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Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Fremder Fisch auf unserem Tisch – Deutschland immer abhängiger von Fischimporten

Fremder Fisch auf unserem Tisch – Deutschland immer abhängiger von Fischimporten

Pressemitteilung (Ocean2012, DEEPWAVE e.V)

Ab dem morgigen Freitag (20. April 2012) übersteigt der deutsche Fischkonsum unsere legalen Fangmöglichkeiten in europäischen Gewässern – Abhängigkeit der EU von Fischimporten nimmt weiter zu – Bündnis OCEAN2012 fordert Ende der Überfischung – Rückgang europäischer Fischbestände führt zu Ausbeutung der Gewässer im Ausland

Berlin, 19. April 2012: Auch in diesem Jahr wird in Deutschland viel mehr Fisch gegessen als heimische Fischer in den europäischen Gewässern fangen können. Weil die Nachfrage das Angebot immer stärker übersteigt, wächst die deutsche Abhängigkeit von Fischimporten. Bereits am morgigen Freitag ist der so genannte „Fish Dependence Day“ erreicht, der Tag, von dem an bis zum Ende des Jahres jeder hierzulande konsumierte Fisch rechnerisch aus dem Ausland stammt. Darauf machen die Mitgliedsverbände der Kampagne OCEAN2012 aufmerksam.

„Die Fischereigewässer der EU könnten zu den reichsten der Welt gehören – doch überwiegend werden sie verantwortungslos bewirtschaftet“, sagt Nina Wolff, die Meeresschutz-Expertin der Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland. „Wie wir dieser zerstörerischen Tendenz entgegenwirken können, liegt auf der Hand: Die europäischen Fischbestände müssen endlich wieder so weit aufgebaut werden, dass sie nachhaltig befischt werden können.“

Ab dem 20. April 2012 ist Deutschland statistisch gesehen für den Rest des Jahres vollständig auf den Import von Fisch und Meeresfrüchten angewiesen. Der Befund ergibt sich aus einem gemeinsamen Bericht der englischen New Economics Foundation (nef) und OCEAN2012. Die Studie ermittelt für die Europäische Union und jeden einzelnen Mitgliedstaat das Maß der Selbstversorgung. Der auf Kalendertage umgerechnete Eintritt der Abhängigkeit von Einfuhren wird als „Fish Dependence Day“ des jeweiligen Staates bezeichnet.

„Der Bericht zeigt: In der Debatte um unseren wirtschaftlichen Gesundungskurs wird die Bedeutung unserer natürlichen Ressourcen vernachlässigt“, erklärt Rupert Crilly von der New Economics Foundation und OCEAN2012, der den Bericht mitverfasst hat. „Die Bundesrepublik ist damit beschäftigt, die wirtschaftliche Schräglage in Europa gerade zu rücken. Es ist Zeit, sich auch um die Bilanz der natürlichen Ressourcen zu kümmern. Für das Wohl Deutschlands und Europas ist es unerlässlich, dass die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik die notwendige Sanierung der europäischen Fischbestände bewirkt.“

Die EU insgesamt ist während der Hälfte des Jahres auf Fisch von außerhalb angewiesen. Seit dem Jahr 2000 rückt das errechnete Datum der EU-weiten Abhängigkeit von Fischimporten kontinuierlich im Kalender nach vorne. Heute wird der Fish Dependence Day fast einen Monat früher erreicht als noch zur Jahrtausendwende – was unsere zunehmende Abhängigkeit von Fischen aus auswärtigen Gewässern unterstreicht.

„Um unseren wachsenden Appetit auf Fisch zu stillen, exportieren wir die Überfischung in andere Teile der Welt“, kritisiert Francisco Mari, Fischereiexperte des Evangelischen Entwicklungsdienstes. „Die Hälfte der europäischen Fischimporte stammt aus Gewässern von Entwicklungsländern, wo die Menschen auf Fisch als wichtige Eiweißquelle und als Grundlage für ihren Lebensunterhalt angewiesen sind.“

In den Kühltheken der Supermärkte ist die Überfischung für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht sichtbar, auch weil die Importe aus Drittstaaten dazu beitragen, die Schrumpfung heimischer Bestände zu verschleiern. „Jeder Einzelne kann sich mit der Wahl von Fisch aus heimischen und nachhaltigen Beständen aktiv am Erhalt der Meeresökosysteme beteiligen“, sagt Dr. Ursula Hudson, die amtierende Vorsitzende von Slow Food Deutschland. „Zugleich dürfen wir nur so viel verbrauchen, wie wir den Beständen nachhaltig entnehmen können.“

Im Rahmen der Reform der europäischen Fischereipolitik fordert OCEAN2012 die Überfischung und destruktive Fischfangmethoden zu beenden. Der Zusammenschluss von Organisationen setzt sich darüber hinaus für eine angemessene und gerechte Nutzung der Fischbestände ein.

Hinweise für Redaktionen:

Den vollständigen Bericht der News Economics Foundation (nef) in englischer Sprache sowie ein ausführliches Hintergrundpapier zum Fish Dependence Day finden Sie im Internet unter www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2828

Um auf die Problematik der zunehmenden Überfischung aufmerksam zu machen, veranstaltet die Deutsche Umwelthilfe am 20. April 2012 um 18.00 Uhr unter dem Motto „Der letzte Fisch“ ein Fischessen in der Markthalle Neun in Berlin Kreuzberg. Weitere Informationen finden Sie unter www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2826.
Fotos der Veranstaltung erhalten Sie auf Anfrage unter Tel. 0151 550 17 009.

