Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Schlammvulkan-Video aus dem Schwarzen Meer

Schlammvulkan-Video Schwarzes Meer

In der Reihe MARUM-Report ist jetzt ein neues Video online gestellt worden. Darin berichtet Prof. Gerhard Bohrmann über eine spannende Expedition an Bord der MARIA S. MERIAN zu den Schlammvulkanen in den Tiefen des Schwarzen Meeres. Der Beitrag ist auf YouTube in einer deutschen sowie einer englischen Version abrufbar (www.youtube.com/user/marumTV).

Expedition zu den Methanquellen in Neuseelands Tiefsee

Geophysiker des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) untersuchen von Anfang März bis Ende April 2011 mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE natürliche Methanquellen in der Tiefsee vor Neuseelands Ostküste. Die genauere Kenntnis dieser sogenannten „cold seeps“ ermöglicht Aussagen über Prozesse im Meeresboden, über mögliche Rohstoffvorkommen, aber auch über Zusammenhänge von Rutschungen und Gashydraten.

Es blubbert und brodelt im Meer vor Neuseeland. An den Kontinentalhängen, die fast unmittelbar vor der Ostküste der Nordinsel auf bis zu 3000 Meter Tiefe abfallen, liegen zahlreiche Quellen, an denen freies Methangas als Blasenstrom aus dem Meeresboden quillt. Da unterhalb des Meeresbodens auch Gashydrate, also feste Methan-Wasser-Verbindungen, liegen, scheint das nicht verwunderlich. Doch lange nicht alle Gashydrat-führenden Kontinentalhänge zeigen diese „cold seeps“ genannten Methanquellen. Am Rande des neuseeländischen Hikurangi Tiefseegrabens zeigen die Methanquellen zudem eine sehr große Bandbreite unterschiedlicher Erscheinungsformen und unterschiedlichen Verhaltens. „Diese Variabilitäten wollen wir genauer untersuchen, denn sie können uns mehr darüber verraten, wie und warum Methanquellen am Meeresboden entstehen“ sagt Dr. Jörg Bialas vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

X:enius-Sendung zur Tiefsee

X:enius

Die Tiefsee ist die Zone ab einer Meerestiefe von 1.000 Metern und damit der größte Lebensraum auf unserem Planeten. Vollständige Finsternis, Temperaturen von nur wenigen Grad über Null und ein enormer Druck von bis zu einer Tonne pro Quadratzentimeter prägen dieses unterseeische Gebiet. Lange Zeit waren Forscher deshalb überzeugt, in der Tiefsee könne kein Leben gedeihen. Im Oktober 2010 allerdings wurde der Census of Marine Life veröffentlicht, eine Art „Volkszählung“ unter Wasser. Der Bericht förderte eine unglaubliche Vielfalt von Lebensformen in den Meeren allgemein, aber eben auch in der Tiefsee zutage.
Dörthe Eickelberg und Pierre Girard gehen heute dem Mythos Tiefsee auf den Grund. Am renommierten Meeresforschungsinstitut IFM-GEOMAR in Kiel lassen sie sich die moderne Tiefseetechnik erklären und gehen auf Tauchgang in die wundersame Tierwelt der Tiefsee. Wie schwierig ist es heute noch, die Tiefsee zu erforschen, und was haben wir eigentlich davon? „X:enius“ über Monster aus der Tiefe und neue Tiefseeprodukte für die Medizin und Technik der Zukunft.

(Deutschland, 2010, 26mn)
ZDF

Quelle mit Video der Sendung:
http://videos.arte.tv/de/videos/x_enius-3700210.html

Neuer Tiefsee-Hummer entdeckt

Neuer Tiefsee-Hummer entdeckt

Und er trägt den Namen des „Volkszählung des Meeres“ Gründers!

Newly Discovered Deep Sea Lobster

Some scientists receive prizes for their contributions to science, others find themselves on postage stamps. Rockefeller University’s Jesse Ausubel name is now immortalized in the scientific name of a newly discovered, rare new genus of deep water lobster. Ausubel was given this honor as a tribute to his contributions to the success of the Census of Marine Life, which he co-founded.

Discovered by an international trio of scientists, the lobster, Dinochelus ausubeli, lives in the deep ocean water near the Phillipines. The lobster has movable, well-developed eyestalks and an inverted T-plate in front of its mouth. But its most striking feature is a mighty claw with a short, bulbous palm and extremely long, spiny fingers for capturing prey. Dinochelus is derived from the Greek words dino, meaning terrible and fearful, and chelus, meaning claw. All told, the Census of Marine Life sponsored 540 expeditions over 10 years, carried out by 2700 researchers from more than 80 countries. It was, Ausubel says, the biggest project in the history of marine biology.

