News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

SeaOrbiter: Raumschiff für die Weltmeere

© www.seaorbiter.com/Jaques Rougerie

Futuristisches Raumschiff für die Weltmeere

Paris (rpo). U-Boote und Unterwassersiedlungen üben eine Faszination auf ihn aus, Jules Vernes liebt er abgöttisch: Der französische Architekt Jacques Rougerie will eine futuristische Mischung aus Raumfähre, Schiff und U-Boot zur Forschung in die Unterwasserwelt schicken. Schon in drei Jahren soll der 51 Meter hohe SeaOrbiter wie ein Seepferdchen senkrecht durchs Meer treiben. Doch bis dahin muss der Franzose weitere Geldgeber finden.

„Es wird eine neue Art sein, die Unterwasserwelt zu sehen“, schwärmt Rougerie – „ein Abenteuer für Forscher.“ Auch 130 Jahre nach dem phantastischen Vernes-Roman „20.000 Meilen unterm Meer“ sind weite Teile der Ozeane nicht erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass sich in ihnen zahlreiche noch unbekannte Lebenswesen tummeln. Bisher mussten die Forscher mit Unzulänglichkeiten kämpfen: Tauchgänge sind wegen des Sauerstoffvorrats zeitlich begrenzt, Forschungs-U-Boote klein und unbequem, die Motorengeräusche vertreiben die Tiere. Der SeaOrbiter soll dagegen still mit der Strömung treiben. Eine „Oase des Lebens“ werde sich um das Gefährt bilden, verspricht Rougerie – schwimmende Gegenstände ziehen neugierige Meeresbewohner magisch an.

So hofft der Visionär auf einen einzigartigen Beobachtungsplatz für Forscher. Rougerie will aber auch die breite Öffentlichkeit für die Unterwasserlandschaften begeistern – und auf die Gefahren durch Umweltverschmutzung hinweisen. Kameraaufnahmen des SeaOrbiters sollen zum Beispiel ins Internet gestellt werden. Nur ein Drittel der Forschungsstation soll über Wasser zu sehen sein, die restlichen 30 Meter ragen unter die Wasseroberfläche und werden mit Sichtfenstern ausgestattet sein. Biologen und Akustiker können sich auf aufwändig ausgestattete Labore freuen. Ferngesteuerte Kameras sollen Aufnahmen in bis zu 600 Meter Tiefe ermöglichen.

In Teilen des Schiffs wird der Luftdruck dem Unterwasserdruck angepasst. „Wenn die Forscher etwas Interessantes sehen, brauchen sie sich nur einen Tauchanzug überzuziehen und durch eine Schleuse ins Wasser hinauszugleiten“, erläutert Rougerie. Der Hochdruckbereich bietet acht von insgesamt 18 Besatzungsmitgliedern Platz. Mehrere von ihnen sollen Astronauten sein – der SeaOrbiter sieht nicht nur aus wie ein Raumschiff, er soll auch Trainingsstation für Weltraumbesucher sein. „Im Wasser nähern sich die Bewegungen denen im All an“, erläutert Rougerie. „Und der Bereich für die Astronauten kommt dem einer Raumkapsel ziemlich nahe.“ Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat bereits Interesse an Trainingsgängen angemeldet.

Schon jetzt ist die NASA über ihr Tiefseeforschungsprogramm NEEMO am SeaOrbit-Projekt beteiligt. NEEMO-Leiter Bill Todd gehört zu dem Team von gut 15 Mitarbeitern, das die von Rougerie vor zehn Jahren erstmals entworfene Idee vorantreibt. Beteiligt sind auch Vertreter des norwegischen Marineforschungsinstituts Marintek und des Pariser Ozeanographischen Instituts. Rougeries Büro befindet sich auf einem Schiff auf der Seine in Paris. Aber vor allem das Leben unter Wasser zog ihn immer wieder magisch an: So entwarf er schon in den 70er Jahren Siedlungen auf dem Meeresgrund oder futuristisch anmutende U-Boote.