Über die Kampagne OCEAN2012

OCEAN2012 wurde von der Pew Environment Group gegründet und wird von ihr koordiniert. Die Pew Environment Group ist die Naturschutzabteilung des Pew Charitable Trusts, einer Nichtregierungsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Überfischung der Ozeane zu beenden. Zum Lenkungsausschuss von OCEAN2012 gehören: Coalition for Fair Fisheries Arrangements, Ecologistas en Acción, The Fisheries Secretariat, nef (new economics foundation), die Pew Environment Group und Seas At Risk.

In Deutschland sind folgende Organisationen Mitglied von OCEAN2012: DEEPWAVE e. V., Deutsche Umwelthilfe e. V., EuroNatur, Evangelischer Entwicklungsdienst e.V., Fair Oceans, Forum Ökologische und Soziale Marktwirtschaft e. V., Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V., M.E.E.R. e. V., NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.), Pro Wildlife e. V., Reef Check e. V. und Slowfood Deutschland e. V.

Über nef

Die New Economics Foundation (nef) ist eine unabhängige Stiftung und Denkfabrik, die sich für eine nachhaltige Wirtschaft einsetzt. Sie fördert Lebensqualität durch innovative Lösungsansätze und fordert dadurch gängige Meinungen zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Fragen heraus. In Zusammenarbeit mit ihren Partnern unterstützt nef den Schutz von Mensch und Natur.

Für Rückfragen:

Dr. Nina Wolff, Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland
Projektleiterin Meeresnaturschutz, Deutsche Umwelthilfe e. V.
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 2400867-84, Mobil: 0170
8127346, E-Mail: wolff@duh.de

Rupert Crilly, Ökonom, nef
3 Jonathan Street, London SE11 5NH
Tel.: +44 (0) 2078206389, E-Mail: rupert.crilly@neweconomics.org

Francisco Mari, Referent für Agrarhandel und Fischerei,
Evangelischer Entwicklungsdienst e.V.,
Ulrich-von-Hassell-Straße 76, 53123 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 8101-2503, Mobil 0179 4621783, E-Mail: francisco.mari@eed.de

Anke Klitzing, Presseverantwortliche Slow Food Deutschland e.V.
Luisenstr. 45, 10117 Berlin,
Tel.: +49 (0) 30 609886761, E-Mail: a.klitzing@slowfood.de

Daniel Eckold, Pressesprecher Deutsche Umwelthilfe e. V.
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold@duh.de

Wie verlässlich ist das MSC-SIegel?

Heute gehts hoch her (Süddeutsche Zeitung, dpa usw.): Thema Wie verlässlich ist das MSC-SIegel?

Hintergrund ist eine Pressemitteilung des Geomar:

Überfischt und trotzdem aufgetischt

Knapp 30 Prozent der durch die Gütesiegel MSC oder FOS zertifizierten Fischprodukte stammen aus überfischten Beständen
17.04.2012/Kiel. Dreiviertel der marinen Fischbestände weltweit gelten heute als überfischt oder bis zur Tragfähigkeitsgrenze genutzt. Etliche Fischbestände sind aufgrund zu hoher Fangmengen sogar bereits zusammengebrochen. Welche Fische und Meeresfrüchte dürfen da noch auf den Tisch? Verbraucher verlieren bei der Auswahl vor dem Kühlregal oft den Überblick und vertrauen den Empfehlungen unabhängiger Gütesiegel. Das in Deutschland bekannteste ist das Umweltsiegel MSC, Marine Stewardship Council. Das blaue Zeichen mit dem Fisch verspricht Produkte aus nachhaltiger Fischerei und zertifiziert Fischereiunternehmen, die für umweltbewussten und nachhaltigen Fischfang stehen. Auch das weniger bekannte Siegel FOS, Friend of the Sea, gibt Verbrauchern Orientierung beim Fischkauf. Aber wie geht es den Fischen wirklich? Wie glaubwürdig sind die Gütesiegel, und können sich die Verbraucher uneingeschränkt auf die Zertifizierung verlassen?

Gemeinsame Pressemitteilung des Kieler Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des GEOMAR | Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel

In einer aktuellen Studie, die in dieser Woche im Fachmagazin Marine Policy erscheint, haben der Fischereibiologe Dr. Rainer Froese, GEOMAR I Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, und der Rechtswissenschaftler Professor Alexander Proelß, Universität Trier, die beiden Gütesiegel MSC und FOS unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind alarmierend. Unter den zertifizierten Produkten stammen immer noch 19 (FOS) beziehungsweise 31 Prozent (MSC) aus überfischten Beständen und solchen, die nicht umweltverträglich befischt werden.

