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Umweltfreundlich urlauben – aber wie?

Umweltfreundlich urlauben – aber wie?

+ 29.07.2010 + WWF veröffentlicht Transparenzanalyse zu Nachhaltigkeit im deutschen Reisemarkt.

Wie buche ich umweltfreundliche Ferien? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher vor Beginn der Reisesaison, denn längst ist nicht mehr allein der Preis ausschlaggebend für die Wahl des Urlaubsziels. Doch Hinweise auf die Klimafreundlichkeit, umweltverantwortliche Hotelführung oder Ressourcenverbrauch einzelner Reisen sind in den meisten Reisekatalogen dünn gesät. Eine aktuelle Analyse des WWF offenbart Nachholbedarf bei der Kundeninformation zur Umweltverträglichkeit von Reiseprodukten.

„Umweltorientierte Verbraucher brauchen oft viel detektivischen Spürsinn und Eigeninitiative für die Urlaubssuche, dabei liegen die entsprechenden Informationen den Veranstaltern oft vor“, sagt Martina Kohl, Tourismusexpertin beim WWF. „Die Verbraucher haben transparentere Information verdient: Der touristische Umwelt-Fußabdruck einer Reise sollte zu einem klaren Entscheidungskriterium werden – genau wie Frühbucherrabbatte oder Gästezufriedenheit.

“Der WWF fordert die Entwicklung von Standards bei der Kennzeichnung von Reiseprodukten. Als erste positive Anzeichen wertet Kohl, dass die meisten der untersuchten Veranstalter einen Emissionsrechner für Flugreisen anböten und zumindest auf Kompensationsmöglichkeiten für CO2 Emissionen verwiesen.

Die WWF-Umfrage bei 80 deutschen Reiseveranstaltern untersucht, welche wesentlichen Informationen zur Umweltverträglichkeit der angebotenen Reise dem Verbraucher transparent und einfach kommuniziert werden und welche er bisweilen mühsam selbst recherchieren muss, um seine Reiseentscheidung besser treffen zu können. Bewertet wurden u.a. Angaben zu klimawirksamen Emissionen, zum Verbrauch von Ressourcen wie Energie und Wasser und existierenden Umweltzertifikaten.

Sieben Reiseveranstalter sieht der WWF auf einem guten, verbraucherfreundlichen Weg im Hinblick auf die Offenlegung ihrer Umweltinformationen, darunter große und kleine Anbieter. Die Informationspolitik von jeweils acht Veranstaltern wurde als „akzeptabel“ oder „mit Nachholbedarf“ eingestuft.

Rund 35 Prozent der ausgewerteten Veranstalter verfügen über umweltfreundliche Produktlinien, ein Großteil (30 Prozent) informiert über diese auch aktiv. Über die Umweltverträglichkeit der restlichen Angebote finden sich kaum Informationen. Wer beispielsweise vor der Buchung erfahren möchte, ob das gewählte Hotel seine Abwässer sinnvoll nutzt bzw. an eine Kläranlage angeschlossen ist oder ob das Urlaubsdomizil in oder nahe an sensiblen Naturlandschaften liegt, muss meist zeitraubend Umweltberichte konsultieren oder die Informationen separat beim Veranstalter erfragen.

Der WWF ermutigt Verbraucher, umweltrelevante Informationen notfalls beim Anbieter abzufragen. Dazu gehöre die Frage nach einem nachhaltigen Hotelmangement beispielsweise hinsichtlich Müll- und Abwasserentsorgung ebenso wie Hinweise auf soziale oder ökologische Besonderheiten im Gastland, für die einen Verhaltenskodex angeboten werden sollte.

„Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Reisen wächst. Wenn sich die Verbraucher bei den Touristikunternehmen Gehör verschaffen, werden die Anbieter auch Licht in den Dschungel der Angebote bringen“, sagte WWF Expertin Kohl weiter.

Quelle: sonnenseite.com

Zu der WWF-Untersuchung gibt es auch einen Beitrag bei SCINEXX:

Auszug:


Positive Vorreiter bei kleinen wie bei großen

Als erste positive Anzeichen wertet Kohl, dass die meisten der untersuchten Veranstalter einen Emissionsrechner für Flugreisen anbieten und zumindest auf Kompensationsmöglichkeiten für CO2 Emissionen verweisen. Rund 35 Prozent der ausgewerteten Veranstalter verfügen über umweltfreundliche Produktlinien, ein Drittel informiert über diese auch aktiv. Sieben Reiseveranstalter sieht der WWF auf einem guten, verbraucherfreundlichen Weg im Hinblick auf die Offenlegung ihrer Umweltinformationen, darunter sowohl große Anbieter wie TUI, aber auch Spezialanbieter wie „One World“ oder „Rucksack Reisen“.

