Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Tiefsee-Öl: Bundesregierung macht Rückzieher

Tiefsee-Öl: Bundesregierung macht Rückzieher/Wirtschaftsministerium kippt Forderung nach Stopp neuer Öl-Bohrungen

Greenpeace: Nur wenige Wochen nach der Ölkatastrophe im Golf on Mexiko hat die Bundesregierung ihre Forderung nach einem sofortigen Moratorium für Ölbohrungen in Tiefsee-Gebieten wieder aufgegeben. Anders als von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigt, setzt sich Deutschland nun doch nicht für einen sofortigen Stopp für Tiefsee-Ölbohrungen im Nordost-Atlantik ein. Nach Informationen von Greenpeace wurde ein entsprechender Antrag des Umweltministeriums für die nächste Woche beginnende Ministerkonferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) auf Druck des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums praktisch wirkungslos gemacht.

„Kaum ist die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko aus den Schlagzeilen verschwunden, hat sich auch Röttgens Forderung nach einem Stopp von Tiefsee-Ölbohrungen in Luft aufgelöst“, sagt Jürgen Knirsch von Greenpeace. „Nach seinem Desaster bei der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist der Umweltminister jetzt auch beim Meeresschutz vom konzernhörigen Wirtschaftsminister Brüderle über den Tisch gezogen worden.“

Röttgen hatte in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ am 22. Juli gefordert, dass es „ohne Sicherheit von Bohrungen keine neuen Bohrungen“ in der Tiefsee geben dürfe. Deshalb werde sich Deutschland für „ein Moratorium, eine Pause für neue Bohrungen“ einsetzen. In einem Schreiben an Greenpeace bestätigte Röttgens Staatssekretär Jürgen Becker im August, dass das Ziel der Bundesregierung „ein Moratorium für neue Tiefsee-Ölbohrungen im OSPAR-Raum“ sei. Doch nach der Ressortabstimmung mit dem für Ölförderung zuständigen Wirtschaftsministerium ist davon keine Rede mehr: in dem jetzt von Deutschland eingereichten OSPAR-Antrag werden die Staaten des Nordost-Atlantiks nicht mehr aufgefordert, ein Moratorium zu beschliessen. Stattdessen sollen sie nur noch „intensiv prüfen“, ob ein Moratorium für neue Tiefsee-Bohrungen überhaupt nötig ist oder nicht. Selbst bei Annahme des Antrags können also Erkundungen und neue Bohrungen in Tiefseegebieten ungehindert weiter gehen.

Über 20 neue Tiefseebohrungen in Planung

„Die Ölkatastrophe von Mexiko hat gezeigt, dass Ölbohrungen in der Tiefsee technisch nicht beherrschbar sind. Eine solche Katastrophe kann sich jederzeit auch in Europas Meeren ereignen, mit unabsehbaren Folgen für das Meer und auch die deutschen Küsten“, so Greenpeace Experte Jürgen Knirsch. „Doch statt der Ölindustrie Grenzen zu setzen, will der Umweltminister noch nicht einmal selbst zur Konferenz fahren.“

In Nordsee und Nordost-Atlantik sind derzeit ca. 730 Offshore-Installationen in Betrieb, über 20 neue Öl- und Gasprojekte von 200 bis zu 900 Metern Tiefe sind geplant. Greenpeace fordert den Verzicht auf neue Ölbohrungen in Tiefen über 200 Metern, da im Notfall keine Taucher in diesen Tiefen eingesetzt werden können. Greenpeace wird Umweltminister Röttgen bei der heutigen Regionalkonferenz der CDU in Düsseldorf auffordern, zur OSPAR-Konferenz nach Norwegen zu fahren.

Auch bei einem Moratorium für Ölbohrungen kann sich Minister Röttgen nicht durchsetzen

Zum regierungsinternen Kompromiss für Ölbohrungen im Atlantik und europäischen Meeren erklärt Valerie Wilms, Sprecherin für Maritime Politik:

Der Antrag der Bundesregierung für die OSPAR-Verhandlungen über ein mögliches Moratorium für Ölbohrungen ist eine volle Enttäuschung. Wer statt einem Stopp jetzt nur noch „intensiv prüfen“ will, kann auch gleich zugeben, dass ihm die Gefahren der Förderung im Meer weniger wichtig sind als die Interessen der Förderunternehmen. Mit dieser Formulierung wird sich gar nichts ändern, und BP und andere können mit der gleichen Technik wie im Golf von Mexico vor unserer Haustür weitermachen.

