Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

Moskau verbietet Robbenjagd im Weißen Meer

Moskau verbietet Robbenjagd im Weißen Meer

Moskau, Russland – Die russische Regierung gab heute ein
komplettes Verbot der Jagd auf Sattelrobben, die weniger als ein Jahr
alt sind, im Weißen Meer bekannt. Der IFAW (Internationaler
Tierschutz-Fonds) hat mit seinen Kampagnen in Russland, Kanada und
der EU gegen kommerzielle Robbenjagden maßgeblich zu dieser
Entscheidung beigetragen.

 

Ende Februar hatte das russische Fischereiministerium verkündet,
die Jagd nur auf sogenannte Whitecoats zu verbieten, das sind Tiere,
die bis zu elf Tagen alt sind. Außerdem war die Jagd weiterhin im
Zeitraum vom 10. März bis 1. Mai erlaubt, also zur Hauptjagdzeit. Die
heutige Ankündigung des Ministers für natürliche Ressourcen und
Ökologie, Yuriy Trutnev, setzt der Robbenjagd nun tatsächlich ein
Ende.

 

„Das blutige Robbenschlachten, das Töten wehrloser Tiere, das man
nun wirklich nicht „Jagd“ nennen kann, ist jetzt in Russland verboten
– wie in den meisten entwickelten Ländern. Es ist ein ernsthafter
Schritt für die Erhaltung der Biodiversität in Russland,“ so Minister
Trutnev.

 

„Wir sind begeistert, dass die russische Regierung ihr Versprechen
einlöst, sich für den Schutz der Sattelrobben einzusetzen,“ sagt Dr.
Ralf Sonntag, Leiter der europäischen Robbenkampagne des IFAW.
„Russland hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt, während sich
Kanadas Politiker weiterhin über die weltweite Opposition gegen die
Robbenjagd hinwegsetzen und an einer Jagd festhalten, die nicht
einmal mehr rentabel ist. Kanada muss die Jagd nun endlich auch
verbieten.

 

Der Widerstand gegen die Robbenjagd hatte in Russland im letzten
Jahr massiv zugenommen. Trutnev dankte den NGOs und der
Öffentlichkeit für ihren andauernden Einsatz für ein Verbot der
russischen Robbenjagd.

 

IFAW – International Fund for Animal Welfare

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/15641/1372199

NABU: Gesamtkosten der geplanten Fehmarnbelt-Brücke könnten sich verdoppeln

Berlin – Das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung hat
heute in Berlin eine Broschüre mit einer kritischen Betrachtung des
Milliarden-Projektes vorgestellt. Am morgigen Mittwoch will erstmals der
federführenden Verkehrsausschuss über den geplanten Bau der Riesenbrücke
zwischen Deutschland und Dänemark beraten. Der im September 2008
geschlossene Staatsvertrag soll noch vor der parlamentarischen
Sommerpause von Bundestag und Bundesrat ratifiziert werden. Aus Sicht
des Aktionsbündnis-Mitgliedes NABU ist eine Neubewertung des Vorhabens
mit aktuellem Zahlenmaterial dringend nötig, weil sich die geplanten
Gesamtkosten des Brückenbaus nach Einschätzungen eines Gutachtens mehr
als verdoppeln könnten.

Da ökologische Aspekte bei politischen Entscheidungen im Regelfall eine
untergeordnete Rolle spielen, hatte der NABU bereits Anfang 2008 ein
viel beachtetes und bis heute nicht angefochtenes Verkehrsgutachten
erstellen lassen. Eine aktualisierte Version des Gutachtens wurde heute
im Rahmen der Pressekonferenz des Aktionsbündnisses vorgelegt. Die von
den Münchener Gutachtern Vieregg und Rössler dargelegten ökonomischen
und verkehrspolitischen Ansatzpunkte haben sich auch 2009 mehrheitlich
bestätigt. Das Projekt sei angesichts falscher oder unvollständiger
Prognosegrundlagen völlig überdimensioniert. Sie warnen hinsichtlich der
Baukostenentwicklung vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken für
Deutschland. So sei bei dem derzeit auf 5,6 Milliarden Euro geschätzten
Projekt, wovon Dänemark den Hauptanteil trägt, mehr als eine Verdopplung
der Gesamtkosten auf bis zu 13 Milliarden Euro möglich.