Weiterlesen:
www.sciencedaily.com/releases/2011/02/110205204840.htm

Vielfalt der Laternenhaie der Tiefsee


Vielfalt der Laternenhaie der Tiefsee

Verborgene Vielfalt der Laternenhaie von Wiener und Münchner Forschern entdeckt

Durch die voranschreitende Überfischung der Ozeane und der damit einhergehenden Erschließung der Tiefsee sind viele Fischgruppen gefährdet. Zu den besonders bedrohten Arten zählen auch Haie, welche nicht nur in Küsten- und Hochseeregionen ein wesentlicher Bestandteil der Artenvielfalt sind, sondern auch in der Tiefsee. Diesen unwirtlichen Lebensraum bewohnen Laternenhaie, die bisher nahezu unerforscht sind. Die evolutiven Mechanismen, die Ursachen für ihre Eroberung der Tiefsee und ihre tatsächliche Artenvielfalt liegen noch weitgehend im Dunkeln. Jürgen Kriwet, Paläobiologe an der Universität Wien, hat zusammen mit zwei Kollegen aus München diese außerordentliche Fischgruppe untersucht.

Laternenhaie (Etmopteridae) sind eine sehr artenreiche Gruppe biolumineszenter Tiefseehaie, die normalerweise unterhalb 200 m und bis in Tiefen von über 2000 m vorkommen. Bisher sind 43 Arten bekannt, die alle kleinwüchsig sind und selten eine Körperlänge von einem Meter oder mehr überschreiten. Obwohl sie die diverseste Gruppe aller Tiefseehaie ist, ist nur wenig über ihre Biologie, tatsächliche Artenvielfalt und Verbreitung bekannt. Zwar werden Laternenhaie nicht gezielt befischt, stellen aber einen großen Anteil des sogenannten Beifangs der Garnelen- und Kaiserbarschfischerei dar und sind wie alle Tiefseefische durch die immer mehr expandierende Hoch- und Tiefseefischerei sehr stark vom Aussterben bedroht. Warum dies beim Laternenhai besonders dramatisch ist, erklärt Jürgen Kriwet, Professor für Paläobiologie an der Universität Wien, folgendermaßen: „Die Gefährdung beruht im Wesentlichen auf der Langlebigkeit der Haie, ihrer späten Geschlechtsreife und der sehr langsamen und geringen Reproduktionsraten. Unterschreitet eine Population eine gewisse Größe, kann sie sich aus eigener Kraft nicht mehr erholen und bricht letztendlich vollständig zusammen.“

Forschung als Basis für Schutzmaßnahmen von Laternenhaien

Bisher wurden keine art- oder populationsspezifischen Daten von Laternenhaien durch die Fischereiindustrie generiert, da dies – wenn überhaupt – nur für ökonomisch wichtige Arten vorgenommen wird. Der unerwünschte Beifang wird entweder zu Fischmehl verarbeitet oder über Bord geworfen. Eine weitere Schwierigkeit bei der Erfassung der Diversität und Populationsgröße von Laternenhaien ist die große Ähnlichkeit einzelner Arten. Während einige als endemisch gelten, wird von anderen Arten eine weltweite Verbreitung angenommen. Aber auch hier fehlen verlässliche Daten, um die Verbreitungsmuster einzelner Arten und Populationen festzustellen. Sinnvolle Schutzmechanismen für Laternenhaie, wie z.B. Schutzzonen während der Fortpflanzungsphasen, Beifang-Quoten etc., können aber nur erarbeitet werden, wenn ihre Diversität, geographische Verbreitung und Populationsstruktur auf Grundlage verlässlicher Fakten bekannt sind.

Jürgen Kriwet hat zusammen mit zwei Kollegen von der Zoologischen Staatssammlung München in den vergangenen Jahren eine großangelegte Studie zur Evolution von Tiefseehaien durchgeführt und mit der aktuellen Publikation in dem Fachmagazin „Zoologica Scripta“ erstmals eine Studie zur Diversität von Laternenhaien veröffentlicht.

