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Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Schweizer wollen Freiheit für Delphine

OceanCare Petitionsübergabe in Bern

Schweizer wollen Freiheit für Delphine

77‘776 Schweizerinnen und Schweizer sagen mit der Unterzeichnung einer OceanCare-Petition Nein zum Import von Delphinen und dem Bau neuer Delphinarien. Die Unterschriften wurden soeben den Parlamentsdiensten in Bern übergeben und stützen eine Motion für ein Importverbot von Walen und Delphinen, welche Ende September im Schweizer Parlament eingereicht wurde.

Wädenswil 17. November 2011: Hunderte wilde Delphine werden jedes Jahr brutal im Meer gefangen und weltweit an die Delphinarienindustrie verkauft. Auch in die Schweiz dürfen Delphine importiert werden. Fangaktionen, wie die aus dem Film „Die Bucht“ bekannte japanische Treibjagd, gefährden mitunter das Überleben ganzer Delphinbestände. Der Handel mit Delphinen ist ein lukratives Geschäft, denn die Nachzucht in Gefangenschaft ist äusserst schwierig.

Delphine in Gefangenschaft artgerecht zu halten ist nicht möglich. Das ist wissenschaftlich belegt. Als wandernde Tiere sind sie weder physiologisch noch hinsichtlich ihres Verhaltens an die Bedingungen in Delphinarien angepasst. Verglichen mit ihrem natürlichen Lebensraum ist jedes Becken zu klein, zu wenig tief, zu kahl und zu reizlos. Die Tiere stehen unter Dauerstress und sterben meist wesentlich früher als ihre wild lebenden Artgenossen.

„Nur ein Importstopp und ein klares Verbot für den Bau neuer Delphinarien kann dem Elend der Delphine hierzulande ein Ende setzen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Die von 77‘776 Personen unterschriebene Delphinarien-Petition wurde heute in Bern den Parlamentsdiensten übergeben und verleiht der laufenden, von BDP-Nationalrätin Brigitta Gadient eingereichten Motion für ein „Importverbot von Cetacea (11.3850)“ Nachdruck. Die Motion wird von 50 Nationalräten aller Fraktionen unterstützt.

In der Schweiz gibt es noch ein Delphinarium im Freizeitpark Connyland in Lipperswil /TG. Dessen Tierhaltung steht immer wieder in der Kritik. 2010 hatten OceanCare und die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) wegen gravierender Vorstösse gegen das Tierschutzgesetz Strafanzeige gegen die Betreiber des Freizeitparks eingereicht. Ungeachtet der Tatsache, dass im Connyland in nur dreieinhalb Jahren 8 Delphine verstorben sind, wurde die Anzeige vergangene Woche als haltlos abgewiesen und eingestellt.

Dr. Sylvia Frey von OceanCare ist überzeugt: „Es kann nicht angehen, dass in einem Land wie der Schweiz Wildtiere unter artenwidrigen Bedingungen gehalten werden. Wildtiere wie Delphine gehören nicht in Betonbecken, wo sie als Jahrmarkts-Attraktion zur Schau gestellt werden.“

Weitere Informationen:

Petition gegen die Haltung von Delphinen in Gefangenschaft Motion für ein Importverbot von Walen und Delphinen Artikel „Delphinarien – Schattenseiten eines Booms“ Broschüre „Delphinarien – Schattenseiten eines Booms“

https://oceancare.org/wp-content/uploads/2016/07/Flyer_Delphinarien_DE_.pdf

www.oceancare.org

Row for Silence – Die mutigste Frau Deutschlands

Liebe Meeresfreunde,

Können Sie sich vorstellen monatelang allein auf dem Ozean in einem Ruderboot unterwegs zu sein? Nein, dann sollten sie dieses lesen:

Row for Silence – Die mutigste Frau Deutschlands

Janice Jakait hat den Mut und die Vorstellungskraft das zu meistern und wird als erste deutsche Sportlerin in Portimão /Portugal mit ihrem Spezialruderboot ablegen, um allein den Atlantik zu überqueren. 3.500 Seemeilen, also rund 6.500 Kilometer wird sie Wind und Wetter und meterhohen Wellen trotzen, bevor sie in Antigua wieder an Land geht.

