Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Der Kampf um die Tiefsee – Wettlauf um die Rohstoffe der Erde

Der Kampf um die Tiefsee – Wettlauf um die Rohstoffe der Erde

– Spannendes Wissenschaftssachbuch über Forschungsfahrt des IFM-GEOMAR–

Die Tiefsee – immer noch einer der letzten weißen Flecken auf unserem Planeten. Unbekannte Naturwunder, aber auch umfangreiche Rohstoffverkommen liegen dort verborgen. Die Autorin Sarah Zierul berichtet in ihrem neuen Buch „Der Kampf um die Tiefsee. Wettlauf um die Rohstoffe der Erde“, dass am 19. August bei Hoffmann und Campe erscheint, über die faszinierende Unterwasserwelt und die Jagd nach den Rohstoffen in der Tiefsee. Für ihre Recherchen hat die Autorin unter anderem eine Forschungsexpedition des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) begleitet.

Die Eroberung des Meeresbodens hat begonnen – ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Erst seit kurzem ist es technisch möglich, in die tiefsten Tiefen der Ozeane vorzudringen. Weltwunder der Natur liegen dort verborgen. Doch schon sind die Weichen für einen neuen Goldrausch gestellt, der diese Wunderwelt zu zerstören könnte. In ihrem neuen, spannenden Wissenschaftssachbuch schildert Sarah Zierul eindrucksvoll die Erforschung einer letzten weißen Flecken auf diesem Planeten, aber auch die Gefahren, die durch die Ausbeutung wertvoller Rohstoffe drohen.

Während der umfangreichen Recherchen zur Ihrem Buch hat sie auch an einer Forschungsexpedition auf dem Forschungsschiff SONNE teilgenommen, die unter der wissenschaftlichen Leitung des Meeresgeologen Prof. Dr. Colin Devey vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) stand. Gemeinsam mit IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig verfolgte Zierul gespannt die ersten Tauchgänge des ferngesteuerten Tiefseeroboters ROV Kiel 6000. Vor der Küste Neuseeland absolvierte das High-tech-Gerät seinen ersten Tiefseetests und übermittelte faszinierende Aufnahmen von heißen Tiefseequellen besiedelt mit einzigartigen Ökosystemen. In ihrem spannend geschriebenen Sachbuch nimmt sie den Leser zunächst mit auf die Expedition der Kieler Meeresforscher. Tief im Pazifik gibt es viel zu entdecken…

Veranstaltungshinweis:

Die Autorin Sarah Zierul stellt ihr Buch am 25. August um 19 Uhr im Internationalen Maritimen Museum (IMM), Kaispeicher B, Koreastrasse 1, 20457 Hamburg vor. Zu Gast ist der Tiefseegeologe Prof. Dr. Colin Devey vom IFM-GEOMAR. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung, die auf Deck 7 im IMM stattfindet, ist frei.

Zur Autorin:

Sarah Zierul, geboren 1978, ist Autorin und Regisseurin für Fernsehdokumentationen. Sie hat in Köln und Málaga Politik- und Filmwissenschaften studiert und in Hamburg beim NDR volontiert. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet an Wissenschaftsfilmen, Kulturbeiträgen und politischen Dokumentationen für Sendungen wie Die Story, W wie Wissen, Quarks & Co, Monitor, Kulturjournal und Mare TV in ARD, WDR, NDR, ZDF und Arte. Über die Tiefsee hat sie mehrere Filme gedreht, die unter anderem mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, dem Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe und dem Ersten Preis des Atlantis Natur- und Umweltfilmfests Wiesbaden ausgezeichnet wurden.

Links:
Hoffmann und Campe: http://www.hoffmann-und-campe.de/go/der-kampf-um-die-tiefsee
Internationales Maritimes Museum: http://www.internationales-maritimes-museum.de/
IFM-GEOMAR: http://www.ifm-geomar.de

Öl-Plattform sind keine Außenposten zur Erforschung der Tiefsee

„Öl-Plattform sind keine Außenposten zur Erforschung der Wunder der Tiefsee“ schreibt die taz:

Das Ende des Ölzeitalters

ÖL Im blinden Fleck der Kritik an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko liegt die Ölforderung selbst und unsere Abhängigkeit von ihr. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel und ein Umdenken in der Energiepolitik.