Auch ist völlig offen, wie die auf rund 840 Millionen Euro bezifferte
deutsche Hinterlandanbindung finanziert werden soll. Die Kosten sind
noch nicht einmal im aktuellen Bundesverkehrswegeplan einbezogen.
„Wer mitten in einer Weltwirtschaftskrise so mit Steuergeldern
verfährt, muss sich dem Bürger gerade im Superwahljahr 2009
genauestens öffentlich erklären“, so NABU-Bundesgeschäftsführer
Miller.

Quelle: https://www.nabu.de/news/2009/10730.html

Islands neuer Fischereiminister will Wale schlachten

 

 

 

 

 

 

 

© Jürgen Freund

 

WWF: Islands neuer Fischereiminister will Wale schlachten

 

Insgesamt 250 Wale sollen im Jahr 2009 in Island erlegt werden dürfen. Das bestätigte Islands neuer Fischereiminister Steingrimur J. Sigfusson. 100 Zwergwale und 150 der gefährdeten Finnwale sind damit zum Abschuss freigegeben. „Die heutige Entscheidung ist ein Skandal“, sagt Volker Homes, Experte für Meeressäuger und Leiter des Artenschutzgramms bei WWF Deutschland. „Die Wale haben sich noch immer nicht von den Folgen des kommerziellen Walfangs erholt.“ Die Jagd auf Zwerg- und Finnwale zu erlauben sei, so Homes weiter, ein Schlag ins Gesicht für die weltweiten Bemühungen zum Schutz der riesigen Meeressäuger.

 

Die isländische Regierung führt vor allem wirtschaftliche Interessen für die beschlossene Walfangquote an. Experten allerdings bezweifeln, dass Island überhaupt Käufer für das Walfleisch findet. „Eines steht fest, für die 60,000 ist es zu viel Walfleisch“, sagt Volker Homes. Und auch in Japan gebe es, so der WWF-Experte derzeit keine Nachfrage: „In Japan wird der Walfleisch-Berg immer größer und gammelt heute schon ungenutzt vor sich hin.“ Zudem verstößt jeglicher Handel mit Walfleisch gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Der WWF fordert die internationale Staatengemeinschaft daher dazu auf, Druck auf das wirtschaftlich angeschlagene Island auszuüben, diese Entscheidung doch noch rückgängig zu machen. „Finanzhilfen und wirtschaftliche Unterstützung dürfte es nur geben, wenn Island seinen skandalösen Entschluss zurücknimmt.“

 

Der Finnwal (Balaenoptera physalus) ist der nächste Verwandte des Blauwals und nach ihm das zweitgrößte Tier der Erde. stimmte die Internationale Walfangkommission (IWC) zu, ab 1986 den kommerziellen Fang von Finnwalen solange komplett einzustellen, bis die Bestände sich erholt haben. Der ursprüngliche Bestand wird auf rund 400.000 Südliche und 70.000 Nördliche Finnwale geschätzt. Seine exzessive Ausbeutung hatte den Bestand auf unter 5.000 gedrückt. Nach WWF-Angaben wurden seit Inkrafttreten des internationalen Moratoriums für den kommerziellen Walfang 1986 insgesamt rund 30.000 Wale gefangen und getötet – hauptsächlich von Staaten wie Norwegen, Japan und Island.

Quelle: https://www.wwf.de/island-geht-auf-waljagd/

Walschützer kritisieren TUI / Hotel-Delfinhaltung ist krank

Walschützer kritisieren TUI

Guardian bezeichnet Hotel-Delfinhaltung als krank

 

Walschützer der internationalen Organisation Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) mit Sitz im westfälischen Hagen und die englische Zeitung „The Guardian“ empören sich über die Gefangenschaft von Delfinen und Walen im „Rixos Hotel Premium“ im türkischen Belek.