Dass Rougerie jetzt mit seinem SeaOrbiter an die Öffentlichkeit geht, hat einen Grund: Zur Umsetzung seines großen Traums fehlt ihm noch das Geld. 25 Millionen Euro veranschlagt der ambitionierte Architekt für den Bau des Wundergefährts und die erste Reise, die in den Golfstrom führen soll. Zwei Financiers will er schon gefunden haben: Eine auf Unterwassertechnik spezialisierte Firma aus Marseille und den französischen Bau- und Energiekonzern Vinci. Wie viel Geld noch fehlt, wird nicht verraten. Die Planungen sollen aber bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, dann könnte der SeaOrbiter 2008 in See stechen.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/unterwasserstation-riesen-seepferdchen-soll-im-atlantik-treiben-a-357649.html

https://rp-online.de/panorama/wissen/forschung/futuristisches-raumschiff-fuer-die-weltmeere_aid-17131343

weiterführende Informationen:

http://www.seaorbiter.com/

Wieviel CO2 gelangt ins Meer?

Wieviel CO2 gelangt ins Meer?

Neues DFG-Projekt an der Universität Hamburg zum Klimawandel
Seit Anfang Mai arbeiten Wissenschaftler im Zentrum für Meeres- und Klimaforschung (ZMK) der Universität Hamburg zusammen mit Kollegen an der Universität Heidelberg in dem neuen Projekt „Einfluss von Wind, Regen und Oberflächenfilmen auf die CO2-Transfergeschwindigkeit zwischen Atmosphäre und Ozean“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Ende April 2008 mit ca. 230 000 Euro gefördert wird.

Beim sogenannten Treibhauseffekt binden Kohlendioxid (CO2) und einige andere Gase einen Teil der Sonnenenergie in der Erdatmosphäre – und können dadurch klimatische Bedingungen wie Hitze und Kälte, Regen und Dürre oder Häufigkeit und Stärke von Stürmen weltweit verändern. Inwiefern und in welchem Zeitraum der stetig steigende CO2-Gehalt in der Atmosphäre sich auf das globale Klima auswirken wird, kann gegenwärtig nur grob vorhersagt werden.
Der Grund dafür ist, dass die Anteile von CO2, die in der Atmosphäre verbleiben oder vom Ozean unter unterschiedlichen Bedingungen aufgenommen bzw. freigesetzt werden, nur ungenügend bekannt sind. Dieses Wissen ist jedoch eine Voraussetzung für die Verbesserung der komplexen Simulationsmodelle, die physikalische und chemische Zustandsänderungen in der Atmosphäre und im Ozean berechnen und Vorhersagen über künftige Klimaänderungen ermöglichen.

Grundlegende Informationen zum Gastaustausch zwischen Luft und Wasser können nur unter kontrollierten Experimentalbedingungen gewonnen werden, wie sie im Windwellenkanal der Universität Hamburg gegeben sind. Weltweit gehört er zu den wenigen Forschungseinrichtungen, die derartige Untersuchungen in großem Stil zulassen. Im Rahmen des neuen Forschungsprojektes sollen nun mit Hilfe dieser Versuchsanlage neuartige Gasaustauschexperimente unter kontrollierten physikalischen Randbedingungen durchgeführt werden, um den CO2-Transfer zwischen Ozean und Atmosphäre und seine Abhängigkeit von Umweltbedingungen besser zu verstehen.