Jahrelange Vorbereitung, technisches Know-how und viele Stunden in Theorie und Praxis des Ozeanruderns, psychisches und physisches Training, all das stellt sie in den nächsten Monaten unter Beweis. Der Countdown läuft jetzt!

Nur noch wenige Tage und dann setzt sich Janice Jakait in ihr Boot und rudert mit einer Botschaft los. Sie wird 4-5 Monate für ihr Projekt Row for Silence – Rudern für die Stille unterwegs sein.

Mit ihrer Aktion unterstützt Janice Jakait die Organisation OceanCare, die international arbeitende Meeresschutz-Organisation, die sich besonders gegen den Unterwasserlärm in den Weltmeeren einsetzt und UN-Beraterstatus erlangt hat.

Wir freuen uns für sehr, dass Janice Jakait sich für die Meere, unsere Kollegen von OceanCare, die Coalition Ocean Noise und damit auch DEEPWAVE´s Ziele zum Schutz der Meere einsetzt.

Und seit wir uns in Düsseldorf persönlich trafen, weiß ich, diese Frau wird es schaffen.

Wir alle drücken Ihr jetzt zum Start die Daumen.

Wir wünschen Ihr gute Winde und die Weisheit der Wale auf Ihrem langen Weg für den Schutz der Meere.

Schauen Sie auf Ihre Website und verfolgen Sie dieses tolle Abenteuer:

http://www.rowforsilence.com

Volkszählung der Arten nun per App

Zum Beginn der UN-Dekade der biologischen Vielfalt in Deutschland im
November gibt es zur Erfassung der biologischen Vielfalt der Erde eine neue Entwicklung als App. Geht das auch unter Wasser?

Ob das sinnvoll ist oder nicht – es hilft vielleicht der Natur zu mehr Aufmerksamkeit!

Mit „anymals“ kann jeder alle (jemals gesichteten) Tiere und Pflanzen in
seiner Umgebung dynamisch abfragen und gleichzeitig selbst gesichtete
Lebewesen eintragen. Damit ist „anymals“ einerseits als Naturführer z.B.
beim Wandern nützlich, andererseits könnte das der Durchbruch für die
Biodiversitäts-Forschung werden.

Forscher alleine könnten alle Lebewesen auf dem Planeten niemals zählen
– mit der App ginge das: anymals macht normale Leute – Wanderer,
Hobby-Ornithologen oder Naturschutz-Aktivisten – zu „Citizen
Scientists“. Durch die Anbindung an die wissenschaftliche GBIF-Datenbank
haben anymals-Nutzer bereits heute Zugriff auf knapp 1,3 Millionen Arten
sowie mehr als 200 Millionen Beobachtungsdaten weltweit.

http://www.anymals.org/

Online-Protestaktion gegen BP-Tiefseebohrungen in der Nordsee

Online-Protestaktion gegen BP-Tiefseebohrungen in der Nordsee

Unter den 10 umsatzstärksten Unternehmen der Welt befinden sich 6 Öl- und Gaskonzerne. Es ist daher wohl keine Überraschung, dass trotz steigender Umsätze die Suche nach dem schwarzen Gold weitergeht und die Ölkonzerne wie BP auch vor riskanten Tiefseebohrungen in der Nordsee nicht mehr zurückschrecken. Doch bedeutet das, wir können ihr Vorgehen einfach akzeptieren und zusehen, wie sie die Umwelt weiter zerstören? Bieten Sie mit uns BP die Stirn!

Bereits im Januar 2012 will BP die ersten Probebohrungen in North Uist, 80 Meilen nordwestlich der Shetland-Inseln, in einer Tiefe von 1.300 Metern durchführen. Und obwohl Umweltschützer auf der ganzen Welt vor dieser gefährlichen Bohrung warnen und BP selbst in seinen Katstrophenplänen davon spricht, dass im Falle eines Unglücks das Ausmaß der Ölpest die Folgen der Deepwater Horizon bei Weitem übersteigen würden, schreckt der Energiekonzern nicht davor zurück die Ölförderung in diesem artenreichen Meeresgebiet voranzutreiben.