 

Der Guardian bezeichnet die Delfin- und Wal-Shows in dem kleinen Betonbecken des selbsternannten 7-Sterne-Hotels in der Türkei als „grausam, lächerlich und krank“. Die Meeressäuger würden mit einem Kopf-Schweißband zu Sit-ups und Karaoke genötigt. Guardian-Journalist Gemma Bowes befragte Hoteldirektor Volcan wegen dieser „erniedrigenden Behandlung der Meeressäuger“. Volcans Antwort: „Das sind doch nur Tiere“.

 

Das WDSF kritisiert, dass der Reiseveranstalter TUI neben 74 weiteren Reiseveranstaltern das Hotel in seinem aktuellen Türkei-Sommerkatalog anbietet und das „Delphinarium mit weißen Walen, Seerobben und Delphinen“ unter der Rubrik Unterhaltung anpreist. Pikanterweise hatte sich TUI in den beiden Vorjahren der Aktion „Jahr des Delfins“ der Vereinten Nationen (UNEP und UNESCO) angeschlossen und auf der eigenen Internetseite seinen Beitrag zum Schutz der Wale und Delfine versprochen.

 

TUI warb bereits in den Vorjahren für Hotels und Vergnügungsparks mit gefangenen Delfinen. Im Florida Freizeitpark „Discovery Cove“ konnten TUI-Gäste Delfintrainer spielen und in der Dominikanischen Republik mit eingesperrten Delfinen schwimmen.

 

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) mit dem Ex-TV-Trainer von Flipper, Richard O’Barry, kritisiert in Zusammenhang mit dem türkischen Hotelangebot der TUI einen Delfin-Kaufvertrag für zwölf Delfinwildfänge zwischen Taiji/Japan und der Vergnügungspark-Organisation „Gunzo-Park“ in Antalya für insgesamt 280.000 US-Dollar. WDSF-Gründer Jürgen Ortmüller: „Das alljährliche Töten von bis zu 23.000 Delfinen in japanischen Küstengewässern dient auch dazu, die Delfinindustrie und die Hotels mit den stärksten und potentesten Delfin-Exemplaren für Stückpreise von bis zu 150.000 US-Dollar zu beliefern. Es ist unverständlich, dass TUI mit seinen Delfin-Unterhaltungsangeboten Geld verdient und sich gleichzeitig scheinheilig für den Delfinschutz einsetzt. TUI-Chef Frenzen ist gegen diese Kritik offenbar immun.“

 

http://www.presseportal.de/go2/guardian

 

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/111206/1353327

NABU kritisiert Entscheidung des Bundesrates zur geplanten Fehmarnbelt-Brücke

Berlin – Der NABU hat die Entscheidung des Bundesrates zum geplanten
Bau der Fehmarnbelt-Brücke heftig kritisiert. Nur Mecklenburg-Vorpommern
hat dem Gesetz nicht zugestimmt. „Und das aus gutem Grund. Denn das
Projekt ist nicht nur ökologisch völlig unverantwortlich, sondern auch
exorbitant teuer, unwirtschaftlich und gefährdet in einer sensiblen
Wirtschaftskrise massenhaft Arbeitsplätze an der deutschen Ostseeküste
in Tourismus und Fährwirtschaft“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer
Leif Miller.

Eine von Dänemark finanzierte 19 Kilometer breite Querung soll die
deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden. Doch
kaum einer der entscheidenden Politiker hat sich offensichtlich über
eines der größten europäischen Infrastrukturprojekte ausreichend
informiert. „Eine verantwortungsvolle, auf Fakten beruhende Beurteilung
des Projektes fehlt bislang. Es ist leichtfertig, eine Entscheidung mit
derart weitreichenden ökologischen Konsequenzen vom fernen Berlin aus zu
fällen, ohne sich ausreichend vor Ort sowie über die Folgen und Kosten
des Riesenbrückenbaus informiert zu haben.