Umweltminister Röttgen hat damit seine Zusage nicht gehalten und ist wieder einmal vor dem Wirtschaftsministerium eingebrochen. Wenn der Umweltminister noch nicht einmal selbst zu den Verhandlungen nach Norwegen fahren wird, werden die Chancen für ein Moratorium gen Null sinken.

Nach der Laufzeitverlängerung wird auch mit diesem weichgespülten Regierungskompromiss der Umweltschutz einmal mehr zur Nebensache erklärt. Alles, was wir an Horror-Bildern vom Golf von Mexico gesehen haben, scheint schon wieder vergessen zu sein. Wir fordern jetzt Energiekommissar Oettinger auf, zu seinem Wort zu stehen und sich weiterhin zu einem Moratorium zu bekennen.
Büro Dr. Valerie Wilms MdB

Die Tiefsee kommt nach Dresden

Ab dem 5. November 2010 wird eine fremde Welt voller rätselhafter Wesen Dresden erobern. Im Japanischen Palais bietet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum in Basel (Schweiz) einen tiefen Einblick in ihre tägliche Pionierarbeit. Die Besucher der ‚Tiefsee‘-Ausstellung werden bizarre und extrem seltene Tiere sehen. Hierzu gehören leuchtende Fische mit enormen Zähnen und Augen, durchsichtige Tintenfische und riesige, fleischfressende Quallen, aber auch Tiefseegiganten wie Pottwal und Riesenkalmar. Ein Highlight der Ausstellung ist die virtuelle Tauchfahrt in dem elf Meter langen U-Boot „Mariana 10914“. Zudem werden die Mythen der Seeungeheuer aus vergangenen Zeiten sowie die Ergebnisse der historischen und modernen Wissenschaft der SGN auf einem hohen museumspädagogischen Niveau präsentiert.

Die Besucher lernen die sensiblen Prozesse kennen, die das größte Ökosystem der Erde in Gang halten und sie erfahren mehr über das Leben und Arbeiten der Forscher auf den Schiffen Meteor‘, ‚Polarstern‘, ‚Sonne‘ und ‚Senckenberg‘ sowie in U-Booten und im Labor.

Goldgräberstimmung am Meeresboden

Goldgräberstimmung am Meeresboden

Wettlauf um gigantische Rohstoffvorkommen in vollem Gange
Sarah Zierul im Gespräch mit Joachim Scholl

Lange Zeit hielt der Mensch die Tiefsee für eine tote Wüste. Heute stoßen dort Forscher aus aller Welt auf atemberaubend schöne Landschaften, ungezählte neue Lebewesen – und auf wertvolle Rohstoffe in rauen Mengen. Das lockt auch Politik und Industrie.

Das ganze Interview unter

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1253277/

Schicksal des Ölteppichs in der Tiefsee ungewiss

Riesige Ölfahne schwimmt tief im Golf von Mexiko

ÖLPEST Forscher entdecken hohe Konzentration an Schadstoffen. Bakterien arbeiten nur langsam

BERLIN taz | Wissenschaftler haben eine 35 Kilometer lange und 2 Kilometer breite Ölfahne im Golf von Mexiko nachgewiesen. Nach einem Bericht, den sie in der Onlineausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlichten, fanden sie tausend Meter unter der Wasseroberfläche in einer etwa 200 Meter dicken Wasserschicht Kohlenwasserstoffe wie Benzol. Ihre Konzentration sei so hoch gewesen, dass nur der BP-Unfall als Ursache infrage komme. Zudem werde das Öl nur langsam von Bakterien abgebaut, schreiben sie.