VON CORD RIECHELMANN

Das Bild einer Bohrinsel sagt nichts über das Wesen und die Funktion einer Bohrinsel. Wer zum Beispiel mal eines der Videos gesehen hat, mit denen Shell für eine Ölplattform der Superlative im Golf von Mexiko wirbt, kann auf die Idee kommen, es handele sich bei der Plattform um einen futuristischen Außenposten zur Erforschung der Wunder der Tiefsee.

Eine neue Ära der Innovation sah Shell eingeläutet, als im März dieses Jahres die Plattform „Perdido“ vor der texanischen Küste eingeweiht wurde. In 2.450 Meter Tiefe wird dort nach Öl gebohrt, und da unten, so teilt das Video mit, leben die wundersamsten Geschöpfe der Natur. Riesenquallen, Haie, Krabben und noch gar nicht bestimmtes Getier.

Großartig sei das, was die Natur da unten alles geschaffen habe, meint ein Vertreter von Shell. Mit etwas Glück gibt es diese großartige Natur heute, ein paar Monate später, immer noch. Nämlich dann, wenn das Öl, das aus dem BP-Loch ein paar Kilometer entfernt in den Golf geflossen ist, nicht bis hierher gelangt ist, und es noch nicht vermocht hat, die Tierwelt und Seetangwälder im Golf so weit zu zerstören, dass die Nahrungskette des Meeres nachhaltig ruiniert worden ist. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Das Ausmaß der Katastrophe um die Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist in allen Einzelheiten mitsamt den ökologischen Folgen hinreichend beschrieben worden. Auch wenn die Berichterstattung nicht frei von Hoffnungen, Schwarzmalereien und Ideologien war, war sie im Ganzen darum bemüht, sich eher Sorgen um das Meer und die Menschen zu machen, die im kleineren Maßstab als Ölkonzerne vom Meer leben, als um den Fortbestand von BP. Was allerdings auch kein Wunder war, denn wenn man einem Börsenanalysten, den die Huffington Post zitierte, Glauben schenkte, dann gehe „die US-Regierung pleite, bevor es BP tut“.

Weiterlesen
http://taz.de/digitaz/2010/08/16/a0097.nf/text

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mitmachaktion gegen Tiefseebohrungen im Mittelmeer

 

HÄNDE WEG VOM MITTELMEER
Verendende Pelikane, schwarze Strände, arbeitslose Fischer … der Ölkonzern BP hat im Golf von Mexiko die größte Umweltkatastrophe seit Tschernobyl verursacht. BP hat geschlampt, getrickst, gelogen und bestochen – und aus dem Unglück offenbar nichts gelernt:

Wie jetzt bekannt wurde, will der Konzern in wenigen Wochen hochriskante Tiefseebohrungen im Mittelmeer starten. Die Ölquelle vor der libyschen Küste befindet sich 1750 Meter unter dem Meeresspiegel – noch 250 Meter tiefer als das Bohrloch der „Deepwater Horizon“!

Dabei hat uns das Desaster der letzten Monate dramatisch vor Augen geführt: Tiefseebohrungen sind so wenig beherrschbar wie die Atomkraft. Millionen Liter giftiges Öl haben den Golf von Mexiko verseucht. Und nun soll BP weitermachen dürfen als wäre nichts geschehen? Sind nach den Küsten von Louisiana und Florida jetzt die Strände von Sizilien, Tunesien, Spanien oder Griechenland dran?!

Dagegen kannst Du jetzt aktiv werden. Protestiere gegen diesen Bohrirrsinn und fordere BP auf, das Bohrprojekt im Mittelmeer sowie alle weiteren Tiefseebohrungen zu stoppen. Für Deinen Protest stellen wir Dir einen Musterbrief zur Verfügung. Schicke ihn an den Boss von BP und zeige ihm, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatenlos zuschauen, wenn profitgierige und kurzsichtige Konzerne unsere Zukunft aufs Spiel setzen!

