Alternativen zum Plastikhalm: Der beste Trinkhalm ist - keiner.

Alternativen zum Plastikstrohhalm

Hier findet ihr eine Liste von diversen Alternativen zum Strohhalm aus Plastik (der eigentlich Trinkhalm heißt) mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Der beste Strohhalm ist gar keiner!

Wiederverwendbare Alternativen
Trinkhalme aus Glas sind angenehm im Gebrauch, spülmaschinengeeignet und durch ihre glatte Oberfläche gut zu reinigen und besonders hygienisch. Im Gastrobereich gibt es allerdings noch keine Vorrichtungen, die ein leichtes, schnelles Reinigen ermöglichen. Sie eignen sich für  Heiß- und Kaltgetränke und haben keinen Eigengeschmack.
Die Halme sind aus bruchsicherem Laborglas, das selbst bei einem Sturz zu Boden nicht zerbricht, und werden mit Hülle und Reinigungsbürstchen angeboten, die es ermöglichen, sie auch unterwegs zu nutzen. Das Glas darf jedoch nicht im normalen Altglascontainer entsorgt werden, sondern muss einem speziellen Entsorger für hitzebeständiges Laborglas zugeführt werden.

Trinkhalme aus Edelstahl sind eine umweltfreundliche Alternative mit langer Lebensdauer und recycelbar, allerdings nicht geeignet für Heißgetränke, da Verbrühungsgefahr. Sie sind generell gut in der Gastrobranche verwendbar, auch wenn bemängelt wird, dass man nicht so gut sehen kann, ob alle Rückstände durch die Spülmaschine entfernt wurden, weil sie nicht durchsichtig sind. Außerdem werden sie nicht von allen Benutzern als geschmacksneutral empfunden und bei Menschen mit Beeinträchtigungen (wozu auch starke Alkoholisierung zählt) besteht die Gefahr der Selbstverletzung.

Eine weitere Alternative ist der Bambushalm, dessen Material von Natur aus antibakteriell ist. Da Bambus Flüssigkeiten gut aufnimmt, ist dieser Trinkhalm etwas schwerer zu reinigen und daher für den Gastrobereich in Deutschland nicht zugelassen, für den Hausgebrauch aber gut geeignet, wenn man sich an seinen Eigengeschmack gewöhnt hat.  Er ist nur schwer kompostierbar, dafür bruchsicher. Außerdem sind die Anbaumethoden in Betracht zu ziehen und der negative ökologische Footprint aufgrund des Transports aus Asien.

Halme aus sogenannten Biokunststoffen (biobasierte Kunststoffe) werden von uns nicht empfohlen. Sie ähneln zu sehr Plastik und verhindern so ein Umdenken. Ebenso ist die Bezeichnung „bio“ irreführend, die nichts mit der Lebensmittelkennzeichnung zu tun hat, sondern auf das natürliche Ausgangsmaterial hinweist, das meist Maisstärke ist. Und insofern dieser Mais Genmais aus den USA ist, sind sie ein No-Go für uns. Außerdem sind sie weder wirklich kompostierbar, da sie dies nur in idustriellen Anlagen wären, die dafür aber in Deutschland nicht zur Verfügung stehen, noch wirklich recycelbar, da die Scanner der Recyclinganlagen sie als Kunststoff aussortieren und so der Verbrennung zuführen.

Nicht wiederverwendbare Alternativen
Unser Favorit, falls es nicht ohne Trinkhalm zu gehen scheint: die Nudel!
Maccaroni in allen möglichen Stärken gibt es überall, wenn der Hartweizenanteil hoch ist, halten sie lange in der Flüssigkeit, und wenn sie dann doch aufweichen, kann man sie essen, was nicht nur Kinder gut finden.

Die  klassische Alternative ist der Strohhalm aus Stroh, aus dem Material, das ihm den Namen gegeben hat und aus dem er seit seiner Erfindung war, bis er vor einigen Jahrzehnten durch das vermeintlich günstigere Material Plastik ersetzt wurde. Heute wird wieder Roggenstroh in biologischer Qualität angebaut, das sich für die Verwendung als Trinkhalm eignet.  Der Strohstrohhalm ist kompostierbar, in Maßen für Heißgetränke und Smoothies geeignet und – neben der Pastavariante – die ökologischste Alternative in Situationen, in denen auf Wegwerfware nicht verzichtet werden will.

