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Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

DEEPWAVE Filmfestival zum Schutz der Meere

© Kirsten Jakobsen/Joachim Jakobsen

Wir freuen uns euch zum ersten DEEPWAVE Filmfestival am 24. Mai 2019 in Hamburg mit faszinierenden Filmen und interessanten Gästen begrüßen zu dürfen.

Seit 2013 haben wir von DEEPWAVE e.V. zusammen mit Studierenden das internationale Beneath the Waves -Kurzfilmfestival nach Hamburg gebracht und mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Diskussionsrunden geführt. Nach zwei Jahren Pause werden wir nun 2019 zum ersten Mal in eigener Regie das DEEPWAVE Filmfestival ausrichten.

Wir zeigen eine Auswahl von Filmen aus insgesamt 300 Einreichungen aus über 60 Ländern. Schwerpunktthemen sind die Tiefsee – mit bisher kaum gesehenen Aufnahmen und Dokumentationen zur Tiefseeforschung und ökologischen Aspekten des Tiefseebergbaus – und Korallen – ihre Schönheit und ökologische und soziale Bedeutung sowie ihre Gefährdung durch Versauerung und Klimawandel.

Unsere Referent*innen zu diesen Themen sind u.a.: Prof. Dr. Antje Boetius (AWI – Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven), Dr. Götz Reinicke (Stiftung Deutsches Meeresmuseum, Stralsund), Dr. Sebastian Ferse (ZMT – Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung; Bremen).

Weitere Filme thematisieren Überfischung, Öl- und Plastikverschmutzung – und die ergreifende Schönheit der für uns unsichtbaren Wälder der Meere.

DEEPWAVE  Filmfestival zum Schutz der Meere
Termin: Freitag, 24. Mai 2019
Einlass: 17 Uhr
Beginn: 17:30 Uhr
Ende: 22:30 Uhr
Ort: Lichtmess-Kino, Gaußstraße 25, 22765 Hamburg
Eintritt frei!
Die Filme sind teils in englischer Sprache verfasst.
Unser Kooperationspartner ist die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Informationen zum Programm und Zeitplan findet ihr hier.

Weitere Informationen:

http://www.lichtmess-kino.de/daten2019/519/24.05.html

https://www.facebook.com/deepwave.org

 

 

 

 

Flucht in der Karibik – Die ersten Inseln versinken im Meer


© Lichterbeck

Die karibische Insel Gardi Sugdub, vor der Küste Panamas, steht vor dem Untergang im Meer. Die Bewohner*innen dieser Insel sind Menschen, die vor dem steigenden Meeresspiegel bzw. dem Klimawandel fliehen müssen. In den kommenden 30 Jahren werden bis zu 200 Millionen Menschen vor den Auswirkungen des Klimawandels auf der Flucht sein und müssen ihre Heimat zu verlassen. Es wird größtenteils die Menschen treffen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind: „Der Klimawandel trifft die Armen viel stärker als die Reichen“, so Loitza Brown, Bewohnerin der Insel Gardin Sugdub.

Der Tagesspiegel, 11.04.2019

Loitza Brown braucht keine Klimastudien, um festzustellen, dass die Umwelt sich verändert. Die kleine, kompakt gebaute Frau steht unter gleißender Sonne auf einem Landungssteg und zeigt aufs türkisblaue Meer hinaus.

„Jeden Winter wirft sich die Karibik mit mehr Wucht gegen unsere Insel“, sagt sie. „Es ist an der Zeit, fortzugehen. Sonst werden wir verschluckt.“

Loitza Brown ist Lehrerin und 41 Jahre alt. Genauso lange lebt sie schon auf der Insel Gardi Sugdub rund drei Kilometer vor der Küste Panamas. Auf Korallen gebettet, ragt das Eiland, das vom indigenen Volk der Kuna bewohnt wird, nur 40 Zentimeter aus dem Golf von Guna Yala heraus; mit lediglich 300 Metern Länge und 150 Metern Breite ist es zudem winzig. Und den Launen des Meeres gnadenlos ausgesetzt. „Das Meer“, sagt Brown, „wird immer wilder.“

Man kann die Krabbeninsel, wie sie auf Deutsch heißt, als Vorläufer für das betrachten, was sich auf der Erde anbahnt. Sie mag klein sein, aber wie durch ein Brennglas lässt sich hier beobachten, was im großen Maßstab schiefläuft. Denn zum einen ist die Bevölkerung von Gardi Sugdub so stark angewachsen, dass kein Platz mehr da ist und die Natur durch die Versuche, Land zu gewinnen, enorm geschädigt wird.