Für Rückfragen:
Dr. Martin Gade
Universität Hamburg, Zentrum für Meeres- und Klimaforschung
Institut für Meereskunde
Tel.: (040) 428 38-54 50
E-Mail: gade@ifm.zmaw.de

https://www.uni-hamburg.de/en/newsroom/presse/2005/pm52.html

weiterführende Informationen:

https://d-nb.info/1049281535/34

https://www.physi.uni-heidelberg.de/Einrichtungen/FP/anleitungen/F54.pdf

Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer

Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer
Forscher und Ämter beklagen Küstenzerstörung
von Johnny Erling

Peking – Kaiserliche deutsche Geschwader eroberten 1897 die ostchinesische Bucht Kiaotschou und bauten Qingdao zu ihrem kolonialen Großhafen aus. Doch heute schütten chinesische Baukonzerne die Bucht wieder zu. Von der 1928 noch 535 Quadratkilometer weiten Meerenge sind noch 367 Quadratkilometer Gewässer übrig. Auch am Hafen wird immer mehr Land aufgeschüttet. An 20 Projekten der Auffüllung wird gleichzeitig gearbeitet. Die Stadtregierung Qingdao holt sich 16 Quadratkilometer Bauland aus dem Wasser, berichtet die Tageszeitung „China Daily“.

Die nordchinesische Hafenstadt Tianjin plant, dem Meer gleich 79 Quadratkilometer für moderne Chemiekomplexe zu entreißen. Auch Südchinas Provinz Guangdong läßt massiv Land für Großindustrien gewinnen – die Küstenregionen „expandieren ins Meer“.

All dies sind Zeichen einer für chinesische Umweltschützer, Raumplaner und Meeresbiologen alarmierenden Entwicklung. „China Daily“ zitiert einen Forschungsbericht des Staatlichen Ozeanamts, wonach die Landgewinnung ein „wahnwitziges Tempo“ angenommen habe. Zusammen mit den in die Ozeane geleiteten Abwässern seien die Folgen für den Küstenschutz und das Ökosystem Küste unabsehbar, so Amtsdirektor Lin Shaohua. Chinas Strände hätten sich um die Hälfte reduziert. 80 Prozent der Korallenriffe und die Hälfte der Mangrovensümpfe seien stark beschädigt. „Im letzten Jahrzehnt nahmen die Planktonvorräte und der Fischreichtum dramatisch ab und wurde die Küstenbiologie ruiniert. Dies gilt besonders für die großen Flußdeltas des Jangtse, des Gelben Stroms und des Perlflusses.“

In den Mündungsgebieten finden Landentwickler leichtes Spiel. Sie können die Lößerde zum Aufschütten nutzen, die von den riesigen Strömen in die Mündungsgebiete geschwemmt werden. Erosion, als Folge von Raubbau, Monokulturen und Industrialisierung, hat die Schlammengen in Flüssen erhöht.

Nach offiziellen Statistiken wurden in drei großen Kampagnen zur Landgewinnung seit den fünfziger Jahren 1,2 Millionen Hektar Acker- und Nutzflächen aus dem Meer gewonnen, mehr als in jedem anderen Land. Findige Bauspekulanten und geldgierige Lokalregierungen verschärfen das Problem. Sie wichen auf die Meere aus, als ihnen Chinas Regierung verbot, die Ackerböden der Bauern zu Bauentwicklungsland zu machen. Vor dem neuen „Aufschüttungsboom“ warnt Xin Rongmin, Provinzdirektor für Meeresforschung in Shandong. „Sie verschlucken unser blaues Territorium.“

2002 hatte die Zeitschrift für Kartographie „Ditu“ auf Grundlage von Satellitenfotos erstmals Vergleichskarten des Vermessungsamtes veröffentlicht. Sie zeigten dramatische Veränderungen seit 1949. Küstenlinien und Inseln hatten sich ausgedehnt. Seen verschwanden oder verkleinerten sich. 50 Jahre reichten in China für Wandlungen, für die andere Kontinente Jahrhunderte brauchen. Das staatliche Meeresamt will nun bis 2009 Chinas Küsten systematisch untersuchen und erfassen.

Artikel erschienen am Fr, 27. Mai 2005
https://www.welt.de/print-welt/article672628/Chinas-Boom-Regionen-wachsen-auf-aufgeschuetteten-Flaechen-im-Meer.html

Deutsch-britische Messkampagne zum Golfstrom

Forschungsschiff auf hoher See: Ausbringen und Einholen der Verankerungen auf "Charles Darwin"

© J. Marotzke, MPI-M

Deutsch-britische Messkampagnen zur Untersuchung der Stärke des
„Golfstroms“

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, kehrte gerade von einer Messkampagne auf einem britischen Forschungsschiff („Charles Darwin“) zurück, die der Untersuchung der thermohalinen Zirkulation im Nordatlantik galt.