Durch molekulargenetische Untersuchungen kryptische Diversität entdeckt
Die Wissenschafter haben Laternenhaie molekulargenetisch untersucht, um ihre Artenvielfalt zu entschlüsseln und ihre Evolution zu verstehen. Dazu der Paläobiologe: „Mit Hilfe spezieller Gene und Methoden erkannten wir, dass eine Gruppe sehr ähnlicher Laternenhaie nicht wie bisher nur in zwei Arten einzuteilen, sondern wesentlich artenreicher ist.“ Dieses Faktum wird als „kryptische Diversität“ bezeichnet. Ein weiteres wichtiges Ergebnis dieser Studie ist, dass es nun möglich ist, mit Hilfe des gewonnen Wissens einen morphologischen Bestimmungsschlüssel für die einzelnen Arten zu erarbeiten. Dieser soll es der Fischerei und der Wissenschaft künftig ermöglichen, verlässliche Daten zu Populationsgrößen und Vorkommen zu generieren, um so Strategien zum Schutz dieser für marine Ökosysteme wichtigen Haie zu erarbeiten.

Publikation
Zoologica Scripta: Cryptic diversity and species assignment of large lantern sharks of the Etmopterus spinax clade from the Southern Hemisphere (Squaliformes, Etmopteridae). Nicolas Straube, Jürgen Kriwet und Ulrich Kurt Schliewen. September 2010.
onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1463-6409.2010.00455.x/abstract

Weitere Informationen:
univie.ac.at/175

Tiefseebergbau: Regelungen zum Schutz empfindlicher Tiefseegebiete dringend erforderlich


Cindy Lee Van Dover is one of the few people on Earth to have actually seen the denizens of the deep up close.

In territorial waters standards are developing „ad hoc“, says Van Dover, who has done research for Nautilus, which has funded studies on the impacts of their proposed deep-sea mining operation in waters off Papua New Guinea.

Papua New Guinea’s national environment agency „has not yet set aside sea floor vent ecosystems for conservation in any systematic manner that might protect biodiversity from the effects of mining,“ she says.

Van Dover would prefer vents to be off limits but says commercial pressures, and rising prices for minerals, make deep-sea mining almost inevitable.

There is an „urgent need“ to establish regulations and conservation guidelines before mining begins in international waters, says Van Dover. And she says countries allowing mining in their waters should comply with global conservation targets, adopted by the Convention on Biological Diversity.

Nautilus officials declined interview requests but said in an email statement that deep-sea mining „offers many potential advantages compared to land-based operations“ since the deposits are richer, will generate less waste and „minimal social disturbance in that no one needs to be relocated from the extraction site.“

Nautilus says it has plans to minimize the environmental impact of its proposed mine, which include “ relocating some animals out of the path of extraction“ and taking measures to „aid in animal population recovery.“

Van Dover acknowledged Nautilus‘ efforts but says „we still don’t know how best to mitigate mining activities or to restore habitats in the deep sea.“

There several reasons, she says, for „deferring wholesale commercial mining until proper conservation plans are enacted.“

Quelle und vollständiger Artikel: „Regulations ‚urgently needed‘ as mining companies eye sea floor“ in Times Colonist 02. Februar 2011

UN-Bericht zu Tiefsee-Schwämmen erschienen

UN-Bericht zu Tiefsee-Schwämmen erschienen

Die UNEP hat einen neuen lesenswerten Bericht zu Tiefsee-Schwämmen erstellt, der die Einzigartigkeit dieser fragilen Ökosysteme vorstellt. Die Forscher kommen zu dem Fazit, dass dringend mehr Meereschutzgebiete um diese Habitate eingerichtet werden sollten.

Deep sea sponge ground

Deep-water sponge grounds are now emerging as a key element of deep-sea ecosystems. Its creating complex habitats hosting many other species. They are an important refuge in the deep ocean and they are also reservoirs of great species diversity, including commercially important fish. Playing a similar role to that of cold-water coral reefs with which they often co-occur, sponge grounds are even more ecologically and geographically diverse, consisting of many individual species and occurring in many places around the world.

This report highlights what is currently known about deepwater sponge grounds in terms of their distribution, biology, ecology and present-day uses in biotechnology and drug discovery, and introduces case studies of particular deepwater sponge habitats from around the world. This report also highlights the need to minimize the risk of damage to deep-sea sponge grounds through appropriate conservation and careful management, and presents further evidence of the need to improve awareness and understanding to ensure that future generations have the opportunity to explore, study and benefit from these vulnerable deepwater
habitats.