„Wir sind die ersten Opfern der Erderwärmung“

Gleichzeitig versinkt die Insel langsam aber sicher in der Karibik. Daran, so haben Experten keinen Zweifel, ist der Klimawandel schuld. Erst vor wenigen Tagen teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, mit, dass der Meeresspiegel 2018 um den neuen Rekordwert von 3,7 Millimeter im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist. Insgesamt hat sich der Meeresspiegel damit seit 1993 um rund acht Zentimeter erhöht. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Der Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/

 

 

Nothing To Say – Extinction Rebellion

Die zivile Widerstandsbewegung „Extinction Rebellion“ setzt sich für dafür ein, dass die Regierung den ökologischen Notstand erklärt und den nötigen gesetzlichen Rahmen schafft, um ihre Forderungen umzusetzen.

„Wer liebt, kann nicht mehr anders als kämpfen. Alles, was ich liebe, ist bedroht. Alles, was ich liebe, ist in Gefahr zu verschwinden, nicht lautlos, sondern unter Leid und Schmerzen. Die Natur ebenso wie die menschliche Kultur. Das Leben selbst ist gefährdet.“
– Wolf Slatner von Extinction Rebellion

Extinction Rebellion, 08.04.2019, Autor: Wolf Slatner

Mit viel Schwung hatte ich den ersten Blog hier geschrieben. Doch dann kam nichts mehr. Tausend Ideen, Notizen, Anregungen … ich hatte mir einen festen Rhythmus vorgenommen. Doch stattdessen bin ich erst einmal verstummt.

Es ist die Flut der Nachrichten, von der ich nicht mehr wusste, wie ich sie bewältigen sollte. Der Zustand der Regenwälder in Brasilien oder Indonesien, die plastikvermüllten Ozeane, die weiter steigenden CO2-Emissionen, die schmelzenden Pole, der ansteigende Meeresspiegel … wozu das noch kommentieren? Es sind Fakten, und Tausende Wissenschaftler mahnen täglich, dass es in unserer Hand liegt… noch in unserer Hand liegt, das Schlimmste abzuwenden. Was gibt es dem hinzuzufügen? Was soll uns denn mehr aus der Apathie aufrütteln als das? Fast dreiviertel der deutschen Bevölkerung fürchtet am meisten die Klimakrise. Muss man da noch aufklären? Zigtausende Schüler gehen auf die Straße und klagen ihre Zukunft ein. Was dazu schreiben? Es spricht für sich.

Und doch geht noch alles so weiter wie bisher. Der Hambacher Forst wird wieder geräumt. Der Personenflugverkehr nimmt ständig zu. Der ADAC fordert breitere Parkplätze für SUVs. Der Kohleausstieg ist verschoben auf die Zeit, wo der Gewinn vorbei ist, mit dem Hintertürchen, dass man die Bagger noch mal ranlassen kann, sollte man ein Profitchen übersehen haben. Die Regierenden verharren – bestenfalls – in krimineller Untätigkeit. Eher noch schaffen sie die idealen Bedingungen, schnell noch abzugreifen, was geht. So stelle ich mir die Passagiere im Casino der Titanic vor. Der Dampfer ist kollidiert, aber sie hören nicht auf zu zocken. Das Geld zirkuliert, noch ist ja Zeit. Zwei Stunden waren es dort, zehn Jahre sind es heute.