Auch die Europäisches Kommission hat in Person des EU-Energiekommissar Günther Oettinger an Libyen apellieret, das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. libyen zeigt aber dazu wenig Bereitschaft:

BP will Anfang August mit Tiefseebohrungen vor der Küste Libyens im Mittelmeer beginnen. Das Ölfeld liegt 1734 Meter unter der Wasseroberfläche, das heißt BP bohrt 200 Meter tiefer als im Golf von Mexiko.

Die Erlaubnis von Libyen hat BP auch, das kündigte Shokri M. Ghanem, der Chef der National Oil Corporation in Tripolis an. Von der Katastrophe im Golf zeigte er sich unbeeindruckt. Wenn ein Flugzeug abstürzt, stellt man ja auch nicht den Luftverkehr ab, sagte er. Libyen verfügt in Afrika mit 43,4 Milliarden Barrel über die größten Ölvorräte.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger appellierte an Libyen das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. Eine wirkliche Handhabe hat die EU allerdings nicht. Auch international(e) Konventionen zur Sicherheit von Ölplattformen fehlen.

Quelle: DNR EU-Koordination 22.07.2010

Hüpft wie ein Frosch – Ungewöhnlicher Tiefseefisch entdeckt

© David Hall/seaphotos.com

„Psychedelica“ scheint ein passender Name für eine jetzt in Indonesien neu entdeckte Fischart. Denn sie ähnelt eher einem bunten, mit Fransen versehenen Ball, der durch das Wasser hüpft und taumelt anstatt geradeaus zu schwimmen. DNA-Tests belegen, dass der seltsame Tiefseefisch zu den Anglerfischen gehört, aber eine neue Art darstellt. […]

Mehr im Artikel bei SCINEXX

Forscher gehen auf Tauchstation

Forscher gehen auf Tauchstation
Auf Expedition zu den kalten Quellen der Tiefsee

 

Dunkel, giftig und unter enormem Druck – für die meisten Lebewesen sind die kalten Quellen der Tiefsee nicht gerade einladend. Trotzdem existieren hier einzigartige – und bisher kaum erforschte – Ökosysteme. Auf einer Expedition haben Wissenschaftler diese Lebenswelt erkundet und berichten in einem Blog von ihren Erfahrungen.

 

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie haben die Methanquellen der afrikanischen Tiefsee untersucht. Sie zeichnen sich durch enorme Biodiversität und Biomasse aus. Allein in einem einzigen Gramm Meeressediment können sich mehrere Milliarden Zellen von Bakterien und Archaeen aufhalten, und nach groben Schätzungen beherbergt der Meeresboden damit ein Drittel der gesamten Biomasse der Erde. […]

Der vollständige Artikel auf: SCINEXX

Korallenriffe in Europa

© Solvin Zankl für GEO; Lophelia pertusa; An manchen Stellen geht das von der Art Lophelia pertusa gebildete Riff in mit Gorgonien besiedelte Bereiche über. Während deren rote, blasige Oberfläche von zahlreichen Gorgonenhäuptern (planktonfangende Schlangensterne) besetzt wird, scheinen sich zwischen den Lophelia-Ästen besonders Krebse wohl zu fühlen

 

Die Kinderstube unserer Speisefische – Korallenriffe in Europa (ZDF.umwelt Sendung vom 05.06.2005)

Korallenriffe gedeihen nicht nur in den Tropen. Auch in den lichtlosen Tiefen des nordatlantischen Beckens haben sie sich ausgebreitet. Ihre Größe ist immens: Das Gebiet dehnt sich von den Azoren bis nach Nordnorwegen. Es birgt so manche Überraschung.

Als sich Prof. Freiwald von der Universität Erlangen vor rund elf Jahren mit einem kleinen Forschungsprojekt über Kalke der Nordmeere beschäftigte, erlebte er eine Überraschung: In den unerforschten Tiefen von 1000 und mehr Metern entdeckte er riesige Riffstrukturen, gebaut von der Steinkoralle Lophelia pertusa.