Hogg, M.M., O. S. Tendal, K. W. Conway, S. A. Pomponi, R. W. M. van Soest, R.W.M., J. Gutt, M. Krautter and J. M. Roberts. 2010. Deep-sea Sponge Grounds: Reservoirs of Biodiversity. UNEP-WCMC Biodiversity Series No. 32. UNEP-WCMC, Cambridge, UK.

www.unep-wcmc.org/resources/publications/UNEP_WCMC_bio_series/32/Sponges_BS32-RS189.pdf

Wer haftet für Goldrausch in der Tiefsee?

Internationaler Seegerichtshof hat entschieden
WWF fordert Haftungsfond

Hamburg – Wer haftet für die ökologischen Risiken von Rohstoffabbau in der Tiefsee? In dieser Frage hat der Internationale Seegerichtshof in Hamburg heute eine wichtige Grundsatzentscheidung getroffen. Demnach sind Staaten, die Förderlizenzen an private Unternehmen weitergegeben haben, nicht für eventuelle Umweltschäden durch das abbauende Unternehmen haftbar zu machen, wenn sie in der Regulierung ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Der WWF beurteilte die Entscheidung als „nicht weitreichend genug“. „Rund um den Globus laufen Vorbereitungen für den Run auf die Schätze der Tiefsee, die Risiken – und mögliche Kosten von Umweltschäden – sind unkalkulierbar. Daher sollte man die Staaten in die Verantwortung nehmen, um die Meeresumwelt zu schützen.“ sagte Christian Neumann, Meeresschutzexperte des WWF.

Um sicherzustellen, dass auch Entwicklungs- und Schwellenländer an der lukrativen Nutzung von Metallen und Mineralien aus der Tiefsee teilhaben können und gleichzeitig die notwendige Kompensation für mögliche Umweltschäden sicher zu stellen, hatte der WWF einen Haftungsfonds für den Tiefseebergbau gefordert. Einen solchen Fonds empfiehlt auch der Internationale Seegerichtshof, ohne ihn jedoch zur Pflicht zu machen. „Ein Haftungsfonds sollte geschaffen werden, bevor das Abenteuer Tiefseebergbau beginnt“, so Neumann weiter. Wenn Staaten und Unternehmen gemeinsam ein gutes Geschäft mit den natürlichen Ressourcen der Meere machen wollen, müssen sie auch die Verantwortung für die Geschäftsrisiken übernehmen“.

Der WWF begrüßte die Einschätzung des Internationalen Seegerichtshof, dass alle Staaten der gleichen Sorgfaltspflicht unterliegen, um die Risiken des Tiefseebergbaus zu minimieren. Die Staaten müssen die geltenden Bestimmungen des Seerechts und der Internationalen Seebodenbehörde in nationales Recht umsetzen. Diesem würden dann auch private Unternehmen unterliegen, die letztlich Rohstoffe aus dem Meeresboden fördern. „Mit dieser Verpflichtung wird es zumindest keine Billigflaggen im Tiefseebergbau geben, wie wir sie aus der Schifffahrt kennen“ sagte WWF-Experte Christian Neumann. Unternehmen kämen nicht in Versuchung, Förderlizenzen bei Staaten mit lascheren Umweltauflagen zu beantragen.

Press-Release ITLOS
www.itlos.org

INTERNATIONAL TRIBUNAL FOR THE LAW OF THE SEA
TRIBUNAL INTERNATIONAL DU DROIT DE LA MER

Press Release

SEABED DISPUTES CHAMBER RENDERS UNANIMOUS ADVISORY OPINION
IN CASE NO. 17

RESPONSIBILITIES AND OBLIGATIONS OF STATES SPONSORING PERSONS AND ENTITIES WITH RESPECT TO ACTIVITIES IN THE AREA

Hamburg, 1 February 2011. The Seabed Disputes Chamber rendered its Advisory Opinion on the Responsibilities and obligations of States sponsoring persons and entities with respect to activities in the Area at a public sitting today. The Advisory Opinion is the first decision of the Seabed Disputes Chamber of the Tribunal and the first advisory opinion submitted to it. The eleven judges of the chamber, President Tullio Treves (Italy) and Judges Vicente Marotta Rangel (Brazil), L. Dolliver M. Nelson (Grenada), P. Chandrasekhara Rao (India), Rüdiger Wolfrum (Germany), Shunji Yanai (Japan), James Kateka (United Republic of Tanzania), Albert Hoffmann (South Africa), Zhiguo Gao (China), Boualem Bouguetaia (Algeria) and Vladimir Vladimirovich Golitsyn (Russian Federation) decided unanimously upon the Advisory Opinion.