Was ich nicht begreife: Warum denken die Mächtigen, dass sie nicht von der Katastrophe betroffen sein werden? Glauben sie allen Ernstes, sie könnten sich wie seit jeher freikaufen? Irgendwohin in Sicherheit bringen? Was wird ihren Kindern die Ausbildungsversicherung nützen, wenn die Insekten verschwunden sind? […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Extinction Rebellion: https://extinctionrebellion.de/

Werde ein Teil der Extinction Rebellion: https://extinctionrebellion.de/aktiv-werden/

 

 

Mutilated dolphins wash up on French coast in record numbers

© Nicolas Tucat/AFP/Getty Images

Es wurden noch nie so viele tote Delfine an der französischen Atlantikküste angespült, wie in diesem Jahr. Jährlich sterben mehrere Tausend Delfine, die sich in den Fischernetzen der europäischen Fangflotten verheddern und dann ersticken. Die europäische Population von Delfinen ist gefährdet in naher Zukunft auszusterben.

The Guardian, 31.03.2019, Autorin: Kim Willsher

A record number of dolphins have washed up on France’s Atlantic coast in the last three months, many with devastating injures.

Environmental campaigners say 1,100 mutilated dolphins have been found since January, but the real figure could be 10 times higher as many bodies sink without trace. Activists warn the marine slaughter could threaten the extinction of the European dolphin population in the region.

The cause of the deaths is not known but it is thought fishing trawlers catching sea bass off the Atlantic coast may be responsible. Autopsies suggest the dolphins sustain catastrophic injuries attempting to escape nets or when trawler crew attempt to cut them free after they are caught.

Experts at the Observatoire Pelagis, a marine research station at La Rochelle, said the dead mammals showed “extreme levels of mutilation”.

Lamya Essemlali, the president of the ecology campaign group Sea Shepherd, said the real death toll was probably between 6,500 and 10,000 dolphins a year.

She said the animals were being trapped by trawlers working in pairs and dragging a net between them. Sea Shepherd released a video of dolphins caught in trawler nets last month as part of its campaign Operation Dolphin Bycatch.

“These fishing vessels have nets that are not selective at all so when they put their net in the water and the water is full of dolphins they get in the net. Dolphins are not fish, they are mammals, and they need to get to the surface to get air,” Essemlali told Associated Press. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

The Guardian: https://www.theguardian.com/international

Sea Shepherd: https://sea-shepherd.de/

 

 

Schwangerer Wal war voller Plastik


© picture alliance / dpa

Ein weiterer Wal wird mit mehreren Kilogramm Plastikmüll im Magen an der Küste angespült. Dieses Mal strandet ein Weibchen mit dem bereits toten Nachwuchs im Bauch am Strand des Touristenorts Porto Cervo in Sardinien.

n-tv, 01.04.2019

Der vor einer Woche in Sardinien angespülte Wal ist offenbar durch den Verzehr von Plastik verendet. Das Tier hatte demnach 22 Kilogramm davon im Magen, teilten das italienische Umweltministerium und die Umweltschutzorganisation SeaMe dem US-Sender CNN zufolge mit.

Laut Luca Bittau von SeaMe gehörten zum Mageninhalt Müllsäcke, Fischernetze, Leinen und ein Behältnis mit Flüssigwaschmittel, bei dem die Marke und der Barcode noch komplett lesbar waren. Das Walweibchen war den Angaben zufolge schwanger, das Kalb war aber bereits gestorben. Ob es einen Zusammenhang mit dem aufgenommenen Plastik gibt, ist nicht ganz klar.