„Nur etwa die Hälfte der MSC-zertifizierten Produkte stammte aus nachweislich gesunden Beständen mit angemessen niedrigem Fischereidruck. Etwa ein Drittel der zertifizierten Fischbestände war zu klein und wurde gleichzeitig zu hart befischt. Die übrigen Bestände waren entweder zu klein, zu hart befischt oder es lagen keine belastbaren Informationen vor“, fasst Autor Froese die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

Welche rechtlichen Konsequenzen drohen einer gemeinnützigen internationalen Organisation, wenn es Gütesiegel für ein Fischereiunternehmen vergibt, das nicht nach den international festgelegten Kriterien handelt? Mit dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) hat sich die internationale Staatengemeinschaft dem Grunde nach auf den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen verständigt und die darin enthaltenen Verpflichtungen im UN-Übereinkommen über Fischbestände (UNFSA) weiter konkretisiert. „Trotz dieser anerkannten Regeln können die Gütesiegel nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie gegen internationale Standards verstoßen, es sei denn, das innerstaatliche Recht enthält entsprechende Vorgaben wie bei heimischen Fischen, die als überfischt gelten“ sagt Professor Alexander Proelß von der Uni Tier, der noch als Mitglied des Kieler Exzellenzclusters Ozean der Zukunft an der fächerübergreifenden Untersuchung mitgewirkt hatte. „Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen können Staaten die Einfuhr von Fischprodukten aus überfischten Beständen verbieten“, so Proelß weiter. Verbraucher können sich demnach nicht uneingeschränkt auf die Umweltsiegel verlassen. Es drohen weder Sanktionen dafür, wenn anerkannte Standards nicht eingehalten werden, noch werden zwingend Zertifikate entzogen, wenn Fischereiunternehmen die einmal begutachteten Kriterien nicht mehr erfüllen.

Kritik üben die Forscher vor allem an der Zugänglichkeit von relevanten Informationen. Bei 11 (MSC) bzw. 53 Prozent (FOS) der zertifizierten Bestände lagen keine oder nur unzureichende Angaben vor, so dass keine verwertbaren Aussagen beispielsweise über die Bestandsgröße getroffen werden konnten. Auch gibt es Zweifel an der Unabhängigkeit von eingesetzten Gutachtern, die Fischereien zertifizieren. Diese werden nämlich von den Fischerei-Unternehmen bezahlt. Darüber hinaus finanziert sich beispielsweise MSC nicht allein aus Spenden, sondern auch über den Erlös von Lizenzgebühren für zertifizierte Produkte. Die Einnahmen des MSC steigen also mit der Zahl der zertifizierten Bestände.“Die Zertifizierer müssen ihre Kriterien verschärfen und dann auch einhalten. Überfischten Beständen muss das Siegel entzogen werden“, fordert Rainer Froese. Ein Beispiel dafür ist Seelachs aus der Nordsee. Nach der Zertifizierung durch das Umweltsiegel MSC schrumpfte der Bestand aufgrund immer stärkerer Befischung. „Jetzt ist die Grenze zum Zusammenbruch erreicht, das Siegel soll aber nicht entzogen werden.“ Bei aller Kritik, der Rat der beiden Forscher an die Verbraucher ist eindeutig. Die Gütesiegel helfen bei der Auswahl der Verbraucher an umweltverträglichen Fischprodukten. „Die Produkte von MSC oder FOS sind sicherer als nicht zertifizierte Ware. Die Wahrscheinlichkeit, dass Fische aus nachhaltigem Fang stammen, ist mit MSC oder FOS-Siegel drei bis viermal höher als bei Meeresfrüchten ungeprüfter Anbieter“, so Froese.

Originalarbeit:
Froese R., Proelss A. Evaluation and legal assessment of certified seafood. Marine Policy (2012), doi: 10.1016/j.marpol.2012.03.017

Eine Reaktion dazu vom MSC

MSC-Siegel ist glaubwürdig: Zertifizierungsprogramm reagiert auf Vorwürfe

Berlin (ots) – Die Fischereien, die nach dem MSC-Standard für vorbildlich geführte und nachhaltige Fischereien zertifiziert sind, nutzen ihre Zielartbestände nachhaltig. Diese Bestände sind nicht überfischt. Diese Einschätzung folgt aus der Definition für den Begriff ‚Überfischung‘, wie ihn die Welternährungsorganisation (FAO) ihrer Bewertung des Zustandes kommerziell genutzter Fischbestände zu Grunde legt, und entspricht demnach einem weltweiten wissenschaftlichen Konsens. Der MSC widerspricht damit den Ergebnissen der Veröffentlichung ‚Evaluation and Legal Assessment of Certified Seafood‘, die zu dem Schluss kommt, dass 31 Prozent der von MSC- zertifizierten Fischereien genutzten Bestände überfischt seien.

Zur Beurteilung des Zustandes der Fischbestände orientieren sich die Autoren der Studie, Rainer Froese und Alexander Proelss, an Referenzwerten, die in wissenschaftlichen Kreisen nicht anerkannt sind. Christopher Zimmermann, stellvertretender Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei und Vorsitzender des Technischen Beirates des MSC, sagt hierzu: „Eine global agierende Organisation wie der MSC muss international abgestimmte und anerkannte Definitionen verwenden. Die von Froese und Proelss verwendete Definition von ‚Überfischung‘ und viele der verwendeten Referenzpunkte sind international nicht akzeptiert. Die Resultate der Studie sind somit irrelevant.“

Nach den Anforderungen des MSC muss ein Bestand so groß sein, dass eine nachhaltige Nutzung möglich ist. Wenn dies nicht der Fall ist, kann die Fischerei nicht zertifiziert werden. Die Bestandsgröße ist ein wesentlicher, jedoch nicht der einzige Indikator für die Nachhaltigkeit einer Fischerei. Der MSC-Standard geht weit darüber hinaus und bewertet Fischereien anhand von 31 Indikatoren, welche zum Beispiel die Abhängigkeit anderer Tiere von der jeweiligen Fischart betrachten, den Einfluss unbeabsichtigter Fänge auf andere Arten sowie die Auswirkungen der angewendeten Fischereimethoden auf die Meeresumwelt. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Faktoren entscheidet darüber, ob eine Fischerei als nachhaltig gilt oder nicht. Nur Fischereien, welche die Mindestanforderungen des MSC-Standards erfüllen, werden mit dem international anerkannten blauen MSC-Siegel ausgezeichnet.