Helfen Sie uns jetzt, die riskanten Tiefseebohrungen durch BP zu verhindern und senden Sie Ihre Nachricht an den Umweltminister Chris Huhne:
http://www.wdcs-de.org/view_e_protest.php?select=561

Er entscheidet in den kommenden Wochen über die Genehmigung der Tiefseebohrung für BP in europäischen Gewässern. Nur mit vereinten Kräften können wir ihn dazu bewegen, sich für die Umwelt und gegen den Ausbau der Ölförderung zu entscheiden. Der marine Lebensraum ist zu wertvoll, um ihn für ein paar Tropfen Öl aufs Spiel zu setzen.

Ihr
Dr. Karsten Brensing
Conservation Manager
WDCS Deutschland

2nd coelacanth population found off Tanzania coast

„A team of Japanese researchers has discovered a hitherto unknown population of coelacanths, a fish species known as a „living fossil,“ off southeast Africa.

The researchers from Tokyo Institute of Technology and other entities said the newly found breeding group of coelacanths linked to the site has existed for more than 200,000 years without genetic contact with other groups.

Researchers had believed there was only one breeding group of the species off Africa. ….“

Source and more: Daily Yomouri Online, 10 Nov. 2011

Zum Thema Quastenflosser kann ich das Buch „Der Fisch der aus der Urzeit kam: Die Jagd nach dem Quastenflosser“ von Prof. Hans Fricke empfehlen.

Informativ ist auch der Artikel bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Quastenflosser

Mondfische – Rätselhafte Giganten – TV-Tipp 10.11

Mondfische – Rätselhafte Giganten
21:00 Uhr
NDR Fernsehen
(oder per livestream auf der NDR Website)

Sie kommen in fast allen Meeren der Welt vor – und doch ist nur wenig bekannt über das Leben der Mondfische. Warum weiß man bis heute so wenig über die rätselhaften Giganten?
Filmemacher Thomas Behrend macht sich auf die Suche nach möglichen Antworten auf diese Fragen. Seine Reise führt ihn von Kalifornien über die Ostsee bis nach Italien. Unterstützung findet er unter anderem bei dem Unterwasserfotografen Mike Johnson, der seit zwei Jahrzehnten dem „Sunfish“, wie der Mondfisch in Kalifornien genannt wird, auf der Spur ist, und bei Meeresbiologin Tierney Thyss, der einzigen Expertin weltweit, die sich ausschließlich der Erforschung der Molas widmet. Eine Reise in die immernoch weitgehend unbekannte Welt unserer Meere.

Buch/Regie/Kamera: Thomas Behrend, Christina Karliczek
Zusätzliche Kamera: Roland Gockel, Mike Johnson, Roberto Rinaldi
ROV-Technik: Andreas Knabbe, Sascha Pülmanns
Schnitt/Montage: Mirco Tribanek
Musik: Mira Music – Michael Klaukien und Andreas Lonardoni
Produktion: Blue Planet Film

Redaktion/Producer: Britta Kiesewetter NDR Naturfilm
Sprecher: Mark Bremer (Kommentar), Sonja Szielowicki, Robert Missler, Ingo Abel
Tonmischung: Ton Synchron – Sven-Michael Bluhm
Farbe/Grading: Studio Hamburg – Henning Sancken
Geräusche: Norbert Schlawin

Beratung: Tierney Thys, Dr. Wolfgang Dreyer, Eleonora de Sabata

http://www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-1054108.html

Against Plastic Pollution

Amerikanische Bewegung gegen Plastik

Refuse, Reduce, Reuse, Recycle !!

Top 11 contestants from Season 10 Against Plastic Pollution

Wieder ist ein Delphin im Connyland gestorben

Wieder ist ein Delphin im Connyland in der Schweiz gestorben

Erneut meldet das Connyland den Tod eines seiner Delphine. Es ist das siebte Tier, das innert drei Jahren verendet ist. OceanCare ist empört über die Zustände im Freizeitpark. Wiederholt hat die Organisation auf die tierschutzwidrigen Zustände hingewiesen. 2010 reichten OceanCare und die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) diesbezüglich eine Strafanzeige gegen die Parkbetreiber ein.

Immer wieder steht die Delphinhaltung im letzten Delphinarium der Schweiz in der Kritik. Zurecht, wie es scheint. Wenn innert drei Jahren sieben Delphine – darunter 3 Kälber – sterben, ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Aufgrund detailliert dokumentierter, gravierender Verstösse gegen das Tierschutzgesetz reichten OceanCare und die Stiftung für das Tier im Recht 2010 Strafanzeige gegen die Betreiber des Connyland ein. Dieses Jahr gehen bereits zwei tote Delphine auf das Konto des Freizeitparks – und die Anzeige ist noch immer hängig.