„Das bestätigt die Prognose von Wissenschaftlern, dass das meiste Öl aus der Katastrophe in der Tiefsee geblieben ist“, sagte die Mikrobiologin Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Anfang August hatte die US-Regierung behauptet, drei Viertel des Öls seien beseitigt. Nach Untersuchungen der Universität Georgia befinden sich aber noch bis zu 80 Prozent der ausgetretenen rund 780 Millionen Liter Öl im Meer. „Regierung und BP haben sich nur um das Öl an der Oberfläche gekümmert und die Tiefsee zu wenig berücksichtigt“, so Boetius.

Nach der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ sei das Öl mit großem Druck ausgetreten und habe sich in Minitröpfchen im Wasser verteilt – „wie aus einer Sprühdose für Salatöl“, erklärt die Meereswissenschaftlerin. Ein Großteil sei nie an die Oberfläche gelangt. Dass das Öl nun von Bakterien abgebaut werde, sei kein Grund zur Erleichterung. Durch die Stoffwechselprozesse der Bakterien könnten Sauerstoffmangelzonen im Meer entstehen, die das Ökosystem gefährden. Andererseits zeige die aktuelle Studie, dass der Abbau langsamer vor sich gehe als erwartet. Im Golf von Mexiko finde das wahre Grauen in der Tiefsee statt, sagt der WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter.

FRIEDERIKE SCHMITZ
http://taz.de/digitaz/2010/08/20/a0073.nf/text

Der Kampf um die Tiefsee – Wettlauf um die Rohstoffe der Erde

Der Kampf um die Tiefsee – Wettlauf um die Rohstoffe der Erde

– Spannendes Wissenschaftssachbuch über Forschungsfahrt des IFM-GEOMAR–

Die Tiefsee – immer noch einer der letzten weißen Flecken auf unserem Planeten. Unbekannte Naturwunder, aber auch umfangreiche Rohstoffverkommen liegen dort verborgen. Die Autorin Sarah Zierul berichtet in ihrem neuen Buch „Der Kampf um die Tiefsee. Wettlauf um die Rohstoffe der Erde“, dass am 19. August bei Hoffmann und Campe erscheint, über die faszinierende Unterwasserwelt und die Jagd nach den Rohstoffen in der Tiefsee. Für ihre Recherchen hat die Autorin unter anderem eine Forschungsexpedition des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) begleitet.

Die Eroberung des Meeresbodens hat begonnen – ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Erst seit kurzem ist es technisch möglich, in die tiefsten Tiefen der Ozeane vorzudringen. Weltwunder der Natur liegen dort verborgen. Doch schon sind die Weichen für einen neuen Goldrausch gestellt, der diese Wunderwelt zu zerstören könnte. In ihrem neuen, spannenden Wissenschaftssachbuch schildert Sarah Zierul eindrucksvoll die Erforschung einer letzten weißen Flecken auf diesem Planeten, aber auch die Gefahren, die durch die Ausbeutung wertvoller Rohstoffe drohen.

Während der umfangreichen Recherchen zur Ihrem Buch hat sie auch an einer Forschungsexpedition auf dem Forschungsschiff SONNE teilgenommen, die unter der wissenschaftlichen Leitung des Meeresgeologen Prof. Dr. Colin Devey vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) stand. Gemeinsam mit IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig verfolgte Zierul gespannt die ersten Tauchgänge des ferngesteuerten Tiefseeroboters ROV Kiel 6000. Vor der Küste Neuseeland absolvierte das High-tech-Gerät seinen ersten Tiefseetests und übermittelte faszinierende Aufnahmen von heißen Tiefseequellen besiedelt mit einzigartigen Ökosystemen. In ihrem spannend geschriebenen Sachbuch nimmt sie den Leser zunächst mit auf die Expedition der Kieler Meeresforscher. Tief im Pazifik gibt es viel zu entdecken…

Veranstaltungshinweis:

Die Autorin Sarah Zierul stellt ihr Buch am 25. August um 19 Uhr im Internationalen Maritimen Museum (IMM), Kaispeicher B, Koreastrasse 1, 20457 Hamburg vor. Zu Gast ist der Tiefseegeologe Prof. Dr. Colin Devey vom IFM-GEOMAR. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung, die auf Deck 7 im IMM stattfindet, ist frei.