Der MSC überprüft kontinuierlich seine Richtlinien und entwickelt diese weiter, wenn anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse es notwendig machen. So stellt der MSC sicher, dass seine Anforderungen fortlaufend weltweit bester Praxis entsprechen. Ziel des MSC-Programms ist es, einen Beitrag zu gesunden Weltmeeren zu leisten. Eine vom MSC im Jahr 2011 veröffentlichte Studie zeigt, dass sich viele Fischereien im Vorfeld einer Zertifizierung und nach erfolgter Zertifizierung verbessern – etwa über gewachsene Bestände oder über eine Reduktion des unerwünschten Beifangs. Diese Erkenntnisse belegen die Rolle des MSC-Programms als wirkungsvollen Mechanismus für eine nachhaltige Verbesserung des weltweiten Fischereisektors.

http://www.presseportal.de/meldung/2237010

Welcher Fisch darf auf den Teller?

Welcher Fisch darf auf den Teller?
Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Speisefische vor

Umweltbewusste Verbraucher können weiterhin ohne Bedenken Karpfen und Forelle essen; auf Aal und Rotbarsch sollten sie hingegen verzichten. Dies empfiehlt Greenpeace in der neuen Ausgabe des Einkaufsratgebers für Speisefische. Die unabhängige Umweltschutzorganisation bewertet darin rund 80 Arten, aufgeteilt in 380 Wild-Fischereien und Aquakulturen, hinsichtlich ihrer Gefährdung. „Die Überfischung der Meere ist nach wie vor weltweit dramatisch“, sagt Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. „Die Politik schafft es bisher nicht, sich gegen die wirtschaftlichen Interessen der Fischindustrie durchzusetzen. Daher spielen engagierte Verbraucher eine wichtige Rolle. Sie können mit ihrem Kauf dem Handel und der Politik zeigen, dass sie ein umweltfreundliches Fischangebot möchten.“

Genauer hinschauen sollte der Käufer beispielsweise bei Kabeljau, Hering oder Lachs. Diese sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Um die richtige Wahl zu treffen, genügt der Blick auf die Kennzeichnung der Supermarktverpackung. Diese Angaben kann der Verbraucher im Fischratgeber nachschlagen. Handlich im Scheckkartenformat zeigt der Ratgeber auf einen Blick, ob der Fisch aus einer nachhaltigen Fischerei stammt und somit auf den Teller darf. Die Greenpeace-Bewertung berücksichtigt neben dem Gesundheitszustand der Fischbestände auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden. Neu in diesem Jahr ist ein ergänzendes Heft mit Erläuterungen. Ebenso veröffentlicht Greenpeace heute Bildungsmaterial zum Meeresschutz für die Schule.

EU-Fischereipolitik: Einmischung von Verbrauchern wichtig

Wesentlich für die Zukunft der Fischbestände sind auch die aktuellen politischen Entscheidungen: Die Europäische Kommission verhandelt dieses Jahr über eine neue Gemeinsame Fischereipolitik. Die Debatte zeigt, wie notwendig die Unterstützung von Verbrauchern und dem Lebensmittelhandel für den Schutz der Fischbestände ist. In den vergangenen Monaten ist es den Fischereiministern nicht gelungen, das Kernproblem der EU-Fischereipolitik – die zu große Fangkapazität der EU-Fischereiflotte – anzugehen. Auch die deutsche Regierung zeigt zu wenig Engagement.

Dabei richtet die Überkapazität der EU-Fangflotte auch massiv außerhalb Europas Schaden an. Greenpeace hat in den vergangenen zwei Monaten mit einer Kontrollfahrt vor der Küste Westafrikas die Ausbeutung der Gewässer durch die europäischen Fischereiflotten aufgedeckt. „Wir konnten dokumentieren, wie dominant die europäischen Trawler in den Fischgründen vor Westafrika unterwegs sind“, sagt Menn. Auch Schiffe unter deutscher Flagge gehen in den Gewässern der armen Küstenländer auf Beutezug. „Damit trägt Deutschland eine Mitschuld an der Ausbeutung der afrikanischen Fischgründe“, so Menn. Greenpeace fordert, dass Deutschland seiner Verantwortung für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Fischerei gerecht werden muss. „Die EU muss die Fangkapazitäten dringend reduzieren und den Meeren die nötige Pause verschaffen. Nur so können sich die bedrohten Fischbestände erholen“, sagt Menn.

Download unter: www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

Für eine gesunde Nord- und Ostsee: Gemeinsame NGO-Stellungnahme zu Meeresberichten

Für eine gesunde Nord- und Ostsee – BUND legt gemeinsame NGO-Stellungnahme zu Meeresberichten vor

Bremen: Nun ist es offiziell: die deutsche Nord- und Ostsee sind in keinem gesunden Zustand. Dieses Fazit aus den Berichten der Bundesregierung zur Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) überrascht kaum, wenn man die starke Nutzung und Belastung der beiden Meere betrachtet. Daher ist es wichtig, den Schutz der Meeresumwelt gegen die fortschreitende Industrialisierung in den Fokus zu rücken. Denn nur so kann auch das Ziel der Richtlinie erreicht werden: ein „Guter Umweltzustand“ der Nord- und Ostsee bis 2020.