Der acht Meter lange Meeressäuger war am Strand von Porto Cervo angespült worden. Die genaue Todesursache soll nach histologischen und toxikologischen Untersuchungen herausgefunden werden. Italiens Umweltminister Sergio Costa fragte mit Blick auf die Verwendung von Plastik auf Facebook. „Gibt es immer noch Leute, die sagen, dass das kein wichtiges Problem ist?“

Jahrelang habe man diese Produkte leichtfertig verwendet, jetzt bekomme man die Konsequenzen zu spüren. Den Preis zahlten aber Lebewesen wie dieser Wal. Erst in der vergangenen Woche hatte das Europaparlament eine Richtlinie verabschiedet, die das Verbot bestimmter Plastikprodukte wie Einweggeschirr und Strohhalme vorsieht. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

n-tv: https://www.n-tv.de/

 

Bis zu fünf Grad mehr in der Arktis

© Ulf Mauder/dpa

Im Bericht „Global Linkages“, den das UN-Umweltprogramm Unep herausgegeben hat, wird deutlich, dass sich jetzt schon durch die steigende Wärme am Nordpol, globale Konsequenzen abzeichnen.

taz, 27.03.2019, Berhard Pötter

Die Arktis steht nach einem neuen Bericht der UNO vor einer drastischen Erwärmung und tiefgreifenden Veränderungen. „Selbst wenn die jetzigen Versprechen der Länder zum Klimaschutz eingehalten werden, werden sich die Temperaturen über dem arktischen Ozean bis Mitte des Jahrhunderts um 3 bis 5 Grad Celsius erhöhen“, heißt es dem Bericht „Global Linkages“, den das UN-Umweltprogramm Unep veröffentlicht hat. Weil der Permafrostboden auftaue und weitere Treibhausgase freisetze, sei das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährdet. „Die Veränderungen in der Arktis nehmen deutlich an Geschwindigkeit zu, und das hat globale Auswirkungen auf uns alle“, erklärte die geschäftsführende Generalsekretärin der Unep, Joyce Msyuya im Vorwort des Berichts.

Die Erwärmung in den nördlichen Polargebieten geht deutlich schneller als im weltweiten Durchschnitt. Während sich die globale Atmosphäre seit 1880 bisher um 0,8 Grad Celsius erwärmt hat, steigen die Temperaturen in der Arktis doppelt so schnell an. Schon bis 2050, so „Global Linkages“, werden sie im Winter um 3 bis 5 Grad steigen – selbst dann, wenn sofort mit drastischen Reduzierungen bei den Emissionen begonnen werde. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

taz: http://www.taz.de/

Den vollständigen Bericht „Global Linkages“ des UN-Umweltprogramms Unep findet ihr hier.

 

Stefan Rahmstorf erhält ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2019

Am 28. März 2019 bekommt Stefan Rahmstorf in der Kategorie Wissen den ZEIT WISSEN-Preis Mut zu Nachhaltigkeit 2019 verliehen.


© Alena Schmick

Wir freuen uns sehr, dass Stefan Rahmstorf, DEEPWAVE Vereinsmitglied, für sein Engagement im Wissenstransfer in der Klimaforschung den ZEIT WISSEN-Preis erhält.

Dieser Preis wird jedes Jahr an Personen, Initiativen und Unternehmen verliehen, die einen besonderen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Stefan Rahmstorf ist Klimatologe, Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam und Abteilungsleiter beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

„Als Wissenschaftler fühle ich mich in der Verantwortung mein Wissen zu teilen“.

Rahmstorf ist im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) tätig. Der WBGU bietet den politischen Entscheidungsträgern eine Orientierung, indem komplexe Zusammenhänge vermittelt, Risiken eingeschätzt und ökologische und sozioökonomische Grenzen, die nicht überschritten werden sollten, vorgeschlagen werden. Rahmstorf vermittelt sein Wissen der Klimaforschung einem breiten Publikum über verschiedene Kanäle. Bei vielen Menschen besteht ein großer Bedarf, einen Zugang zu vertrauensvollem Wissen über die Klimaerwärmung und zukünftige Entwicklungen der Erde zu bekommen, da in den Medien oftmals seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse und Propaganda, die beispielsweise durch Interessen der fossilen Brennstoff-Industrie verbreitet werden, nicht klar genug getrennt werden.

In seinen Veröffentlichungen, sozialen Medien und den sehr informativen wissenschaftlichen Blogs „RealClimate“ und „KlimaLounge“ bietet Rahmstorf die Möglichkeit, sich über die aktuellen Erkenntnisse der Klimaforschung zu informieren und sich mit anderen darüber auszutauschen.