Die bereits bekannten Papierhalme eignen sich nur für Kaltgetränke. Sie werden im besten Fall aus recyceltem Papier hergestellt, sind allerdings meist bedruckt oder beschichtet, was eine Zuführung zum Recyclingkreislauf fragwürdig macht.

Neu im experimentellen Bereich sind bienenwachsbeschichtete Halme aus Raps und aus Apfeltrester.

Quellen:

nachhaltig-sein.info/lebensweise/alternativen-plastik-strohhalm-vergleich-nachhaltigkeit

https://www.halm.co/de/wiederverwendbare-strohhalme-im-vergleich

https://www.bambus-freunde.de/trinkhalme-aus-plastik-warum-du-keine-mehr-benutzen-solltest/

http://www.bbc.com/news/uk-43169004

The Last Plastic Straw

The Last Plastic Straw is a project of Plastic Pollution Coalition.
Did you know? Over 500,000,000 plastic straws are used each day in the United States. In only the past twenty years, people have come to expect plastic straws in every drink, in an example of extreme waste being generated for minimal convenience. These short-lived tools are usually dropped into a garbage can with no further thought, instantly becoming a source of plastic pollution.

© Plastic Pollution Coalition

The Last Plastic Straw and Plastic Pollution Coalition are building momentum around a worldwide movement, so plastic straws become a relic of the past. In the short term, we work with our Coalition to encourage eateries to no longer automatically give plastic straws; we educate individuals to refuse plastic straws and spread the “straw free” message; and we work to change local regulation to stop this unnecessary plastic pollution.

In the long run, this collective engagement around the gateway issue of plastic straws will meaningfully shift the way individuals and businesses think about plastic pollution – and about our society’s disposable culture on a larger scale.

© Plastic Pollution Coalition

TAKE ACTION

Level 1: Make a personal commitment to say „no“ to plastic straws. Whenever ordering a drink, politely request “no straw, please.” Encourage your friends and family to take the pledge, too!

You’ve got more power than you think. Want to take your impact even further? Use your own paper, glass, bamboo, or stainless steel straw instead, and start a conversation.

Level 2: Reach out to some local eateries in your neighborhood or town and ask them to change their protocol to only serve straws upon request. Simply leave these informational cards with your bill!

Level 3: Encourage those eateries to make a change to non-plastic straw options – like paper, glass, or stainless steel – if diners do request a straw. We have a business-specific pledge for them to sign, too!

Level 4: Host a screening of STRAWS the film in your community to start a wave of change.

http://www.plasticpollutioncoalition.org/no-straw-please/

Bürgermeister von Lampedusa verbietet Plastik-Einweggeschirr

Auf den sizilianischen Inseln Lampedusa und Linosa sollen zukünftig Plastik-Einweggeschirr und Plastiktüten verboten werden, gab Salvatore Martello, Bürgermeister der Inseln im Rahmen einer Fischerei-Konferenz am 03.Juli 2018 in Palermo bekannt. Dadurch sollen die Menge von Plastikabfällen reduziert und die Mülltrennung auf der Insel vereinfacht werden und vor allem weniger Abfälle im Meer landen, die sich negativ auf die Meeresfauna und dadurch auch auf die Fischerei auswirken. Bis 31. August 2018 soll diese Verordnung durchgesetzt werden. Ihm sei klar, dass dies für die Einwohner, Touristen und Geschäftsleute eine „kleine Revolution“ sei, aber man müsse neue Verhaltensweisen im Einklang mit der Natur und für eine Verbesserung der Lebensqualität erlernen, so Martello. Außerdem sollen Fischer in Kooperation mit den Gemeinden auf See Plastikmüll sammeln und an Land abgeben können.