Im ersten Schritt der Umsetzung der MSRL sind die Mitgliedsstaaten nun verpflichtet neben einer Anfangsbewertung der Meere weitere Berichte mit der Beschreibung eines guten Umweltzustands und der Festlegung von Umweltzielen zu erarbeiten und die Öffentlichkeit zu beteiligen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in diesem Rahmen eine von ihm koordinierte und gemeinsam mit weiteren Umweltverbänden (DEEPWAVE, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NABU, Schutzstation Wattenmeer, WDCS und WWF) erarbeitete Stellungnahme zu diesen vorgelegt.

„Die Berichtsentwürfe zeigen sehr deutlich, dass es im Meeresschutz noch viel zu tun gibt“, analysiert Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND-Projektbüros Meeresschutz, „Es muss auf politischer Ebene sowohl in der Fischerei- und Agrarpolitik als auch bei den Belastungen durch die Sand- und Kiesentnahme, Schifffahrt, Öl- und Gasförderung endlich gehandelt werden. Die vorgestellten Berichte gehen zwar in die richtige Richtung, sind allerdings an einigen Stellen auch noch klar zu kritisieren.“

Die Verbände bemängeln in ihrer gemeinsamen Stellungnahme unter anderem, dass die Anfangsbewertung nur eine Aneinanderreihung bereits bekannter Erkenntnisse darstellt. Außerdem fehlen bei der Beschreibung eines guten Umweltzustands Aufgaben- und Zeitpläne. Unklar ist auch, wie die MSRL in andere entscheidende EU-Politikbereiche wie Agrar- oder Fischereipolitik einfließen soll.

Der BUND fordert deshalb:

· Die bekannten Wissenslücken sind zu schließen. Sie dürfen nicht als Vorwand für eine Verzögerung oder sogar ein nicht erreichen von Umweltzielen dienen. Gerade bei Nicht-Wissen, z.B. über die Wirkung einer Chemikalie oder die Zusammenhänge eines Nahrungsnetzes, muss das auch von der MSRL geforderte Vorsorgeprinzip gelten: der Schutz der Meeresumwelt geht vor deren Nutzung.

· Damit die MSRL-Berichte nicht zu einem reinen Papiertiger mutieren, sind die Formulierung konkreter, ambitionierter Ziele mit der Festlegung entsprechender Zeitpläne und Fristen wichtig. Diese spätestens dann notwendig, wenn wirksame Maßnahmenprogramme entwickelt und das Erreichen der Ziele überwacht werden sollen.

· Eine weitreichende Reform insbesondere der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU.

Die wichtigsten Inhalte und weitere Forderungen der ausführlichen, offiziellen Stellungnahme wurden in einem Positionspapier zusammengefasst.

Dies kann auf der BUND-Internetseite www.bund.net/meer heruntergeladen werden.

Pressekontakt

Nadja Ziebarth, BUND-Meeresschutzexpertin und Leiterin des BUND-Projektbüro Meeresschutz, Tel. 0421/79 00 2-32, Nadja.Ziebarth@bund.net, www.bund.net/meer

DEEPWAVE Newsletter April 2012

DEEPWAVE Newsletter April 2012

Unter dem Himmel des neuen Jahres
ist das Meer
Ganz still.
(Hekigodo)

(Haiko = „mach was aus mir sagt ein Haiku – oder auch spiel mit mir…“
aus: dtv- Haiku – jap. Gedichte)

Liebe Freunde der Meere,
Liebe Freunde und Förderer von DEEPWAVE e.V.!

„70 % Erdoberfläche sind mit Ozeanen bedeckt“, heißt es und durch Satelliten wissen wir „mehr über die Rückseite vom Mond als von unserer tieferen Wassererde“. Auch in die tiefsten Gräben des Meeres „sind bisher nur zwei Menschen 1960 vorgedrungen“ – bis James Cameron der Regisseur von Titanic – gerade nun im März 2012 dorthin allein vorgestoßen ist. „Den Ozean im Klimawandel zu verstehen ist schier unmöglich“, war noch die Meinung – bevor die Eisdaten und der IPCC- Klimarat uns mehr über den menschengemachten Klimawandel lehrte.

Kurz, wir müssen wohl manchmal die Dinge in unserer Kommunikation und unserem Wissen hinterfragen. Dazu zählt auch, ob unser allgemeiner Wortgebrauch ausreicht, die gegenwärtigen Veränderungen im Meer adäquat zu beschreiben. Und da tolle Bilder mehr sagen als viele Worte – gerade in Zeiten der schnellen Vermittlung über soziale Netzwerke – bin ich mir gerade unsicher, wie der Ernst von dringenden Meldungen denn auch wirklich ankommt.

Auf der einen Seite lockt da das grausame Bild von Dutzenden Schildkröten an einer Angelschnur – als Mahnmal unserer brutalen globalen Fischerei. Doch wie still fühlt es sich an im Meer ohne Schildkröten und Wale? Und auf der anderen Seite lese ich ellenlange Berichte von politischen „think-tanks“ zur bevorstehenden Rio-plus-20 Konferenz, die sich dem Schutz der Meere und Artenvielfalt verpflichtet fühlen. Ist das eine (notwendige?) Bürokratensprache, die die Dinge etwa verschleiern will? Wird da ein Feind gescholten, wo keiner verantwortlich ist, oder eine Hoffnung erschaffen, die keiner mehr einhalten will?