Die Informationspolitik von acht Veranstaltern wurde dagegen als eher mangelhaft und daher „mit Nachholbedarf“ eingestuft. Darunter auch „TUI Cruises“, „Hurtigrouten“ und der Spezialanbieter „Frosch Sportreisen“. Als „akzeptabel“ im Mittelfeld lagen Reiseanbieter wie „Studiosus“, „Wikinger Reisen oder „Ameropa“ (vollständige Liste als pdf). Wer beispielsweise vor der Buchung erfahren möchte, ob das gewählte Hotel seine Abwässer sinnvoll nutzt beziehungsweise an eine Kläranlage angeschlossen ist oder ob das Urlaubsdomizil in oder nahe an sensiblen Naturlandschaften liegt, muss meist zeitraubend Umweltberichte konsultieren oder die Veranstalter explizit danach fragen.

Auskunft verweigert
Zahlreiche Veranstalter knausern nicht nur mit Informationen an ihre Kunden, sondern weigerten sich auch, an der Befragung durch WWf teilzunehmen. „Es ist ein bedauerlicher Ausdruck der am Markt herrschenden Intransparenz, wenn rund 70 Prozent der angesprochenen Veranstalter über die eigene Informationspraxis keine Angaben machen“, sagt Kohl weiter. „Hier ist deutlich mehr Verbraucherfreundlichkeit gefordert.“ Der WWF ermutigt Verbraucher, umweltrelevante Informationen notfalls auch direkt beim Anbieter einzuholen. Dazu kann die Frage nach einem nachhaltigen Hotelmangement beispielsweise hinsichtlich Müll- und Abwasserentsorgung ebenso gehören wie auch Hinweise auf soziale oder ökologische Besonderheiten im Gastland, für die einen Verhaltenskodex angeboten werden sollte. …

Link zu dem WWF-Bericht „WWF Umfrage zur Transparenz von
Umweltinformationen bei Reisen

Wo Amerika und Russland sich küssen

Hier ein interessanter Text aus dem neuen Buch
„Die 40 kuriosesten Inseln“
von Gabi und Rolf Froböse

Wo Amerika und Russland sich küssen

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Vereinigten Staaten von Amerika und Russland befinden sich in Sichtweite, und im Winter lässt sich die Entfernung über die gefrorene Behringstrasse im Prinzip zu Fuß überbrücken. Dennoch muss vor dieser Exkursion gewarnt werden, denn in den 1990er Jahren ist ein so genannter Eisgänger verschollen. Vermutlich geriet er in ein Wasserloch und konnte sich nicht ohne Hilfe aus dem eiskalten Wasser befreien. Ort des Geschehens: Die Diomedes-Inseln.

Die beiden benachbarten Inseln stellen ein einmaliges Kuriosum dar. In der rauen Behringsee beträgt der Abstand zwischen Amerika und Russland gerade mal vier Kilometer. Auf beiden Inseln gehen die Uhren gleich, aber der Zeitunterschied beträgt 24 Stunden, denn mitten zwischen ihnen verläuft die Datumsgrenze. Die Große Diomedes-Insel im Westen, auch Ratmanow-Insel genannt, ist russisches Territorium. Dort ist die Zeit immer um einen Tag voraus. Die Kleine Diomedes-Insel, im Englischen als „Little Diomede“ bezeichnet, gehört zum US-Bundesstaat Alaska.

Beide Inseln sind bewohnt. Auf der großen Diomedes-Insel leben Tschuktschen, die ihre Insel in der Eingeborenensprache als Imaqliq bezeichnen. Als Inaliq bezeichnen hingegen die auf der Kleinen Diomedes-Insel lebenden Inuit ihre Heimat. Seit Generationen leben die Bewohner beider Inseln vom Fischfang.

Die Landschaft der Inseln ähnelt sich stark. Das Innere wird jeweils von einem relativ flachen Plateau beherrscht, während an den Küsten Steilufer vorherrscht. Wegen des subpolaren Klimas gibt es auf den Inseln keinen natürlichen Baumbestand. Im kurzen arktischen Sommer beherrschen Gräser, Flechten und Moose das Landschaftsbild. Während des Frühlings zieht es zahlreiche Seevögel auf die Inseln, die auf den Grünflächen der Plateaus ihre Nistplätze bauen.

Wer die Inseln bequem vom heimischen Sofa aus erkunden möchte, dem sei Google Earth ans Herz gelegt. Es gibt einige sehenswerte Fotos, insbesondere von der Kleinen Diomedes-Insel. Sie zeigen unter anderem die Inuit-Siedlung sowie die Vogelschwärme. Aufnahmen von den Hochplateaus demonstrieren eindrucksvoll die enge Nachbarschaft beider Inseln.

Quelle: Der Text ist ein Auszug aus dem Buch von Gabi und Rolf Froböse „Die 40 kuriosesten Inseln“. BoD GmbH, Norderstedt 2010, 116 Seiten mit farbigen Abbildungen, ISBN: 3839156874, Preis EUR 13.90.

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