The Advisory Opinion was submitted to the Seabed Disputes Chamber by the Council of the International Seabed Authority. The Council requested the Chamber to render an advisory opinion on the following questions:

1. What are the legal responsibilities and obligations of States Parties to the Convention with respect to the sponsorship of activities in the Area in accordance with the Convention, in particular Part XI, and the 1994 Agreement relating to the Implementation of Part XI of the United Nations Convention on the Law of the Sea of 10 December 1982?

2. What is the extent of liability of a State Party for any failure to comply with the provisions of the Convention, in particular Part XI, and the 1994 Agreement, by an entity whom it has sponsored under Article 153, paragraph 2 (b), of the Convention?

3. What are the necessary and appropriate measures that a sponsoring State must take in order to fulfil its responsibility under the Convention, in particular Article 139 and Annex III, and the 1994 Agreement?

In its advisory opinion, the Chamber unanimously decides that it has jurisdiction to give the advisory opinion requested and to respond to the request for an advisory opinion. The Chamber unanimously responds to the three questions forming the request as follows:

“Replies to Question 1 submitted by the Council as follows:

Sponsoring States have two kinds of obligations under the Convention and related instruments:

A. The obligation to ensure compliance by sponsored contractors with the terms of the contract and the obligations set out in the Convention and related instruments.

This is an obligation of “due diligence”. The sponsoring State is bound to make best possible efforts to secure compliance by the sponsored contractors.

The standard of due diligence may vary over time and depends on the level of risk and on the activities involved.

This “due diligence” obligation requires the sponsoring State to take measures within its legal system. These measures must consist of laws and regulations and administrative measures. The applicable standard is that the measures must be “reasonably appropriate”.

B. Direct obligations with which sponsoring States must comply independently of their obligation to ensure a certain conduct on the part of the sponsored contractors.

Compliance with these obligations may also be seen as a relevant factor in meeting the “due diligence” obligation of the sponsoring State.

The most important direct obligations of the sponsoring State are:

(a) the obligation to assist the Authority set out in article 153, paragraph 4, of the Convention;
(b) the obligation to apply a precautionary approach as reflected in Principle 15 of the Rio Declaration and set out in the Nodules Regulations and the Sulphides Regulations; this obligation is also to be considered an integral part of the “due diligence” obligation of the sponsoring State and applicable beyond the scope of the two Regulations;
(c) the obligation to apply the “best environmental practices” set out in the Sulphides Regulations but equally applicable in the context of the Nodules Regulations;
(d) the obligation to adopt measures to ensure the provision of guarantees in the event of an emergency order by the Authority for protection of the marine environment; and
(e) the obligation to provide recourse for compensation.

The sponsoring State is under a due diligence obligation to ensure compliance by the sponsored contractor with its obligation to conduct an environmental impact assessment set out in section 1, paragraph 7, of the Annex to the 1994 Agreement. The obligation to conduct an environmental impact assessment is also a general obligation under customary law and is set out as a direct obligation for all States in article 206 of the Convention and as an aspect of the sponsoring State’s obligation to assist the Authority under article 153, paragraph 4, of the Convention.

Obligations of both kinds apply equally to developed and developing States, unless specifically provided otherwise in the applicable provisions, such as Principle 15 of the Rio Declaration, referred to in the Nodules Regulations and the Sulphides Regulations, according to which States shall apply the precautionary approach “according to their capabilities”.

The provisions of the Convention which take into consideration the special interests and needs of developing States should be effectively implemented with a view to enabling the developing States to participate in deep seabed mining on an equal footing with developed States.”

“Replies to Question 2 submitted by the Council as follows:

The liability of the sponsoring State arises from its failure to fulfil its obligations under the Convention and related instruments. Failure of the sponsored contractor to comply with its obligations does not in itself give rise to liability on the part of the sponsoring State.

The conditions for the liability of the sponsoring State to arise are:

(a) failure to carry out its responsibilities under the Convention; and
(b) occurrence of damage.

The liability of the sponsoring State for failure to comply with its due diligence obligations requires that a causal link be established between such failure and damage. Such liability is triggered by a damage caused by a failure of the sponsored contractor to comply with its obligations.

The existence of a causal link between the sponsoring State’s failure and the damage is required and cannot be presumed.

The sponsoring State is absolved from liability if it has taken “all necessary and appropriate measures to secure effective compliance” by the sponsored contractor with its obligations. This exemption from liability does not apply to the failure of the sponsoring State to carry out its direct obligations.