„Walodrom“? „Bombodrom“? Wie nennt man denn nun diese seismische Erkundung nach Erdöl in den marinen Naturschutzgebieten der Ostsee, gegen die wir Naturschutzverbände gerade protestieren. So wie die militärischen Übungsfelder an Land? Die gemeinsame Stellungsnahme, zu diesem Vorstoß der Industrie in Naturschutzgebieten nach Erdöl zu suchen, finden sie dazu auf unsere Website. Was für ein Wort umschreibt diese bestialische Lärmaktivität unter Wasser am Besten, bei dem wohl einige Schweinswale sterben werden? Unter Ihren besten Wort-Vorschlägen verlosen wir eine DVD unseres Mangrovendokumentarfilms!

„Haifining sorgt für wissenschaftliche Daten!“ oder der „7 % Anteil am Weltfang der EU-Fischerei ist im Vergleich doch unbedeutend“ – so die Wortwahl der spanischen Fischereilobby in einer APESCA Pressemitteilung für die EU (vom 20.2.1012). Sieben Prozent Anteil, bei ca. 70 Millionen toten Haien im Jahr, sind trotzdem 4,4 Millionen getötete Haie für den Chinamarkt. Ja, man muss ob der Dreistigkeit und wie unverfroren andere Industrien solche Falschmeldungen und Zahlen in den politischen Ring werfen, erschrecken. Da werden Betriebsräte missbraucht, Arbeitsplätze als Argument in Szene gesetzt oder die Familienehre der Betreibe ausgeschlachtet – alles PR-Kampagnen wie bei Knast-Hähnchen und anderswo. Klar ist dem nicht zu trauen, doch wer wettert denn noch genug dagegen?

Und doch, es gibt sie noch die ultimativen Begriffe. Titanic, Brent Spar, Deepwater Horizon, Fukushima und die Elgin-Plattform etwa – Kehrtwenden in unserem Umgang mit den Meeren, wo die technische Hybris angesichts der potentiellen Katastrophen mal aufhört (hoffentlich). Mit diesen Begriffen kann sich wieder etwas verändern – zum Guten, wenn wir es denn wollen! Und da schließt sich der Kreis, denn wenn wir Begriffe – oder die aktuellen Nachrichtenbilder – nur so als Metaphern als Konsumenten wahrnehmen und nicht ihre Bedeutung hinterfragen, bleiben wir „pitschnaß im Regen“ stehen und sind wohl bald dem Untergang geweiht- wie es der Science Fiction Autor Isaac Asimov vorhergesagt hat.

Aber: In einem klugen und sehr lesenswerten Buch des Philosophen Christoph Quarch („Und Nietzsche lachte“, Kailasch Verlag) wird diese Frage zur Bedeutung des Lebens auch so gewendet: Hinterfrage das sinnentleerende Gefasel, befreie dich von der Fessel des „Weiter so“ und suche, nein entdecke es wieder, das Ja! zur Harmonie für eine bessere Welt.

Und dem stimme ich bei: denn unsere Meere – unsere blaue Lunge und damit Garant für das Überleben des Planeten – brauchen unseren Willen und Schutz dringender denn je. Jeden Tag, mit jedem Quadratmeter Schutzgebiet und mit jedem Verzicht auf Fisch, können wir die Ozeane und unseren Planeten bewahren. Und mit jedem Hinterfragen und aktiver Teilnahme zum Meeresschutz kommen wir unserer Bestimmung zur Harmonie auf dieser Welt einen Schritt weiter.

Folgen Sie uns, und helfen Sie uns dabei.

Herzlichst, aus Hamburg Ihr
Dr. Onno Groß
1. Vorsitzender DEEPWAVE e.V.

Bleiben Sie uns treu und unterstützen Sie uns weiter beim Schutz der Meere. Allen Förderern, Unterstützern und Spendern danken wir ganz herzlich.
www.deepwave.org

AKTUELLES:

Unterschreiben Sie bitte unsere Petition zum Schutz der Antarktis:

http://www.antarcticocean.org/de

Mehr zum Schutz der Antarktis und warum Meeresschutzgebiete dort immer noch fehlen lesen Sie unter:
https://www.deepwave.org/presse.html

McPlanet.com: Vortrag Schatzkammer Ozean – Das Meer, die letzte Kolonie?

Mit der zunehmenden Konkurrenz um die knapper werdenden natürlichen Ressourcen geraten auch die Ozeane zunehmend ins Blickfeld politischer und ökonomischer Interessenskonflikte. Tatsächlich schreitet die Industrialisierung der Meere voran und auch die Privatisierung der Ressourcen nimmt zu. Damit gerät der Status der Weltmeere als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ in Gefahr. Und die Zugriffe auf die Schätze der Meere gefährden die Ökologie des blauen Planeten. Obwohl die Ozeane von entscheidender Bedeutung sind, wird ein konsequenter Meeresschutz bis heute vernachlässigt. Der Workshop wird diesen Entwicklungen auf den Grund gehen und will Positionen
am Beispiel der Debatten um den Meeresschutz, das Meer als Gemeingut und als Rohstoffquelle herausarbeiten.