Zur Autorin:

Sarah Zierul, geboren 1978, ist Autorin und Regisseurin für Fernsehdokumentationen. Sie hat in Köln und Málaga Politik- und Filmwissenschaften studiert und in Hamburg beim NDR volontiert. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet an Wissenschaftsfilmen, Kulturbeiträgen und politischen Dokumentationen für Sendungen wie Die Story, W wie Wissen, Quarks & Co, Monitor, Kulturjournal und Mare TV in ARD, WDR, NDR, ZDF und Arte. Über die Tiefsee hat sie mehrere Filme gedreht, die unter anderem mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, dem Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe und dem Ersten Preis des Atlantis Natur- und Umweltfilmfests Wiesbaden ausgezeichnet wurden.

Links:
Hoffmann und Campe: http://www.hoffmann-und-campe.de/go/der-kampf-um-die-tiefsee
Internationales Maritimes Museum: http://www.internationales-maritimes-museum.de/
IFM-GEOMAR: http://www.ifm-geomar.de

Öl-Plattform sind keine Außenposten zur Erforschung der Tiefsee

„Öl-Plattform sind keine Außenposten zur Erforschung der Wunder der Tiefsee“ schreibt die taz:

Das Ende des Ölzeitalters

ÖL Im blinden Fleck der Kritik an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko liegt die Ölforderung selbst und unsere Abhängigkeit von ihr. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel und ein Umdenken in der Energiepolitik.

VON CORD RIECHELMANN

Das Bild einer Bohrinsel sagt nichts über das Wesen und die Funktion einer Bohrinsel. Wer zum Beispiel mal eines der Videos gesehen hat, mit denen Shell für eine Ölplattform der Superlative im Golf von Mexiko wirbt, kann auf die Idee kommen, es handele sich bei der Plattform um einen futuristischen Außenposten zur Erforschung der Wunder der Tiefsee.

Eine neue Ära der Innovation sah Shell eingeläutet, als im März dieses Jahres die Plattform „Perdido“ vor der texanischen Küste eingeweiht wurde. In 2.450 Meter Tiefe wird dort nach Öl gebohrt, und da unten, so teilt das Video mit, leben die wundersamsten Geschöpfe der Natur. Riesenquallen, Haie, Krabben und noch gar nicht bestimmtes Getier.

Großartig sei das, was die Natur da unten alles geschaffen habe, meint ein Vertreter von Shell. Mit etwas Glück gibt es diese großartige Natur heute, ein paar Monate später, immer noch. Nämlich dann, wenn das Öl, das aus dem BP-Loch ein paar Kilometer entfernt in den Golf geflossen ist, nicht bis hierher gelangt ist, und es noch nicht vermocht hat, die Tierwelt und Seetangwälder im Golf so weit zu zerstören, dass die Nahrungskette des Meeres nachhaltig ruiniert worden ist. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Das Ausmaß der Katastrophe um die Explosion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist in allen Einzelheiten mitsamt den ökologischen Folgen hinreichend beschrieben worden. Auch wenn die Berichterstattung nicht frei von Hoffnungen, Schwarzmalereien und Ideologien war, war sie im Ganzen darum bemüht, sich eher Sorgen um das Meer und die Menschen zu machen, die im kleineren Maßstab als Ölkonzerne vom Meer leben, als um den Fortbestand von BP. Was allerdings auch kein Wunder war, denn wenn man einem Börsenanalysten, den die Huffington Post zitierte, Glauben schenkte, dann gehe „die US-Regierung pleite, bevor es BP tut“.

Weiterlesen
http://taz.de/digitaz/2010/08/16/a0097.nf/text

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mitmachaktion gegen Tiefseebohrungen im Mittelmeer

 

HÄNDE WEG VOM MITTELMEER
Verendende Pelikane, schwarze Strände, arbeitslose Fischer … der Ölkonzern BP hat im Golf von Mexiko die größte Umweltkatastrophe seit Tschernobyl verursacht. BP hat geschlampt, getrickst, gelogen und bestochen – und aus dem Unglück offenbar nichts gelernt:

Wie jetzt bekannt wurde, will der Konzern in wenigen Wochen hochriskante Tiefseebohrungen im Mittelmeer starten. Die Ölquelle vor der libyschen Küste befindet sich 1750 Meter unter dem Meeresspiegel – noch 250 Meter tiefer als das Bohrloch der „Deepwater Horizon“!