The liability of the sponsoring State and that of the sponsored contractor exist in parallel and are not joint and several. The sponsoring State has no residual liability.

Multiple sponsors incur joint and several liability, unless otherwise provided in the Regulations of the Authority.

The liability of the sponsoring State shall be for the actual amount of the damage.

Under the Nodules Regulations and the Sulphides Regulations, the contractor remains liable for damage even after the completion of the exploration phase. This is equally valid for the liability of the sponsoring State.

The rules on liability set out in the Convention and related instruments are without prejudice to the rules of international law. Where the sponsoring State has met its obligations, damage caused by the sponsored contractor does not give rise to the sponsoring State’s liability. If the sponsoring State has failed to fulfil its obligation but no damage has occurred, the consequences of such wrongful act are determined by customary international law.

The establishment of a trust fund to cover the damage not covered under the Convention could be considered.”

“Replies to Question 3 submitted by the Council as follows:

The Convention requires the sponsoring State to adopt, within its legal system, laws and regulations and to take administrative measures that have two distinct functions, namely, to ensure compliance by the contractor with its obligations and to exempt the sponsoring State from liability.

The scope and extent of these laws and regulations and administrative measures depends on the legal system of the sponsoring State.

Such laws and regulations and administrative measures may include the establishment of enforcement mechanisms for active supervision of the activities of the sponsored contractor and for co-ordination between the activities of the sponsoring State and those of the Authority.

Laws and regulations and administrative measures should be in force at all times that a contract with the Authority is in force. The existence of such laws and regulations, and administrative measures is not a condition for concluding the contract with the Authority; it is, however, a necessary requirement for carrying out the obligation of due diligence of the sponsoring State and for seeking exemption from liability.

These national measures should also cover the obligations of the contractor after the completion of the exploration phase, as provided for in regulation 30 of the Nodules Regulations and regulation 32 of the Sulphides Regulations.

In light of the requirement that measures by the sponsoring States must consist of laws and regulations and administrative measures, the sponsoring State cannot be considered as complying with its obligations only by entering into a contractual arrangement with the contractor.

The sponsoring State does not have absolute discretion with respect to the adoption of laws and regulations and the taking of administrative measures. It must act in good faith, taking the various options into account in a manner that is reasonable, relevant and conducive to the benefit of mankind as a whole.

As regards the protection of the marine environment, the laws and regulations and administrative measures of the sponsoring State cannot be less stringent than those adopted by the Authority, or less effective than international rules, regulations and procedures.

The provisions that the sponsoring State may find necessary to include in its national laws may concern, inter alia, financial viability and technical capacity of sponsored contractors, conditions for issuing a certificate of sponsorship and penalties for non-compliance by such contractors.

It is inherent in the “due diligence” obligation of the sponsoring State to ensure that the obligations of a sponsored contractor are made enforceable.

Specific indications as to the contents of the domestic measures to be taken by the sponsoring State are given in various provisions of the Convention and related instruments. This applies, in particular, to the provision in article 39 of the Statute prescribing that decisions of the Chamber shall be enforceable in the territories of the States Parties, in the same manner as judgments and orders of the highest court of the State Party in whose territory the enforcement is sought.”

Background Information

The Advisory Opinion relates to the recovery of resources from the ‘Area’, a zone established by the United Nations Convention on the Law of the Sea as the seabed and ocean floor and subsoil thereof beyond the limits of national jurisdiction. The Convention declares the Area and its resources to be the common heritage of mankind. The resources of the Area, such as polymetallic nodules and polymetallic sulphides, are managed by the International Seabed Authority.

The Authority regulates deep seabed mining and endeavours to ensure the protection of the marine environment. The Authority has established regulations for the prospecting and exploration for both polymetallic nodules and polymetallic sulphides. Countries already involved in the prospecting or exploration of resources in the Area include China, France, Germany, India, Japan, the Republic of Korea, the Russian Federation and a consortium of Bulgaria, Cuba, the Czech Republic, Poland, the Russian Federation and Slovakia.

The question of the responsibility and liability of States who sponsor entities undertaking mining activities in the Area was raised in 2009 and discussed during meetings of the Authority. The outcome of these discussions was the approval by consensus of the proposal made to the Council to request an advisory opinion from the Chamber.

The text of the Advisory Opinion is available on the website of the Tribunal.