Kurzzusammenfassung aus dem Italienischen.
Den Originalartikel könnt ihr hier nachlesen:

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2018/07/03/news/lampedusa_il_sindaco_vieta_la_vendita_di_piatti_e_posate_di_plastica-200752438/?ref=fbpr&refresh_ce

 

Bioplastik ist nicht immer „grün“

Bioplastik ist nicht „grün“

Gesamter Lebenszyklus genauso schädlich wie bei Erdöl-Polymeren

Plastik, das aus Pflanzenbasis hergestellt wurde, ist mindestens genauso umweltschädlich wie Kunststoffe aus Erdöl. Das zeigt sich, wenn man sowohl die Nachhaltigkeit des Materials selbst als auch den Lebenszyklus der nötigen Ressourcen berücksichtigt, kommen Forscher der University of Pittsburgh in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“ zum Schluss [1].

Zwar haben Biopolymere den Vorteil, dass sie biologisch abbaubar und weniger toxisch sind und erneuerbare Ressourcen verwenden. Was ihre Gesamtbilanz aber zunichte macht, ist die Herstellung der Ausgangsstoffe. „Die Landwirtschaft und die chemische Verarbeitung, die zur Produktion nötig sind, verschlingen ebenfalls Energie und setzen Unmengen an Düngemittel und Pestiziden in die Umwelt frei“, berichtet Studienleiter Michaelangelo Tabone.

Umwelt leidet an Produktion

Die Forscher untersuchten dazu zwölf verschiedene Polymere, die als Grundlage Zucker und Maisstärke (PLA-NW und PLA-G), Maisstängel (PHA-S), Maiskörner (PHA-G), Erdöl (PVC, PC, HDPE, PET, LDPE) oder Propengas (PP) verwenden sowie auch eine Hybridplastik, die sowohl auf Erdöl als auch Pflanzen basiert (B-PET). Zunächst analysierten sie den gesamten Lebenszyklus einer 30 Gramm schweren Kugel des jeweiligen Polymers in Hinsicht auf Umwelt, Gesundheit, Energieeinsatz, Rohmaterialien und zur Produktion nötige Chemikalien. Dann prüften sie, wie verträglich und energieintensiv das Endprodukt und dessen Abbau ist.

Jedes Bioplastik hat ihre Tücken, so das Ergebnis. Alle Biopolymere überdüngen die Gewässer und zerstören die Ozonschicht. Zwei der Maisvarianten tragen maßgeblich zur Versäuerung der Umwelt bei, jene auf Maiskörner-Basis braucht zudem beträchtliche Mengen fossiler Treibstoffe. Selbst im Vergleich der krebserregenden Inhaltsstoffe liegt Bioplastik nur im Mittelfeld. Insgesamt am schlechtesten schnitt Hybrid-Plastik ab, das laut den Forschern alle möglichen Nachteile sowohl der Erzeugung als auch der Abbaubarkeit in sich vereint.

Besser vermeiden als ersetzen

Umweltexperten sehen die Suche nach dem am wenigsten umweltschädlichen Kunststoff mit Skepsis. „Die Frage sollte bereits lauten, ob wir diese kurzlebigsten Verpackungsstoffe überhaupt brauchen“, kritisiert Markus Meissner vom österreichischen Ökologieinstitut gegenüber pressetext. Bioplastik sei derzeit noch teuer, werde jedoch von Lebensmittelketten bereits für erste Produktverpackungen verwendet. „Man ersetzt ein Einwegprodukt durch ein anderes. Den ernormen Entwicklungsaufwand dafür sollte man besser für Abfallvermeidung und Wiederverwendung einsetzen“, so der Experte für Ressourcenmanagement.

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 hat das Ökologieinstitut mit dem deutschen Öko-Institut und der Schweizer carbotech AG die von den Veranstaltern als „umweltfreundlich“ beworbenen Getränkebecher aus Maisplastik untersucht. Die ökologische Nutzen der biologischen Abbaubarkeit ist zu vernachlässigen gegenüber dem Erzeugungsaufwand, so das Ergebnis.
pressetext.austria

LINKS [Red.]

[1] www.news.pitt.edu/news/Landis_polymers_LCA

www.klimawandel.de/Natur/bioplastik-ist-nicht-gruen.html

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