Dabei hat uns das Desaster der letzten Monate dramatisch vor Augen geführt: Tiefseebohrungen sind so wenig beherrschbar wie die Atomkraft. Millionen Liter giftiges Öl haben den Golf von Mexiko verseucht. Und nun soll BP weitermachen dürfen als wäre nichts geschehen? Sind nach den Küsten von Louisiana und Florida jetzt die Strände von Sizilien, Tunesien, Spanien oder Griechenland dran?!

Dagegen kannst Du jetzt aktiv werden. Protestiere gegen diesen Bohrirrsinn und fordere BP auf, das Bohrprojekt im Mittelmeer sowie alle weiteren Tiefseebohrungen zu stoppen. Für Deinen Protest stellen wir Dir einen Musterbrief zur Verfügung. Schicke ihn an den Boss von BP und zeige ihm, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatenlos zuschauen, wenn profitgierige und kurzsichtige Konzerne unsere Zukunft aufs Spiel setzen!

Auch die Europäisches Kommission hat in Person des EU-Energiekommissar Günther Oettinger an Libyen apellieret, das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. libyen zeigt aber dazu wenig Bereitschaft:

BP will Anfang August mit Tiefseebohrungen vor der Küste Libyens im Mittelmeer beginnen. Das Ölfeld liegt 1734 Meter unter der Wasseroberfläche, das heißt BP bohrt 200 Meter tiefer als im Golf von Mexiko.

Die Erlaubnis von Libyen hat BP auch, das kündigte Shokri M. Ghanem, der Chef der National Oil Corporation in Tripolis an. Von der Katastrophe im Golf zeigte er sich unbeeindruckt. Wenn ein Flugzeug abstürzt, stellt man ja auch nicht den Luftverkehr ab, sagte er. Libyen verfügt in Afrika mit 43,4 Milliarden Barrel über die größten Ölvorräte.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger appellierte an Libyen das Vorhaben erst einmal aufzuschieben bis die Ursachen des Ölunfalls im Golf von Mexiko geklärt sind. Eine wirkliche Handhabe hat die EU allerdings nicht. Auch international(e) Konventionen zur Sicherheit von Ölplattformen fehlen.

Quelle: DNR EU-Koordination 22.07.2010

Hüpft wie ein Frosch – Ungewöhnlicher Tiefseefisch entdeckt

© David Hall/seaphotos.com

„Psychedelica“ scheint ein passender Name für eine jetzt in Indonesien neu entdeckte Fischart. Denn sie ähnelt eher einem bunten, mit Fransen versehenen Ball, der durch das Wasser hüpft und taumelt anstatt geradeaus zu schwimmen. DNA-Tests belegen, dass der seltsame Tiefseefisch zu den Anglerfischen gehört, aber eine neue Art darstellt. […]

Mehr im Artikel bei SCINEXX

Forscher gehen auf Tauchstation

Forscher gehen auf Tauchstation
Auf Expedition zu den kalten Quellen der Tiefsee

 

Dunkel, giftig und unter enormem Druck – für die meisten Lebewesen sind die kalten Quellen der Tiefsee nicht gerade einladend. Trotzdem existieren hier einzigartige – und bisher kaum erforschte – Ökosysteme. Auf einer Expedition haben Wissenschaftler diese Lebenswelt erkundet und berichten in einem Blog von ihren Erfahrungen.

 

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie haben die Methanquellen der afrikanischen Tiefsee untersucht. Sie zeichnen sich durch enorme Biodiversität und Biomasse aus. Allein in einem einzigen Gramm Meeressediment können sich mehrere Milliarden Zellen von Bakterien und Archaeen aufhalten, und nach groben Schätzungen beherbergt der Meeresboden damit ein Drittel der gesamten Biomasse der Erde. […]

Der vollständige Artikel auf: SCINEXX

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