Dänemark, dass das mindestens acht Milliarden Euro teure Projekt
finanzieren will, ist bisher die entscheidenden Gutachten schuldig
geblieben. Es liegen weder abschließende Erkenntnisse zur
Beeinträchtigung des überaus sensiblen Wasseraustauschs zwischen
Nord- und Ostsee noch zur Gefährdung der Schiffssicherheit vor. Der
Fehmarnbelt ist mit jährlich rund 64.000 Schiffspassagen die am meisten
befahrene Wasserstraße der Welt. Laut Prognosen wird sich der
Schiffsverkehr binnen weniger Jahre verdoppeln. Die von den Planern
bevorzugte, weil kostengünstige Brückenvariante staucht jedoch die heute
rund zehn Kilometer breite Passage auf wenige hundert Meter zusammen.
„Man will einen Elefanten durch ein Nadelöhr zwingen und ernsthaft
glauben machen, er würde sich nicht stoßen“, so Miller.

Um Dänemark einen Gefallen zu tun, gibt Deutschland seine Verantwortung
für das international geschützte und äußerst sensible Ökosystem Ostsee
vorschnell ab. „Die Mitglieder des Bundesrates wären gut beraten
gewesen, nicht aus Wochenendstimmung vorschnell ein derartiges
Risiko-Projekt durchzuwinken“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Miller.

Quelle: http://gsm-ev.de/2009/02/20/nabu-kritisiert-entscheidung-des-bundesrates-zur-geplanten-fehmarnbelt-brucke/

Walfang ist keine Lösung

Walfang ist keine Lösung

 

Studie einer Freiburger Wissenschaftlerin widerlegt die Hypothese, dass Großwale in tropischen Gewässern der Fischerei die Fische wegfressen

 

In den vergangenen Jahren haben Japan und andere Walfangnationen vermehrt behauptet, dass Wale in Hinblick auf Nahrungsressourcen in direkter Konkurrenz zur Fischerei stünden und Schuld seien am Rückgang und teilweisem Zusammenbruch von Fischbeständen. Aus diesem Grund, so argumentieren Walfangsbefürworter häufig, sei die Dezimierung von Walbeständen ein geeignetes Mittel, um Fischfangmengen zu erhöhen.

 

Die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ging der Aussage nach, dass Wale der Fischerei in den Gewässern Nordafrikas und der Karibik die Fische wegfressen. In Zusammenarbeit mit amerikanischen und kanadischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte sie auf der Basis bereits vorhandener Daten Ökosystemmodelle der Meeresgebiete. Die Forscher simulierten, was passieren würde, wenn man die Walbestände in diesen Ökosystemen verringern würde. Die Ergebnisse dieser Studie sind jüngst als Artikel im Policy Forum von Science (Bd. 323, Issue 5916, S. 880-881, 2009) erschienen. Sie zeigen, dass, selbst unter Berücksichtigung der unsicheren Datenlage, eine komplette Ausrottung aller Großwale in den Forschungsgebieten nur zu einem sehr geringfügigen Anstieg der kommerziell genutzten Fischbestände führen würde. Anderseits konnte nachgewiesen werden, dass schon kleine Veränderungen im Fischereimanagement eine deutliche Vergrößerung der Fischbestände zur Folge hätten.

 

Japan als vehementer Befürworter des Walfangs wird in dieser Diskussion innerhalb der Internationalen Walfangskommission vor allem von Politikern aus neueren Mitgliedsstaaten in Nordwestafrika und der Karibik unterstützt. Es handelt es sich meist um Küstenländer, die an die subtropischen und tropischen Paarungsgebiete der Bartenwale angrenzen – Gewässer, in denen Bartenwale sich nur während der Paarung und zur Aufzucht ihrer Kälber aufhalten und in denen sie gewöhnlich fast nichts fressen.

