoffpartikel am Strand des Gardasees / H. Imhof / C. Laforsch, Universität Bayreuth

Kunststoffpartikel in Süßwasser-Ökosystemen: eine unterschätzte Gefahr

Die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll ist in den letzten Jahren immer stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Aber auch Süßwasser-Ökosysteme können in ähnlicher Weise durch Kunststoffpartikel verunreinigt sein. Darauf macht eine neue Fallstudie aufmerksam, die eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Christian Laforsch an der Universität Bayreuth und Prof. Dr. Reinhard Niessner von der TU München jetzt in der Zeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler warnen vor den bisher wenig beachteten gesundheitlichen Gefahren und fordern verstärkte Kontrollen, nicht zuletzt im Bereich von Süßwasserseen.

Giftige Kunststoffpartikel in Uferbereichen eines subalpinen Sees

Als Fallbeispiel für ein regionales Süßwasser-Ökosystem wurde der Gardasee ausgewählt. Weil er sich direkt unterhalb der Alpen erstreckt, erwarteten die Mitglieder der Forschungsgruppe, hier eine vergleichsweise geringe Wasserverschmutzung durch Plastikmüll – vor allem durch kleinste Partikel, so genanntes Mikroplastik – anzutreffen. Umso mehr waren sie überrascht, als sie bei ihren Analysen feststellen mussten: Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als 5 Millimetern sind im Uferbereich des Sees teilweise genauso dicht verstreut wie an Meeresstränden.

„Von diesen Substanzen, wie beispielsweise Polystyrol und Polyethylen, wissen wir heute, dass sie in der Natur nicht oder nur langsam abgebaut werden. Sie tragen insofern zu einer nachhaltigen Verschmutzung von Ökosystemen bei. Zudem handelt es sich um Kunststoffe, die giftige organische Schadstoffe absorbieren und in andere, weniger verschmutzte Regionen einschleppen können. Außerdem haben wir sogar winzige Partikel von Polyvinylchlorid (PVC) nachweisen können, das je nach Produktionsweise krebserregend sein kann“, berichtet Prof. Laforsch.

Risiken für die Nahrungskette

Die Wissenschaftler haben die Kunststoffabfälle systematisch an zwei Stränden des Gardasees aufgelesen und anschließend mit den Mitteln der Raman-Spektroskopie und der Elektronenmikroskopie analysiert. Die geringe Größe der Partikel erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Fische, Würmer und andere wirbellose Tiere sie mit Nahrung verwechseln. Damit aber steigt das Risiko, dass giftige Plastikreste ihren Weg in die menschliche Nahrungskette finden. Tatsächlich konnte Hannes Imhof, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Laforsch, in Würmern, Schnecken, Muscheln, Wasserflöhen und Muschelkrebsen winzige fluoreszierende Kunststoff-Ablagerungen nachweisen. Diese Tiere sind auch am Gardasee heimisch und dienen ihrerseits als Nahrung für andere Tiere – wie beispielsweise Wasserflöhe, die eine Hauptnahrungsquelle für Fische sind.

Unterschiedlich hohe Konzentrationen des Plastikmülls

Wie sich im Verlauf der Forschungsarbeiten herausstellte, ist der Nordstrand des Gardasees erheblich dichter mit Plastikmüll verunreinigt als die südlichen Uferbereiche des Gardasees. Die wesentliche Ursache sehen die Forscher in einer häufigen Windströmung aus südwestlicher Richtung, die von der einheimischen Bevölkerung als „Ora“ bezeichnet wird. Dieser Befund deckt sich mit Forschungsergebnissen, die ein kanadisches Forschungsteam am Huron-See – Great Lakes – vor zwei Jahren veröffentlicht hat: Auch dort konzentrierten sich 94 Prozent der gefundenen Kunststoffpartikel auf eine einzige Uferregion.

Konsequenzen für Ökologie und Umweltpolitik

Woher stammt der Plastikmüll, der einige Strände des Gardasees verschmutzt? Einen großen Anteil haben Konsumgüter und ihre Verpackungen. Die Plastikteile geraten entweder direkt oder auf dem Umweg über Mülldeponien in den See und in ufernahe Gebiete. Prof. Laforsch, der an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Tierökologie I leitet, betont, dass der Gardasee keineswegs ein ungewöhnliches Beispiel für die Verschmutzung eines Ökosystems durch Kunststoffe darstellt. Im Gegenteil: Weil die Lage des Sees am Fuß der Alpen vergleichsweise geringe Umweltrisiken mit sich bringt, vermuten die beiden Forscher, dass Süßwasser-Ökosysteme mit einer größeren Nähe zu städtischen Zentren und Industrien viel stärker betroffen sind.

„Wir wollen die Ergebnisse der Analysen, die wir in ‚Current Biology‘ publiziert haben, als ein generelles Warnsignal verstanden wissen“, so Prof. Laforsch. „Plastikmüll ist eine Gefahr, die keineswegs nur auf ferne Regionen in den Ozeanen – wie etwa den bekannten Nordpazifikwirbel – beschränkt ist. Umweltwissenschaften und Umweltpolitik sollten sich für diese Problematik verstärkt interessieren.“

Von der DFG gefördert: ein interdisziplinäres Forschungsprojekt

Die jetzt veröffentlichte Fallstudie ist hervorgegangen aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „Kunststoffpartikel in limnischen Ökosystemen: Vorkommen und Einfluss auf aquatische Organismen“. Es zielt darauf ab, die Kunststoffbelastung ausgewählter deutscher und europäischer Seen und Flüsse mit Hilfe der Raman-Mikrospektroskopie (RM) zu untersuchen. Insbesondere geht es dabei um die Frage, wie sich Kunststoffpartikel innerhalb der Gewässer verteilen. Darüber hinaus wollen die Projektpartner um Prof. Laforsch und Prof. Niessner herausfinden, in welcher Form und in welchen Mengen sich Kunststoffpartikel in Organismen und Organen ansammeln. Das Vorhaben wird deshalb dazu beitragen, die Risiken aufzuklären, die mit der Verunreinigung von Ökosystemen durch Plastikmüll verbunden sind. Es kann auf diese Weise helfen, Strategien zu entwickeln, um zukünftige Schäden für Mensch und Natur zu vermeiden.

Veröffentlichung:
Hannes K. Imhof, Natalia P. Ivleva, Johannes Schmid, Reinhard Niessner, and Christian Laforsch, Contamination of beach sediments of a subalpine lake with microplastic particles,
in: Current Biology, Vol 23, No 19.

https://www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse/pressemitteilungen/2013/256-Suesswasser-Oekosysteme.pdf

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