Johan Busse von Colbe für DEEPWAVE

Weitere Informationen über die Arbeit von Stefan Rahmstorf:

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/author/rahmstorf/

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/

https://twitter.com/rahmstorf

   

 

 

Das unternimmt die EU gegen Plastikmüll

© Jorge Silva/REUTERS

„In der EU entstehen jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Und in keinem Mitgliedsstaat fällt mehr Verpackungsmüll an als in Deutschland.“ Ab 2021 dürfen in der EU bestimmte Einwegprodukte aus Plastik nicht mehr verkauft werden. Ein erster Schritt, aber werden die Ozeane jetzt spürbar sauberer?

SPIEGEL ONLINE, 27.03.2019, Autor: Claus Hecking

War es das Video des Tauchers, der vor Bali durch eine Müllsuppe schwamm? Oder das von dem Grindwal, der an der thailändischen Küste an mehr als 80 Plastiktüten im Magen verendete? Waren es die Bilder des abgemagerten Wals, der an einem philippinischen Strand mit mehr als 40 Kilogramm Müll im Bauch starb? Oder waren es die Berichte über winzige Plastikteilchen, die Forscher im menschlichen Stuhl entdeckt haben?

Wie auch immer: So einig wie beim Thema Einweg ist das EU-Parlament selten gewesen. Mit 560gegen 35 Stimmen bei 28 Enthaltungen haben die Abgeordneten an diesem Mittwoch die Einweg-Plastikrichtlinie abgesegnet. Das Normenwerk, das die Mitgliedsstaaten nun in nationale Gesetze gießen müssen, soll die Vermüllung der Umwelt und der Meere bekämpfen.

Aber ist es dafür überhaupt weitreichend genug? Der Überblick:

Was wurde entschieden?

Das Europaparlament hat beschlossen, dass bestimmte Einwegartikel aus Kunststoff von 2021 an EU-weit nicht mehr verkauft werden dürfen. Dazu gehören unter anderem Einwegteller, -besteck, Trinkhalme, Kaffeebecher aus geschäumtem Polystyrol, Watte- oder Rührstäbchen. Nicht verboten werden Plastikflaschen. Von 2025 an sollen die Flaschen zu mindestens 25 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen, bis 2029 sollen 90 Prozent der Flaschen getrennt gesammelt werden. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

SPIEGEL ONLINE: http://www.spiegel.de/

Weitere Informationen über den EU-Beschluss zum Verbot von  Einwegprodukten aus Plastik:

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

Nachruf auf einen Wal

© Cristian Faesi/picture alliance

Der kalifornische Schweinswal- „Vaquita“, der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt, steht kurz vor dem Aussterben. Die Vaquitas verheddern sich und erstsicken in den illegal ausgelegten Kiemennetzen, die sich auf dem Meeresgrund befinden. Die illegalen Fischer haben es eigentlich nicht auf die Schweinswale abgesehen, sondern auf ein bestimmtes Organ des Totoabas, das als Wundermittel gilt. Der hohe Preis auf dem Schwarzmarkt für dieses Organ führt dazu, dass jedes Jahr die illegalen Fischer das Fangverbot ignorieren, das nicht nur für den Vaquita sondern auch für den Totoaba gilt.