Klimageheimnis im Marianengraben

Die tiefste Stelle im Meeresboden speichert überraschend viel Kohlenstoff, wie überraschende Erkenntnisse zum Klimageschehen vom tiefsten Punkt des Meeres zeigen. Einem internationalen Team von Meereswissenschaftlern gelang es, zum ersten Mal Daten über klimarelevante Prozesse direkt am Grund des Marianengrabens zu gewinnen. Der Marianengraben liegt ca. 2000 km östlich der Philippinen und gilt mit fast 11000 Metern als tiefster Punkt der Erde.


Aufnahme des Tiefsee-Landers nach erfolgreicher Mission und dreistündigem Aufstieg durch die Wassersäule.

Ein speziell für diese Untersuchungen entwickeltes Messsystem ging für mehrere Male hinab zum Grund der Challenger-Tiefe, einem Graben in 10,9 km Wassertiefe, um dort mikrobielle Prozesse zu verfolgen. Dieser wissenschaftliche Einsatz in der extremen Tiefe ist der erste seiner Art.

Um den globalen Kohlenstoffkreislauf besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Rolle die Meere in der Speicherung des Kohlenstoffs spielen. Tiefe Ozeangräben wie der Marianengraben decken zwar nur 2% des Meeresbodens ab, könnten aber eine ungleich größere Rolle im Kohlenstoffumsatz spielen. Das Ziel der Expedition war herauszufinden, wie schnell Kohlenstoffverbindungen in diesen Tiefen umgesetzt werden und anhand von Sedimentproben herauszufinden, wie viel Kohlenstoff dort in den Gräben gespeichert wird. Erst der Vergleich zwischen dem Anteil gespeicherten Kohlenstoffs zu dem Anteil zersetzter Kohlenstoffverbindungen im Meeresboden liefert den Schlüssel zum Verständnis des Kohlenstoffkreislaufs und damit zum Klima unseres Planeten.

Der Wasserdruck in dieser Tiefe ist enorm und mikrobielle Untersuchungen sind sehr schwierig. Die Proben können nicht einfach an die Wasseroberfläche geholt werden, denn das würde die Lebewesen stark beeinflussen. Die Forscher mussten ein spezielles Messsystem entwickeln, das an Ort und Stelle die Messungen durchführen konnte. Besondere Sauerstoffsensoren kamen zum Einsatz, um damit ein engmaschiges Netz von Sauerstoffprofilen im Meeresboden zu erhalten, denn Sauerstoff ist wichtig bei dem Abbau organischer Verbindungen. Das autonome Messsystem in 10000 Metern Tiefe zum Laufen zu bringen war eine große Herausforderung. Das gesamte Tiefsee-Landersystem ist auf einen Druck von mehr als 1000 Atmosphären ausgelegt.

Mit Hilfe des neu entwickelten Spezialgerätes konnte die mikrobielle Aktivität am Meeresboden genau kartiert werden. Die ersten vorläufigen Ergebnisse sorgten für eine Überraschung, denn der Kohlenstoffumsatz am Grund des Grabens ist viel höher als weiter oben auf dem Tiefseeplateau in 6000 Metern Tiefe. Das bedeutet, dass die Tiefseegräben als Kohlenstoffsenke fungieren. Genauere Ergebnisse dazu werden weitere Untersuchungen der Sedimentproben liefern.

Jetzt hoffen die Wissenschaftler, dass mit den Auswertungen der neuen Ergebnisse wichtige Fragen über die Mineralisierung und Speicherung von Kohlenstoff am Meeresboden beantwort werden können.

„365 Entdeckungen“ zum 60. Geburtstag des Deutschen Meeresmuseums

Die täglichen Emails des Deutschen Meeresmuseums aus der Aktion „365 Entdeckungen“ betreffen aktuell die Tiefsee (siehe unten), daher hier nochmals der Hinweis auf diese sehr interessante und m.E. gut gemachte Aktion des Deutschen Meeresmuseums.

Entdeckung Nr. 22

Entdeckung vom 22. Januar 2011
Tiefseefische – Grandiose Experten der Anpassung
Tiefseefische gleichen nach menschlichem Ermessen kleinen, hässlichen Ungeheuern, sind aber eine großartige und perfekte Anpassung an einen schwierigen Lebensraum. In den dunklen Abgründen der Meere existiert eine geheimnisvolle, bislang nur wenig erforschte Tierwelt. Ab 200 Meter Wassertiefe beginnt aus wissenschaftlicher Sicht die Tiefsee. Dort sind Licht und Sauerstoff Mangelware und die Temperaturen liegen nahe am Gefrierpunkt. So haben sich eigene, ungewöhnliche Lebensformen entwickelt.