Mehr zur Veranstaltung:
http://www.mcplanet.com/programm/gesamtprogramm/einzelansicht/?tx_attacforms[attacList-tt_content-31464][id]=1306

Auch zu empfehlen der Workshop „Das Ende vom Fisch“
http://www.mcplanet.com/programm/gesamtprogramm/einzelansicht/?tx_attacforms[attacList-tt_content-31464][id]=1308

Fisch Dependance Day

Es jährt sich erneut der Tag an dem wir unseren Fisch nur durch Importe decken können…
Mehr dazu hier:

http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/Fish_Dependence_Day_Briefing_Deutsch.pdf

“Tims Fish Fight – Kampagne”

Hiermit laden wir Sie herzlichst zu dem Launch Event von “Tims Fish Fight – Kampagne” am 23. April 2012 zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr in der Scheidemannstrasse ein.

Der populäre Fernsehkoch und Lebensmittelaktivist Tim Mälzer wird symbolisch Rückwurffisch in einem mehrgängigen Menü in Form einer Präsentation kochen. Parallel spricht er über die Rückwurfproblematik. Die gekochten Speisen werden den geladenen Parlamentariern und Beteiligten zur Verkostung angeboten.

Ausserdem wird Tim verschiedene Abgeordnete zum Dialog über die Fischereipolitik auffordern. „Fish Fight“ ist ein preisgekrönter Dokumentarfilm und eine Kampagne, die gegen die Verschwendung von Fisch im Fischereigewerbe durch Rückwürfe kämpft. Jedes Jahr werden in Europa etwa eine Million Tonnen Fisch tot zurück in die See geworfen. Die Initiative will die Einführung eines Rückwurfverbots im Rahmen der Reform der EU-Fischereipolitik erwirken. In Großbritannien hat sie bereits mehr als 780 000 Stimmen für eine Petition online gesammelt (http://www.fishfight.net/) Die Kampagne beginnt nun auch auf Europas Festland große Wellen zu schlagen. “Fish Fight” plant zeitnah zu der Aktion vor dem Bundestag, weitere Aktionen in Warschau, Paris & Madrid.

Für mehr Informationen unserer Kampagne gehen Sie bitte auf die Webseite www.fishfight.de.

Wir würden uns über Ihr Erscheinen sehr freuen. Bitte bestätigen Sie Ihre
Teilnahme und teilen Sie uns mit, zu welchem ungefähren Zeitpunkt wir mit Ihrem Kommen rechnen können.
https://www.facebook.com/events/352937771419632/

Vorschau:

Mai 2012

Anfang Mai übergeben wir an Ministerin Aigner all die gesammelten Unterschriften zum Schutz der Haie…
Siehe http://europeansharkweek.elasmo.de/

Mitte Mai in Hamburg „Meer Erleben“
… eine Marum-Ausstellung zum Schutz der Meere im Alstertal Einkaufszentrum.

Außerdem: Abschlussveranstaltung der Küstenschule Gymnasium Hochrad…

Juni 2012

8.6. Weltozeantag, ja der kommt wieder am 8. Juni 2012, und wir werden spannende Aktionen veranstalten…

15.6 München: SOS – Save our Seas
One Earth – One Ocean e. V. lädt nach München zur Tagung zum Thema Plastikmüll im Ozean..
Mehr Infos unter www.oneearth-oneocean.com

Nachruf

Mit tiefer Anteilnahme müssen wir leider das Dahinscheiden unseres langjährigen DEEPWAVE- Vorstandsmitglieds und Schriftführers Kai Sasse zum März 2012 vermelden, der nach sehr schneller und heftiger Krankheit nun von uns gegangen ist. Kai war stets für den Meeresschutz aktiv bemüht und seine Ideen, die uns nun fehlen werden, bleiben noch lange bei uns und werden ins unserem Team lange weiter leben. Allen nahen Freunden von Kai wünschen wir Zuversicht und Trost in dieser schwierigen Zeit. Näheres zum Beisetzungstermin erfahren Sie unter info@deepwave.org

Besonderen Tipp:
Besuchen Sie die Tiefsee-Ausstellung in Rosenheim!
Nicht nur der Katalog ist erstklassig!
Mehr unter www.lokschuppen.de

Weitere aktuelle Termine finden Sie auch unter
http://deepwave.blog.de/?tag=veranstaltung

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Canadian Navy ‚War Games‘ May Be To Blame For Orca’s Death

War games conducted by the Canadian Navy may be to blame for the death of a killer whale that washed ashore on the southern Washington coast in February.

The U.S. National Marine Fisheries Service is investigating the death of the L-pod whale designated L112 — also known both as Sooke and Little Victoria. She was first spotted in January 2009 off the Victoria waterfront.

„This poor little whale didn’t do anything except swim in the wrong area at the wrong time,“ said Ken Balcomb of the Center for Whale Research at Friday Harbor.

Balcomb said the postmortem examination showed the whale did not die of natural causes.

The cause was most likely „a pressure-type trauma, probably from an explosion, a nearby, huge pressure field that almost instantly killed this little whale,“ he said.

Source: http://www.kirotv.com/news/news/war-games-may-be-blame-orcas-death/nMT5m/

Tuna fishing ban in Pacific partially lifted

Tuna fishing ban in Pacific partially lifted

After two-year ban to replenish depleted stocks, limited access granted to fish in Pacific, where 60% of world’s tuna are sourced

Pacific nations have reopened the Pacific high seas to commercial tuna fishing after a two-year ban imposed to preserve declining bigeye tuna stocks.

In a meeting in Guam last week, member countries of the Western and Central Pacific Fisheries Commission (WCPFC) lifted the fishing ban on pockets 1 and 2 of the Pacific Ocean.


In January 2010, the WCPFC placed the ban on parts of the Pacific Ocean, where 60% of the world’s tuna are sourced, to conserve the population of the bigeye tuna, which scientists classified as overfished. Other tuna species like skipjack, yellowfin, and albacore also found in the Pacific high seas but their numbers have not reached an alarming low.