Prof. Marotzke, der im Jahre 2003 vom Southampton Oceanography Centre (jetzt National Oceanography Centre Southampton) an das MPI-M kam, hat enge Kontakte zur britischen Forschung. Das Forschungsprojekt RAPID MOC hat er selbst noch in Großbritannien initiiert.
In dem Forschungsprojekt wird anhand von verschiedenen ausgebrachten Verankerungen die meridionale nordatlantische Zirkulation, die sowohl die nordwärts gerichtete warme Strömung als auch das in die Tiefe absinkende südwärts strömende Wasser umfasst, untersucht. Dieses Strömungssystem ist verantwortlich für das milde Klima in Nordwesteuropa. Plötzliche Änderungen in der atlantischen Zirkulation können zu Abkühlungen in unseren Breiten um 3-5°C führen. Dies haben Szenarienrechnungen einiger Klimamodelle sowie paleoklimatische Daten gezeigt. Das Projekt RAPID MOC will in erster Linie ein Prototyp-System entwickeln, mit dem man die Stärke und Struktur der MOC (Meridional Overturning Circulation) beobachten kann.
Dazu wurden im April 2004 19 Verankerungen entlang von 26.5°N quer durch den Atlantik ausgebracht, um die Gesamtzirkulation zwischen den Bahamas und der afrikanischen Küste zu vermessen. An diesen Verankerungen können von der Wasseroberfläche bis zum Boden Dichteprofile gemessen werden. Bis 2008 werden die Verankerungen jährlich aufgenommen und wieder ausgebracht. Das Projekt ist ein Gemeinschaftprojekt, an dem das National Oceanography Centre Southampton, die Universität Miami, das Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory, das Spanish Institute of Oceanography und das Max-Planck-Institut für Meteorologie teilnehmen.
Prof. Marotzke hat bisher an beiden Messkampagnen im April 2004 und 2005 teilgenommen. Im April 2005 wurden 12 von 13 Verankerungen aufgenommen und 14 Verankerungen sowie 4 Bodendruckmesser ausgebracht. Die verloren gegangene Verankerung wurde offenbar von Fischereischiffen abgerissen.
Mit ersten Ergebnissen wird Ende 2005 gerechnet.

Weitere Informationen:
http://idw-online.de/pages/de/news113925

http://www.schattenblick.de/infopool/natur/klima/nkfor184.html

Naturdramen auf griechischer Urlauberinsel

Naturdramen auf griechischer Urlauberinsel

Trotz europaweiter Proteste: Meeresschildkröten werden auf Zakynthos an Eiablage gehindert

Radolfzell. Weil Sonnenschirme und Liegestühle auf der griechischen Insel Zakynthos den Zugang zu den über Jahrtausende angestammten Eiablageplätzen der Unechten Karettschildkröte versperren, sind die Tiere noch stärker bedroht. Wie die internationale Umweltstiftung Euronatur mitteilte, musste der 1999 eingerichtete Meeresnationalpark Zakynthos im März 2004 seine Pforten schließen. Die Umweltstiftung Euronatur berichtet von unhaltbaren Zuständen. So ist der bisherige Präsident des Parks seines Amtes enthoben worden, Mitarbeiter der Parkverwaltung bekommen kein Gehalt, der griechische Staat kommt den EU Naturschutzverpflichtungen nicht nach.