Viele Tiefseefische haben riesige Mäuler, sehr lange und spitze Zähne, Leuchtorgane oder arbeiten mit kuriosen Jagdmethoden. Sie sind Experten der effizienten Jagd. Weil in ihrer Umwelt das Futter knapp ist, muss jeder Biss sitzen, jede Beute erwischt werden. Dennoch gehören in den uns kaum bekannten Meerestiefen lange Hungerzeiten und entsprechend langsames Wachstum zur Regel.

Im Erdgeschoss des MEERESMUSEUMs gibt ein kleiner Ausstellungsbereich Einblicke in diese fremde, bizarre Unterwasserwelt. In ewiger Dunkelheit leuchten viele Tiere selbst oder mit Hilfe von Bakterien, die in speziellen Leuchtorganen leben. Diese Lichtquellen dienen zur Kommunikation mit Artgenossen, als Köder, um Beute anzulocken oder zur Tarnung und Täuschung von Fressfeinden. Und wählerisch sein, wäre hier fehl am Platz. Ist die Beute sehr groß, können viele Jäger die Kiefer extrem weit aufsperren, um die Nahrung dennoch zu verschlingen.

Viele Arten von Tiefseeorganismen kommen in großen Mengen als Beifänge bei der Fischerei nach Tiefseefischen und Garnelen an die Oberfläche. Die oft sehr zerbrechlichen Tiere überleben dies nicht. Viele der gefangenen Exemplare sind durch die Netze und das Gewicht des Fanges stark beschädigt und selten in ihrer natürlichen Erscheinung erlebbar.

Entdeckung Nr. 23

Entdeckung vom 23. Januar 2011
Modell Trieste – 11000 Meter unter dem Meeresspiegel
Tief, tiefer, am tiefsten galt über lange Zeit als größtes Ziel im wissenschaftlichen Wettbewerb der Tiefseeforschung. Diese Episode in der Geschichte der Tauchboote ist im MEERESMUSEUM anhand des Modells der „Trieste“ festgehalten. Legendär wurde der Bathyscaph (Tiefseeschiff) von Jacques Piccard durch die bislang größte erreichte Tauchtiefe bemannter Unterwasserfahrzeuge. 1960 tauchte der Meeresforscher und Abenteurer im Marianengraben bis auf den Meeresboden in rund 11000 Meter unter dem Meeresspiegel. Bei diesem Tauchgang ging es allein um die technische Bewältigung der ungeheuren Druckverhältnisse in hoher Wassertiefe. Viel gesehen hatten die Forscher durch die seinerzeit noch winzigen Bullaugen und bei blassem Scheinwerferlicht in vollkommener Dunkelheit dabei nicht. Am 23. Januar 2011 jährt sich dieses seinerzeit sensationelle Ereignis zum 51. Mal.

Seit 1937 beschäftigte sich der Vater Auguste Piccard mit dem bemannten Tiefseetauchen. 1952 wurde die Konstruktion der „Trieste“ in Italien umgesetzt und bereits 1953 konnte sie vom Stapel laufen. Ihre Maße waren beachtlich: über 18 Meter lang, rund 3,50 Meter breit und mehr als 5 Meter hoch. Seinen Namen erhielt das Tauchboot von der gleichnamigen Stadt in Norditalien. Nach anfänglichen Tauchgängen in Tiefen von mehr als 3000 bis 4000 Metern gelang nach weiteren Konstruktionsverbesserungen dann der spektakuläre Tauchrekord im Pazifischen Ozean.

Neben Piccard nahm der US-amerikanische Ozeanograph Don Walsh am Tauchgang teil. Beide Männer waren dabei über neun Stunden in einer druckfesten Tauchkugel von knapp 2 Metern Durchmesser und mit 18 Zentimeter dicken Wänden eingesperrt. Diese befand sich unter dem Tauchboot und konnte dank einer speziellen Konstruktion höchstem Wasserdruck standhalten

.

Sonderwebseite:
http://www.365entdeckungen.de/

Auf der Sonderwebseite kann man die bisher veröffentlichten Entdeckungen mit den hier weggelassenen Fotos über einen Kalender aufrufen. Hier der Januar:
http://www.365entdeckungen.de/index.php?id=23&no_cache=1&month=1

Bestellseite für den „Entdecker-Newsletter“: http://www.365entdeckungen.de/index.php?id=29

//