 

Trotzdem wird das Thema der Nahrungskonkurrenz zwischen Walen und Fischerei auf den jährlich stattfindenden Treffen der Internationalen Walfangskommission stets neu diskutiert. Es würden wertvolle Zeit und Energie verschwendet, die dafür verwendet werden könnten, um konstruktive Lösungsstrategien zu entwickeln für den schwelenden Dauerkonflikt zwischen Walfängern und Walfangsgegnern, so Kaschner.

 

Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihrer Arbeit, dass Walfang keinesfalls eine Lösung für die massiven Fischereiprobleme von Entwicklungsländern ist. Stattdessen sollten diese Probleme im größeren Kontext einer globalen Fischereikrise gesehen werden, bei der Faktoren wie lokales Missmanagement, Ausbeutung von tropischen marinen Ressourcen durch Industrienationen sowie auch die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden müssten.

Die Pressemitteilung findet ihr hier: http://idw-online.de/pages/de/news300813

Stoppt den kommerziellen Walfang

Tierschützer fordern zum 8. Juni, dem „Tag der Meere“: Stoppt den kommerziellen Walfang

Japanische Walfänger im Südpolarmeer. Quelle: dpa

Bonn (ots) – Während die Menschen heute am 8. Juni 2005 weltweit und friedlich den „Tag der Meere“ feiern, sind Walfänger aus Norwegen und Japan unterwegs, um Hunderte von Walen mit Sprengharpunen zu jagen und zu töten. Whalewatch, eine Koalition aus mehr als 140 Tier- und Naturschutzorganisationen in über 55 Ländern, fordert die Beendigung des kommerziellen sowie des so genannten „wissenschaftlichen“ Walfangs.

Martin Riebe, Sprecher der Koalition in Deutschland kommentiert:
„Es ist zynisch, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Menschen rund um den Globus den Tag der Weltmeere begehen, Walfangflotten aus Japan und Norwegen nur in der Absicht auf hoher See unterwegs sind, Hunderte von Walen zu töten. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund für das grenzenlose Leiden der Wale, das mit dem Walfang verbunden ist.“

Fast zeitgleich findet übernächste Woche das alljährliche Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) statt. Bei der Tagung in Ulsan, Südkorea, besteht erstmals seit Bestehen des Walfangverbotes im Jahre 1986 die Gefahr, dass die Walfangnationen bei den Abstimmungen eine Mehrheit haben könnten. Whalewatch wird seine Lobbyarbeit deshalb noch einmal intensivieren. Ziel: Aufrechterhaltung des internationalen Walfangverbots und die Verhinderung von Kompromissen, die zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führen könnten.

Bereits letztes Jahr veröffentlichte Whalewatch einen aufschlussreichen, wissenschaftlichen Bericht, der sich mit Tierschutz im Zusammenhang mit modernem Walfang beschäftigt: ‚Troubled Waters‘ (troubledwaters). Aus diesem Bericht geht ganz klar hervor, was man schon seit langem geahnt hat; dass Wale bei der Jagd und beim Töten extreme Schmerzen und Qualen erleiden müssen und in einigen Fällen nach dem Harpunieren noch über eine Stunde lang mit dem Tod ringen.

WSPA Welttierschutzgesellschaft e.V.

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/walfang/

Gier nach Öl bedroht Naturparadies

© Spiegel; Seeschlacht: Das Boot „Torbas“ versucht mit einer riesigen Wasserkanone zu verhindern, dass Greenpeace Aktivisten auf die Plattform Brent Spar absetzt. Der Weltkonzern Shell erntet europaweit Entrüstung für sein ruppiges und gefährliches Vorgehen, denn mit den Wasserkanonen wird auch auf Greenpeace-Männer und den Hubschrauber geschossen.