Im Rahmen einer Unterschriftenaktion konnten Euronatur und die Schildkrötenschutzorganisation Medasset 17.000 Unterschriften zum Schutz der Unechten Karettschildkröte sammeln. Vertreter beider Organisationen übergaben diese im März 2005 an den griechischen Premierminister Kostas Karamanlis. Doch geändert hat sich nichts. „Griechenland tritt den Naturschutz und das eigene Naturerbe mit Füßen“, sagte Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von Euronatur. Der Meeresnationalpark kämpft um das Überleben und ist – trotz Ernennung eines neuen Präsidenten vor rund 4 Wochen – nicht funktionsfähig, teilte Euronatur mit. Die gesamte Infrastruktur des Parks liegt nach rund einjähriger Pause völlig brach. Viele der Hinweis- und Verbotstafeln wurden in der letzten Saison demontiert, um freien Zugang zu den Stränden zu gewährleisten. Die Türme, von denen aus Wächter die Einhaltung von Betretungsverboten überwachen sollen, sind in desolatem Zustand, und es steht kein geschultes Personal zur Verfügung, um die Türme zu besetzen.

„Die Eiablagestrände der Insel, die zu den wichtigsten im gesamten Mittelmeerraum zählen, blieben bereits in der letzten Saison unbewacht. Es ist nicht vertretbar, dass die Gelege der Unechten Karettschildkröte wieder von unwissenden Touristen zerstört werden. Für die stark bedrohte Art ist ein umfassender Schutz der Strände überlebensnotwendig“, betonte Schwaderer.

Kernproblem ist nach wie vor die mangelnde finanzielle Unterstützung des Meeresnationalparks durch den griechischen Staat. Seit Gründung des Parks hat dieser mit 170.000 Euro im Jahr nur rund die Hälfte der ursprünglich zugesagten und ohnedies knapp bemessenen Summe zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2003 wurden die Zahlungen sogar völlig eingestellt und die Parkverwaltung konnte Abgaben für Sozialversicherung und Steuer ihrer Mitarbeiter nicht zahlen. Dies führte dazu, dass auch die EU Fördermittel einbehielt.

Der Staat Griechenland kommt seinen Verpflichtungen, Maßnahmen zum Erhalt EU-weit geschützter Arten durchzuführen, immer noch nicht nach, beklagen die Umweltschützer. Grund genug für Euronatur und Medasset, ihre Unterschriftenkampagne fortzusetzen (www.euronatur.org). „So lange keine grundlegende Verbesserung der Situation für den Naturschutz in Griechenland eintritt, bleiben unsere zentralen Forderungen bestehen“, erklärte Gabriel Schwaderer. Dazu zählt, dass eine langfristige Finanzierung der Verwaltungen von Schutzgebieten gewährleistet und durch eine übergeordnete Stelle innerhalb des Umweltministeriums unterstützt werden muss. Des Weiteren fordern Euronatur und Medasset die griechische Regierung auf, den rechtlichen Rahmen zur Durchsetzung der Naturschutzgesetze in Griechenland zu schaffen.

Nur, wenn es zu einer Stärkung des Natur- und Umweltsektors innerhalb des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten kommt, wird sich die Situation für die Unechte Karettschildkröte im Meeresnationalpark Zakynthos wie auch für die vielen anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten in den anderen 26 Naturparken verbessern.

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur)
Konstanzer Str. 22
78315 Radolfzell
Tel. 07732 – 92 72 0
Fax 07732 – 92 72 22
Email info@euronatur.org
www.euronatur.org

https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/presse/pressemitteilungen/detail/news/naturdramen-auf-griechischer-urlauberinsel/

Vor der Entdeckung schon ausgestorben – Fazit des UN Millinenniumreports

http://www.taz.de/pt/2005/05/21/a0186.nf/text

Vor der Entdeckung schon ausgestorben

Die UNO hat das weltweite Ökosystem untersucht und kommt zu dem Schluss: Noch nie sind so viele
Arten so schnell verschwunden wie heute

So seien seit Beginn des industriellen Fischfangs etwa 90 Prozent des Bestands verschwunden, heißt es in dem gestern in Nairobi
veröffentlichten Millennium Ecosystem Assessment – einer der größten bislang angestellten Untersuchungen des weltweiten Ökosystems, erstellt im Auftrag des UN-Umweltprogramms (Unep).