Artenreichtum in der Tiefe

Was man gemeinhin nur als artenreichen Lebensraum in sonnendurchfluteten tropischen Küstengewässern kennt, zieht sich auch im Atlantik über viele hundert Kilometer vom Süden bis in den Norden Europas. Der Wissenschaftler und sein Team konnten damit nachweisen, dass Korallen auch in dunklen Meerestiefen leben können. Zudem entdeckten sie im Laufe der Jahre, dass es sich bei dem Riffgürtel um ein großes, zusammenhängendes System handelt.

Die Tiefseekorallen bestimmen die Forschungsarbeit von Prof. Freiwald noch immer. Es geht dabei sowohl um die Bestandsaufnahme – große Areale sind noch gar nicht erforscht – als auch um weiterführende Fragen. Freiwald und seine Kollegen wollen wissen, wie Riffe im ewigen Dunkel überhaupt entstehen können und welche Lebensgemeinschaften dort existieren.

Zerstörung auf dem Meeresgrund

Mit der systematischen Erforschung des Riffsystems kamen seitdem auch Tiefseeroboter zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe kam Licht ins Dunkel der unwirtlichen Tiefe. Es stellte sich Erstaunliches heraus: An den Riffen tummeln sich zahlreiche Lebewesen. Kleine Krebse wurden entdeckt, die eine leuchtende Flüssigkeit ausstoßen, wenn sie in Gefahr sind. Zudem wurde deutlich, dass viele Speisefische, beispielsweise Rotbarsch, Kabeljau oder Heilbutt, dort ihre Kinderstube haben. Der Nachwuchs findet im Riff Schutz vor Räubern und wird durch die starke Strömung mit Nahrung versorgt.

Doch der Einblick in das Tiefseetreiben hat den Forschern auch Erschreckendes offenbart. Dem Tiefseebiotop droht die Zerstörung durch die Hochseefischerei. Ihre tonnenschweren Schleppnetze durchpflügen großflächig den Meeresgrund und zermalmen die Korallenriffe. Damit geht nicht nur ein wertvolles Biotop verloren. Die Fischer schaden sich auch selbst, denn den nachfolgenden Fischgenerationen wird jegliche Lebensgrundlage entzogen.

Tiefseeforschung in den Kinderschuhen

Wissenschaftler wie Prof. Freiwald arbeiten darum mit Hochdruck an der Suche nach weiteren Riffen und ihrer Kartierung. Denn nur was bekannt ist, kann auch geschützt werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Erforschung der Tiefseekorallen steht ganz am Anfang.

https://www.welt.de/wissenschaft/article1010749/Geheimnisvolles-Leben-im-arktischen-Eismeer.html

https://www.scinexx.de/service/dossier_print_all.php?dossierID=91651

weiterführende Informationen zu „Kaltwasserkorallen – aus der Grundlagenforschung auf die politische Agenda“ siehe hier:

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SeaOrbiter: Raumschiff für die Weltmeere

© www.seaorbiter.com/Jaques Rougerie

Futuristisches Raumschiff für die Weltmeere

Paris (rpo). U-Boote und Unterwassersiedlungen üben eine Faszination auf ihn aus, Jules Vernes liebt er abgöttisch: Der französische Architekt Jacques Rougerie will eine futuristische Mischung aus Raumfähre, Schiff und U-Boot zur Forschung in die Unterwasserwelt schicken. Schon in drei Jahren soll der 51 Meter hohe SeaOrbiter wie ein Seepferdchen senkrecht durchs Meer treiben. Doch bis dahin muss der Franzose weitere Geldgeber finden.