Süddeutsche Zeitung, 21.03.2019, Autorin: Tina Baier

Wenn eine Tierart ausstirbt, sind normalerweise keine Menschen dabei. Die meisten Spezies verschwinden, ohne dass dies überhaupt jemand bemerkt. Beim Kalifornischen Schweinswal, genannt Vaquita – kleine Kuh – ist es anders. Der kleinste Wal der Welt stirbt und alle schauen zu. Jedes Jahr werden aktuelle Zahlen veröffentlicht, wie viele Vaquitas im nördlichen Golf von Kalifornien noch am Leben sind. Gerade wurde der makabre Countdown wieder aktualisiert. Zwischen zehn und 22 Individuen seien in dem etwa 2200 Quadratkilometer großen Rückzugsgebiet der kleinen Wale an der Westküste Mexikos noch zu finden, meldet das Comité Internacional para la Recuperación de la Vaquita (CIRVA), ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die den Vaquita retten wollen.
Im Jahr 2017 gab es in der Region noch 30 Tiere, vor 20 Jahren waren es 600. Der Vaquita (Phocoena sinus) ist damit der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt. Dass der nur anderthalb Meter große Wal mit der charakteristischen dunklen Zeichnung um die Augen und um das Maul aussterben wird, halten viele Experten für so gut wie sicher. „Ich bin eigentlich Optimistin, aber für den Vaquita sieht es wirklich schlecht aus“, sagt Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Die CIRVA-Forscher sind etwas hoffnungsvoller: Bei ihren letzten Exkursionen hätten sie Kälber gesehen, was bedeute, dass sich die wenigen übrig gebliebenen Tiere immerhin noch fortpflanzen, schreiben sie in ihrem aktuellen Bericht. Allerdings bekommen Vaquitas nur alle zwei Jahre Nachwuchs. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/

Weitere Informationen über die Bedrohung der Vaquitas: https://www.deepwave.org/save-the-vaquita-rettet-kalifornischen-schweinswal-9312600/

 

 

 

Zu viel Mikroplastik im Boden

Bodenprobe im Labor© ZDF/Michael Nieberg

Die Kunststoffindustrie feiert dieses Jahr wieder Absatzrekorde. Nun haben Wissenschaftler*innen festgestellt, dass es auch im Boden ein sehr großes Problem mit der Mikroplastikbelastung gibt. Plastik befindet sich in unseren Gärten und auf den Feldern. Hauptquelle ist der Abrieb von Autoreifen, Kunststoff im Biomüll und Verluste bei der Abfallentsorgung. Mikroplastik landet nicht nur durch den Verzehr von Meerestieren in uns, sondern auch durch die systematische Vermüllung der Landwirtschaft.

ZDF, 24.03.2019, Autor: Michael Nieberg

Während in der EU Trinkhalme aus Plastik verboten werden und viele Städte über ein Verbot von Plastiktüten nachdenken, feiert die Kunststoffindustrie Absatzrekorde: Allein 2018 betrug der Umsatz in Deutschland mehr als 64 Milliarden Euro. Und von einer Trendwende ist wenig zu spüren. In einer Befragung des Gesamtverbandes der kunststoffverarbeitenden Industrie gaben 37 Prozent der Betriebe an, dass ihr Geschäft von der aktuellen Mikroplastik-Debatte überhaupt nicht beeinflusst werde.

Plastik im Garten und im Acker

Dabei wird immer deutlicher: Die Müllberge, die durch den immer noch steigenden Verbrauch von Kunststoffen entstehen, sind ohne Umweltschäden kaum noch zu bewältigen. Vor allem der Boden ist belastet. „Egal, ob ich in Ihrem Garten nach Mikroplastik suche oder auf der Wiese vor der Universität oder auf irgendwelchen Äckern – wir werden Mikroplastik finden“, sagt Prof. Christian Laforsch von der Universität Bayreuth. Die Hauptquellen sind: Abrieb von Autoreifen, Verluste bei der Abfallentsorgung und Kunststoff im Biomüll – aber auch Granulate von Kunstrasenplätzen, die in die Landschaft verwehen.
Die Bayreuther Forscher haben jede Menge Plastikmüll auf Ackerflächen in der Landwirtschaft nachgewiesen. Daneben Mikroplastik im Kompost: Bis zu 900 Kunststoffpartikel fanden sie in einem Kilogramm. Pro Hektar Ackerfläche errechneten sie Belastungen von 150.000 Mikroplastikteilchen. Der in der Landwirtschaft verwendete Kompost wird einmal aus dem Biomüll der Haushalte gewonnen, er kommt aber auch aus Biogasanlagen, die Lebensmittelabfälle aus Supermärkten verarbeiten. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ZDF: https://www.zdf.de/

 

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