Although it lifted the ban, the commission maintained that entry to the marine reserves would be limited, refusing proposals from the European Community and South Korea for a free-for-all access to one of the world’s richest fishing grounds.

Source: http://www.guardian.co.uk/environment/2012/apr/04/tuns-fishing-ban-pacific-ocean

7. Kieler Marktplatz – Verschmutzung der Meere (II) – Marine Litter

Januar und Februar waren für mich zwei Monate, in denen ich für den Meeresschutz kaum Zeit hatte. Auf die nachfolgende Veranstaltung bin ich erst heute durch einen Hinweis von DEEPWAVE e.V. aufmerksam geworden.

7. Kieler Marktplatz – Verschmutzung der Meere (II) – Marine Litter
Am 15.1.2012 fand bereits zum 7. Mal der Kieler Marktplatz statt. Die Veranstaltung, die gemeinsam vom Exzellenzcluster Ozean der Zukunft und dem Maritimen Cluster Norddeutschland, Geschäftsstelle Schleswig-Holstein entwickelt und durchgeführt wird, hat sich mittlerweile als Plattform zum Wissenstransfer und zum Knüpfen von Netzwerken zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Organisationen etabliert.

Beim 7. Kieler Marktplatz stand die Verschmutzung der Meere durch Kunststoffe im Vordergrund. Als erste Referentin legte Frau Dr. Christiane Zarfl (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Forschungsverbund Berlin e.V.) in Vortrag „Auf und davon! Die unergründlichen Weg der Kunststoffe im Meer“ die Grundlagen. Mit der stetig anwachsenden Produktion von Kunststoffprodukten zeigen Monitoring-Programme, dass sich auch die Mengen an Kunststoffabfällen in den Weltmeeren erhöhen und an Stränden, im Sediment und in Meereswirbeln anreichern. Besondere Aufmerksamkeit erlangte in den letzten Jahren sogenanntes Mikroplastik, das sich durch eine Größe von weniger als 1 mm auszeichnet und bereits im Kreislaufsystem von Muscheln wieder gefunden werden konnte. Hinzu kommt, dass Kunststoffe zum einen als Transportvektor für Schadstoffe in entlegene Gebiete dienen und zum anderen zur Akkumulation in marinen Nahrungsketten bis hin zum Menschen beitragen können.

Den nachfolgenden Vortrag „Ein Hochseevogel als Indikator für die Plastikmüllbelastung der Nordsee – die OSPAR Fulmar-Litter-EcoQO-Studie“ hielt Nils Guse (FTZ Forschungs- und Technologiezentrum Westküste).
Zur Überwachung der anhaltend hohen Verschmutzung der Nordsee wurde auf der Nordsee-Ministerkonferenz 2002 die Einführung von messbaren ökologischen Qualitätszielen beschlossen (Ecological Quality Objectives = EcoQOs). Im Rahmen eines von der EU geförderten internationalen Projekts wurde daraufhin die Anzahl von Plastikmüllteilen in Eissturmvogelmägen als Indikator der Belastung der Nordsee mit Plastikmüll getestet. Abschließend wurde als Zielwert für die Plastikmüllbelastung der Nordsee empfohlen, dass weniger als 10 % der Eissturmvögel 0,1 g oder mehr Plastikmüll im Magen haben sollten. Derzeit liegen 60% der Eissturmvögel in der Nordsee oberhalb dieser Schwelle, bei 95% von ihnen lässt sich Plastikmüll nachweisen, der sich aus durchschnittlich 30 Partikeln bzw. 0,33 g Plastikmüll zusammensetzt. Der Referent wies darauf hin, dass dieses Projekt erfreulicherweise auch auf in der näheren Zukunft fortgeführt wird.

Quelle und mehr Informationen: http://www.ozean-der-zukunft.de/?id=928

Leider wurde nur einer der Vorträge online veröffentlicht:

Auf und davon! Die unergründlichen Wege der Kunststoffe im Meer
Dr. Christiane Zarfl, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ( IGB ) im Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Informationen im EUCC-D Küsten-Newsletter 2/2012 auf S. 4.

Peru: 3000 tote Delfine in den letzten drei Monaten

In Peru sind in den letzten drei Monaten über 3000 Delfine tot an Strand angespült worden. Der peruanische Biologe Carlos Yaipen vermutet, dass seimische Methoden zur Erdölsuche in nahegelegenen Meeresbereichen zum Tod der Delfine feführt hat. Konkret im Verdacht steht die in Houston ansässige Ölfirma BPZ Energy, die seit Jahresbeginn seismische Untersuchungen des Meeresbodens vor der peruanischen Küste durchführt.

Peruvian biologist Carlos Yaipen of the Scientific Organization for Conservation of Aquatic Animals says activity from petroleum companies in the nearby waters is to blame in this instance.

Yaipen believes that a controversial technique for detecting oil beneath the seabed, using sonar or acoustic sensing, is leading the death of marine life en masse.

As of this writing, Peruvian authorities have yet to identify the company whose activities may be leading to this grim toll on native marine life. According to Offshore Magazine, a trade publication of petroleum news, at least one entity, Houston-based oil company BPZ Energy, has been actively surveying the seabed along the coast of Peru since the beginning of the year.

Quelle: http://www.treehugger.com/ocean-conservation/3000-dolphins-found-dead-coast-peru.html

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