 

Gier nach Öl bedroht Naturparadies

Greenpeace: Zehn Jahre nach Brent Spar hat Shell nichts dazugelernt

Die unberührte Inselgruppe der Lofoten vor Norwegen ist akut von Erdölförderprojekten bedroht. Greenpeace warnt heute in 15 Städten, darunter Berlin, Rostock, Kiel und Karlsruhe, vor der Bedrohung und sammelt Unterschriften zum Schutz des Gebietes. Zugleich erinnern die Umweltschützer an den wirkungsvollen Protest von Verbrauchern gegen die Versenkung der ausgedienten Ölplattform Brent Spar vor zehn Jahren. Der Ölkonzern Shell wollte mit der Brent Spar die erste Plattform aus der Nordsee in den Nordost-Atlantik schleppen und dort versenken. Nach 52 Tagen der Auseinandersetzung gab Shell am 20. Juni schließlich auf. An der geplanten Ausbeutung der Ölfelder um die Lofoten ist auch Shell beteiligt.

„Es geht um die Rettung eines der wenigen noch unberührten Gebiete. Aber es geht auch darum, dass die Industrie nicht jede Grenze überschreiten darf, um Profit zu machen“, sagt Greenpeace Ölexperte Christian Bussau. „Die Ölförderung hat bereits die Nordsee in ein Industriegebiet verwandelt, Leckagen und Ölteppiche sind dort Alltag. Nun droht die Ausbeutung weiterer Regionen. Und Shell ist dabei – offensichtlich hat der Konzern nach Brent Spar nichts dazugelernt.“

Das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ war im April in den arktischen Gewässern der Lofoten unterwegs, um auf deren Bedrohung aufmerksam zu machen. Die Ölförderung wird dort tausende Seeadler, Kormorane und Papageientaucher gefährden, die auf den Fischreichtum des Meeres angewiesen sind. Greenpeace fordert, dringend großflächige Schutzgebiete einzurichten, die das Vordringen der Ölindustrie in die letzten intakten Ökosysteme verhindern. „Nur Schutzgebiete können die Naturparadiese vor der Zerstörung retten. Dazu kann jeder mit seiner Unterschrift beitragen“, erklärt Bussau. So sollen auch 40 Prozent der Nordsee und Ostsee unter Schutz gestellt werden.

In der Nordsee hat die alltägliche Verschmutzung stark zugenommen. 2002 leiteten die Plattformen etwa 300.000 Tonnen Chemikalien und 14.000 Tonnen Öl ein. Das entspricht einem Tankerunfall. Bei Überflügen im März hat Greenpeace wie in den Jahren zuvor Ölteppiche entdeckt, die von den Plattformen ausgehen. Schon im letzten Jahr fielen die Verschmutzungen der von Shell betriebenen Dunlin-Plattform auf. Der Ölfilm gefährdet besonders Vögel: Er verklebt ihr Gefieder und dringt in ihre Nahrungskette ein. Greenpeace fordert die Ölkonzerne auf, die Einleitungen drastisch zu reduzieren.

Greenpeace konnte mit der Brent Spar-Kampagne erreichen, dass der Nordost-Atlantik nicht als Müllkippe für Industrieschrott missbraucht wird: 1998 wurde ein generelles Versenkungsverbot von Offshore-Anlagen für die Meeresregion durchgesetzt. Es betrifft etwa 500 Plattformen in der Nordsee und im Nordost-Atlantik. Die damals von der Ölindustrie vorgebrachten technischen Probleme spielen heute keine Rolle mehr. Die Entsorgungsindustrie kann heute selbst große Plattformen an Land zerlegen. So wird demnächst die 37.000 Tonnen schwere BP-Plattform North-West-Hutton abgewrackt. Der eigentliche Boom beginnt allerdings erst im Jahr 2010: Ab dann sollen pro Jahr 20 Stahlkolosse an Land zerlegt werden.

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/gier-nach-ol-bedroht-naturparadies

Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer

Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer
Forscher und Ämter beklagen Küstenzerstörung
von Johnny Erling

Peking – Kaiserliche deutsche Geschwader eroberten 1897 die ostchinesische Bucht Kiaotschou und bauten Qingdao zu ihrem kolonialen Großhafen aus. Doch heute schütten chinesische Baukonzerne die Bucht wieder zu. Von der 1928 noch 535 Quadratkilometer weiten Meerenge sind noch 367 Quadratkilometer Gewässer übrig. Auch am Hafen wird immer mehr Land aufgeschüttet. An 20 Projekten der Auffüllung wird gleichzeitig gearbeitet. Die Stadtregierung Qingdao holt sich 16 Quadratkilometer Bauland aus dem Wasser, berichtet die Tageszeitung „China Daily“.