„Es ist angesichts des Todes so vieler Delphine unglaublich, dass sowohl seitens der Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau sowie des kantonalen Veterinäramtes wiederholt beteuert wird, dass alles in Ordnung sei mit der Delphinhaltung im Connyland. Wie viele Beweise braucht es denn noch?“, fragt Dr. Sylvia Frey, wissenschaftliche Mitarbeiterin von OceanCare.

Der nun verendete Delphin „Shadow“ wurde 2003 als Nachzucht im Connyland geboren. Er erreichte gerade einmal das Alter von 8 Jahren und war damit noch nicht einmal erwachsen. In Freiheit werden Grosse Tümmler bis 50 Jahre alt, in Gefangenschaft sterben die meisten Tiere dieser Art schon vor der Geschlechtsreife. „Shadow“ reiht sich in diese traurige Statistik ein. Und doch hält die Delphinarienindustrie –
wider alle neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse – an ihrem Credo fest, die Delphine hätten in Gefangenschaft ein gutes Leben.

„Delphine sind Publikumsmagneten und damit die Goldesel der Parkbetreiber. Es ist unfassbar, dass der Profit über das Wohl der Tiere gestellt wird und dass dies von behördlicher Seite sogar noch mit getragen wird“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Dieser Meinung sind auch Zehntausende Menschen in der Schweiz, welche die Petition von OceanCare gegen den Handel und Import von Delphinen sowie für ein Verbot von Delphinarien in der Schweiz unterzeichnet haben. Die Petition wird kommende Woche zuhanden des Schweizer Parlaments im Bundeshaus eingereicht. Sie stützt die Motion für ein „Importverbot für Cetacea (11.3850)“ von BDP-Nationalrätin Brigitta Gadient, welche von 50 Nationalräten aller Fraktionen unterstützt wird.

Medienkontakt:
OceanCare
Dr. Sylvia Frey, Tel. +41 (0)79 742 93 23, sfrey@oceancare.org

Über OceanCare:
Seit 1989 setzt sich OceanCare für den Schutz der Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Engagement im Bereich der Gesetzgebung verschafft sich die Organisation weltweit Gehör und setzt Verbesserungen durch. www.oceancare.org

UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 eröffnet

Röttgen eröffnet UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020
Erhalt der biologischen Vielfalt ist Zukunftsinvestition

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat heute in Berlin die UN-Dekade Biologische Vielfalt offiziell eröffnet. Er folgte damit einem Aufruf der Generalversammlung der Vereinten Nationen, im Jahrzehnt von 2011 bis 2020 den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Weltweit sind die Staaten, aber auch private Akteure gefordert, sich für die Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen.

Der Bundesumweltminister machte deutlich, dass Politik für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine lohnende Investition in die Zukunft ist: „Wer das Naturkapital antastet und verbraucht, statt es zu pflegen und langfristig zu erhalten, handelt unvernünftig ökologisch, aber auch ökonomisch. Die derzeitige Finanzkrise birgt die Gefahr, dass mancher meint, in solchen Zeiten könne man sich Naturschutz nicht leisten. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist volkswirtschaftlich vernünftiger, in die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu investieren und die Auswirkungen unserer Handlungen auf die Ökosysteme und deren Leistungen von vornherein mit zu berücksichtigen. Dafür gibt es weltweit viele Beispiele“.

Röttgen lud die gesellschaftlichen Akteure ein, die UN-Dekade mit auszugestalten und sich bereits 2012 unter dem Schwerpunktthema „Vielfalt genießen „ Naturzeit ist Freizeit“ mit eigenen Aktivitäten einzubringen. Er gab den Startschuss für einen Wettbewerb um die besten Dekade-Projekte, für den man sich ab heute bewerben kann. Prominente Dekade-Botschafterinnen und Botschafter und engagierte junge Menschen als Jugendbotschafter werden sich ebenfalls für die biologische Vielfalt einsetzen. Röttgen: „Ich bin davon überzeugt, dass es uns gemeinsam gelingen wird, das Thema „Biologische Vielfalt“ überall stärker ins Bewusstsein zu rücken und in wichtige politische und gesellschaftliche Prozesse zu integrieren“.