„Wären Wälder oder Korallenriffe vergleichbar mit Museen und Universitäten, dann würde deren Zerstörung als
grober Vandalismus gelten“, erklärte in Nairobi Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms. „Der
Verlust von Artenvielfalt ist wirtschaftlicher Selbstmord.“

Das ist auch das Fazit des Berichtes: Die Menschheit beraube sich notwendiger Leistungen der Natur,
beispielsweise der natürlichen Reinigung von Luft und Wasser und des Schutzes vor Naturkatastrophen.
Die Autoren – beteiligt sind neben der Weltbank diverse UNO-Fachorganisationen und Wissenschaftler
aus aller Welt – beziffern diesen wirtschaftlichen Suizid auch: ein Hektar Mangrovensumpf „erarbeite“ für die Menschheit einen materiellen Gegenwert von knapp 800 Euro. Legt man diesen Hektar trocken, um ihn landwirtschaftlich zu nutzen, sinkt sein produktiver Wert auf weniger als 100 Euro.

….
http://www.millenniumassessment.org/en/index.aspx

http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,357232,00.html

Lidl stoppt Verkauf von Haifisch-Steaks

NABU begrüßt Lidl-Stopp beim Verkauf von Haifisch-Steaks

Der Naturschutzbund NABU hat die
Entscheidung der Supermarktkette Lidl begrüßt, den Verkauf von
Haifisch-Steaks zu stoppen und diese künftig auch nicht mehr im
Sortiment anzubieten. Das hatte Lidl am Dienstag mitgeteilt. „Das
Fleisch vom Aussterben bedrohter Haifische gehört nicht in großen
Mengen in die Regale von Supermarktketten“, sagte NABU-Präsident Olaf
Tschimpke. Haie – und zwar alle Arten – seien weltweit in ihren
Beständen bedroht und müssten geschützt werden. Mit dem Stopp des
Verkaufs von Hai-Steaks reagierte Lidl auf den Protest der Tier- und
Naturschutzorganisationen NABU, Internationaler Tierschutz-Fonds
(IFAW), Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) sowie des Verbandes
Deutscher Sporttaucher (VDST) vom Montag. Sie hatten in einer
gemeinsamen Pressemitteilung die verantwortungslose Geschäftspraxis
der Discount-Kette kritisiert und Verbraucher aufgefordert, keine
Hai-Steaks zu kaufen.

Der NABU hatte ferner in einem Schreiben die Lidl-Geschäftsleitung
aufgefordert, zukünftig auf den Verkauf von Haifleisch in jeglicher
Form zu verzichten. Wie Lidl weiter mitteilte, soll die eventuell
noch in den Filialen befindliche Ware zu einem reduzierten Preis
abverkauft werden. „Das Fleisch soll jetzt nicht verramscht werden“,
kritisierte Tschimpke. Sinnvoller sei es, den Erlös der
Verkaufsaktion nach Abverkauf der Ware für den Haischutz zu spenden.

Nach offiziellen Zahlen werden bereits jetzt jährlich über 100
Millionen Haie gefangen, die auf den Tischen der oft ahnungslosen
Verbraucher als Schillerlocke, Seeaal oder Seestör landen.

Der Brief:

Gemeinsame Pressemitteilung von
IFAW, ZGF, NABU und VDST

Deutsche Tierschützer empört:
Handelskette Lidl fördert
Ausverkauf bedrohter Haifische

Hamburg, 23.5.2005 – Von heute an bietet die Handelskette Lidl in ihren Märkten Haifisch-Fleisch in großen Mengen an. Die Tier- und Naturschutzorganisationen Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW), Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und NABU sowie der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) verurteilen diese Geschäftspraxis als verantwortungslos und fordern die Verbraucher auf, keine Hai-Steaks zu kaufen.

Haie – und zwar alle Arten – sind weltweit in ihren Beständen bedroht. Viele Arten drohen auszusterben. Experten schätzen, dass für die Lidl-Aktion rund 150.000 Haie getötet worden sein könnten.