„Es wird eine neue Art sein, die Unterwasserwelt zu sehen“, schwärmt Rougerie – „ein Abenteuer für Forscher.“ Auch 130 Jahre nach dem phantastischen Vernes-Roman „20.000 Meilen unterm Meer“ sind weite Teile der Ozeane nicht erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass sich in ihnen zahlreiche noch unbekannte Lebenswesen tummeln. Bisher mussten die Forscher mit Unzulänglichkeiten kämpfen: Tauchgänge sind wegen des Sauerstoffvorrats zeitlich begrenzt, Forschungs-U-Boote klein und unbequem, die Motorengeräusche vertreiben die Tiere. Der SeaOrbiter soll dagegen still mit der Strömung treiben. Eine „Oase des Lebens“ werde sich um das Gefährt bilden, verspricht Rougerie – schwimmende Gegenstände ziehen neugierige Meeresbewohner magisch an.

So hofft der Visionär auf einen einzigartigen Beobachtungsplatz für Forscher. Rougerie will aber auch die breite Öffentlichkeit für die Unterwasserlandschaften begeistern – und auf die Gefahren durch Umweltverschmutzung hinweisen. Kameraaufnahmen des SeaOrbiters sollen zum Beispiel ins Internet gestellt werden. Nur ein Drittel der Forschungsstation soll über Wasser zu sehen sein, die restlichen 30 Meter ragen unter die Wasseroberfläche und werden mit Sichtfenstern ausgestattet sein. Biologen und Akustiker können sich auf aufwändig ausgestattete Labore freuen. Ferngesteuerte Kameras sollen Aufnahmen in bis zu 600 Meter Tiefe ermöglichen.

In Teilen des Schiffs wird der Luftdruck dem Unterwasserdruck angepasst. „Wenn die Forscher etwas Interessantes sehen, brauchen sie sich nur einen Tauchanzug überzuziehen und durch eine Schleuse ins Wasser hinauszugleiten“, erläutert Rougerie. Der Hochdruckbereich bietet acht von insgesamt 18 Besatzungsmitgliedern Platz. Mehrere von ihnen sollen Astronauten sein – der SeaOrbiter sieht nicht nur aus wie ein Raumschiff, er soll auch Trainingsstation für Weltraumbesucher sein. „Im Wasser nähern sich die Bewegungen denen im All an“, erläutert Rougerie. „Und der Bereich für die Astronauten kommt dem einer Raumkapsel ziemlich nahe.“ Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat bereits Interesse an Trainingsgängen angemeldet.

Schon jetzt ist die NASA über ihr Tiefseeforschungsprogramm NEEMO am SeaOrbit-Projekt beteiligt. NEEMO-Leiter Bill Todd gehört zu dem Team von gut 15 Mitarbeitern, das die von Rougerie vor zehn Jahren erstmals entworfene Idee vorantreibt. Beteiligt sind auch Vertreter des norwegischen Marineforschungsinstituts Marintek und des Pariser Ozeanographischen Instituts. Rougeries Büro befindet sich auf einem Schiff auf der Seine in Paris. Aber vor allem das Leben unter Wasser zog ihn immer wieder magisch an: So entwarf er schon in den 70er Jahren Siedlungen auf dem Meeresgrund oder futuristisch anmutende U-Boote.

Dass Rougerie jetzt mit seinem SeaOrbiter an die Öffentlichkeit geht, hat einen Grund: Zur Umsetzung seines großen Traums fehlt ihm noch das Geld. 25 Millionen Euro veranschlagt der ambitionierte Architekt für den Bau des Wundergefährts und die erste Reise, die in den Golfstrom führen soll. Zwei Financiers will er schon gefunden haben: Eine auf Unterwassertechnik spezialisierte Firma aus Marseille und den französischen Bau- und Energiekonzern Vinci. Wie viel Geld noch fehlt, wird nicht verraten. Die Planungen sollen aber bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, dann könnte der SeaOrbiter 2008 in See stechen.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/unterwasserstation-riesen-seepferdchen-soll-im-atlantik-treiben-a-357649.html

https://rp-online.de/panorama/wissen/forschung/futuristisches-raumschiff-fuer-die-weltmeere_aid-17131343

weiterführende Informationen:

http://www.seaorbiter.com/

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