Auf Bundesebene gibt es mehrere Initiativen des BMU, mit der der Bund auch Verantwortung für konkrete Investitionen in den Naturschutz auf der Fläche übernimmt. So wurden etwa im erfolgreichen Förderprogramm „Naturschutzgroßprojekte mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ bisher 76 Projekte mit mehr als 400 Millionen Euro gefördert. Daneben werden 125.000 Hektar bundeseigene Flächen als „Nationales Naturerbe“ langfristig erhalten. Mit dem neuen „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ wiederum werden konkrete Projekte zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit jährlich 15 Millionen Euro gefördert. BMU und BMELV werden außerdem mit dem „Waldklimafonds“ Maßnahmen zur Anpassung der heimischen Wälder an den Klimawandel, zur Vermeidung von Treib-hausgasemissionen sowie zur Sicherung und Erhaltung der Kohlenstoffspeicherung von Wäldern und Holzprodukten fördern. Dabei sollen Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsaspekte optimal miteinander verbunden werden. Hierfür sollen ab 2013 35 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stehen.

Informationen zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und zum
Bundesprogramm Biologische Vielfalt: www.biologischevielfalt.de

Informationen zur UN-Dekade Biologische Vielfalt, zum Wettbewerb der
Dekade-Projekte und zu den Dekade-Botschafter(inne)n:
www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

Scharfe Kritik an RWE Dea-Plänen zu Ölbohrungen im Wattenmeer

Gemeinsame Pressemitteilung von WWF, Nabu, Schutzstation Wattenmeer
Hamburg/Berlin/Husum, 8. November 2011

Umweltverbände fordern: Keine weitere Ölbohrung im Wattenmeer
Scharfe Kritik an RWE Dea-Plänen von NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF

Die Ankündigung des Energiekonzerns RWE Dea, die Ölförderung im Wattenmeer ausweiten zu wollen, stößt auf scharfe Kritik von Umweltverbänden. Der NABU, die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer und WWF kritisierten die Pläne als zynische und völlig überflüssige Gefährdung des Weltnaturerbes. Der Konzern hatte mitgeteilt, an vier weiteren Stellen im schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Wattenmeer nach Öl bohren zu wollen. Seit 1987 betreibt RWE Dea die Förderplattform „Mittelplate A“ mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

„Ölförderung hat im Nationalpark Wattenmeer nichts zu suchen. Es ist zynisch, sie sogar massiv ausweiten zu wollen“, erklärt NABU-Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti. Besonders geschmacklos erscheine die Ankündigung von RWE Dea angesichts der aktuellen Öl-Katastrophe vor der Küste Neuseelands mit Tausenden vergifteter Meerestiere. Bohrungen im Wattenmeer erhöhen die Gefahr von Ölverschmutzungen in diesem besonders sensiblen Lebensraum mit seinen mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten.

„Deutschland braucht das Öl aus dem Nationalpark Wattenmeer nicht“, sagt Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerbüros. „Angesichts des Klimawandels, der durch den beschleunigten Meeresspiegelanstieg auch das Wattenmeer in Gefahr bringt, muss man weltweit ohnehin einen großen Teil der fossilen Brennstoffe wie Kohle und Öl in ihren Lagerstätten im Boden lassen und lange vor ihrem Verbrauch auf erneuerbare Energien umsteigen.“ Die Suche nach Erdöl ausgerechnet in einem Nationalpark erübrige sich daher.

„Jede Ölsuche ist ein massiver Eingriff in das Ökosystem Wattenmeer. Die geplanten Explorationsbohrungen verstoßen aus unserer Sicht eindeutig gegen das Nationalparkgesetz“, erklärt Silvia Gaus, Naturschutzexpertin der Schutzstation Wattenmeer. RWE Dea scheine sich seiner Sache selbst nicht sicher zu sein, so habe der Konzern fast vier Jahre gezögert, die immer wieder angekündigten Bohranträge nun doch einzureichen.

NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF Deutschland fordern die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen dringend auf, die Anträge für die Ölsuche von RWE Dea im Wattenmeer endgültig abzulehnen. Nur so könnten sie ihrer Verantwortung für den Erhalt des Lebensraumes Wattenmeer und dem besonderen Schutzstatus eines Nationalparks gerecht werden.

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