Die nordchinesische Hafenstadt Tianjin plant, dem Meer gleich 79 Quadratkilometer für moderne Chemiekomplexe zu entreißen. Auch Südchinas Provinz Guangdong läßt massiv Land für Großindustrien gewinnen – die Küstenregionen „expandieren ins Meer“.

All dies sind Zeichen einer für chinesische Umweltschützer, Raumplaner und Meeresbiologen alarmierenden Entwicklung. „China Daily“ zitiert einen Forschungsbericht des Staatlichen Ozeanamts, wonach die Landgewinnung ein „wahnwitziges Tempo“ angenommen habe. Zusammen mit den in die Ozeane geleiteten Abwässern seien die Folgen für den Küstenschutz und das Ökosystem Küste unabsehbar, so Amtsdirektor Lin Shaohua. Chinas Strände hätten sich um die Hälfte reduziert. 80 Prozent der Korallenriffe und die Hälfte der Mangrovensümpfe seien stark beschädigt. „Im letzten Jahrzehnt nahmen die Planktonvorräte und der Fischreichtum dramatisch ab und wurde die Küstenbiologie ruiniert. Dies gilt besonders für die großen Flußdeltas des Jangtse, des Gelben Stroms und des Perlflusses.“

In den Mündungsgebieten finden Landentwickler leichtes Spiel. Sie können die Lößerde zum Aufschütten nutzen, die von den riesigen Strömen in die Mündungsgebiete geschwemmt werden. Erosion, als Folge von Raubbau, Monokulturen und Industrialisierung, hat die Schlammengen in Flüssen erhöht.

Nach offiziellen Statistiken wurden in drei großen Kampagnen zur Landgewinnung seit den fünfziger Jahren 1,2 Millionen Hektar Acker- und Nutzflächen aus dem Meer gewonnen, mehr als in jedem anderen Land. Findige Bauspekulanten und geldgierige Lokalregierungen verschärfen das Problem. Sie wichen auf die Meere aus, als ihnen Chinas Regierung verbot, die Ackerböden der Bauern zu Bauentwicklungsland zu machen. Vor dem neuen „Aufschüttungsboom“ warnt Xin Rongmin, Provinzdirektor für Meeresforschung in Shandong. „Sie verschlucken unser blaues Territorium.“

2002 hatte die Zeitschrift für Kartographie „Ditu“ auf Grundlage von Satellitenfotos erstmals Vergleichskarten des Vermessungsamtes veröffentlicht. Sie zeigten dramatische Veränderungen seit 1949. Küstenlinien und Inseln hatten sich ausgedehnt. Seen verschwanden oder verkleinerten sich. 50 Jahre reichten in China für Wandlungen, für die andere Kontinente Jahrhunderte brauchen. Das staatliche Meeresamt will nun bis 2009 Chinas Küsten systematisch untersuchen und erfassen.

Artikel erschienen am Fr, 27. Mai 2005
https://www.welt.de/print-welt/article672628/Chinas-Boom-Regionen-wachsen-auf-aufgeschuetteten-Flaechen-im-Meer.html

Naturdramen auf griechischer Urlauberinsel

Naturdramen auf griechischer Urlauberinsel

Trotz europaweiter Proteste: Meeresschildkröten werden auf Zakynthos an Eiablage gehindert

Radolfzell. Weil Sonnenschirme und Liegestühle auf der griechischen Insel Zakynthos den Zugang zu den über Jahrtausende angestammten Eiablageplätzen der Unechten Karettschildkröte versperren, sind die Tiere noch stärker bedroht. Wie die internationale Umweltstiftung Euronatur mitteilte, musste der 1999 eingerichtete Meeresnationalpark Zakynthos im März 2004 seine Pforten schließen. Die Umweltstiftung Euronatur berichtet von unhaltbaren Zuständen. So ist der bisherige Präsident des Parks seines Amtes enthoben worden, Mitarbeiter der Parkverwaltung bekommen kein Gehalt, der griechische Staat kommt den EU Naturschutzverpflichtungen nicht nach.