Haiprodukte wurden bislang hauptsächlich auf dem asiatischen Markt angeboten. Für die begehrten Flossen, aus denen die Haifischflossen- Suppen hergestellt werden, zahlen viele Esser absurd hohe Preise. Den lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten („finning“), und die verstümmelten Körper werden wieder ins Meer geworfen, wo die Tiere qualvoll sterben.

Auf dem deutschen Markt werden – neben dem Haifisch-Steak – Haifisch-Produkte unter Handelsnamen wie Seeaal, Schillerlocken, Kalbsfisch, Speckfisch, Karbonadenfisch, Königsaal, Steinlachs und Seestör verkauft.
Schätzungen zufolge sind die Bestände des Dornhais, aus dessen Fleisch Schillerlocken produziert werden, im Nordatlantik in den letzten zehn Jahren um 89 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage nach Haiprodukten drastisch an.

– 2 –

Lidl ist hierzulande einer der ersten Discountmärkte, der offensiv mit dem Angebot „Hai-Steaks“ Werbung macht. Die 2.500 deutschen Filialen von Lidl bieten Packungen mit 0,880 Kilogramm tiefgefrorenem Hai-Steak, wahrscheinlich vom Blauhai, für € 4,95 € an. Insgesamt dürften so ca. 440.000 Kilo Hai-Fleisch in die Einkaufswagen wandern. Sollte sich die Aktion über eine Woche erstrecken, würde sich die Angebotsmenge auf 2,2 Millionen Kilogramm belaufen. Dafür müssten rund 150.000 Blauhaie sterben.

„Lidl fördert mit seiner gedankenlosen Aktion die weitere Zerstörung des Ökosystems Meere,“ sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Büros in Deutschland.

Erst vor wenigen Monaten hatte Deutschland auf der Konferenz der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens in Bangkok versucht, die durch Überfischung in ihren Beständen stark eingebrochenen Dorn- und Heringshaie unter den Schutz der Konvention zu bringen. Der Antrag scheiterte jedoch innerhalb der Europäischen Union am Widerstand von Frankreich, Griechenland, Spanien und Irland.

Jährlich werden offiziell über 800.000 Tonnen Haie und Rochen gefangen, das entspricht etwa 100 Millionen Haien. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Über 200 Millionen Tiere pro Jahr, so schätzen Fachleute, sterben durch gezielte Jagd auf Haifisch-Flossen und Haifisch-Steaks sowie als Beifang in Langleinen und Netzen.

Solange es keine verbindlichen nationalen und internationalen Regelungen gibt, appellieren IFAW, NABU, VDST und ZGF (Zoologische Gesellschaft Frankfurt) an Verbraucher und Unternehmen, Verantwortung zu zeigen und sich nicht am Ausverkauf der weltweit vom Aussterben bedrohten Haie zu beteiligen.

150000 tote Haie im Lidl Regal !!

© Peter Chadwick

Nach den Marlin-Steaks von Bofrost gehts nun weiter mit dem Verkauf exotischer Fischware: Tonnenweise wird ab nächste Woche Haisteak bei Lidl unters Volk verscherbelt.

Doch dafür mussten geschätze 150.000 Blauhaie und andere Haiarten (ganz zu schweigen von den Delphinen, Meerersschildkröten und Seevögeln) an den Langleinen der Hochseetrawler sterben!

Mein Rat: Finger weg von diesem Produkt! Allein wegen der Quecksilberbelastung, die in Hochssefischen sehr hoch sein kann, hilft nur ein Verzicht.

Mehr Infos dazu auf den Seiten von Sharkprojekt.
Die Originalquelle ist nicht mehr verfügbar, daher hier von einer anderen Quelle.

Nachtrag 25.5.2005:

Lidl nahm aufgrund starker Kritik des Sharkprojekts und anderer Meeresschutzorganisationen die Haisteaks aus dem Sortiment.Mehr dazu auf Spiegel Online.

//