Im Rahmen einer Unterschriftenaktion konnten Euronatur und die Schildkrötenschutzorganisation Medasset 17.000 Unterschriften zum Schutz der Unechten Karettschildkröte sammeln. Vertreter beider Organisationen übergaben diese im März 2005 an den griechischen Premierminister Kostas Karamanlis. Doch geändert hat sich nichts. „Griechenland tritt den Naturschutz und das eigene Naturerbe mit Füßen“, sagte Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von Euronatur. Der Meeresnationalpark kämpft um das Überleben und ist – trotz Ernennung eines neuen Präsidenten vor rund 4 Wochen – nicht funktionsfähig, teilte Euronatur mit. Die gesamte Infrastruktur des Parks liegt nach rund einjähriger Pause völlig brach. Viele der Hinweis- und Verbotstafeln wurden in der letzten Saison demontiert, um freien Zugang zu den Stränden zu gewährleisten. Die Türme, von denen aus Wächter die Einhaltung von Betretungsverboten überwachen sollen, sind in desolatem Zustand, und es steht kein geschultes Personal zur Verfügung, um die Türme zu besetzen.

„Die Eiablagestrände der Insel, die zu den wichtigsten im gesamten Mittelmeerraum zählen, blieben bereits in der letzten Saison unbewacht. Es ist nicht vertretbar, dass die Gelege der Unechten Karettschildkröte wieder von unwissenden Touristen zerstört werden. Für die stark bedrohte Art ist ein umfassender Schutz der Strände überlebensnotwendig“, betonte Schwaderer.

Kernproblem ist nach wie vor die mangelnde finanzielle Unterstützung des Meeresnationalparks durch den griechischen Staat. Seit Gründung des Parks hat dieser mit 170.000 Euro im Jahr nur rund die Hälfte der ursprünglich zugesagten und ohnedies knapp bemessenen Summe zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2003 wurden die Zahlungen sogar völlig eingestellt und die Parkverwaltung konnte Abgaben für Sozialversicherung und Steuer ihrer Mitarbeiter nicht zahlen. Dies führte dazu, dass auch die EU Fördermittel einbehielt.

Der Staat Griechenland kommt seinen Verpflichtungen, Maßnahmen zum Erhalt EU-weit geschützter Arten durchzuführen, immer noch nicht nach, beklagen die Umweltschützer. Grund genug für Euronatur und Medasset, ihre Unterschriftenkampagne fortzusetzen (www.euronatur.org). „So lange keine grundlegende Verbesserung der Situation für den Naturschutz in Griechenland eintritt, bleiben unsere zentralen Forderungen bestehen“, erklärte Gabriel Schwaderer. Dazu zählt, dass eine langfristige Finanzierung der Verwaltungen von Schutzgebieten gewährleistet und durch eine übergeordnete Stelle innerhalb des Umweltministeriums unterstützt werden muss. Des Weiteren fordern Euronatur und Medasset die griechische Regierung auf, den rechtlichen Rahmen zur Durchsetzung der Naturschutzgesetze in Griechenland zu schaffen.

Nur, wenn es zu einer Stärkung des Natur- und Umweltsektors innerhalb des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten kommt, wird sich die Situation für die Unechte Karettschildkröte im Meeresnationalpark Zakynthos wie auch für die vielen anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten in den anderen 26 Naturparken verbessern.

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur)
Konstanzer Str. 22
78315 Radolfzell
Tel. 07732 – 92 72 0
Fax 07732 – 92 72 22
Email info@euronatur.org
www.euronatur.org

https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/presse/pressemitteilungen/detail/news/naturdramen-auf-griechischer-urlauberinsel/

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